Homocentrisch Homöopathie 279
und seine mannichfaltigen akademischen Schriften zeugen, die sich zum Theil m de» vonRössig besorgten Ausgabe von H.'s „Opuscul» juris uuivcrsi et implimis e!e^:>,>!!<>!!>selecta" (Bd. I, Bair. 1785) gesammelt finden. Seine vorzüglichsten Arbeiten aber sindsein „Deutscher Flavius oder vollständige Anleitung, sowol bei Civil- als Criminalfällcnllrthel abzufassen" (2 Bde.; 4. verm. und Verb. Ausg. von Klein, Bair. >8« 1>) und„Rbapsnili» guaestionum in toro guotillie obvenientium etc.", ursprünglich eine Reiheakademischer Programme, gesammelt von Nössig (4. Ausl., 7 Bde., Bair. 1783—87, -1.),worin er eine Menge schwieriger Rechtsfragen bestimmt und frei von aller Pedanterei inder Form entschied; auch gedenken wir noch seiner Schrift „Über Belohnung und Strafe,nach türk. Gesetzen" (Bair. 1772), die er unter dem Namen Alex, von Joch herausgab;der Übersetzung von Beccaria's Schrift „Von Verbrechen und Strafen" (2 Bde., Brcsl.1788); seiner „Oblsctomentajuris leuckolis" (Lpz. 1755, 4.) und der anonym herausge-gebenen „Einfälle und Begebenheiten" (Lpz. 1760), die er später umarbeitete und eben-falls anonym unter dem Titel „Kleine Plappereien" (Lpz. > 773) erscheinen ließ.
Homocentrisch oder concentrisch nennt man Das, was denselben Mittelpunkthat. Zwei Kreise z. B. sind homocentrisch, wenn sie aus einerlei Mittelpunkt gezogen sind.
Homögen, s. Heterogen.
Homoiotöleuton (griech.), d.i. von gleichen Endsylben, heißt eine rhetorische Figur,die in dem gleichen Ausgang zweier oder mehrer Verse oder Sätze besteht, entsprechend demdeutschen Reime, indem dasselbe Wort oder verschiedene Wörter gleicher Gattung amSchlüsse nachdrücklich wiederholt werden. DaS Homoioteleuton gehört zu den zahlreichenNedefiguren der Wiederholung, steht der Epiphora (s. d.) am nächsten und darf nur mitVorsicht angewendet werden.
Homoiusia und Homoiufiasten, s. Arianer.
Homologumöna, s. Antilegomena und Kanon.
Homonymen, s. Synonymen.
Homöopathie ist der Name des von Hahnemann (s.d.) aufgestellten Heilsystems.Der erste Gedanke zu diesem Systeme wurde in dessen Begründer dadurch angeregt, daß er,unbefriedigt von Cullen's (s.d.) Erklärung der fiebervertreibenden Kraft der Chinarinde,selbst eine Gabe dieses Arzneimittels bei vollkommenem Wohlbefinden nahm und davoneine Wirkung spürte, die der Krankheit, gegen welche es angewendet wird, sehr ähnlich war.Durch diesen Erfolg überrascht, stellte er weitere Versuche mit andern Mitteln sowol ansich selbst als an andern gesunden Personen an und gelangte theils zu ähnlichen, theils zuganz neuen Resultaten. Diese dienten ihm als Grundlage eines neuen Heilsystems, dessenHauptumrisse er schon 17V6 in Hufcland's „Journal der praktischen Heilkunde" indemAufsatze „Versuch über ein neues Princip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisub-stanzen nebst einigen Blicken auf die bisherigen" angab und das er später in den ,,kr»8-
menta cls viribus mcciicamentorum positivis sive in 8»no corpore biilNiiNtt observitli,'"
dem „Organon der Heilkunde", der „Reinen Arzneimittellehre" und den „ChronistenKrankheiten" weiter ausführte. Der Grund einer jeden Krankheit ist zufolge dieses seinesSystems eine regelwidrige Veränderung im Innern des Organismus. Dieser Grund, dienächste Ursache der Krankheit (s.d.) ist jedoch, da das Leben nicht rein physikalischen Ge-setzen unterliegt, durchaus nicht erkennbar, und der Arzt wird sich daher vergeblich bemühen,diese Ursache zu bekämpfen, da er sie nicht kennt, und höchstens vielleicht zufällig das rechteMittel fittden, sie zu entfernen. Viel sicherer geht er zu Werke, wenn er aller unnützen For-schung nach Dingen, die zu erkennen er nicht im Stande ist, und aller Hypothesen, die sichüber diese Dinge aufstellen lassen, sich enthält und Das genau auffaßt, was ihm die Krank-heit als einzig erkennbar liefert, die Krankheitszeichen oder die Symptome. Die Eesammt-lseit aller Symptome repräsentirt die Krankheit in ihrem ganzen Umfange; nimmt man dieSymptome weg, so hört die Krankheit auf, weil die Symptome nicht ohne Aufhören ihrerUrsache verschwinden können, und es tritt Gesundheit ein. Die Hebung der Symptome istes also, wgs der Arzt erstreben muß, und zu diesem Zwecke stehen ihm drei Wege offen. Erkann zur Bekämpfung des von ihm beobachteten Übels solche Mittel geben, welche den vor-handenen entgegengesetzte Symptome erfahrungsmäßig Hervorbringen (enantiopathische