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Heinrich VII. (König von England)
terS, besonder- an dem Hause Percy, auszugleichen. Dagegen opferte er die AnhängerWicliffe's, die Lollharden (s. Großbritannien), der fanatischen Geistlichkeit. Um dieThatkraft der Nation nach außen zu leiten und die franz. Landschaften wiederzugewinnen,beschloß er den Krieg gegenFrankreich,das damals unter dem wahnsinnigen Karl Vl.(s.d-)von Parteien zerrüttet wurde. Nachdem er die Verschwörung des Grafen Richard von«Cambridge, Stammvater des Hauses Pork (s. Plantagenet), unterdrückt, erschien H.im Aug. I -115 mit 30000 M. in der Normandie und überwältigte Harfleur, gerieth abermit dem Heere durch Mangel und Krankheit in die traurigste Lage. H. bot den Franzosen,die viermal stärker anrückten, den Frieden und die Rückgabe des Platzes für einen freienAbzug nach Calais. Allein diese foderten unbedingte Unterwerfung und griffen sein ge-schmolzenes Heer am25.Oct. l415 in der waldreichen Gegend beim Dorfe Azincourt(s. d.) an. Das Feldherrntalent des Königs, die kaltblütige Tapferkeit der Engländer unddie Beschaffenheit des Terrains, das die Entfaltung der franz. Reiterei nicht gestattete, zogden Franzosen eine fast unglaubliche Niederlage zu. H. kehrte nach England zurück und ver-band sich mit demHerzog Johann von Burgund zurvölligen Eroberung Frankreichs (s.d.).Doch erschien er erst wieder im Aug. 1417 mit 25000 M. in der Normandie und erobertebinnen zwei Jahren fast diese ganze Provinz. Gern hätte sich der Herzog von Burgund vonden Engländern losgesagt und mit dem Dauphin, nachherigen Karl VII. (s.d.) vereinigt,allein Letzterer haßte und fürchtete den Herzog und ließ ihn am l 0. Sept. 1419 sogar ermor-den. Der nunmehrige Herzog Philipp der Gute von Burgund verband sich jetzt, um denVater zu rächen, um so enger mit dem Könige von England. Dieses Bündniß führte end-lich am 21. Mai 1420 zwischen H. und dem franz. Hofe den Vertrag von Troyes herbei.Gemäß der Übereinkunft vermählte sich H. mit Katharina, derTochterKarl's VI. und über-nahm die Regentschaft von Frankreich unter der Bedingung, daß nach dem Ableben deswahnsinnigen Königs ihm und seinen Nachkommen aus dieser Ehe die franz. Krone zufal-^ len sollte. Obschon die Rechte und Freiheiten beiderVölker dabei verbürgt waren, so erregtedie Vereinigung der Kronen auf ein Haupt sogar in England wenig Freude, zumal derdurch ein schot. Hülfscorps verstärkte Dauphin den einen Theil von Frankreich behauptete.Auf die Nachricht von der Niederlage des Herzogs von Clarence bei Be'aug in Anjou am22. März 1421 eilte H. mit einem Heere von 25VVV M. nochmals nach Frankreich, konnteaber den Dauphin zu keinem entscheidenden Treffen bewegen. Er starb auf diesem Feld-zuge in der Höhe seines Glücks und Ruhms am 31. Aug. 14 22 zu Vincennes, und einigeMonate später folgte ihm sein unglücklicher Schwiegervater. H., dessen Charakter dieDichtungen Shakspeare's vorzüglich zeichnen, war von den Engländern geliebt und be-wundert, selbst von den Franzosen als Feldherr und Mensch geachtet. Seine Negierungzeichnete sich durch strenge Handhabung des Gesetzes aus; überdies schaffte er die Lehn-miliz ab und führte,das bewaffnete Bürgerthum ein. In seinen politischen Entwürfenwurde er von dem Parlamente nur kärglich unterstützt. Die engl. Staatseinkünfte beliefensich damals auf 55700, die gewöhnlichen Ausgaben auf 52200, die Subsidienbewilligun-gen aber während dieser Regierungsepoche auf nicht mehr als 203000 Pf. St. Oft mußtedaher der König seine Kostbarkeiten, selbst die Krone versetzen; dennoch ließ er sich nie zu. Erpressungen verleiten. Sein neun Monate alter Sohn, Heinrich VI. (s. Eduard IV.und Großbritannien), geb. am 6. Dec. 1421, folgte ihm auf dem Throne von Eng-land und wurde 1430 zu Paris auch als König von Frankreich gekrönt. Katharina heira-lhete bald nach dem Tode ihres Gemahls den walesischen Edelmann Owen Tudor (s. d.),dessen Nachkommen später die engl. Krone erwarben. Vgl. Goodwin, „Historx ok tkereign okUenr^ V" (Lond. 1704).
Heinrich VII., König von England, 1485—1509, geb. 1456, war derSohnMar-garetha's von Beaufort, Erbtochter des Hauses Lancaster (s. Plan tage net) und Ed-mund Tudor's, Grasen von Richmond, dessen Titel er auch führte. Nach der Vertreibungdes Hauses Lancaster vom engl. Throne durch Eduard IV. (s. d.) aus dem Hause Aork,wurde der junge Richmond von seinem Oheim, dem Grafen Pembroke, nach der Bretagnegebracht. Vergeblich foderte hiep Eduard von dem Herzoge Franz II. Richmond's Auslie-ferung. Als nachher Richard III. (s. d.) den engl. Thron usurpirte, richteten sich auf