-.b -
- ^
'-.1
284
Hönigern
Honneurs
abhängige Indien vor. Die Ausführung seines Plans, durch Herat nach Kabul zu gehmund Kaschmir und Pendschab zu besuchen, hinderte der Ausbruch des Kriegs zwischen Ruß-land und Persien. Er kehrte nun überKirmanschah nach Bagdad zurück, ging nach Baffouhinab, fuhr zur See nach Maskat und schiffte sich von dort nach Bender ein. Den Uferndes Indus folgend, gelangte er nun nach Hyderabad, Multan und Lahors, wo er sehr balddie Gunst des Fürsten, des berühmten RundschitSingh, sich erwarb, der ihn zu seinem Leib-arzt machte. Die Sehnsucht nach dem Vaterlande bestimmte ihn indeß, ungeachtet seinersehr vortheilhaften Lage, um seinen Abschied zu bitten, den er auch endlich, wiewol nichtohne Mühe, erhielt. Hierauf besuchte er zuvörderst Afghanistan, wo er zu Kabul freundlichausgenommen wurde und vielfache Untersuchungen anstellte. Über Banjam und Balkhreiste er sodann nach Bokhara, durchzog die Steppen von Kizilkum und der Kirgisen, undgelangte nach Orenburg. Nach kurzem Aufenthalte in Petersburg ging er nach Paris, weer 1835 aus den Händen des General Allard die demselben anvertrauten Papiere undSammlungen in Empfang nahm, und dann nach London, um dort seine Sammlungenzu verkaufen. — Auch sein Bruder unternahm eine Reise nach Indien und durchwan-derte >844 Lahore.
Hönigern, ein schles. Dorf in der Nähe von Namslau, wurde in neuester Zeit des-halb in weitern Kreisen genannt, weil es sich dem Kampfe der Altlutheraner gegen diepreuß. Agende und Union anschloß. Als sich nämlich diese Partei nach Scheibel's (s.d.)Entlassung im I. 1831 schroffer ausbildete, hielt auch die große Parochie H. mit ihremPfarrer Kellner, einem Schwager Scheibel's, an dem altlutherischen Tauf- und Abend-mahlritual hartnäckig fest und störte dadurch die Parochialverhältnisse benachbarter Lite,aus denen Gleichgesinnte nach H. kamen, um das Abendmahl zu genießen und ihre Kindertaufen zu lassen. Die Behörden der unirten Kirche, welche im Z. 1834 einschritten, erkannteKellner so wenig als Vorgesetzte an, daß er nicht der Commission, die ihn suspcndirte, son-dern 40 Deputirten seiner Parochie die Kirchenbücher, die Siegel und Schlüssel der Kirckübergab. Gleichzeitig wurde von der Gemeinde die gewaltsame Eröffnung der Kirchthüugehindert und dem ernannten Pfarrvicar Bauch der Gehorsam verweigert. Auch nachdemvon mehr als einer Seite gütliche Belehrung versucht und Kellner, um seine Rückkehr nachH. zu verhindern, in Breslau gefänglich eingezogen worden war, dauerte die Aufregung indem Grade fort, daß endlich im Dec. 1834 eine königliche Commission mit dem Auftrag!erschien, den Pfarrvicar nötigenfalls unter Beihülfe eines Militaircommandos von 5"»M. einzuführen. Da nun die Gemeinde wiederholten Vorstellungen kein Gehör lieh, son-dern die Zugänge zu der Kirchthüre dicht besetzt hielt, so wurde sie am 24. Dec. von demMilitair auseinandergetrieben, die Kirche geöffnet und Tags darauf der Pastor Baucheingeführt. Die Einwohner lernten allmälig einsehen, daß der Gottesdienst nach der neuenAgende kein unchristlicher sei, und erhielten mit Ausnahme der Anstifter des Ausstandesdie vom König erbetene Verzeihung.
Honigthau nennt man die wasserhelle, kleberige, gelbliche, süßschmeckende, unange-nehm riechende Substanz auf den Blättern gewisser Gesträuche und Bäume, die man sonstfür einen Thau aus den Wolken hielt. Der Honigthau entsteht bei schneller Veränderungder Lufttemperatur, wenn nach heftiger Wärme plötzlich kalte Luft oder ein Sonnenregeneintreten, das Verfliegen der Ausdünstungen gehindert wird, und diese als verdichtete Safteliegen bleiben und lockt eine große Menge Blattläuse (s. d.) herbei, die man sonst fälsch-lich als die Ursache desselben ansah.
Honneurs nennt man vorzugsweise die Ehrenbezeigungen, welche das Militair allenVorgesetzten zu erweisen schuldig ist, um damit das so höchst wichtige Princip der Subor-dination zu bethätigen. Die Honneurs sind verschieden nach dem Grade des Vorgesetzten,und nach dem Verhältnis in welchem sich der Untergebene in solchem Augenblick befindet.Das Abnehmen der Kopfbedeckung wird gegenwärtig fast überall durch bloßes Anlegen derHand an dieselbe erseht. Steht der Soldat auf Posten, so saßt er das Gewehr an, prasen-tirt dasselbe oder nimmt es beim Fuß, je nach dem Grade Dessen, vor welchem die Honneursgemacht werden, und nach dem Stande der Person, vor dessen Hause die Schildwacht steht.Ebenso ist das Herausrufen der Wache oder das bloße Präsentiren der Schildwache von
de>
UN!
emi
auc