303 Hottinger Houbracken
Bastardhottentotten, die aus Vermischung der Europäer mit den Töchtern der Hottentot-ten entstanden sind. Die Europäer wurden besonders seit dem l7. Jahrh. mit den Hotten-totten bekannt, und bereits um 1730 sendete die evangelische Brüdergemeinde ihren ersten 'Missionar zu ihnen. Zn neuerer Zeit unterhalten, außer der Brüdergemeinde, auch dielondoner Missionsgesellschaft und die Methodisten Missionare bei den Hottentotten, diedurch deren Thätigkcit zum größten Theil zum Christenthum bekehrt sind. Um die nähereKunde von den Hottentotten hat sich besonders Levaillant (s. d.) verdient gemacht.
Vgl. Jam. E. Alexander, „Karrstive ok »n expeclitiou ok tke äiscover)' into tire interior^lrics etc." (2 Bde., Lond. 1839).
Hottinger (Joh. Heim.), ein berühmter Gelehrter des I7.Zahrh., geb. zu Züricham 10.Mär; 1620, besuchte auf öffentliche Kosten seit 1638 die Universität zu Genf, be-reiste hierauf Frankreich und studirte dann in Gröningcn und Leyden besonders oriental.Sprachen. Nachdem er zuvor England besucht, kehrte er 163! nach Zürich zurück, wo er1632 als Professor angestcllt wurde. Durch seine zahlreichen Schriften, welche meist diesemitischen Sprachen, oriental. Geschichte und Alterthümer, Kirchengeschichte u. s. w. be-trafen, erwarb er sich sehr bald einen solchen Ruf in der gelehrten Welt, daß der Kurfürstvon der Pfalz sich 1655 durch einen eigenhändigen Brief an den Rath zu Zürich die Er-laubnis auswirkte, ihn auf einige Jahre nach Heidelberg kommen zu lassen, um durch seine !Wirksamkeit dem gesunkenen Flor dieser Universität wieder aufzuhelfen. Er begleitete !
1658 den Kurfürsten auf den Reichstag zu Frankfurt, wo er unter Andern auch den gro- ^ßen Orientalisten Hiob Ludolph (s. d.) kennen lernte und mit ihm den Plan faßte, einigein der oriental. Literatur erfahrene junge Leute auf öffentliche Kosten zur Erforschung desZustandes der afrikan., besonders der äthiopischen Kirchen, reisen zu lassen- Mit Ehrenbe-zeigungen überhäuft, kehrte er l 66 l nach Zürich zurück, wo ihm die Würde eines beständi-gen Rectors der Universität, mehre andere ehrenvolle Ämter und unter Anderen auch eineGesandtschaft nach Holland übertragen wurden. Im I. 1667 wollte er endlich einem wie- 'verholten Rufe an die Universität zu Leyden folgen; allein bei der Abreise ertrank er mit jdreien seiner Kinder in der Limmat, indem der zu volle Kahn umschlug. Von seinen Schrif-ten haben noch gegenwärtig den meisten Werth der „'Olies-mms zilliloloAicus seu clavizscripturse" (Zür. 1633; 3. Aust., 1696, 3.) und das „lätzniiologicuin orientale sivelexicnn karmonicum üeptsxstottou" (Franks. 1661, 3.). — Unter seinen ihn überleben-den Söhnen, Joh. Heinr. H., geb. 1637, gest. 1692 als Professor der oriental. Sprachenin Zürich, SalomonH., geb. 1639, gest. als Professor der Medicin und Physik in Zü-rich 1713, Joh. Konr. H., geb. 1655, gest. 1730, und Joh. I ak. H., geb. zu Zürich1652, gest. als Professor der Theologie zu Zürich am >8. Dec. 1735, ist der zuleht ge-nannte der berühmteste, und von seinen überaus zahlreichen Schriften die „Helvetische Kir-chengeschichte" (2 Bde., Zür. >708—20, 3.) noch immer geschäht. — Joh. Jakob's Ur-enkel, Joh. Jak. H., geb. 1750, gest. als Professor und Chorherr zu Zürich am 3. Febr.1819, machte sich rühmlich bekannt als Philolog durch seine Ausgaben des Sallust unddes Cicero „De clivinatious", sowie als Ästhetiker und Literator. Nächst seiner Preis-schrift „Versuch einer Vergleichung der deutschen Dichter mit den Griechen und Römern"(Manh. 1789), erwähnen wir seine „Bibliothek der neuesten theologischen, philosophischen Iund schönen Literatur" (3 Bde., Zür. 1783—86); „Über Bodmer" (Zür. >785); „Über -Salomo» Geßner" (Zür. 1796) und seine „Opusculs oratoriu" (Zür. 1816). Mit Wie-land und Jacobs vereinigte er sich zur Herausgabe des „Neuen attischen Museums".
Houbracken (Arnold), ein talentvoller niederländ. Zeichner und Maler, geb. zuDordrccht 1660, gest. zu Amsterdam 1719, beschäftigte sich besonders mit Portraitmalerei,stach aber auch Mehres in Kupfer. Am bekanntesten wurde er durch das schätzbare Werk„kroote sclionlmi-ßch cler neclerlancküdie lco»8tso1iil<lerz eu scliilcli-essei, etc." (Amst.
I -18 fg.) — Sei,, Sohn, Jak. H., ein ausgezeichneter Maler und Kupferstecher, geb zu !
Dordrccht 1698, gest. zu Amsterdam 1790, nahm sich Edelinck und Drevet zum Muster I
und stach mehr als 600 Portraits, die fast durchgehend sowol in Hinsicht der Leichtigkeit,mit der sie ausgeführt sind, wie durch die Kraft vorzüglich der Farben, welche sich in ihnenausspricht, einen hohen Werth haben.