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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Heinrich (König von England)

Richmond nicht nur die Augen der Lancastrier, sondern Aller, welche den Usurpator haßtenund fürchteten. Der Herzog von Buckingham, der mit dem Sturze des Tyrannen umging,brachte sogar die Verlobung Nichmond's mit Elisabeth, der ältesten Tochter Eduard's IV.zu Stande, wodurch gewissermaßen das Interesse der feindlichen Häuser Aork und Lan-caster ausgesöhnt und das Thronrecht Nichmond's gestärkt wurde. Indessen mußte Bu-ckingham seinen Plan mit dem Kopfe bezahlen, und König Richard bewarb sich selbst umdie Hand der Prinzessin. Richmond entschloß sich darum zu einer entscheidenden That. Erentwich, überdies durch den Günstling des Herzogs, Peter Landais, mit Auslieferung a»Richard bedroht, an den Hof Karl s VIll. von Frankreich und fand hier Unterstützung.Nachdem er eine Expedition von 200«» Engländern ausgerüstet, ging er zu Harfleur unterSegel und landete am 6. Aug. 1-185 zu Milford-Haven in Südwales, wo ihm sogleich be-trächtliche Verstärkungen zufielen. Bei Bosworth endlich stieß Richmond am 22. Aug.>485 mit Richard zusammen, dessen Heer gegen 12000 Streiter zählte, während er selbstnur 6000 M. besaß. Im Beginn des Treffens trat jedoch Lord Stanley, der sich bisher sürkeine Partei entschieden, mit 7000 Streitern zu Richmond über, und dies verursachte dievöllige Niederlage der Königlichen. Richard selbst wurde getödtet. Seine Krone fandendie Sieger auf der Wahlstatt; sie wurde Richmond aufgesetzt und derselbe sogleich als Kö-nig Heinrich VII. von England ausgerufen. Auch das Volk und die Großen, der Tyranneiund des Bürgerkriegs müde, empfingen den neuen König mit Jubel. H. konnte sein Thron-recht auf Eroberung, auf Vermählung mit Elisabeth, endlich auf seine Abstammung alsLancastrier gründen. Er wählte das Letztere und begann zugleich eine neue Verfolgung desHauses Jork, indem er sich des jungen Grafen Warwick, des einzigen männlichen Sprüß-lings der Weißen Rose, versicherte. Erst nachdem er am 30. Oct. gekrönt und am 7. Nov.vom Parlament als König bestätigt worden, entschloß er sich zur Vermählung mit Elisa-beth, der er ebenfalls seinen Haß gegen das Haus Jork empfinden ließ. Die Nation hatteden alten, unheilsvollen Hader gesühnt geglaubt, aber diese Verfolgung rief allenthalbenMißvergnügte hervor. Ein schlauer Priester zu Oxford, Simon, bewog den Sohn einesBäckers, Lambert Simnel, sich für Richard von Aork, den Sohn Eduard's IV., bald dar-auf aber für den Grafen Warwick auszugeben. Dieser Betrüger spielte seine Rolle so treff-lich, daß ihm die Großen Irlands als Eduard VI. krönten. Gefährlich wurde dieser Auf-stand, als die verwitwete Herzogin von Burgund, die Schwester Eduard's IV-, unter demGrafen Lincoln ein Hülfscorps nach Irland sandte, das, durch Irländer verstärkt, in Eng-land einsiel. H. schlug die Empörer im Juni 1387 bei Stoke in der Grafschaft Notting-ham und rächte sich an dem gefangenen Simnel, daß er ihn als Küchenjungen in der Hof-küche anstellte, während die Mitschuldigen an Geld gestraft wurden. Obschon die PolitikH.'s nicht kriegerisch war, wurde er doch in den Streit des Herzogs vonBretagnemit Frank-reich verwickelt. Er rüstete, anscheinend um die Gelegenheit zur Wiedercroberung der frü-her« engl. Besitzungen zu benutzen, ein starkes Heer und erschien mit demselben im Oct1392 vor Boulogne, ließ sich aber sogleich den Frieden (am 30. Nov. zu Etaples) vom Kö-nige Karl VIII. durch große Summen abkaufen. Unterdessen hatte die Herzogin von Bur-gund gegen H., den Feind ihres Hauses, einen neuen Prätendenten in der Person eines ge-wissen Perkin Warbeck, von jüdischer Abkunft, ausgestellt- Derselbe war während derSpannung am franz. Hose mit königlichen Ehren empfangen worden und erschien nachdem Frieden in Schottland, wo ihn König Jakob IV. als den Sohn Eduard's IV. aufnahmund mit einer Verwandten, Lady Gordon, vermählte. Zu Perkin's Gunsten, der sich Ri-chard IV. nannte, siel Jakob sogar 1395 mit einem Heere in England ein. Erst 1397machte er mit H. Friede und überließ Perkin, dem mittlerweile viele engl, in die Verschwö-rung eingeweihte Große gehuldigt hatten, seinem Schicksal. Perkin floh nach Cornwallis,wo das Volk mit den Erpressungen des.Königs unzufrieden war, und unternahm mit ge-ringem Anhänge die Belagerung von Exeter. H. erwischte ihn hier, ließ ihn in den Towersperren und später wegen wiederholten Fluchtversuchs hängen. Den Frieden benutzte nunH., um das zerrüttete Reich zu ordnen, aber auch seinen Thron zu befestigen und die Gren-zen der königlichen Gewalt möglichst zu erweitern. Er entfaltete hierbei eine Thätigkeit,Festigkeit und Klugheit, die ihm den Ruhm des größten Politikers seiner Zeit erworben. H.