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Heinrich der Löwe (Herzog in Dachsen)
schaft Gudensberg mit Einschluß der Landschaft an der Werra beschränkten, aber schon un-ter ihm, durch Erwerbung der Herrschaft Gießen, des Schlosses Grabenstein, der StadtJmmenhausen, Schartenberg u. s. w. beträchtlich erweitert wurden. In die zerrüttetenVerhältnisse seines väterlichen Erbes Brabant, auf welches er keineswegs völlig verzichtethatte, griff er ebenso kräftig und wohlthuend ein. Außerdem beschäftigten ihn nach außenhin seine Verhältnisse zu Kaiser Rudolf!., dem er zu dem Siege über Ottokar von Böh-men behülflich war. Durch seine in zwei Ehen erzeugten Söhne wurden gegen das Endeseines thatcnreichen Lebens Erbstreitigkeiten in seinem Hause veranlaßt, welche bei seinemTode, im I. >308 auf eine Landestheilung hinausliefen, die jedoch, da nur einer derSöhne, Otto, den Stamm fortpflanzte, nicht von Dauer war.
Heinrich der Löwe, Herzog in Sachsen, 1139—95, der merkwürdigste deutscheFürst des l2. Zahrh., geb. > >29, war der Sohn Heinrich des Stolzen, Herzogs der Sach-sen, und mütterlicherseits ein Enkel des deutschen Königs Lothar. Da sein Vater schonl139 an Gift starb, so führten während seiner Minderjährigkeit seine Mutter Gertrud undseine Großmutter Richenza die Regierung im Herzogthume Sachsen. Nachdem H. >136die Regierung selbst angetreten hatte, soderte er auf dem Fürstentage zu Frankfurt >137vom Kaiser Konrad das Herzogthum Baiern zurück, welches seinem Vater entrissen wor-den war, und griff, als dieses nicht geschah, in Verbindung mit seinem Oheim Welf zu denWaffen, wurde aber durch Konrad's energische Maßregeln abgehalten, in Baiern einzu-fallen. Nach Konrad's Tode wurde ihm durch seinen Vetter, den Kaiser Friedrich !., 1153Baiern zugesprochen. Seine Besitzungen erstreckten sich nun von der Nord- und Ostsee biszum Adriatischen Meere. Ost- und Westfalen nebst Engern und das alte HerzogthumSachsen vom Rhein bis zur Elbe folgten seinem Heerbanne. Der größte Theil vonBaiernwar als Lehen sein Eigenthum, und für die Welfischen Stammgüter in Italien mußtendie dortigen Vasallen ihm 1153 den Lehnseid leisten. Die Regierung in Baiern übertruger dem Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach, um dem Herzogthume Sachsen seine ganzeSorgfalt zu widmen. Daß in den eroberten Landen die Bischöfe sich von ihm mit Ringund Stab mußten belehnen lassen, erregte deren Haß gegen ihn. Allmälig vereinigten sichseit 1163 seine Feinde, an deren Spitze der Erzbischof von Bremen, Hartwig, stand, undschlossen 1166 zu Merseburg ein Bündniß gegen ihn, dem sehr bald die Bischöfe von Mag-deburg, Halberstadt und Hildesheim, sowie die Markgrafen von Thüringen und Branden-burg beitraten. H., der eben auf einem Zuge gegen die aufrührerischen Slawen begriffenwar, wendete sich schnell gegen die Verbündeten, eroberte Bremen, nahm Oldenburg mitSturm und vereitelte auf diese Weise ihre Plane, noch ehe sie zur Ausführung kamen.Um diese Zeit trennte er sich von seiner ersten Gemahlin und verehlichte sich mit Mathilde,der Tochter des König Heinrich's II. von England. Bald nachher unternahm er einen Zugnach Palästina. Während seiner Abwesenheit hatten seine Feinde Mancherlei wider ihnunternommen, und selbst Kaiser Friedrich I. hatte das Gerücht von seinem Tode benutzt,um Sachsens feste Plätze in seine Gewalt zu bekommen. Dies Alles machte H. mis-trauisch; zwar folgte er l > 73 dem Kaiser auf seinem fünften Zuge nach Italien; obch beider Belagerung von Alessandria trennte er sich von ihm. Der Kaiser versuchte ihn beieiner Zusammenkunft zu Chiavenna zu versöhnen, jedoch vergebens. Eine Folge seinesAbfalls war, daß der Kaiser am 29. Mai 1176 bei Legnano eine Schlacht gegen die ikal.Städte verlor und mit seinen Gegnern einen nachtheiligen Vertrag eingehen mußte. Jetzterhoben sich H.'s alte Feinde von allen Seiten, zumal als der Kaiser selbst auf demReichstage zu Speier im I. 1178 sein Misvergnügen über H. äußerte. Er wurde zurVerantwortung auf den Reichstag zu Regensburg, nachher auf den zu Magdeburg undzuletzt auf den nach Goslar vorgeladen; da er aber nicht erschien, auf dem Reichstage zuWürzburg im1.1180 in die Acht und aller seiner Lehen verlustig erklärt und das Ur-theil sogleich vollzogen. Otto von Wittelsbach erhielt das Herzogthum Baiern, Bernhardvon Askanien Sachsen und der Erzbischof von Köln Engern und Westfalen unter dem Ti-tel eines Herzogthums. Den übrigen Erzbischöfen und Bischöfen wurden einzelne Theileverliehen. Das eigentliche Ostfalen war aber Allodium H.'s und konnte ihm durchReichs-