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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Heinrich VHI (König von England)

schwächte die Macht des Adels, indem er demselben das Zerschlagen des großen Grundbe-sitzes erlaubte und'die Bauern gesetzlich von den Feudallasten befreite. Hingegen begün-stigte und hob er das Bürgerthum durch eine durchgängige Verbesserung der Gesetze undder Rechtspflege. Vorzüglich aber war sein AugeiWerk auf den Nerv des engl. Wesens,auf die Entfaltung des Handels und der Schiffahrt gerichtet, und hier half er sowol durchGesetze wie durch oft bedeutende Geldopfer. Unter ihm wurde das erste engl. Kriegsschiffgebaut. Nur der Zufall verhinderte es, daß nicht er Colombo auf die Entdeckung derneuen Welt ansschickte; auch unterstützte er den Venetianer Caboto, der >497 das Festlandvon Amerika entdeckte. In seinem Charakter glich H. Wilhelm dem Eroberer; er warstreng, berechnend und noch mehr gelbsüchtig als ehrgeizig; er ließ keine Gelegenheit vor-übergehen, um durch Recht oder Unrecht den Schah zu vermehren, den er sammelte. H.starb am 22. Apr. > 599. Noch zuletzt erließ er eine Amnestie und verordnete die Zurück-gabe erpreßter Gelder. Vgl. Marsolier,klistoire »le Hmir^ VII" (Par. >799).

Heinrich Vill., König von England »nd Irland, 159947, der Sohn des Vori-gen, geb. am 28. Juni 1491, besaß tüchtige Eigenschaften des Geistes und Körpers underhielt eine gelehrte, theologische Erziehung. Das von der Habsucht des Vaters geplagteVolk begrüßte seine Thronbesteigung mit Jubel und ließ sich von dem Glanze seines erstenAuftretens blenden. Nachdem sich H. > 799 mit Katharina von Aragonien, der Witweseines Bruders Arthur und der Mutterschwcster Kaiser Karl's V., vermählt, blos um dasVerhältnis mit Spanien gegen Frankreich sortzusehen, mischte er sich aus gleichem Grunde indie auswärtigen Händel. Er verband sich 1712 mit Maximilian I. gegen Ludwig XII.(s. d.). Obschon er am I7.Aug. 1719 mit dem Kaiser die sogenannte Sporenschlacht beiGuinegate gewann, gewährte ihm doch der kostspielige Krieg keinen Vortheil. Überdies vondem Eigennutz der Verbündeten empört, schloß er im Aug- >514 mit Ludwig XII. nicht nurFriede und gab ihm seine Schwester Maria zur Gemahlin, sondern mit Franz I. nachhersogar ein Schutzbündnis gegen Karl V. Auch Schottland, das in der Schlacht von Floddenam9.Sept. >719 König Jakob IV. verloren, erhielt einen billigen Frieden. Nach Franz' I.(s- d.) Thronbesteigung schien das Bündnis H.'s mit Frankreich um so fester, als beide Kö-nige bei Bewerbung um die Kaiserkrone gegen Karl von Spanien durchgefallen waren.Doch H.'s Günstling, der Cardinal und Kanzler W o lsey (s. d.), wurde vom KaiserKarl V. durch Aussichten auf die Papstwürde gewonnen und zog auch seinen Herrn vonFrankreich ab. Im Nov. 1721 kam mit dem Kaiser und dem Könige von England ein ge-heimer Vertrag zu Stande, nach welchem H. im Juni 1522 einen höchst unpolitischenKrieg gegen Frankreich eröffncte. Ebenso willkürlich benahm er sich aber auch in der in-nern Politik. Nachdem er den Schatz seines Vaters verschwendet, griff er zu Erpressun-gen, zwang > 529 dem Parlament unter Androhung von Todesstrafen eine große Summeab und regierte dann, über den Widerstand desselben ergrimmt, sieben Jahre ohne Parlament.Unterdessen hatte Wolsey in Rücksicht der Papstwahl mehrfache Täuschung erfahren undsuchte nun aus Rache den König von der Sache des Kaisers zu trennen. Zwar wurde dasengl. Heer aus Frankreich nicht zurückgerufen, als aber Franzi. bei Pavia 1525 in des Kai-sers Gefangenschaft gerieth, ließ sich H. nicht mehr abhaltcn, mit dem franz. Hofe ein Freund-schaftsbündniß zu schließen. Der hereindrohende Kampf gab dem Könige Vorwand zu denhärtesten Schatzungen und Erpressungen, sodaß das Volk in vielen Gegenden Englandsin Aufruhr gerieth. Die Feindseligkeiten gegen den Kaiser von engl. Seite begannen jedocherst zu Anfänge des 1.1728 und endeten mit dem Frieden zu Cambray am 7.Aug. 1529.

Schon längst ging H. mit einer Scheidung von seiner Gemahlin, der Tante des Kai-sers, um, und jetzt, nachdem das enge Verhältnis mit demselben gelöst, begann er die Aus-führung dieses Plans. Er äußerte Gewissenszweifel über die unkanonische Verbindungmit der Witwe seines Bruders und erklärte sich mit der Dispensation des Papstes nichtberuhigt, da diese während seiner Minderjährigkeit ertheilt worden sei. Der Hauptgrundfür die Scheidung war aber wvl, daß der König seine reizlose Gemahlin, von der er mireine Tochter besaß, nicht liebte und die schöne Anna Boleyn (s. d.) heirathen wollte. DerPapst Clemens VII. suchte dieser Angelegenheit aus Furcht vor dem Kaiser auszuweichen,schickte aber endlich den Cardinal Campeggio nach London, der mit Wolsey den Schei-