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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Heinrich Hl (König von Frankreich)

gestiegen und das Volk seufzte unter den harten Lasten. Endlich schreckte der Tod des Her-zogs von Anjou, seines Bruders und künftigen Nachfolgers, am 10. Juni 1584, den Kö-nig aus diesem Taumel. Er trat sogleich mit dem Könige von Navarra (s. Heinrich I V.)in Unterhandlung und sicherte demselben die franz. Thronfolge unter der Bedingung zu,daß er zum Katholicismus zurückkehre. Da dieser Schritt die Guisen um Einfluß undAussicht zu bringen drohte, mußte die Ligue zu den Waffen greifen, den Cardinal Karlvon Bourbon, einen alten, schwachsinnigen Mann, zum rechtmäßigen Thronerben understen Prinzen von Geblüt erklären, der Papst Sixtus V. aber Heinrich von Navarra alsKetzer in den Bann thun. Der König wurde durch dieses energische Auftreten so einge-schüchtert, daß er auf Anrathen seiner Mutter am 7.Juli > 535 mit der Ligue zu Nemourseinen Vergleich schloß, der über die Protestanten Verlust aller ihrer Rechte und Ver-bannung aus Frankreich verhing. Zugleich trat aus den Fanatikern und Priestern derHauptstadt ein ähnlicher Bund, die sogenannte Ligue der Sechzehner, zusammen, durchden die Partei der Guisen einen furchtbaren Nachdruck erhielt. H. stellte nun gegen dieHugenotten drei Armeen ins Feld, von denen die eine der Herzog von Guise wider die an-dringcnden Deutschen, die andere der Herzog von Joyeusc gegen den König von Navarraund die dritte der König selbst an der Loire befehligte. Der Sieg, den der König von Na-varra am 20. Oct. 1587 über Joyeusc bei Coutras davon trug, gab diesem sogenanntenKriege der drei Heinriche für die Liguisten und den Hof eine sehr üble Wendung. In dieserLage beschloß der Herzog von Guise den verächtlichen und wankelmüthigen König vollendszu verderben. Die Häupter der Ligue legten H. im Jan. > 585 ein Ultimatum vor, in wel-chem derselbe zum aufrichtigen Anschluß an ihre Sache, Einführung der Inquisition u.s.w.aufgefodert wurde. Der König verwarf die Federungen mit ungewohnter Festigkeit undließ, einen Anschlag fürchtend, 6000 M. Truppen in Paris einrücken. Am 12. Mai erreg-ten hierauf die Sechzehner in den Straßen der Stadt einen Aufstand, wobei der Königmit seiner Streitmacht unthätig blieb und vom Volk durch Barrikaden (la journee de«bsrricaäes) in seinem Palaste, dem Louvre, cing'eschlosscn wurde. Während jedoch derHerzog von Guise mit der beabsichtigten Gefangennahme des Königs zögerte, erhielt der-selbe Gelegenheit, aus der Hauptstadt nach Chartres zu entfliehen. Dir Königin-Muttererrichtete nun mit dem Herzoge einen Vergleich, in welchem derselbe die Würde eines Ge-neralstatthalters, der Cardinal von Bourbon das Recht der Thronfolge und die Ligue dasVersprechen der Kehervcrtilgung erhielt. Der König unterschrieb am 1V. Juli diesenschimpflichen Vergleich und mußte ihn sogar nochmals auf der Versammlung der NeichS-stände zu Blois im Oct. auf die Hostie beschworen. H. wußte längst, daß der Herzog vonGuise mit dem Plane umging, chm das Schicksal des letzten Merovingers zu bereiten(s. Frankreich) und faßte während derVersammlung, auf welcher die Kühnheit des Her-zogs und seiner Anhänger besonders hervortrat, den Entschluß, diesen seinen, sonst uner-reichbaren Feind durch Gewalt aus dsm Wege zu räumen. Der Herzog wurde am 25.Dec. 1588 in dem Vorzimmer des Königs ermordet, und sein Bruder, der Cardinal vonLothringen, erlitt das nämliche Schicksal am folgend« Tage im Gefängnisse. Diese Blut-that, weit entfernt die königliche Macht zu stärken, erregte besonders die Wuth der Haupt-stadt, wo fanatische Mönche den Pöbel zur Rache auffoderten, die Sorbonne das Volkvom Gehorsam gegen den König lossprach und die Sechzehner das Parlament vertriebenund ein neues aus ihrer Mitte bildeten. Der unthätige, durch den Tod seiner Mutter völligrathlose König floh nach Tours und warf sich, als er hörte, daß der Herzog von Mayenne,der Bruder der Ermordeten, zu Paris zum Generalstatthalter erklärt worden, Hein-rich von Navarra in die Arme. Die Vereinigung geschah am 3V. Apr. 1589 und hattezur Folge, daß auch über H. vom Papste der Bann verhängt wurde. Beide Könige zogennun mit dem bis auf 40000 M. verstärkten Heere der Hugenotten nach Paris und brach-ten die von dem Herzog von Mayenne mit I OOOO M. vertheidigke Stadt sehr bald derÜbergabe nahe. Wüthende, wahrscheinlich von den Guisen angestiftcte Priester bewogenjedoch einen jungen, fanatisirten Dominieanermönch, Namens Jacques Clement, den Er-eignissen durch eine Blutthat eine Wendung zu geben. Derselbe drang mit einem Passe

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