Druckschrift 
7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
Seite
281
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Homousta Hompesch 28 l.

kämpfen und dann die noch übrigbleibenden ebenso mit einer andern Arznei zu heben su-chen. Überhaupt ist es nöthig, bei jeder Gelegenheit sich durch ein umfassendes Examen eingenaues Bild von dem gegenwärtigen Standpunkte der vorliegenden Krankheit zu ver-schaffen, um nach dem Befund entweder die schon angewendete Arznei zu wiederholen odereine andere zu geben. Die Arzneien selbst verlieren durch Verdünnung nicht an Kraft, viel-mehr wird diese bei vielen noch dadurch gesteigert. Hahnemann's Pathologie ist von derder altern Schule dadurch sehr abweichend, daß er alle chronischen Krankheiten durch dreiUrformen sich bilden läßt, welche sich trotz unendlich vielen Modificationen erkennen lassen.

Das homöopathische Heilsystem fand bald eine im Verhältniß zu seiner Neuheit nichtunbedeutende Anzahl Anhänger, die vielleicht noch bedeutender gewesen sein würde, wenndas Verbot des Selbstdispensirens in den meisten Staaten nicht die Anwendung der ho-möopathischen Arzneien unmöglich gemacht hätte, während die Apotheker, Äderen Interessedabei ins Spiel kam, diese nicht bereiten wollten. In der neuern Zeit ist dieses Hindernißdurch Einrichtung homöopathischer Apotheken gehoben und in allen civilisirten Staatengibt es Ärzte, welche nach diesem Systeme ihren Beruf ausüben. Auch sind homöopathischeHeilanstalten errichtet worden, und die Stiftung von Lehrstühlen für homöopathische Me-dicin auf einigen Universitäten sieht wenigstens in Aussicht. Der Streit über den Werthdes Systems dauert noch fort, scheint jedoch nach und nach eine würdigere Haltung gewin-nen zu wollen, als er früher durch Hahnemann's und seiner Gegner gereizte Stimmungund persönliche Feindschaft angenommen hatte. Haben sich aufder einen Seite nicht wenigeHomöopathen wieder in manchen Punkten von Hahnemann's ursprünglichen Lehren ent-fernt, so hat auch die ältere Schule von der andern Seite manchen Wink aus Hahnemann'sLehre aufgefaßt und zu ihrem Nutzen angewendet, wodurch beide Theile geneigter gemachtwurden, sich gegenseitig mehr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, als früher. Als Organefür die Fortbildung der Homöopathie führen wir an Stapf's „Archiv für die homöopathischeHeilkunst" (Bd. 1 —21, Lpz. 1828—44) und „Hygea, Zeitschrift für Heilkunst" (Bd.l —Ist, Karlsr. und Heidelb. 1834—44), erst von Mehren, dann von Griesselich heraus-gegeben. Von den gegen die Homöopathie gerichteten Schriften sind hauptsächlich zu er-wähnen Heinroth, „Antiorganon"(Lpz. > 823); Jörg, „Hahnemann'sHomöopathie"(Lpz.« 822) und Kopp, „Erfahrungen und Bemerkungen bei einer prüfenden Anwendung derHomöopathie am Krankenbette" (Franks. 1832).

Homousia und Homöusianer, s. Arianer.

Hompesch (Ferd., Freiherr von), der letzte Großmeister des Johanniterordens undder erste Deutsche, der diese Würde bekleidete, gehörte zu dem altadeligen, jetzt gräflichenTeschlechte H. im Herzogthum Jülich, in welchem dasselbe die Erboberjägermeisterwürdebekleidet. Geboren am 9. Nov. 17 44 zu Düsseldorf, der Sohn des kurpfälz. Geh. Naths,Ioh. Wilh. vonH., kam er in seinem zwölften Jahre nach Malta, wo er vom Pagen desEroßmeisters nach und nach zum Großkreuz aufstieg, lange Zeit die Gesandtenstelle.deswiener Hofs bei seinem Orden bekleidete und 1797 durch den überwiegenden Einfluß Öst-reichs zum Großmeister gewählt wurde. Als Bonaparte am 10. Juni 1798 vor Maltaerschien, verweigerte H. die Einfahrt in den Hafen und ließ seine Truppen unter die Was-, fen treten. Zu seiner Verfügung standen 400 Reiter, ein Regiment Infanterie von 500s M. und die aus einer Bevölkerung von 10900 Seelen ausgehobenen Milizen, die jedochkeine große Anhänglichkeit an die bisherige Negierung bewiesen. Durch einige ans Land! gesetzte Abtheilungen waren die Truppen des Ordens sehr bald über den Haufen geworfen.Doch die Hauptstadt und Festung Lavalette hätte sich längere Zeit gegen die franz, Trup-pen zu behaupten vermocht, wenn nicht zwischen Bonaparte und einigen Mitteln eine ver-rätherische Capitulation zu Stande gekommen wäre, welche gegen die Übergabe der Fe-stung dem Orden sein Eigenthum, seine Religion und seine Privilegien garantirte. Dochkaum waren die Franzosen im Besitz der ganzen Insel, als sie, uneingedenk der Capitula-tion, Len Großmeister mit der rücksichtslosesten Strenge zu behandeln anfingen, selbst inseinem Palaste die Wappen des Ordens vertilgten und wenige Tage nachher ihn, unterdem Versprechen einer jährlichen Pension von 200000 Livres, zwangen, mit den Ritterndu Insel zu verlassen. H. schiffte sich nach Triest ein, wo er feierlich gegen die Capitulation