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Hölty
Horst" und schrieb fürLudw. Devrient das Schauspiel „Der dumme Peter". Im 1.1833entschloß er sich wieder die Bühne ui betreten, und schrieb zum Zwecke einer Kunstreise mitseiner Gattin eine Reihe kleiner Possen und rührender Schauspiele, unter denen nament-lich die Dramen „Lorberbaum und Bettelstab" und „Shakspeare in der Heimat" Glückmachten. Im 1.1837 übernahm er die Direction des Theaters zu Riga, wo ihm seinezweite Frau durch den Tod geraubt wurde. Seit 1839, wo er Riga wieder verließ, lebteer nach und nach an verschiedenen Orten, namentlich in Berlin, bis er die Direction derbrcslauer Bühne übernahm. In dieser Zeit beschäftigte er sich besonders mit der Heraus-gabe seiner Lebenserinncrungen und Erfahrungen, welche er in seinen „Briefen aus undnach Grafenort" (Altona 1831), namentlich aber in seinem Werke „Vierzig Jahre" (Bd.
I — t, Berl. 1833 — 33) niedergelegt hat; auch erschienen von ihm wieder „Gedichte"(Berl. > 833). Seine dramatischen Arbeiten ließ er in Einem Bande als „Theater" (Berl.1835) erscheinen. Poetische Beweglichkeit deS Gcmüths, eine weiche, oft in fehlerhafteSentimentalität übergehende Grundstimmung und eine gewisse, in persönlicher Bewe-gung jedoch nicht hervortretcnde Eitelkeit sind ihm eigenthümlich. Als Dichter hat er daSVerdienst, das Vaudeville in Form des deutschen gemüthlichen Licderspiels in Deutschlandeingebürgert zu haben. Viele seiner Lieder, wovon er unter dem Titel „Deutsche Lie-der" (Schleusingen >833; 2. Aufl., 1836) eine Sammlung herausgab, sind mit Rechtpopulair und allgemein beliebt. Als Darsteller hat er in sentimentalen Partien seiner eige-nen Dichtungen manche glückliche Momente, als Vorleser leistet er Treffliches im Vor-trage des rein Gefühlvollen, besonders des Komischen. — Seine erste Gattin, Luise vonh., geborene Rogce, geb. um 1899, welche zuerst 1827 die brcslauer Bühne betrat undin Berlin als Mitglied der königlichen Bühne starb, war besonders in naiven und senti-mentalen Rollen ausgezeichnet und namentlich als Käthchen von Heilbronn unübertroffen;H. feierte sie durch seine Sammlung von Gedichten „Blumen auf das Grab der Schau-spielerin H." Seine zweite Frau, Julie von H., geborene Holzbecher, geb. zu Berlin1899, seit 1823 an der königstädter Bühne, 1839 in Darmstadt und 1831—33 wiederin ihrem frühem Verhältnisse in Berlin angestellt, gest. >839 zu Riga in Folge einerzu frühen Entbindung, war im Lustspiele, namentlich in berliner Localstücken, durch Keck-heit und Anmuth eine bezaubernde Erscheinung, aber auch außer der Bühne wegen der Lie-benswürdigkeit und Anspruchslosigkeit ihres Charakters allgemein beliebt und geachtet.
Hölty (Ludw. Heinr. Christoph), einer der vorzüglichsten deutschen Lyriker, geb. zuMariensee bei Hannover am 21. Dcc. >738, der Sohn eines Predigers, entwickelte frühdas Talent der poetischen Darstellung. Er kam 1765 auf das Gymnasium nach Celle und>769 auf die Universität zu Göttingen, wo er sich der Theologie widmete und dem göttingerDichterverein bcitrat, der ihm zu seinen besten Gedichten die nächste Veranlassung gab.Nächst seinen Freunden fesselte ihn an Göttingen die stille Liebe zu einem Mädchen, dassich aber nachmals verheirathete, worauf auch H. 1775 mit Mi ller (s. d.) nach Leipzigging. Schon damals war in Folge zu angestrengten Studirens seine Gesundheit unter-graben. Dazu kam noch seines Vaters Tod, welcher ihn tief rührte. Im Herbst 1775ging er nach Hannover, um eine Nachcur zu brauchen; aber vergebens. Im Vorgefühldes nahen Todes dichtete er noch mehre schwermüthige Elegien und war mit der Samm-lung seiner Gedichte beschäftigt, als ihn in Hannover der Tod am I.Scpt. >776 abrief.H- charakterisirt sich in seinen Gedichten durch Weichheit des Gefühls, das gleichsam ausder Brust in den Vers überfließt und selbst in der metrischen Form mit sanfter, kunstloserGrazie anspricht, durch liebliche Schwärmerei und Wehmuth, Innigkeit und liebenswür-dige Naivität, durch eine ruhige und mehr schmückende als erfindungsreiche Phantasie.Tieft, stille Liebe und Sinn für Freundschaft, süße, wchmüthige Freude an den flüchtigenErscheinungen der Natur und des Lebens bilden die Hauptbestandtheile seiner Idyllen undElegien. Daher gelang ihm auch das sanfte, elegische oder idyllische Lied vorzüglich, weni-ger dagegen gelangen die Ballade, die Romanze und die antikisirende Ode, obgleich crsterelchvn deshalb beachtenswerth sind, weil sie zu den frühesten Versuchen in der deutschenBalladenpocsie gehören. Seine „Gedichte" wurden von Voß und Stolberg (Hamb. 1783)