Hottentotten 307
des Cicero, zu den Institutionen, die „Oliservationes jurig rom." und die unter dem Titelkulmeu l-rutuin in Hsnricum regem i>lavsrrse" (Leyd. 1586) veröffentlichte Sa-tire über den gegen Heinrich IV. von Sixtus V. geschleuderten Bannstrahl. EineGesammt-ausgabe seiner Schriften (3 Bde., Genf t5S9, Fol.) besorgte sein Sohn, Ioh. H.
Hottentotten ist der Holland. Name für die Ureinwohner an der Südspitze Afrikas,die theils unter brit., vormals Holland. Herrschaft stehen, theils unabhängig leben und eineneigenthümlichen Menschenstamm bilden, der den Übergang von den Negern zu der malayi-scheu Nace zu vermitteln scheint. Sie selbst nennen sich Quäquä; sic haben schwarzes,krauses Haar, gelbbraune Hautfarbe, einen schlanken Wuchs, kleine Hände und Füße, weit-hervorstehende Backenknochen, platte Nase und großen Mund. Sie sind von gewöhnlicherGröße, wohlgewachsen und sehr gelenkigen Körpers. Mit den Fehlern der rohen Natur-menschen verbinden sie auch deren gute Eigenschaften; sie sind treu, ehrlich, mitleidig, gast-freundschaftlich, und weder Bosheit noch Rachgier ist ihnen eigen; dagegen sind sie unrein-lich, abergläubisch und sinnlich. Ihre Kleidung besteht in einem bis an die Knie reichendenMantel von Schafspelz oder Tigerfell (Karoß), der bei den Weibern noch mit einem sack-artigen Kragen versehen ist, worin sie ihreKinder tragen, einem Schurz, und bei den Män-nern noch in einer Art Beutel (Iackal). Dabei behängen besonders die Weiber den Leibund die Schenkel mit Korallen oder Schneckenschnüren und Hals und Füße mit Ringenvon Messing. Ihre Waffen bestehen in einem Wurfspieße, Haffagai, einem Bogen undPfeilen, die meist vergiftet sind. Sie schmieren sich gern mit Fett ein und bestreuen sich mitStaub, wovon sie zuweilen ein ganz schwarzes Aussehen erhalten. Sie wohnen, je l 2— I äPersonen, in niedrigen, engen, mit Schilfsmatten überdeckten Hütten, die bienenkorbartiggebaut, > 3 F. lang, zehn F. breit und kaum sechs F. hoch sind. Mehre solcher Hütten, meist ineinem Kreis gebaut, bilden ein Dorf (Kraal). Ihre Nahrung besteht in Wurzeln und halb-rohem Fleisch, vorzüglich gern essen sie fettes Fleisch und die Eingeweide der Thiere; ihreLieblingsgetränke sind saure Milch und ein Miscbtrank aus Honig und Wurzeln, in neuererZeit auch Branntwein; dabei rauchen sie viel Tabacksblätter und Hanf. Sie heirathenschon in früherJugend, doch meist nur Eine Frau. Die Weiber, die ansich schon häßlich sind,werden es noch mehr durch die großen Anstrengungen beim Arbeiten; ihre Kinder säugensie, indem sie die Brüste über die Schultern werfen. Ganz eigenthümlich ist die Spracheder Hottentotten. Sie hat weder Zischlaute noch die Buchstaben I, si v, iv, dagegen eineMenge ziemlich schnell und mit heiserer Stimme aus hohler Brust hervorgestoßener und scharfaspirirter Kehllaute, zu denen sich mehre ganz eigenthümliche Schnalzlaute gesellen, welchedurch schnelles Abstoßen der Zungenspitze von den obern Schneide- oder Backzähnen und desRückens der Zunge von dem Gaumen hervorgebracht werden. Von ihrer Religion ist we-nig bekannt; doch scheinen sie eine Ahnung von der Existenz höherer Wesen und deren gu-tem oder bösem Einfluß auf sie zu haben, und ihre Zauberer als Mittelspersonen zwi-schen sich und diesen Göttern zu betrachten. Ihre Tobten begraben sie mit kläglichem Ge-heul und glauben, daß deren Seele in Hasen fahre, weshalb sie das Fleisch dieser Thierenicht essen. Ihre erbittertsten Feinde sind dieKaffern (s. d.). Sie sind in viele Völker-schaften, Stämme und Horden abgetheilt. Die in der Capcolonie lebenden Hottentotten,deren Zahl sich jetzt kaum auf 5000 beläuft, wurden vor der Sklavenemancipation ganzwie die Negersklaven, ja oft noch schlimmer behandelt, und stehen auch jetzt noch in einerArt Leibeigenschaft bei den Colvnisten. (S. Cap.) Sie treiben Viehzucht mit etwas Land-bru und unterscheiden sich von ihren unabhängigen Stammverwandten durch ein vernach-lässigtes Äußere, und sofern sie nicht den christlichen Missionsstakionen angehören, durchmancherlei Laster, namentlich das Branntweintrinken. Die freien unabhängigen Hotten-totten, Schakalshottentotten genannt, ziehen mit ihren Kraals und Viehhcerdennomadisch umher. Ihr Land erstreckt sich nördlich von der Capcolonie etwa bis zum 26°südl.Br. Die bekanntesten Stämme sind: l) die Buschmänner (s.d.); 2)dieKoranasoder Koraquas, die für die gebildetste Hottentottennation gelten; 3) die Damaras, sehr ge-schickt in Verfertigung von Eisen- und Kupferarbeiten; 4) die Klein-Namaquas, geringan Zahl; 5) die Groß-Namaquas, rin sehr volkreicher Stamm; und 6) die Griquas oder