306 Hostien Hotomann
und Dichtkunst. Unter seinen geschichtlichen Werken sind besonders zu erwähnen: „Gu.stav IV. Adolfs Leben und Negierung" (1868 — 9); „Merkwürdigkeiten des Lebensund der Regierung Christian s VII." (> 810); „Beitrag zu einer Übersicht des dän. Staats . ^
bei dem Regierungsantritt Christians VII." (> 812); „Entwurf einer Geschichte der dän. ,Monarchie unter Christian VII." (1813); „Merkwürdigkeiten des Lebens und der Negü-rung Friedrich's V." (1820); „Letztes Lebensjahr der Königin Karoline Mathilde" ,
(1820); „Politik und Geschichte" (5 Bde„ 1820 — 22); „Leben Corfitz Ulfeld s und sei- ,
ner Gemahlin Eleonora Christina Ulfeld" (1825); endlich sein wichtigstes Werk „Der s
Geh. Cabinctsminister Graf Struensee und dessen Ministerium" (3 Bde„ Kopenh-, 182t; x
deutsch, umgearbeitet und mit Zusätzen, 2 Bde„ Kopenh. 1826—27), welches zuerst ich h
Geschichte der Struensee'schen Periode gründlich und unparteiisch dargestellt hat. Als Hi- (
storiker ist H. ausgezeichnet durch einen geschärften Blick neben unermüdetem Sammler- , «
flciße; seine Darstellungen aus der dän. und schweb. Geschichte sind auch wegen der ihm . f,
zugänglich gewesenen Quellen unentbehrlich für alle später» Forscher. Einige Mitkheilun- ,i
gen über sein Leben hat er in „Erindringcr om mig og mine Samtidige" (1835) gegeben. ;
Hostien heißen die aus ungesäuertem Weizenteig gebackenen, mit dem Bilde des ge- §
kreuzigten Erlösers versehenen Scheiben, die man in der protestantischen und röm.-katholi-scheu Kirche bei der Kommunion statt des Brots braucht. Früher brauchte man beim heil,- ^
gen Abendmahle gewöhnliches Brot, dann aber eigens zu diesem Zwecke bereitete Brotr, „
bis im 3. Iahrh. große, runde Oblaten (s.d.) in Anwendung kamen, die man nach ge- ^
schehener Weihung in so viele Stücke zerbrach, als nach der Anzahl der Communicanten (
nöthig waren. Erst im 12. Iahrh. wurden die Hostien, die man ebenfalls häufig Oblaten snennt, eingeführt. Der Name Hostie ist aber daher entstanden, daß die röm.-katholisihe g
Kirche den Leib Christi, in welchen sich das Brot durch die Consecration verwandelt, e
durch den Meßpriester als ein unblutiges Opfer (Kostia) darbringcn läßt. Bei der Refvr- ,
mation behielten die Protestanten die Hostien bei; die Reformieren wählten wieder ge- i jwohnliches Brot; in Folge der Union der protestantischen und reformirten Kirche wurde » e
von erstercr die Sitte des Brotbrechens wieder angenommen. 1 s
Hvtho (Heinr. Eust.), Professor der Philosophie an der Universität zu Berlin, geb. r
daselbst am 22. Mai 1802 und der r-eformirten Kolonie angehörend, kam erst ziemlich spät f
auf das joachimsthalsche Gymnasium und studirte dann in Berlin anfangs die Rechte, dspäter Philosophie. Nachdem er auch eine Zeit lang in Breslau studirt hatte, machte er ?
eine Reise nach Paris, London und den Niederlanden und habilitirte sich 1826 an der Um- a
versität zu Berlin. Er lieferte nun in den nächsten zwei Jahren vortreffliche Correspondcn- d
zen in dem „Morgenblatt" und nahm seit 1827 großen Antheil an den „Jahrbüchern für s
wissenschaftliche Kritik". An der Universität wirkte er durch öffentliche Vorlesungen über rLessing, Goethe, Schiller, die Geschichte der neuern Malerei u. s. w. Im I. 1833 unter- t
nahm er wieder eine größere Reise nach der Lombardei, Venedig und Wien, und 1837 für s
das Studium des Kolorits der verschiedenen Malerschulen eine neue Reise nach Paris und s h
den Niederlanden. Seine Auffassung des Lebens und der Kunst zeigen am besten die „Der- r
studien für Leben und Kunst" (Tüb. 1835), die er zwar angeblich nur herausgegeben, die I s
er aber wol selbst verfaßt hat. Als charakteristische Eigenthümlichkeit H.'s könnte man an- ^ t
geben, daß er die Goethe'sche und Hegel'sche Weltanschauung nach allen Richtungen, sogar , rbis auf das Persönliche hin, in sich zur lebendigen Einheit durchzuarbeiten gesucht hat;, von §Hegel hat er eine gewisse Schwerfälligkeit mitten in aller Eleganz, von Goethe eine Über- b
treibung der charakteristischen Prädicate. Ein großes Verdienst erwarb er sich durch die l
Herausgabe der Hegel'schen „Vorlesungen über die Ästhetik" (3 Bde., Berl. > 835—38). rHotomann oder HottoINann (Franz), ein berühmter Jurist und Kenner der lat. t
Sprache im 1 6. Iahrh., geb. am 23. Aug 1523 zu Paris, begab sich, nachdem er zur re- r
formirten Kirche übergetretcn, 1537 nach Lyon. Später lehrte er zu Lausanne, Strasburg, ! s
Valence und Bourgcs theils die schönen Wissenschaften, theils die Rechte; auch hielt er sich ^ c
einige Zeit am Hofe des Königs von Navarra auf. Nach der pariser Bluthochzeit flüchtete s
er in die Schweiz, wo er am 12. Febr. >590 zu Basel starb. Unter seinen vielen Schriften c
verdienen eine besondere Erwähnung die noch jetzt geschätzten Commentare zu den Reden