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7 (1846) Heim bis Juwelen
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oder antipathische Methode); die Erfahrung aber zeigt, daß durch diese Heilmethode dirKrankheitssymptome nur auf gewisse Zeit unterdrückt werden, dann aber wieder erscheinen.Der Arzt kann aber auch Mittel anwenden, welche nicht entgegengesetzte, sondern nur vonden vorhandenen verschiedene Symptome erzeugen (allopathische Methode); hieraus entstehtzwar eine andere wesentlich verschiedene Krankheit, aber keine Gesundheit. Endlich könnenzur Bekämpfung der vorhandenen Krankheit Mittel gewählt werden, welche im gesundenMenschen Symptome Hervorrufen, die den im vorliegenden Falle vom Arzte erkannten ähn-lich sind (homöopathische Methode) und dieser Weg ist der vorzüglichste, weil, da zwei ähn-liche Krankheiten im Körper zugleich nicht existiren können, die schwächere von der stärker»ausgelöscht, in das Strombett der stärker» übergeführt werden muß. Die Wirkungen derArzneien sind aber stärker als die der äußern Einflüsse, welche Krankheiten erregen, des-halb wird in den meisten Fällen die Arzneikrankheit stärker sein, die vorhandene Krankheittilgen und dann, wenn die Arznei aufhört zu wirken, die Gesundheit zurückkehren. Es istsonach Aufgabe der Heilkunde, Mittel zu finden, deren Wirkung auf den gesunden Körperder der krankmachenden Einflüsse ähnlich sei. Dies wird dadurch erreicht, daß gesundeMenschen Substanzen genießen, in denen wir Heilkräfte vermuthen, ohne daß wir wissen,worin eigentlich diese bestehen und wie sie diese geltend machen, und auf deren Wirkungen,die sich durch Befindensveränderungen offenbaren, die gehörige Aufmerksamkeit wenden.Die Versuche mit diesen Substanzen, die man gewöhnlich Arzneien nennt, müssen nokh-wendig an gesunden Menschen angestellt werden, weil nur in diesen sich ihre Wirkung nachfesten Gesetzen übereinstimmend und nur wenig durch die Individualität der Versuchsper-sonen modificirt Herausstellen kann. Beim kranken Menschen nämlich, dessen Organismusdurch die Krankheit eine von dem gesunden Organismus abweichende, aber, da kein Krank-heitsfall dem andern vollkommen gleicht, unendlich mannichfaltige Beschaffenheit annimmt,ist das Resultat solcher Versuche höchst unsicher und trügerisch. Dieselben Symptome aber,welche die größere Gabe einer Arznei im gesunden Organismus hervorruft, wird eine geringere, ja eine ungleich kleinere Gabe dieser Arznei dann im kranken Organismus zu erzeugen im Stande sein, wenn die Krankheit schon ähnliche Symptome darbictet, also dieTheile, in denen diese Arznei ihre Wirkungen hauptsächlich entfaltet, schon von der Krankheit in ähnlicher Weise afficirt sind. Deshalb muß eine nach Befinden bedeutendere odc>unbedeutendere Verdünnung der Arznei und diese einfach ohne einen andern beigemisäucrArmeistoff gegeben werden, wobei jedoch jedesmal auch die äußern krankmachcnden Einflüffe hinweggeräumt und alle neue möglicherweise schadeustiftenden, die Arzneiwirkunehemmenden oder geradezu vernichtenden Momente durch eine sorgfältig zu beobachtendefür jeden Fall vorzuschreibendcDiät vermieden werden müssen. Aus diesen vorausgeschick-ten pathologischen und therapeutischen Sätzen folgt nun als Resultat der Schlußsatz deshomöopathischen Systems: Wähle, um schnell, sicherund dauernd zu heilen, ein Animmittel, welches bei Gesunden Erscheinungen im Organismus hervorruft, die mit denen,welche der vorliegende Krankheitsfall darbietet, die größte Ähnlichkeit haben, oder kurz mitdem gewöhnlichen Symbol ausgedrückt „8imilia similib»-; curantiir".

Zur Vervollständigung sind aber etwa noch folgende von Hahnemann aufgestellte Sätzeanzuführen. Die Wirkung der Arzneien im Körper ist eine doppelte, die Erst- und dieNachwirkung. Jene besteht darin, daß die genommene Arznei die Lebenskraft umstimnitund auf längere oder kürzere Zeit eine Befindensveränderung hervorbringt, welche als cmProduct der Thätigkeit der Arznei- und der Lebenskraft und folglich der einwirkenden Po-tenz anzusehen ist. Letztere ist die ferner erfolgende Veränderung, welche von der automa-tischen Bestrebung der Lebenserhaltungskraft im Körper hervorgebracht wird, die daraufausgeht, den fremdartigen der Natur aufgedrungenen Reiz, die Arznei, sobald als möglichzu entfernen, worauf der regelmäßige Zustand zurückkehrt und also Heilung von der Arz-neikrankheit und, da diese der ursprünglichen Krankheit sich bemächtigt hatte, Herstellungder Gesundheit erfolgt. Die Erstwirkung gehört dem Arzte, die Nachwirkung der Naturan. Da es ferner sehr häufig nicht gelingt, eine Arznei zu finden, welche alle Symptome,die eine Krankheit liefert, in ähnlicher Weise hervorzubringen im Stande wäre, so muß dieArzt zuerst die Hauptsymptome ausfindig zu machen wissen, diese auf die geeignete Art be-