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7 (1846) Heim bis Juwelen
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22 Heinrich H. (König von England)

war. Alle diese MiSbrauche wurden jetzt mit Festigkeit abgestellt. Zur neuen Begründungves bürgerlichen Wohlstandes ließ H. Kanäle und Straßen bauen, ermunterte und unter»stützte Handel und Gewerbe und veranlaßte die Gründung franz. Colonien in Amerika.Auch der Ackerbau hob sich durch diese Maßregeln aus dem elendesten Zustande; soweitwollte cs der König noch bringen, daß „jeder Bauer des Sonntags sein Huhn im Topfe"habe. Der Hebel dieser Verbesserungen war aber die Ordnung und Herstellung der Finanzen,deren Verwaltung Sully seit >590 übernahm. Dreißig Will. Livres wurden dem Staateallein dadurch erhalten, daß jetzt die Unterpächter das Geld unmittelbar in den Schatz liefernmußtzen. Dabei wurden verschwenderische Gnadengehalte eingezogen, neue Contracte mitden Generalpächtern (s.d.) geschlossen und eine königliche Kammer errichtet, welche dieUnterschlcife der Beamten untersuchte und bestrafte. Freilich ergriff man auch mancheMaßregeln, die aufgeklärtere Zeiten verwarfen. So wurden unter H. durch die Paulette(s. Frankreich) die Staatsämter erblich gemacht. Ungeachtet 20 Mill. rückständigerSteuern erlaffen waren, hatte Sully nach zehn Friedensjahren die Staatsschuld von 330Mill. bis auf SO abgezahlt und einen bedeutenden Schatz gesammelt, wozu die Reductiondes Heers auf die Hälfte nicht wenig beitrug. Ein solcher Geist der Ordnung war denGroßen, die aus der Anarchie Nutzen gezogen, anstößig; dieselben ließen sich darum mehr-fach in Conspirationen mit dem Auslande ein. Selbst in diesen Fällen ließ der KönigGnade für Recht ergehen, nur der Marschall Biron mußte >602 das Schafot besteigen.Nachdem Frankreich im Innern gestärkt, faßte H. die äußere Politik ins Auge. Er hatte!>en riesenhaften Plan für eine allgemeine christliche Republik entworfen, von dessen Aus-führung er überzeugt war. Zm Wesentlichen solltze Europa in >5, theils aristokratische,theils demokratische und monarchische Staaten getheilt werden, die, untereinander verbun-den, einen obersten Friedenssenat au der Spitze hätten. Eine bedeutende Streitmacht solltedieses Staatensystem gegen die Russen und Türken schützen, und Letztere überhaupt ausEuropa treiben. Zunächst aber ging der Plan auf die Demüthigung des span.-östr. Hau-ses. H. verband sich zu diesem Zwecke mit den meisten Staaten Europas. Er selbst rüsteteein bedeutendes Heer, das zum Schrecken der damaligen Welt SO metalleneKanonen führte,und setzte diese Macht beim Ausbruche des jülichschen Successionsstreits, in dem er Kur-brandenburg und Pfalz-Neuburg unterstützen wollte, in Bewegung. Ganz Europa sah mitSpannung großen Ereignissen entgegen. Die Königin sollte während des Kriegs die Re-gentschaft führen und verlangte deshalb auf Eingebung ihres Günstlings Concini gekröntzu werden. Nur ungern willigte H. in die Cercmonie, die am >3. Mai >610 stattfand.Nicht nur das Ungeheure seiner Entwürfe, sondern auch der Umstand, daß sich seit einigenMonaten in und außerhalb Frankreich das Gerücht verbreitete, H. sei ermordet worden,oder gehe doch diesem Schicksale entgegen, warfen trübe Ahnungen in sein sonst starkesGemüth. Und in der Thal, er hatte sich nicht getäuscht. Am Tage nach der Krönung fuhrer, um den kranken Sully zu besuchen, Nachmittags gegen 4 Uhr durch die enge Straße laFeronnerie und wurde daselbst im Wagen, umgeben von mehren Großen, durch einen Mes-serstoß Ravaillac's (s. d.) ermordet. Man legte die Blutthat bald der Königin, baldden nst dem span. Hofe verbundenen Jesuiten zur Last; das Letztere ist sogar mehr alswahrscheinlich. Weder Spanien noch Ostreich hatten sich zu dem bevorstehenden Kampfegerüstet. Frankreich verlor mitH., diesem als Mensch, Held und Herrscher großen Charak-ter, unermeßlich; bis auf die Gegenwart hat er dem Volke als der größte und beste Königgegolten. Der einzige Schatten in seinem Leben sind die vielen Maitressen, darunter Ga-brielle d'Estrees (s.d.) und Henriette d'Entragues, an die er oft ungehörig Zeit undGeld verschwendete. Er hinterließ acht natürliche Kinder, für die er mit gleicher Zärtlich-keit sorgte. Von seinen Nachkommen aus zweiter Ehe (s. Bourbon) bestieg sein neunjäh-riger Sohn, Ludwig XIH. (s. d.), den Thron. Vgl. Pere'fixe, „Histoire Os Henri IV"(neue Aust., von Andrieur, Par. I8-ZS); Duplessis-Mornay, „Nemoires et correspon-«lanee, pour »ervir e l'instoire Oe Io retorination et Oes Fuerres civiles et rsl'igieiw«, enVrsoce, Oepni» I'an 1571 jnsczu'en I623"(I5 Bde., Par. >825) und Capefigue, ,,II>«-toire Oe I» rekorma, <le In li^ne et «In regne Oe Henri IV" (2 Bde., Par. 183-1).

Heinrich n , König von England, > l s-t—89, Sohn des Grasen Gottfried Plan»