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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
Seite
273
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Holzwurm Homburg vor der Höhe 273

völlige Gleichheit in der Textur des Holzes erzwungen werden kann. Die Klippe aber, anwelcher auch geschickte Künstler nicht immer vorbeisteuern mögen, ist die Nachäffung desKupferstichs, welchen die Holzschneidekunst in Dem, was ihm eigen ist, doch nie erreichenkann, während ihre Aufgabe, in Gemäßheit mit ihrer kräftigen Simplicität, ihrer breitenund tiefen Schatten und ihrer derben Contraste, immer die bleiben wird, jeden Gegenstandauf die faßlichste, in die Äugen fallendste Weise zu veranschaulichen. Mit der Geschichteder Holzschneidekunst haben sich hauptsächlich Brulliot, Laborde, Heller, Rumohr, Sotz-mann, Rud. Weigel und Aoung beschäftigt.

Holzwurm, s. Borkenkäfer.

Homann (Joh. Bapt.), der Begründer des nach seinem Namen benannten Land-kartenverlags zu Nürnberg, war zu Kamlach, im jetzigen bair. Kreise Schwaben, am 26.März >663 geboren und besuchte, von seinen Altern für das Kloster bestimmt, die Jesui-tenschule zu Mindelheim. Dem Kloster zu entgehen, entwich er heimlich nach Nürnberg,wo er zur protestantischen Kirche übertrat und 1687 Notar wurde. Theils um sich einenbessern Verdienst zu schaffen, theils aus Neigung, fing er an sich auf das Kupfer - undLandkartenstechen zu legen. Sein Eifer für diese Ärbeiten, die damals einem allgemeinenBedürfnisse abhalfen, stieg mit dem Beifall, der ihnen zu Theil wurde. Im Z. 1762 be-gründete er endlich einen förmlichen Landkartenhandel, der sehr bald eine große Ausbrei-tung gewann. Er lieferte nach und nach gegen 266 Karten, die sich im Allgemeinen durchBrauchbarkeit, besonders aber durch Wohlfeilheit auszeichneten, darunter den großen At-las über die ganze Welt in 126 Blättern (>7I6) und den metboklicus" in 18

Blättern (>7 >8). Auch fertigte er kleine Globen, Armillarsphären und andere mechani-sche Kunstwerke. Die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften zu Berlin erwählte ihn1 > >3 zu ihrem Mitglied«, der Kaiser Karl VI. sendete ihm eine goldene Ehrenkette undernannte ihn zu seinem Geographen, und der Zar Peter der Große bestellte ihn >7 22 alsseinen Agenten. Er starb am I.Juli >724. — Sein Geschäft ging auf seinen Sohn,Joh. Christoph H., geb. 1763, gest. 1736, über, der seine Universitätsfreunde Joh.Mich.Franz, geb. 1766, gest. >76«, und Joh. Jak. Ebersbergcr zu Erben einsetzte.Sväter kam Georg Pet. Monath und dann Christoph Franz Fembo in Besitz desscbden. So große Verdienste die Handlung unter ihrem Begründer und dann namentlichunter Joh. Mich. Franz sich um die Förderung des Studiums der Geographie in Deutsch-land erworben hatte, so mußte sie in neuerer Zeit doch andern ähnlichen Anstalten in Wei-mar, Berlin, Wien u. s. w., da sie hinter den Fortschritten derselben zurückblieb, weichen.

Homburg vor der Höhe, so genannt, weil es an und vor einem kleinen zum Tau-nus gehörigen Gebirge liegt, die Haupt- und Residenzstadt des Landgrafenthums H e sse n -Homburg (s. d.), zwei Meilen von Frankfurt am Main, hat 3666 E., die ansehnlicheFabriken in Saffianleder, in Strumpfwaaren und Strickgarn, in Hüten und Taback unter-halten, doch haben in neuerer Zeit die Strumpffabriken bedeutend verloren. Nächst demauf einer Anhöhe liegenden Residenzschlosse, das seit > 680 erbaut und im 1.1833 ansehn-lich erweitert und verschönert wurde, ist die protestantische Stadtkirche, die seit 1836, wodie ehemalige resormirte Schloßkirche wegen Baufälligkeit geschlossen werden mußte, auchdie reformirte Gemeinde und seit 1841 während der Badesaisvn die Engländer zu ihremGottesdienste benutzten, das ansehnlichste Gebäude. Die ehemals franz.-reformirte Kircheist zur katholischen Stadtkirche und in der baufälligen reformirten Kirche 1843 ein fürstli-cher Betsaal eingerichtet worden. Außerdem hat die Stadt eine Synagoge, eine allgemeineBürgerschule, eine städtische Bibliothek, die 1841 von dem Stadtrathe Hamcl gestiftetkurve, ein Waisen- und Versorgungshaus, eine Kleinkinderbewahranstalt, einen Frauen-verein und endlich als Merkwürdigkeit ein heiliges Grab, das >825 von Gelnhausen aufden hiesigen reformirten Kirchhof verlegt wurde. Auch ist die Stadt seit 1834 in die Reiheder Taunusbäder eingetreten. Sie hat fünfHeilquellen, welche zu den eisenhaltigen salini-schen Säuerlingen gehören, den Elisabethen-, Kaiser-, Stahl-, Ludwigs- und den Salz-oder Badebrunnen. Das Bad hat sich schnell gehoben und vielen Verkehr erzeugt. Im I.1840 schloß die landgräfliche Regierung mit den Brüdern Louis und Franc. Blanc ausConv.-Lex. Neunte Auch VII. 18