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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Heinrich III. (König von Frankreich)

nierrttter seiner Zeit, zur Ehre der Damen zu einem Gange. Beide zersplitterten ihre Lan-zen auf den ersten Anlauf. Der Graf jedoch, der sein Pferd nicht halten konnte, fuhr dem ^Könige unglücklicherweise mit dem zerbrochenen Schafte ins rechte Auge. Zehn Tage dar-auf, am >0. Juli 1559, starb H. an dieser Verwundung. Die Königin bestand auf demTode des Grafen, verfolgte ihn 1 5 Jahre und ließ ihn 157-1 hinrichten. H. hinterließ -10Mill. Livres Schulden und das Reich durch Krieg erschöpft, durch Parteihcrrschaft zerrüttet.

An seinem Hofe herrschten alle Laster. Von seinen Söhnen (s. Valois) folgte ihm zu-nächst der älteste, Franz ll. (s. d.), auf dem Throne.

Heinrich 1!I-, König von Frankreich, 157189, vorher Herzog von Anjou, derdritte Sohn Heinrich's II. (s. d.) und Katharina's von Medici, wurde am l O.Sept.

I55l geboren. Seine trefflichen Charakteranlagen verdarben zeitig in der Schule seiner ^Mutter, deren Lieblingssohn er war. Nach dem Tode des Connetable Montmovcncy er-hielt er in dem Bürgerkriege den Oberbefehl, siegte 1569 in den Schlachten von Jarnacund Moncontour, befleckte aber diese jugendlichen Lorbern durch die Theilnahme an denGreueln der Bartholomäusnacht. Katharina verschaffte ihm 1570, nachdem König Sigis-mund August von Polen gestorben, durch Jntrigue die poln. Krone. Er wurde am 15. ,

Febr. 1571 zu Krakau gekrönt, verließ jedoch, mit seiner Lage unzufrieden, am 18 . Juniheimlich Polen, um den durch den Tod seines Bruders, Karl's IX. (s. d.), erledig !ten Thron von Frankreich einzunehmen. Schon im Beginn seiner Regierung zeigte er sichträge, verschwenderisch, sittenlos und bigott. Die Euisen und seine Mutter bewogen ihn >

leicht zur Fortsetzung des Bürgerkriegs. Die Hugenotten (s. d.) verbanden sich darum §

mit den sogenannten Politikern, einer mit dem königlichen Despotismus unzufriedenen ,

Adelspartei, und der Krieg gegen den Hof begann in allen Provinzen. Unbekümmert um <

sein und des Reichs Schicksal, ließ sich H. am 15. Febr. > 575 zu Rheims krönen und hei- >

rathete am folgenden Tage Luise von Lothringen, eine Verwandte der Guisen, die dadurch ,

noch einflußreicher wurden. Unterdeß erschienen in Frankreich der Prinz Heinrich Condc » ,

(s. d.) und der Pfalzgraf Johann Kasimir mit einem deutschen Truppencorps, an dessen i

Spitze sich sogar der Herzog von Alencon, der Bruder des Königs, stellte, während Hein- ^

cich von Navarra in Guyenne den Aufstand erregte. Die Königin-Mutter beeilte sich in s

dieser bedrängten Lage im Namen des trägen Sohns am 6.Mai 1576 in der Abtei Beau- e

lieu, unweit Loches in Touraine, einen Frieden zu schließen, der den Hugenotten freie Reli- r

gionsübung, mehre Sicherheitsplätze und die Besetzung der Parlamentsstcllen ;ur Hälfte ;

(clliambres mi-p-rrtios) gewährte, während Alencon aber dasHerzogthum Anjou, Condcdas s

Gouvernement der Picardie erhielt. Diese Aussöhnung durchkreuzte die politischen Anschläge s

des Herzogs Heinrich vonGuise (s. d.), der jetzt unter d-em Deckmantel des Neligionsinteres- (

ses die sogenannte Heilige Ligue (s.d.) stiftete. H. begriff die Gefährlichkeit dieses Bundes (

und trat deshalb auf dem Reichstage zu Blois, im Nov. 1576, demselben mit bei, womit er z

zugleich genöthigt war, das Pacificationsedict wieder aufzuheben. Der Kampf begann nun r

abermals, wurde aber schon im Sept. > 577 durch den Frieden von Bergerac auf Grund der ä

frühem Bedingungen beigelegt, weil die Absichten des Herzogs von Gusse auf eine Thron- L

revolution immer deutlicher hcrvortraten. Um die Großen an den Thron zu ketten, stiftete p

H. am I. Jan. 1579 den Hciligengeistordcn, und Katharina trat zu Ncrac in geheime Uu- r siterhandlungen mit Heinrich von Navarra, wobei die Hugenotten noch einige Vortheile er- v

hielten. Kaum sahen jedoch der König und seine Mutter ihre Macht in etwas befestigt, als u

sie auch im Nov. 1579 bei Auslieferung der Sicherheitsplätze den Frieden mit den Prote- r

stauten verletzten. Die Feindseligkeiten wurden von Heinrich von Navarra in Guyenne, d

von Conde in der Picardie eröffnet; doch stellte ein im Nov. >580 zu Fleix in Peri- r

gord geschlossener Vertrag die Ruhe nochmals her. Der König verlor sich mit dem Fric- z

den gänzlich in Ausschweifung und Verschwendung, während seine Mutter die Regie- n

rung führte und die Guisen unter der Maske der Religion den Thron untergruben. Des t

Nachts überließ sich H. mit seinen Lieblingen (Wgnon«) den schändlichsten Lüsten; am Tage - (

zog er an der Spitze einer von ihm gestifteten geistlichen Brüderschaft durch die Straßen si

von Paris, ein Büßerhemd, eine Geißel und vor dem Gesicht eine Maske tragend. Die e

Abgaben waren unter diesen Umständen seit der vorigen Negierung von neun auf 32 Mill.