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Honig Honigberger 283
genannt; bei Macicjowice fiel er in die Hände der Feinde. Nach erfolgter Freigebung ginger 1798 nach Deutschland, wo er sich mit Philosophie, Mathematik und Physik be-schäftigte, und >810 nach Paris, wo er für seine Forschungen mehr Anerkennung und Lohnzu finden hoffte. Mehre mathematische Abhandlungen, die er dem Institut überreichte, fan-den großen Beifall und erwarben ihm nächst seiner „Introduction s 1a ;,I>iI»8o;ibie Oe»matliematlgues" und der „Resolution Aener-de Oes eguatioos" (Par. >811) einenNamen. Die Gunst des Instituts verscherzte er dadurch, daß er in seiner „Refutation doI-> tlieorie des fonctions uiud^tigues «1e Ragrange" (Par. 1812) die Mitglieder des Insti-tuts Lagrange und Legendre angriff. Dagegen erwarb er sich das Vertrauen eines reichenKaufmanns, Arson, der vollkommene Gütergemeinschaft mitihm einging. Vergebens suchteihn der Fürst Czartoryiski durch große Versprechungen nach Polen zu locken; H. blieb in Pa-ris. Er ließ hier seine „?biIo8opIüe dein tscbliie" (2Bde., Par. 1815—16) unddie „?b>-losopitie de I'inüni" (Par. 1817), mit denen er es auf eine Reform der ganzen Mathema-tik und deren Vereinigung mit der Philosophie abgesehen hatte, erscheinen. Großes Aufsehenerregte sodann ein Proceß gegen Arson, von dem er für Mittheilung seiner wissenschaftlichenEntdeckungen ungeheure Summen verlangte, wobei die ihm oft schuldgegebene Charlatane-rie deutlich hervortrat. Die mystischen Speculationen, die er in dem Werke „lutrod,letion ausplnnx" (Par. >818) mitgetheilt hat, und das neue religiös-philosophisch-politische Sy-stem, das er in seinem „Zbessisnism" (2 Bde., Par. >831—40) aufstellt und durch welcheser, indem er besonders Frankreichs Gesittung scharf tadelt, den ganzen socialen und politi-schen Zustand von Europa umgestalten möchte, haben wenig Beifall gefunden. In neuesterZeit hat er sich unter den Gegnern der festen Eisenbahnen bemerklich gemacht.
Honig nennt man vorzugsweise die süße Substanz, welche die Bienen aus den Blu-men und reifen Früchten sammeln, in ihrem Magen verarbeiten und in ihren Zellen auf-bewahren. Die Güte des Honigs ist verschieden nach den Kräutern und Blumen, von denener gesammelt ist. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Arten, den Krauthonig, dervon allerhand Blumen und Bäumen, und den Heidehonig, der von dem immerblühen-den Heidestrauch gewonnen wird. Der Krauthonig ist im Geschmack besser als der Heide-honig; auch ist das Wachs von ersterm seiner und durchsichtiger als von letzterm. Die besteSorte desKrauthonigs ist der weiße oder Jungfernhonig. Guter Honig muß dick, aber klarund rein sein; sehrhäufig wird er verfälscht,namentlich mitMehl. Jn hohem Nufestanden imAlterthume des Wohlgeschmacks wegen der Honig vom Berge Hybla in Sicilien und dervom Berge Hymettus in Attika. Obschon fast überall Honig gewonnen wird, so ist er dochmir in Rußland, Polen, auf Malta, in Spanien und Frankreich ein bedeutender Handels-artikel. Aus dem Honig kann man einen sehr guten Wein, Essig und Syrup bereiten;auch dient er zur Speise und zum Einmachen verschiedener Speisen. In der Pharmaciefindet der durch Kochen mit Wasser oder auch mittels des Einweichens gereinigteHo-nig (illei de8pumstum) häufige Anwendung, durch dessen Verbindung mit andern Arz-neistoffen verschiedene Honigpräparate entstehen; so der Sauerhonig (oximel sim^lex),eine Verbindung von Honig und Essig, das oximel colclücum oder ocillitieum, eine Ver-bindung von Honig mit Zeitlosen- oder Meerzwiebelessig; auch verbindet man mit demHonig ein Decoct von Süßholz (mel Ii<j„iritii,e), den Aufguß von Rosenblättern (mel ro-entiim), Veilchen, Rosmarin u. s. w., oder verdünnt ihn bloß mit Wasser (ll^dromel).
Honigberger (Mart.), ein bekannter Reisender, geb. 1795 zu Kronstadt in Sieben-bürgen, widmete sich dem Studium der Arzneiwissenschaft hauptsächlich darum, weil er soonr ersten seinen Plan, eine Reise in den Orient zu machen, in Ausführung bringen zukönnen hoffte. Im I. 1815 ging er nach Konstantinopel, durchreiste dann die Levante, Sy-rien und Ägypten, wo er in der Hofapotheke Mohammed Ali's in Kairo eine Anstellungfand. Nachdem er sich eine gründliche Kenntniß der arab. Sprache erworben, verließ er beimKusbruch der Pestepidemie im I. 1817 Ägypten, durchreiste nach allen Richtungen achtÄhre lang Syrien, und fand als Hakim (Ärzt) überall freundliche Aufnahme und reich-liche Mittel zur Förderung seiner wissenschaftlichen Zwecke. Im I. 1825 ging er von Da-maskus mit einer kleinen Karavane ab, durchzog die Wüste, besuchte Bagdad, Bassora,vchiras und Jspahan, und drang nun in das bisher noch nicht durchforschte westliche un-