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Horn (Franz Christoph) Horn (Joh. Gottlob)
cinischen Chirurgie" (2 Bde., Lvz. >804—6); „Beiträge zur medicinischrn Klinik, ge-sammelt auf meinen Reisen durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich" (2 Bde.,Braunschw. 1800, nmgearbeitct unter dem Titel „Anfangsgründe der mcdicinischcn Kli-nik", 2 Bde., Erf. >807—8). In Verbindung mit Nasse und Henke, später mit Nasseund Wagner gab er 1801—36 das „Archiv fürmedicinischc Erfahrung" heraus.
Horn (Franz Christoph), der Bruder des Vorigen, ein bekannter belletristischer Schrift-steller, geb. zu Braunschweig am3o.Juli I78>, besuchte das Käsige Catharincum und Caro-linum, studirte seit >799 in Jena die Rechte und dann in Leipzig Philosophie, Geschichteund Ästhetik, wobei er sich den damals Einfluß gewinnenden Ansichten der Schlegel'schenSchule anschloß. Durch zu anhaltende wissenschaftliche Beschäftigung legte er schon hierden Grund zu seiner nachmaligen Kränklichkeit. Er wurde >863 Lehrer am Gymnasiumzum Grauen Kloster in Berlin, folgte > 865 dem Rufe als Lehrer an das Lyceum zu Bre-men, sah sich aber einige Jahre darauf, da das Klima seiner Gesundheit nicht zusagte, gc-nöthigt, seiner Stelle zu entsagen, worauf er sich >809 wieder nach Berlin wendete, wo erfortan als Privatlehrer vielfach beschäftigt war, auch Vorträge über Shakspcare unddeutsche Literaturgeschichte hielt, und am >9. Juli >837 starb. Seine Romane „GuiS-cardo" (Lpz. l 801; neue Aufl„ > 817), in welchem er die inner» Kämpfe der neuern Dich-tersckule und ihre Conflicte mit der Außenwelt und der alten Schule des >8. Jahrh. dar-stcllte; „Die Dichter" (3 Bde., Berl. >801; neue Aufl., >817), die er selbst für sein be-stes Werk erklärte; „Kampfund Sieg" (Brem. 1811) und „Liebe und Ehe" (Berl. 1819),wieseine „Novellen" <2 Bde., Berl. >819—20), unter welchen der „Ewige Jude" diemeiste Theilnahme fand, gcriethen von selbst in Vergessenheit, als die Zeit, der blos litera-risch-ästhetischen Tendenzen überdrüßig, eine mehr praktische Richtung einzuschlagen be-gann. Mit noch größcrm Rechte sind seine lyrischen und epigrammatischen Dichtungenvergessen; dagegen ist man gegen seine literarhistorischen Arbeiten und kritischen Bestre-bungen, welche für ihre Periode durchaus nicht ohne Bedeutung und Einfluß waren, viel-fach undankbar und ungerecht gewesen. Er gehörte zu Denen, welche die kritischen Ansich-ten einer neuen Literaturrichtung populair machen halfen, und trug viel dazu bei, das Ur-theil über ältere und neuere Schriftsteller und ganze literarische Gruppen zu berichtigenund festzustellen. Namentlich hat er sich das Verdienst erworben/ über mehre Partien desvaterländischen Schriftwescns ein helleres Licht verbreitet zu haben, besonders seitdem ervorzugsweise die Geschichte der neuen deutschen Nationalliteratur zum Gegenstände seinerForschungen machte. Hierher gehören seine „Umrisse zur Geschichte und Kritik der schönenLiteratur Deutschlands von >790—1818" (Berl. 1819; 2. Aufl., I82l) und die „Ge-schichte und Kritik der Poesie und Beredtsamkeit der Deutschen von Luther s Zeit bis zurGegenwart" (4 Bde., Berl. 1822 — 29). Auch zur gerechter» Würdigung Shakspcare'strug er bei durch sein umfangreiches Werk „Shakspcare's Schauspiele" (5 Bde., Lpz. > 823— 31), welches die Frucht eines zwanzigjährigen Studiums des großen brit. Dichters ist;nur dürften demselben eine zu subjective und willkürliche Deutungssucht in der WeistTieck's und der romantischen Schule und eine zu große Breite und Geschwätzigkeit desRaisonnements zum Vorwurf zu machen sein. Diese tadelnswerthcn Eigenschaften, wie auchein gewisses frömmelndes Schönthun mit süßlichen und weichlichen Gefühlen, haften übri-gens an fast allen literarischen Arbeiten H.'s, obgleich es ihnen an beherzigcnswcrthen Be-merkungen und trefflichen Andeutungen nicht fehlt. Lobenswerth war auch H.'s liebevolleMilde, die er beobachtete, wenn er seine in den Grundsätzen strenge Kritik auf einzelne Er-scheinungen anwendete. G. Schwab und F. Förster besorgten eine Auswahl aus seinemNachlasse unter dem Titel „Psyche" (3 Bde., Lpz. >84>). Vgl. „Franz H., ein biogra-Phisches Denkmal" (Lpz. >839).
Horn (Joh. Gottlob), ein verdienter sächs. Historiograph, geb. 1680 zu Pulsnitz inder Oberlausitz, studirte in Leipzig und Wittenberg Theologie und war dann nacheinanderin mehren vornehmen Familien Hofmeister. In seinen Mußestunden beschäftigte er sich mitdem Quellenstudium der sächs. Geschichte, und seine gediegenen Leistungen in diesem Facheerwarben ihm die Anstellung als kursächs. Historiograph. Durch übermäßiges Studircn- im höchsten Grade der Hypochondrie verfallen, die 1734 in völlige Melancholie überging,