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Heinrich IV. (König von Frankreich)
versehen am I. Aug. unter dem Vorgeben wichtiger Mittheilungen zum Könige und stießdemselben während der Audienz ein Messer in den Leib. Der König ^og sich das Instru-ment selbst heraus und verwundete damit den Mörder im Gesicht, der überdies von der her--bcieilenden Wache sogleich getödtet wurde. Schon am folgenden Tage, den 2. Aug. 1 589,mußte H., nachdem er vorher, als das letzte Glied der Valois (s. d.), den König Heinrichvon Navarra zum Thronerben eingesetzt, den Geist aufgeben. Die Freude der Liguistenwar bei dieser Todesnachricht ausschweifend; die Geistlichkeit erklärte den Mörder derMärtyrerkrone würdig. Der Papst Sixtus V. aber hielt ein öffentliches Konsistorium, inwelchem er die Tugend des Königsmörders pries und die That dem göttlichen Beiständezuschrieb. Vgl. Davila, „lstoriu <Ie»o guerre civiii cki Francis, >559 — 98" (Par. >644 ;franz. 3 Bde., Par. >757), Lacretelle, „üistoire ckskrsnee peucisnt les gnerres 6c re-li^ien" (5 Bde., Par. >8>4), Vitet, „ 1,0 mort <Ie Henri III" (Par. >828).
Heinrich IV., König von Frankreich, der Große und Gute genannt, >589 — >610,dritter Sohn Anton's von Bourbon (s. d.) und der Johanna von Albret, Tochter undErbin Heinrich's, Königs von Navarra und Beärn, wurde am 4. Dec. >553 zu Pau inBeärn geboren. Von seinem Großvater ritterlich erzogen, von tüchtigen calvinistischenLehrern gebildet, überdies zeitig in ein bewegtes Leben geworfen, erlangte seine südlicheNatur nach Geist und Charakter ein kräftiges Gepräge. Sein Vater, nachdem er die Par-tei seines Hauses und der Reformirten aufgegeben, blieb > 562 vor Nouen. Um so festerhielt die Mutter zur Sache der Hugenotten. Sie wußte sich und ihren Sohn den Anschlä-gen Katharina's von Medici (s. d.) zu entziehen und erklärte den Jüngling nachder Ermordung Ludwig Conde's (s. d.) zum Haupte des protestantischen Bundes. Nachdem Frieden von St.-Eermain en Laye schlug der franz. Hof, um die Bundeshäupter her-beizulocken und zu verderben, die Vermählung H.'s mit Margaretha von Valois, Schwe-ster Karl's IX. (s.d.) vor. Johanna wurde das erste Opfer dieser List, sie starb am 9. Juni>572 bei Hofe, wahrscheinlich an Gift. H. nahm nun selbst den Titel eines Königs vonNavarra an und vollzog arglos am >8. Aug. seine Vermählung. Schon am 24. brachüber die Hugenotten die Bartholomäusnacht (s.d.) herein. Der Navarrer wurdezwar verschont, mußte aber fortan die Messe besuchen und als Gefangener am Hofe blei-ben, wo ihn, obschon er sich sonst klug benahm, sein feuriges Blut in die wilden Ausschwei-fungen der Valois stürzte. Da er sich bei der Verschwörung der Großen gegen die schlechteRegierung der Königin-Mutter betheiligte, durfte er erst nach der Thronbesteigung Hein-rich's III. (s. d.) freier athmen. Er hatte dessen ganzes Vertrauen erworben, indem er dieErmordung des Herzogs von Alencon, des Bruders und Erben von Heinrich III., von sichwies. Endlich im Febr. >576, nachdem sein Schicksalsgenosse Heinrich Conde'(s. d.)längst die Waffen ergriffen, entwich auch H. vom Hofe, trat zum Protestantismus zurück,als dessen Beschützer er sich erklärte, und half mit gewaffneter Hand den vortheilhafterReligionsfrieden vom 6. Mai herbeiführen. Diese Stellung behielt er der Ligue (s. d.)und dem Hofe gegenüber, so oft ihn die Königin-Mutter auch durch Unterhandlung, Ver-sührung und Friedensschlüsse zu gewinnen suchte. Nach dem Tode des Herzogs von Anjou(Alencon) überkam H. als erster Prinz von Geblüt die Anwartschaft auf den franz. Thron,was die ehrgeizigen Psane der Guisen durchkreuzen mußte. Die Ligue erklärte daher aufAnstiften des Herzogs Heinrich von Guise (s. d.) den Cardinal von Bourbon zum recht-mäßigen Thronerben und griff zu den Waffen. Zugleich aber zwang man dem Könige dasEdict von Nemours (7. Juli 1585) ab, welches dem Navarrer sein Recht raubte und dieHugenotten aufs neue mit Vernichtung bedrohte. H., überdies vom Papste Sixtus V. imSept. l 585 geächtet, stellte sich wieder an die Spitze der Hugenotten und erfocht am 20.Oct. >587 den wichtigen Sieg bei CoutraS. Schon längst hatte Heinrich4Il., durch denHerzog von Guise mit einer Thronrevolution bedroht, eine feste Verbindung mit dem zuver-lässigen Navarrer im Auge gehabt. Die schlimme Lage, in welche jener König durch dieErmordung des Herzogs der Ligue gegenüber gerieth, brachte endlich die Vereinigung am3. Apr. >589 zu Tours zu Stande. H. führte nun sein durch den königlichen Anhang ver-stärktes Heer vor Paris, wo ihm plötzlich, inmitten der Belagerung, am 2. Aug. >589,