292 Hordenschlag Horen
feiner Weltbildung geblieben. Er starb plötzlich am 27. Nov. im I. 8 v. Chr. und über,lebte nur kurze Zeit seinen Freund und Gönner Mäcenas, neben dessen Grabmal auf demEsquilin er bestattet wurde.
Außer den altern Erklärer», besonders dem Acron, Porphyrion und dem Scholiastc»des Cruquius, erwähnen wir von den überaus zahlreichen Bearbeitungen seincrWcrke nächstdem ältesten Drucke (Mail. >179) die von Lambin (2 Bde., Leyd. >561,1.; zuletzt ab-gedruckt Kobl. 1829), Bentley (Cambr. 17 11, 1.; zuletzt abgedruckt, 2 Bde., Lpz.l 82«),Cunningham (2Bde., Haag >721), Fea (2 Bde., Rom 1811; neu bearbeitet vonBothe,2Bde., Heidelb. 1821-27), Döring (2Bde., Lpz. >893 28), Orelli (2Bde., 2.Aust,
Zur. 18-13—1-1); unter den Schulausgaben die von Zahn (2.Aust.,Lpz. 1827), Zell(2Bde.,Stuttg. 1828), Meineke (Berl.1831) undDillenburger (Bonn >811). Besondersbearbeitet wurden die „Satiren" von Heindorf (Bresl. 1815; vielfach verb. Aust., vonWü-stemann, Lpz. 1813) und Kirchner (Bd. >, Strals. >829,1.); die „Briefe" von Schmid(2 Bde., Halberst. >828—39), von Obbarius und Schmid (Heft l—5, Lpz. >837 fg.)und Düntzer (2 Bde., Braunschw. 1813); die „Oden" von Jani (2 Bde., Lpz. >778—82; 2.Aust., 1899), Mitscherlich (2 Bde., Lpz. 1.899), Panderbourg (3Bde.,Par. 18,2fg.) und Peerlkamp fHarlem >831). UnterdendeutschenUbertragungennennenwirdievonI. H. Boß (2 Bde., Hcidelb. >819; 2. Aufl., 1829), Scheller (Braunschw. 1828; 2.Aust., 1839), Günther (Lpz. > 839), und die Sammlung der gereimten Übersetzungen undNachbildungen von Rosenheyn (2 Bde., Königsb- > 898); von den „Satiren" die meister-hafte Übersetzung von Wieland (2 Bde., Lpz. >789; 1. Aufl., 1819); von den „Briefen"die von Demselben (2Bde., Dess. >782; zuletzt Lpz. 1837), vonGünther<Lp;.I821)undPassow (Lpz. >833); von den „Oden" außer der früher» bekannten von Ramler die vonvon der Decken (2 Bde., Braunschw. > 838). Vgl. Teuffel, „Charakteristik des H." (Hz.1812), Dessen „H., eine literarhistorische Übersicht" (Lüb. >813) und Weber,„H-, altMensch und Dichter" (Jena >81 i).
Hordenschltlg oder Pferch nennt man diejenige Düngungsmethode, bei derditWeideschafe während der Nacht in einem mit H orden, d. i. tragbaren, aus Latten gefer-tigten Umzäunungen, umgebenen Raume cingeschlossen werden, um durch die flüssige»und festen Excremenke den Bode» zu düngen. Die Bortheile des Hordenschlags besiehe»darin, daß die Kosten der Bereitung und Ausfuhr des Düngers erspart werden, daß keinUnkrautgesämc in den Boden kommt, daß man die Auswürfc der Thiere, welche beii»Nachhausetrciben aus dem Wege verloren gehen, erhält, daß Streumaterial erspart wirdund daß lockerer Boden an Zusammenhang gewinnt; die Nachtheile aber darin, desdie Schafe dabei oft erkranken, daß die Wolle verschlechtert wird, daß der Pferch auf trocke-nen, huuiusarmen Bodenarten leicht nachtheilig wirkt und im Allgemeinen Lagergekreiteerzeugt, weshalb auch das Pferchen besser für Kohl - und Handelsgewächse in Anwendungkommt. Der Pferch wirkt zwar schnell, aber weniger andauernd als der Stallmist, limseine Verflüchtigung zu vermeiden, muß er schnell, aber nur seicht untergepflügt werden.Auch kann man sowol unbestelltes als schon mit Getreide bestelltes Ackerland behordeu.
Horeb, eine der Spitzen des auf der Landzunge zwiswen den Meerbusen von Suezund Akaba am Nordende des Rothen Meeres sich erhebenden Tor Sina oder Sinaigebir-ges, von dem der eigentliche Sinai (s. d.) ebenfalls eine Spitze ist. Wie dieser ist der)),durch die alttcstamentlichen Erinnerungen merkwürdig, die sich an ihn knüpfen ; so wirdunter Andern, der Fels auf ihm gezeigt, aus dem auf Moses' Schlag Wasser sprang. DieHöhe des H. wird sehr abweichend von 9129—8929 par. F. angegeben. Nach dcm Hnannte auch eine Partei der Hussiten den Berg irische» Ledc; und Lipnicre in B°l?mcu,auf dem sie ihren Sammelplatz halten, Horeb und sich selbst Horebiten.
Horen erscheinen bei Homer, der jedoch weder ihre Zahl noch ihre Altern angibk, alsdie Pförtnerinnen des Himmels, dessen Wolkenrhor sie offnen und schließen, und dann alSDienerinnen der Götter, namentlich der Aphrodite. Mir diesen homerischen stehen in Ver-bindung jene zwei in Athen seit alten Zeile» verehrten Horen, Thallo, d.i. die Blühende,der Frühling, und Karpo, d.i. die Fruchrgeberin, der Herbst. Bei Homer nämlich iü derBegriff der Jahreszeiten ebenfalls mit den Pförtnerinnen des Himmels verbunden, d«
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