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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
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293
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Höre» Horizont 293

bestimmter Zahl erscheinen sie zuerst bei Hesiod, der drei angibt, nämlich Eunomia, d. k.gesetzliche Ordnung, Dike, d. i. Gerechtigkeit, und Eire n c, d. i. Friede, und sie Töchterdes Zeus und der Themis nennt. Hier werden also die Göttinnen der Naturordnung undder Jahreszeiten zu Symbolen der Ordnung, Gerechtigkeit und des Friedens, indem dieIdee des Physisch Geschlichen auf das ethisch Gesetzliche übergctragen wurde. Hierauf tratwieder der ursprüngliche Begriff hervor; die Horen wurden die Vorsteherinnen der Jahres-zeiten sowol als der Tageszeiten, deren Wechsel und verschiedene Erzeugnisse sie herbei-führen, daher sic auch die Schöpferinnen alles Schönen sind und deshalb häufig in Gesell-schaft der Chariten oder Grazien (s. d.) austreten. In der Kunst halten die Horen meistihre physische Bedeutung fest, und es lassen sich auf Kunstwerken sowol drei als vier HorenNachweisen. Öfter kommt allein die Frühlings-Hora, H o ra vorzugsweise genannt, mitdem Schur; voll Blumen vor. Berühmt ist besonders Rafael's Darstellung der Horen.

Hören, s. Gehör und Sinne.

Horiah, eigentlich Niklas Urß, ein siebenbürg. Wlache, geb. zu Nagy Aranyos,im albinser Comitat, ein Mensch nicht ohne Anlagen und Bildung, aber von wilden Lei-denschaften, faßte unter Joseph >1. den Plan, sich zum König der Wachen aufzuschwingen.Zu diesem Zwecke bearbeitete er mit seinem Gefährten Kloska die rohen und schwer be-drückten Wachen zunächst im Geheim; dann ging er nach Wien und wußte vom Kaiserfür den Flecken Bran im zarandcr Comitat das Marktrecht auszuwirken. Mit Hülfe derdarüber ausgestellten Urkunde überredete er 178s die Wachen, die nicht lesen konnten, daßer bevollmächtigt sei, an einem bestimmten Tage alle Edelleute zu ermorden. Doch dieVerschwörung wurde entdeckt und zur Verhaftung der Anführer Befehl gegeben. Jetztglaubten die Verschworenen ihrer eigenen Sicherheit wegen nicht länger zögern zu dürfenund fingen an den Adel und die Geistlichkeit mit beispielloser Grausamkeit zu verfolgen.Mehre tausend Menschen verloren unter den größten Martern das Leben, und viele Rittersitzewurden zerstört, ehe mit Erfolg gegen das Unwesen eingeschritten werden konnte. H. nanntesich König von Dacicn, leistete mit seinen Anhängern während des Winters von l78s denhartnäckigsten Widerstand, und erst nach vieler Anstrengung konnte man im folgendenJahre seiner habhaft werden, worauf er hingerichtet wurde.

Hörigkeit ist ein milderer Ausdruck für Leibeigenschaft (s. d.) und bezeichnetden sich sehr mannickfaltig abstufcnden Zustand zwischen völliger Leibeigenschaft und voll-kommener Freiheit. Schon Tacitus erwähnt einer Art Hörigkeit, welche in Entrichtunggewisser Grundzinsen bestand. An einer unbefangenen und gründlichen historischen Dar-slellung, wie die mannichfaltigen Verhältnisse der Hörigkeit aus sehr verschiedenen Ursachenentstauben, wie sic auf verschiedenen Wegen sich ausbildeten und unter mancherlei Namendoch im Ganzen zu einem im Wesentliche» überall ähnlichen Endpunkte gekommen sind,fehlt cs noch; auch Kindlinger in seiner „Geschichte der deutschen Hörigkeit" (Berl. 18lS)M mir eine für einen Theil Westfalens paffende historische Hypothese. Die eigentlicheHörigkeit, d. h. die erbliche Verpflichtung zu gemeinen landwirtbsckaftlichen und häuslichenDiensten, und die Ministcrialität, d. h. die Verpflichtung zu Kriegs - und höher» Hofdien-sten, waren wol stets voneinander geschieden, doch mag ein Übergang von den geringer» zuden höher» Diensten häufiger siattgefunden habe», als man gegenwärtig zugeben will.

Horizont. Wenn wir uns auf einer ganz freien Ebene, wo weder Gebäude nochBerge u. s. w. die Aussicht beschränken, oder auf dem hohen Meere befinden, undjwar so, daß unser Auge nur wenig über der Oberfläche der Erde oder des Meereserhoben ist, so erscheint uns die Oberfläche der Erde, so weit wir sie übersehen können,als eine kreisrunde Ebene, welche von dem gleichsam darauf ruhenden Himmelsgewölbebegrenzt wird. Diese Ebene heißt die Horizontrlcbene oder die Ebene des Ho-rizonts, und der Kreis, wo sie das Himmelsgewölbe trifft oder in welchem Erde undHimmel zusammcnzustoßen scheine», heißt der Horizont, d. i. begrenzende Kreis; dochlagt man sehr häufig auch Horizont, wo man eigentlich die Horizontalebene meint. Offen-bar hat jeder Ort der Erde seinen besonder« Horizont. Der Horizont ist einer der größ-ten Kreise der Himmelskugel und theilt dieselbe in die sichtbare und unsichtbare Halb-kugel, da nur diejenige» Gegenstände des Himmels sichtbar sind, die sich über jener Eben?