Huber (Sam.)
Huber (Therese)
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Er machte die Franzosen, deren Sprache er vollkommen inne hatte, mit vielen der vorzüg-lichem Werke seiner Nation bekannt und hat das unbestrittene Verdienst, durch seine ein-sichtsvollen Übersetzungen wie durch die beigegebenen kritischen Bemerkungen das Bandzwischen beiden Literaturen fester geschlungen und der deutschen Poesie und wissenschaftli-chen Forschung bei den Franzosen Eingang und Achtung verschafft zu haben. Ebenso nützteer durch seinen Unterricht. Er übersetzte die Werke Geßner's (Zür. >768—72, und oft.)und in seinem „Olioix eie pnäsies rUIemaaUss" (4 Bde., Par. 1766) Poesien von Klop-stock, Wieland, Lessing, Kleist u. A.; ferner Thümmel's „Wilhelminc", Meiner's „Philo-sophische Briefe über die Schweiz", Campe's „Neuen Robinson" und Winckelmann's„Kunstgeschichte" (3 Bde., Lpz. >781, -1.). Auch gab er „Notices genersies <1es Araveurset <1es z.eiutrss" (Dresd. und Lpz. >787, neue Aust., 1797) heraus.
Huber (Sam.), ein protestantischer Thevlsg, der namentlich durch seine Ansichtenüber die Gnadenwahl sich in viele Streitigkeiten verwickelte und dazu Andern Veranlassunggab, war zu Bern >537 geboren, wo er auch seine Bildung erhielt und dann im CantonBern als Pfarrer angestellt. Als heftiger Streiter zeigte er sich schon 1582, wo er mit demDekan Musculus in Bern wegen der Sitte des Brotbrechens im Abendmahl in Streit ge-rieth und die Beibehaltung der Oblaten durchsetzte. Seine Hauptstreitigkeiten aber began-nen > 586, wo er Musculus wegen seiner von Calvin's Lehre abweichenden Lehrsätze überdie Gnadenwahl angriff. Seiner Leidenschaftlichkeit und Halsstarrigkeit wegen 1688 sei-nes Amts entlassen, ging er nach Tübingen, wo er sich indeß sehr bald auch mit den wür-temb. Theologen entzweite. Zm I. 1592 folgte er einem Ruse als Professor nach Witten-berg; doch auch hier gerieth er durch seine Ansicht, daß Alle, auch die Ungläubigen, zur Se-ligkeit erwählt seien, mit Hunnius, Polyk. Leyser und Salom. Geßner in so heftige und är-gerliche Streitigkeiten, daß ihm Stillschweigen geboten und er l 694 als Professor entlassenwerden mußte. Im I. 1695 aus Kursachsen förmlich ausgewiesen, zog er nun, namentlichin Niedersachsen, von Ort zu Ort, um seinen Ansichten Eingang zu verschaffen, bis er zuOsterwiek, bei seinem Schwiegersöhne, am 25. März 1624 starb. Sein Glaubensbekennt-niß hatte er 1594 in Druck erscheinen lassen. Seine und seiner Gegner Streitschriften sindvergessen, dagegen hat sein „smti-Lellai-miuus" (6 Bde., Gosl. 1607 fg.), worin er dieLehre Luther's gegen den Katholicismus vertheidigte, bleibenden Werth. Seine Gegnerließen die ,,^cta Uuberirms" (2 Bde., Tüb. 1597 — 1613, 4.) erscheinen. Vgl. Jo. Andr.Schmidt, „Do 8sw. 8u1>eri vitu, tlltis et cloctrimi" (Helmst. 1 708, 4.).
Huber (Therese), die Gattin von Ludw. Ferd. Huber (s.d.), geb. am 7.Mai 1764in Göttingen, war die Tochter des berühmten Heyne (s.d.). Die Kränklichkeit ihrer Mut-ier und deren Gemüthsstimmung verkümmerten ihre Jugend und beraubten sie einer sorg-fältigen Erziehung. Nach dem Tode der Mutter, als ihr Vater sich wieder verheirathete,kam sie in Pension und kehrte erst in ihrem 15. Jahre in das väterliche Haus zurück, wo siein ihrer Stiefmutter eine liebevolle Freundin fand. Eingeführt in die Welt, behauptete sieeine Unabhängigkeit des Denkens und Betragens, die Viele misdeuten konnten, Wenigeverstanden. In ihrem 20 . Jahre verheirathete sie sich mit Joh. Georg Förster (s. d.),c folgte ihm nach Polen und drei Jahre später nach Mainz. Verschiedenheiten in dem We-! sin beider Gatten trübten ihr Vcrhältniß als Eheleute; ihre Freundschaft aber blieb un-/ verbrüchlich bis zu Försters Tode. Als 1792 die Heere der sranz. Republik in Deutsch-land einbrachen und Förster im Interesse Frankreichs zu wirken begann, sendete er seineGattin mit ihren beiden Kindern nach Strasburg, die von hier aus nach Neufchatel ging,M sie in dem Hause einer ihr befreundeten Familie Aufnahme fand. Förster, der sich alsDeputirter des neuen franz. Rheindepartements nach Paris begeben hatte, sah sie und seineKinder noch ein Mal am Schluffe des I. 1793 zu Motiers-TraverS an der franz. undchweiz. Grenze, und übergab sie seinem Freunde L. F. Huber, der bei dieser ZusammenkunftMgen war und nach Forster's Tode im I. 1794 sich mit dessen Witwe verheirathete.avie ihr Mann, so mußte auch sie in jener Zeit allgemeinen Mangels etwas zu verdienen^chen; sie sing an, gleich ihm, sich mit schriftstellerischen Arbeiten zu beschäftigen, undanfangs der Drang äußerer Umstände veranlaßt hatte, das wurde bald Bedürsnißlistigen Lebens. Doch kannte sie weder Grammatik noch Orthographie, und ihr er-