Hosianna Hospinian 303
sion von 300 Pf. St. für die andern Ritter zu beten. Die Aufnahme neuer Ritter ge-schieht unter großem Pomp. Fremden Fürsten, wenn sie bei ihrer Aufnahme nicht anwe-send sind, werden die Ordcnszeichcn durch den Wappenkönig überbracht. Der Kaiser vonRußland, die Könige von Frankreich, Preußen, Hannover, Sachsen, Würtcmberg, Bel-gien, der Herzog von Sachsen-Meiningen, der Herzog von Sachsen Koburg-Gotha undder Fürst von Leiningcn sind gegenwärtig die auswärtigen Mitglieder des Ordens. DieDccoration besteht aus einem dunkelblausammtnen Bande, das mittels einer goldenenSchnalle unter dem linken Knie befestigt wird und das Motto trägt: Unnnz' s»it czui mal)' pense. Ein anderes gleichfarbiges, breites Band wird von der linken Schulter nach derrechten Hüfte getragen; an demselben hängt ein goldener Schild, der mit Brillanten, demkämpfenden Ritter Georg, dem Motto und dem Kniebande verziert ist. Auf der linkenBrust endlich tragen die Ritter einen achtstrahligen, silbernen Stern, der das rothe KreuzGcorg's und das Knieband mit dem Motto enthält. Die Ordenskleidung besteht aus ei-nem dunkelblauseidenen Unterkleide, einem rothsammknen, mit Gold verzierten Mantel,einem schwarzen Baret mit weißer Feder und einer goldenen Kette, die Heinrich VIII. hinzu-fügte. Vgl.Hamberger, „Geschichte des blauen Hosenbandordens in England"(Lpz. 1791).
Hosianna, d. i. gieb Heil! gieb Segen! war bei den Juden ein ähnlicher Ausbruchder Freude, wie unser Hoch! und der Willkommenruf für Könige »der Helden des Volks.
Hosms (Hoseios), ein angesehener Kirchenlehrer und Bischof von Corduba im VJahrh., wurde von Konstantin dem Großen beim Beginn des Arianischen Streits als Ver-mittler nach Alexandrien gesendet und bewirkte durch seinen Einfluß auf den Kaiser, daßdieser im I. 325 die Kirchenversammlung zu Nicäa berief. Er vertrat die orthodoxe An-sicht, wurde deshalb später, als die Arianische Partei das Übergewicht erhielt, verbannt undstarb als hundertjähriger Greis im 1.30 1 . Die Arianischen Bischöfe Ursacius und Valenslegten ihm die Formel des zweiten Concils zu Sirmium im 1.357 ebenso fälschlich bei, alsihn Neuere den Verfasser des nicäischen Symbols genannt haben.
Hosius (Stanislaw), Cardinal, war am 5. Mai 1504 in Krakau geboren. Obgleichvon niedriger Herkunft, bahnte er sich doch, nachdem er auf der krakauer Akademie, dannin Padua und Bologna seine Ausbildung erhalten hatte, durch seine ausgezeichnete Per-sönlichkeit und seinen Eifer für den katholischen Glauben den Weg zu den höchsten kirchli-chen Würden. Nachdem er Domherr zu Krakau und Secretair des Königs Sigismund I.von Polen gewesen war, wurde er zum Bischofvon Culm und l 551,trotz des Widerspruchsvieler poln. Senatoren, zum Bischof von Ermeland ernannt. Er begann zuerst in Poleneine wirksame Reaction gegen die damals durch ganz Polen verbreitete Reformation. Aufder Synode zu Piotrkowo im I. 1551 übergab er seine berühmte und in fast alle europ.Sprachen übersetzte „Oantessio catbolicae tnlei cbristianu" (Krak. 1553). Vom Papstenach Rom berufen und darauf an Kaiser Ferdinand I. gesandt, betrieb er aufs eifrigste dieFortsetzung des Tridcntincr Concils, auf welchem er als einer der gelehrtesten Prälatenglänzte und die höchsten Interessen der Hierarchie vertrat. Bereits 1561 war er zum Car-dinal erhoben worden. Nach seiner Rückkehr in seine DiöceS suchte er unermüdlich, klugI und gewandt die Reformation, besonders in Westpreußen, zu unterdrücken, und stiftete
I >564, um von hier aus auf den Norden zu wirken, das erste Jesuitencvllegium in Polen zu
k draunsberg, das nachmals in ein akademisches Gymnasium verwandelt wurde. WichtigeDienste leistete er dem Könige Sigismund August von Polen in den Verhandlungen mitPreußen, und wurde darauf abermals nach Nom gesendet, wo er I57S starb. Seine Schrif-ten, meist polemischen Inhalts, erschienen als „Opera omnia" (2 Bde., Köln 1584, Fol.).
, Hospiman (Rud.), ein gelehrter Kirchenhistorikcr, geb. zu Fehraltdvrf im schweiz.
Canton Zürich am 7. Nov. >547, studirte in Zürich, Marburg und Heidelberg und wurde,nachdem er verschiedene Predigerstellen auf dem Lande bekleidet hatte, 1588Archidiakonusnm großen Münster und > 594 Prediger am Frauenmünster zu Zürich. In der letzten Zeitseines Lebens ganz geistesschwach, starb er daselbst am 11 . März 1626. Nächst seiner „Oon-coräia lliscorz", der Lconh. Hutter die „Ooncviüia concors" entgegenstellte, schrieb er na-mentlich die „Ristoria jesiiitica" (Zür- 1588), die von L. Lucius 1632 fortgesetzt wurde;»Oa origine et pro^ressu ritiium et ceremoniarum ecclezicwticarum etc." (Zür. 1593).