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Holzminden
Holzschneidekunst
sel bleibt so fest in die fremde Haut versenkt, daß durch gewaltsames Abreißen des Paw>fiten, der mit Öl bestrichen stirbt und von selbst abfällt, schwerheilende Wunden veranlaß!werden können. Schafe werden zumal von ihnen heimgcsucht. Im tropischen Amerika gib!es viele und große Arten, die auch für den Menschen eine gewaltige Plage sind. Mit dem-selben Namen belegt man übrigens auch manche andere Insekten, z. B. gewisse Käfer.
Holzminden, eine Stadt im Herzogthum Braunschweig, am rechten Ufer der We-ser, die hier die Holtsche aufnimmt, zählt 3400 E., die namentlich mit Glas -, Eisen- undStahlwaaren, Leinwand und Eisen Handel treiben, und hat ein Gymnasium, welches l"8oaus der Verbindung der Stadtschule mit der Schule des Klosters Amelunrborn entstand.Sie gehörte früher den Herren von Holtesminne, die zwar erst im 14. Jahrh. ausstarbe»,kam aber schon gegen Ende des 12. Jahrh. an die Grafen von Eberstein, und l-llüanBraunschweig.
Holzsäure ist eins der kräftigsten fäulnißwidrigen Mittel und ihren: Hauptbestand-theile nach eine verdünnte, aber mit vielen andern Producten der zerstörenden Destillationpflanzlicher Körper verunreinigte Essigsäure. Sie wird durch Destillation aus Holz, ambesten aus Eichenholz gewonnen und ist in England, auch im böhm. Erzgebirge, ein gang-barer und wohlfeiler Handelsartikel. In ihren, ursprünglichen Zustande hat sie die Farbedes weißen Weines, einen scharfsauern, etwas zusammenziehenden Geschmack und einerbrenzlichen Geruch. Wenn man sie acht bis zehn Tage ruhig stehen läßt, wird sie, indemsich ein schwärzlicher Theer abseht, beinahe farblos; noch mehr kann man sie von dem mitihr verbundenen Theer durch eine abermalige Destillation befreien, allein ganz frei von demflüchtigen Öle wird sie niemals. Sie bewahrt das Fleisch nicht nur vor der Fäulnis, son-dern gibt ihm auch jenen rauchigen Geschmack, der dem geräucherten Fleisch eigen ist. Naebden Versuchen, namentlich durch Meinecke und Stolhe, ist minutenlanges Eintauchen desFleisches hinreichend, die verlangte Wirkung hervorzubringen. Legt man das Fleisch zulange in die Säure, so werden dessen Fasern aufgelöst. Den ausgedehntesten Gebrauchvon der Holzsäure hat man in England bei der Versorgung der Schiffe mit Lebensmittel»gemacht. Man pflegt jetzt zu diesem Ende die ganzen Thiere, ohne sie zu häuten, vom Her-zen aus mit Holzsäure zu insiciren. Auch fand Stolhe, daß durch oft wiederholte Behand-lung mit Holzsäure Leichname sich in Mumien verwandeln lassen. Nach der EntdeckungReichenbach's verdankt die Holzsäure ihre fäulnißwidrige und mumificirende Wirkungeinem ihr bcigemischten besonder!, Bestandtheile, dem Kreosot (s. d.), welcher sich auchabgesondert darstellen läßt. Die Holzsäure dient ferner zu Darstellung essigsaurer Salze;diese lassen sich als Holzessigsäure verwenden und dienen in dieser Form, z. B- zu Dar-stellung einer besonder» Art von Eisenbeize in der Färberei und Druckerei, welche beson-ders für dunkle Nüancen paßt; auch kann man sie durch besondere Behandlung von allemBrenzlichen reinigen, wodurch sie den essigsauren Salzen ganz gleich werden.
Holzschneidekunst odery l o g r a p h i e nennt man das Einschneiden der Umrisse,Schrafsirungen und Züge eines Bildes oder einer Schrift auf eine glatte Holzplatte zumBehuf eines farbigen Abdrucks derselben auf Papier, Pergament, und in der Zeugdrucke-rei auf Tuch u. s. w. Schon lange, ehe Europa die Holz- oder Formschneidekunst kannte,war dieselbe in China üblich uns wurde zum Bücherdruck, wie noch gegenwärtig, benutzt.In Europa finden sich die ältesten Spuren dieser Kunst in Deutschland und in den Nieder-landen, wo sich der Holzschnitt wahrscheinlich aus Anlaß des wachsenden Bedürfnisses nachSpielkarten und Heiligenbildern entwickelte, welche bis dahin von Malern der unterste»Claffe entweder mit Patronen oder aus freier Hand gefertigt wurden. Stempel von Hol;und Metall, wie sie schon das Alterthum kannte, mochten das nächste Vorbild sein, welchesden Erfindern den Gedanken gab. Der älteste bekannte und datirte Holzschnitt, ein heil.Christoph, vormals in der Karthause zu Buxheim, trug die Jahrzahl 1423. Bald folgte»ganze Bücher mit Holztafeln gedruckt, wobei Text und Bilder in eine und dieselbe Holz-platte geschnitten waren, was zugleich der erste Schritt zur Buchdruckerkunst war. Unterden Werken dieser Art, deren Zahl sich über 20 beläuft, ist dicvi Olia pu» per um (s.d.),angeblich vom I. 1420, wahrscheinlich aber etwas später, das bedeutendste. Auch-nachErfindung der beweglichen Lettern blieb der Holzschnitt der getreue Begleiter der Buch'