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befinden. Dies gilt jedoch nur dann, wenn unser Auge die vorhin angegebene Stellung hat.Denn sobald wir uns einigermaßen über die Oberfläche der Erde erheben, übersehen wirmehr als die Hälfte der Himmelskugel, und die scheinbare Grenzlinie zwischen Himmel undErde liegt nun unter demjenigen Kreise, in welchem eine die Erdkugel in unscrm Stand-punkte berührende Ebene das Himmelsgewölbe trifft. Man unterscheidet den scheinba-ren und den wahren Horizont. Der crsicre ist der oben erklärte; der wahre ist eineEbene, die wir uns parallel mit der Ebene des scheinbaren Horizonts durch den Mittelpunktder Erde gelegt denken. Beide Ebenen stehen voneinander um den Halbmesser der Erdeab; gegen die unermeßliche Entfernung der Fixsterne kommt aber dieser Abstand gar nichtin Betracht, und man betrachtet daher die Kreise, die durch den Durchschnitt beider vereintgedachten Ebenen mit dem Himmelsgewölbe entstehen, als völlig zusammenfallend. DerHorizontalpunkt aufdem Rande eines astronomischen Meßinstruments, insbesondere >eines Mauerkreises oder eines Meridiankreises, ist der dem himmlischen Horizonte entspre-chende oder mit dem Kreismittelpunkte in einer genauen Horizontallinie liegende Punkt derRandes. Er wird dadurch bestimmt, daß man einen Stern bei seiner Culmination in einerRächt unmittelbar, in einer darauf folgenden Nacht aber das Spiegelbild desselben Sterns,welches auf der Oberfläche einer in Ruhe befindlichen Flüssigkeit erscheint, mit dem Fern-rohr beobachtet und den auf dem Rande des Kreises zwischen dem Stern und seinem reflce-tirten Bilde enthaltenen, durch die Lagen des Fernrohrs bei beiden Beobachtungen abge-schnittenen Bogen halbirt. Die hierbei gebrauchte reflectirende Fläche einer Flüssigkrit,wozu man Quecksilber als die das Licht am besten reflectirende Flüssigkeit nimmt, heißt einkünstlicherHorizont. Außerdem können auch das Bleiloth und die Wasserwage zurBestimmung des Horizontalpunkts dienen.
Horizontal, wage- oder wasserrecht, heißt Das, was dem scheinbaren oder wahre»Horizont de? Orts, wo man sich befindet, parallel, also gegen die nach dem Zenith gerich-tete Vcrticallinie senkrecht ist. Zur Bestimmung einer horizontalen Ebene dient oft dieWasseroberfläche, weil das Wasser und alle flüssigen Körper im Zustande des Gleichge-wichts eine solche Lage annchmen, bei welcher ihre Oberfläche horizontal ist, wobei jedochvon der am Rande der Gefäße stattfindenden höher« oder kiefern Stellung abgesehen wer-den muß. Noch häufiger dient die Verticallinie zur Bestimmung der Horizontallinie, z.B.bei Blei -, Schrot - und SeHwagen. ,
Hörmaschine, s. Hörrohr.
' Hormayr (Jos., Freiherr von), bair. Wirklicher Geh. Rath und Ministrrresidculbei den Hansestädten, geb. zu Innsbruck am 29. Jan. >781, ist der Enkel Jos. von H.'s,eines als Gelehrter und Staatsmamr vielverdienten Mannes, geb. >7»5, gest. als Geh.Rath und tirolischer Kanzler zu Innsbruck I78l. Mit seltenen Talenten ausgerüstet,fühlte sich H. früh zum Studium der Geschichte hingezvgen; allein der Wille des Vatersbestimmte ihn, sich für das Justizfach auszubilden. Bereits in seinem 13. Jahre ließ er die„Geschichte der Herzoge von Meran" im Druck erscheinen. Nachdem H. > 794 —97 zuInnsbruck die Rechte studirt hatte, diente er >799 und >800 in der tiroler Landwehr undwurde, vbschon er der jüngste Hauptmann war, zum Major befördert. Im I. >891 kamer nach Wien, wo er im nächsten Jahre im Ministerium der auswärtigen Angelegenheitenangestcllt, >893 zum Wirklichen Hofsecretair ernannt und überdies noch mit der Directiondes Geheimen Staats-, Hof- und Hausarchivs beauftragt wurde. Im Dec. >895 beglei-tete er den Fürsten Liechtenstein auf den Friedcnscongreß zu Presburg. Als einer der un-versöhnlichsten Gegner Napolcon's und seines Systems unternahm er cs, in Tirol einenallgemeinen Aufstand vorzubereiten und wurde > 899 zur Armee von Jnneröstreich unterden Befehlen des Erzherzogs Johann, mit dem er schon bisher in der innigsten Verbindunggestanden hatte, gesendet, um den von ihm mit rastlosem Eifer vorbereiteten Aufstand inTirol, Vorarlberg und später im Salzburgischen zurAusführung zu bringen. H. hattedcn lPlan zur Befreiung Tirols, die an elf Punkten zugleich bewerkstelligt werden sollte, »nteiner so genauen Kenntniß der Local-und Personalverhältniffe entworfen, daß, ungeach-tet der Verzögerung bei Ausführung desselben, bis auf einen einzigen Punkt, die FestungKufstein, Alles glücklich von statten ging. Seine Proclamationen erregten die allgemeinste
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