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Holter
Wickelung dieses Landes bildet. Zunächst machte sich dieses Streben nur durch die Bemü-hungen der Ritterschaft geltend, die alte, sorgfältig verbriefte und gewährleistete, >8l'tzrechtswidrig aufgehobene Verfassung wieder in Kraft zu setzen. Zwar blieben diese Bcmü-Hungen fruchtlos, da der Deutsche Bund, an den sich die Ritterschaft in ihren Streitigkeitenmit der Negierung um Verhelfung zu ihrem Recht wendete, das Gesuch derselben für un-statthaft erklärte, weil die alte Verfassung nicht mehr in anerkannter Wirksamkeit bestehe;allein die Krisis von 1839 brachte jene Bestrebungen ihrem Ziele näher. (S.Lo ru-fen.) Die Folge aller Bewegungen der damaligen Zeit in H., wie in den übrigen dän.Landen, war das Gesetz vom 15. Mai 1833, welches dem Lande eine provinzialständistbcVerfassung gab. Auf allen seitdem stattgefundcncn Versammlungen der Provinzialland-tage war nun der Kampf um die Wahrung der Rechte des Landes gegen die Übergriff!der dän. Regierung und die größere Selbständigmachung desselben die leitende Idee, welcbcdie Holsteiner beseelte, und in demselben Grade, wie mit den ständischen Institutionen inDänemark sich die dän. Nationalität erhob, immer anmaßender wurde und immer größer!Übergriffe gegen die deutsche in den verbundenen Hcrzogthümcrn H. und Schleswig sicherlaubte, erhob sich auch die deutsche Nationalität in diesen, um jene Anmaßungen in ibreSchranken zurückzuweisen und ihre eigene Unabhängigkeit zu fördern. So ist cs dcmidurch die immer wachsende Leidenschaftlichkeit derDänen und die Bestrebungen ihrcrPro-paganda, die mit nichts Geringcrm als Jncorporirung und Danisirung der beiden Ker-zogthümer umgeht, dahin gekommen, daß der entschiedenste Nativnalhaß gegen die Dänenin denselben Wurzel faßte und das Bewußtsein der deutschen Nationalität und das Stre-ben nach Selbständigkeit immer reger wurde. Den Beweis lieferte der Provinziallandtügvon 18-13, der nicht nur eine Menge liberaler Anträge für die innere Hebung und selb-ständige Entwickelung des Landes faßte, z. B. in Bezug auf allgemeine Wehrpflicht, Zu-stizpflcge, Bank - und Finanzwesen u. s. w., sondern insbesondere auch aufs energischste denvon dem dän.Provinziallandtage zu Noeskilde, auf den Vorschlag Algrecn-U ssing' s(s.d.)und unter Beistimmung des Ministers Oersted genehmigten Anträge, der auf eine Auf-hebung der Negierungscrbfolgeordnung in den Herzogthümern und Jncorporirung der-selben mit Dänemark hinauslief, cntgegentrat und eine völlige administrative und mili-tärische Trennung von Dänemark verlangte.
Holte! (Karl von), dramatischer und lyrischer Dichter, gcb. zu Breslau 1797, er-hielt seine Erziehung nach dem Tode seiner Mutter im großmütterlichen Hause, wo er indesnur erzogen wurde, kam dann in ein Erziehungsinstitut und von da auf das Magdalcnen-gymnasium, gab jedoch nachher die akademische Laufbahn auf und debutirte 1819 unterdem Jubel der Studenten als Mortimer auf der brcslauer Bühne. Nachdem er in Drce-dcn eine herbe Prüfung erlebt, entsagte er der ausübenden Kunst, vcrhcirathete sich indesmit der beliebten Schausvielerin Luise Rogcc und wurde nun in Breslau als Thcaterse-cretair und Theaterdichter angestellt. Irrungen wegen, in die er sich durch seine Bemühun-gen, das Auftreten einer von ihm begünstigten Seiltänzerin durchzusetzcn, verwickelt hatte,ging er nach Berlin, wo seine Frau ein Engagement an dem königlichen Hofkhcater er-hielt. Hier verfaßte er seine mit größtem Beifall aufgenommenen Liederspielc „Die Wie-ner in Berlin" und „Die Berliner in Wien"; auch gab er „Gedichte" (Berl. 1826 ) her-aus. Nachdem er seine Gattin durch einen frühen Tod verloren, schloß er sich der königs-städter Bühne an, für die er eine große Anzahl von Stücken lieferte, darunter namentlich„Der alte Feldherr" und „Lcnore", die thcils einzeln, thcils in seinem „Jahrbuche deutscherBühnenspiele" (3 Bdc., Berl. 1829—31) und in seinen „Beiträgen für das königsstadtcrTheater" (2Bde., Wiesb. 1832) gedruckt erschienen. In jener Zeit gab er eine Sammlungseiner „Schlesischen Gedichte" (Berl. 1839) in schlcs. Mundart heraus und hielt öffentlicheVorlesungen klassischer Trauer- und Lustspiele. Mit Saphir verwickelte er sich gleichzeitig inunangenehme Streitigkeiten. Mit seiner zweiten Frau, einer geborenen Holzbechcr, nahm ersodann ein Doppelengagement in Darmstadt an, kehrte jedoch, als sich > 839 die darmstädkerVerhältnisse aufgelöst hatten, nach Berlin zurück. Hier machte er den eigenthümlichenVersuch, in seinem Stücke „Ein Trauerspiel in Berlin" den berliner Jargon zum Grundezu legen, lieferte dem Componisten Gläser den Text zu dessen beliebter Oper „Des Adlers