Horsa Horus 301
die Schwerhörigkeit nicht durch Verstopfung oder organische Fehler des Eehörgangs ent-standen, auch überhaupt noch etwas Empfänglichkeit für den Schall vorhanden ist. Übri-gens muß sich Zeder, der sich eines solchen Instruments bedient, erst an das seinige gcwötz-nen, da es bis jetzt noch nicht möglich gewesen ist, ein Hörrohr zu erfinden, welches die Tönemit solcher Bestimmtheit fortlcitete, wie das menschliche Ohr.
Horsa, s- Heng ist.
Horst nennt man in der Jägersprache das zwischen dieBaumäste gebaute, freistehendeNest der Raubvögel. — JnderLandwirthschaft versteht man unter Horst einen im Moor-lande liegenden erhabenen Platz, berauch in nassen Jahren trocken bleibt; ferner einenHügel von Sand und Erde, den das Wasser zusammengespült hat; endlich einen mitOber- und Unterholz besetzten Hain auf dem Felde.
Hortensia ist der Name eines bekannten, seit Anfang dieses Jahrh. aus den japan.oder chines. Gärten zuerst nach Europa gebrachten Zierstrauchs, der durch dankbares Wach-sen, Schönheit der Blume und ziemlich große Unempfindlichkeit gegen geringere Kältegradesich sehr zur Cultur empfiehlt und daher gegenwärtig überall angetroffen wird. Die Fort-pflanzung geschieht durch Stecklinge, die Überwinterung im Keller oder an geschützter» Or-ten durch gute Bedeckung. Die blaue Hortensia ist nur eine Spielart, die leicht in dieursprüngliche Nosenfarbe zurückgeht. Sie soll angeblich durch Begießung mit Alaunlö-sung, oder durch Zusatz von Eisenoxyd zur Erde leicht zu erlangen sein, wird indessen amsichersten dadurch hervorgebracht, daß man junge Pflanzen in eisenhaltige Moorerdc, diemit Schafmist und Sand gemengt sein muß, versetzt.
Hortenslus (Quintus), mit dem Beinamen Hortulus, ein berühmter röm.Ned-ner und Zeitgenosse des Cicero, besaß ein großes Vermögen, das er zum Theil auf äußernGlan; und Wohlleben verwendete. Er eröffnete bereits in seinem >9. Lebensjahre die red-nerische Laufbahn und wurde im I. 7» v. Chr., also sechs Jahre früher als Cicero, zumConsul ernannt. Die Partei des Clodius, die er gemeinschaftlich mit Cicero bekämpfte,»üshandelte ihn so arg, daß er darüber beinahe sein Leben verlor; die gewöhnliche Angabeaber, daß er für den Verres gegen Cicero (s.d.) feindlich aufgetreten sei, beruht auf einemMisverständnisse. Sein Tod, im I. -19 v. Chr., war eine Folge übermäßiger Anstrengungbeim Vortrag einer Rede. In seinen verloren gegangenen Reden, von denen wir noch 20dem Namen nach kennen, rühmen die Alten den Schmuck sowie die Feinheit und Schärfein der Auffassung und Eintheilung des Stoffes, jedoch ohne tieferes Eingehen in die Sacheselbst, und den überraschenden Effect, wobei ihn ein glückliches Organ der Stimme, guterAnstand und eine außerordentliche Gedächtnißkraft unterstützten. In seinen Gesten soller sehr affectirk gewesen sein, weshalb ihm der Beiname Dionysia, nach einer berühm-ten Tänzerin damaliger Zeit, gegeben wurde. Vgl. Luzac, „ve H. Hoiteusio vratore,eiciwoiüÄ iteimilo" (Leyd. 18l0). — Auch seine Tochter, Q. Hortensia, wird von denAlten als Beispiel weiblicher Beredtsamkeit gepriesen.
Horuö oder Arueris ist der Name eines ägypt. Gottes, welchen der Mythus zu-weilen als den Bruder, häufiger aber als den Sohn des Osiris und der Isis darstellt. AlsderTyphon (s. d.) den Osiris gctödtet hakte, suchte er auch den H. auf, den seine Mutterbei seiner Amme, der Buto, dem Symbol der Nacht und der Hüterin der dunklen Regionender Unterwelt, die von den Griechen mit der LatSna identificirt wurde, versteckt hatte, undtödtete ihn. Von seiner Mutter aber wurde H. wieder ins Leben gerufen und mit Unsterb-lichkeit beschenkt; zugleich lehrte sie ihn die Kunst zu weissagen und zu heilen. NachdemOsiris von den Schatten zurückgekehrt, lehrte er den H. die Kriegskunst, der nun den Ty-phvn in einer Schlacht besiegte und gefangen nahm. Als aber Isis dem letztcrn die Frei-heit wieder gab, wurde H. darüber so entrüstet, daß er das Diadem seiner Mutter zerriß.H. wird theils mit einem Sperberkopfe, theils als Säugling an der Brust der Isis, theils»üt der Sonnenscheibe auf dem Haupte, theils mit einem großen Phallus, weshalb ihn dieGriechen auch mit dem Priap identificiren, dargestellt; das Licht war eins seiner Attribute,und die Obelisken waren als Sinnbilder der Sonnenstrahlen ihm gewidmet. Hierausergibt sich, daß H. ursprünglich nichts anderes als der vergötterte Sperber war. Späterwurde bannt die astronomische Bedeutung als Repräsentant der Sonne im Sommersol-