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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Heinrich V. (König von England)

Titel eines Grafen von Derby und Herzogs von Hereford. Zn seiner Jugend betheiligteer sich lebhaft an den innern Unruhen, und 1392 führte er einen Kreuzzug gegen die heidni-schen Lithuuer, wobei er sich den Ruhm eines Helden erwarb. Der schwache König Ri-chard II. (s. d.) fürchtete ihn als künftigen Parteimann und verbannte ihn, zufolge einesStreits mit dem Herzogen Norfolk, >398 auf immer aus England. Die gute Aufnahme,die H. in Frankreich fand, verstärkte den Haß des Königs. Als daher 1399 H.'s Vater,Herzog Johann von Lancaster, starb, zog Richard willkürlich die Güter und Rechte dcSHauses Lancaster ein. H. erschien darauf am 3. Juli 1399 mit andern Unzufriedenen inder Grafschaft Dork und erhielt außerordentlichen Zulauf. Obschon er nur erklärte, daß erkomme, um die Rechte seines Hauses mit gewaffneter Hand zu verlangen, zählte sein Heerbald mehr als 69990 M- Richard, der sich zum Unglück gerade in Irland befand, schickteihm den Grafen von Salisbury entgegen, dessen Corps von 40099 M. jedoch leicht zerstreutwurde. Nicht glücklicher war der König selbst, als er endlich erschien. H. lockte denselbenin seine Gewalt, indem er ihm Ergebenheit versicherte, steckte ihn aber dann in den Tower,zwang ihm am 29. Sept. 1399 eine Cessionsacte ab und klagte ihn dazu vor dem Par-lamente an. Das Parlament erklärte den schwachen Richard sogleich der Krone unwürdigund ließ am 39. Sept. H. als König von England ausrufen. Richard starb wenige Wo-chen darauf eines gewaltsamen Todes. Da der siebenjährige Graf de la Marche, EdmundMortimer, dem Hause Jork, wenn auch nur von weiblicher Seite entsprossen, ein näheresAnrecht auf den Thron besaß als das Haus Lancaster (s. Plantagenet), so ließ H. denKnaben einsperren. So schnell und glücklich auch die Gewaltthätigkeiten vollzogen wurden,erregten sie doch dem Usurpator viele Feinde. Der Graf von Salisbury verschwor sich mitandern Großen noch zu Gunsten Richard's, mußte aber im Jan. 1400 mit dem Kopfe be-zahlen. Zugleich fiel der König Robert von Schottland ins Land, und in Wales erhobOwen Glendower, ein Abkömmling dervormaligen Fürsten, die Fahne des Aufruhrs. MitLeHterm verband sich, zu Gunsten des Prinzen Mortimer, Heinrich Percy, Graf vonNorthumberland, der zur Thronerhebung H.'s wesentlich beigetragen, sich aber jetzt vernach-lässigt glaubte. Sein ältester Sohn, Heinrich Percy, seiner Kühnheit wegen Hotspur, d- i.Heißsporn, genannt, stellte sich an die Spitze des Bundesheers und wurde vom Könige am21. Juli 1403 in dem berühmten Treffen bei Shrewsbury geschlagen und gelödtct. Deralte Percy vermittelte hierauf zwar den Frieden, verband sich aber 1405 mit dem Erzbi-schof von Jork, Richard Scrope, nochmals zu H.'s Sturze. Der König ließ die Empörerdurch Verrath gefangen nehmen und enthaupten. H. führte nun die Regierung in Ruheund zeigte viel Klugheit, Wachsamkeit und Mäßigung. Das Parlament, dem er gegen denAdel manche Zugeständnisse machte, trug ihm mehrmals die Einziehung der geistlichen Gü-ter an, was er jedoch ablehnte. Vielmehr suchte er sich bei der Geistlichkeit durch die Ver-folgung der Wicliffiten beliebt zu machen. Gegen Schottland kämpfte H. glücklich. Wie-wol er den jungen Sohn König Robert'S in fortdauernder Gefangenschaft hielt, machte erdieses unedle Betragen doch durch eine treffliche Erziehung des Prinzen gut. An die Wie-dereroberung der franz. Besitzungen konnte er in seiner Lage nicht denken. Immer besorgt,die angemaßte Krone zu verlieren, und von Gewissensbissen verfolgt, fiel er in den letzten,Jahren in Geisteskrankheit. Er starb am 20. März 1413, als er sich zu einem Zuge nachPalästina vorbereitete. Sein Sohn Heinrich V. (s. d.), von dem er argwohnte, als trachteer ihm bei Lebzeiten nach der Krone, war sein Nachfolger.

Heinrich V., König von England, 141322, auch Regent von Frankreich, derSohn des Vorigen, war 1388 geboren. Von lebhaftem Naturell und durch seinen arg-wöhnischen Vater zur Thatenlosigkeit verurtheilt, gab er sich als Kronprinz der Gesellschaftwüster Gesellen hin, sodaß man ihn verachtete und an seiner Herrscherfähigkeit zweifelte.Doch legte er in manchen Fällen edle Züge an den Tag und benahm sich auch mit Muthund Einsicht in der Schlacht von Shrewsbury. Mit der Thronbesteigung entfernte er dieunwürdige Gesellschaft, umgab sich mit den Rathen seines Vaters, deren harten Tadel eroft erlitten und zeigte sich ebenso tüchtig als König, wie liebenswürdig als Mensch. Soempfing er den Oberrichter Gascoigne, der ihn früher wegen unziemlichen Betragens ver-haftet, mit Auszeichnung. Durch eine allgemeine Amnestie suchte H. die Härten des Va>