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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Heinrich IV. (röm.-deutscher Kaiser)

Namen Clemens UI. wählen. Zwar verlor er das Treffen an der Elster unweit Merseburgam 15. Oct. 1080; aber der Gegenkönig Rudolf blieb. Hierauf eilte er selbst, die Vermal-tung Deutschlands seinem Schwiegersöhne, Friedrich von Hohenstaufen, überlassend, I V8lmit einem Hwere über die Alpen, durchzog siegreich Oberitalien und stand' zu Pfingstenvor Rom. Doch konnte er erst nach drei Jahren, im März 1084 der Stadt sich bemächti-gen, worauf er sich und seine Gemahlin von Clemens HI. am Osterfeste feierlich krönenließ; Gregor VII. aber hatte sich inzwischen in die Engelsburg geflüchtet. Schon aberheischten die Verhältnisse in Deutschland aufs neue dringend seine Gegenwart. Hier warnämlich unterdeß Graf Hermann von Luxemburg am 9. Aug 1081 zum König erwähltworden, wodurch ein neuer verheerender Bürgerkrieg begann.

Inzwischen dankte Hermann, obgleich er in der Schlacht bei Würzburg am 11.Aug. 1085 über H. siegte, der Abhängigkeit von dem mit ihm verbündeten Fürsten müde,"1087 freiwillig ab und starb bald darauf. Von einem gefährlichem Feinde, dem Mark-grafen Eckbert von Meißen, der sich selbst als Gegenkönig aufgestellt und H. bereits in meh-ren Gefechten besiegt hatte, befreite ihn 1089 der Tod. Unterdeß war auch Gregor VII.am 25. Mai 1085 zu Salerno, wohin ihn die Römer vertrieben hatten, gestorben undan seine Stelle erst Victor III. und nach dessen baldigem Tode Urban II. von der gregoria-Nischen Partei gewählt worden. Um Clemens III. zu schützen und zugleich sein eigenes Über-gewicht in Italien aufrecht zu halten, zog H. 1090 zum dritten Male über die Alpen. Schonhatte er Mantua erobert und über Welf, den Gemahl der ital. Gräfin Mathilde, mehrfacheSiege gewonnen, da traf ihn die Kunde, daß sein Sohn Konrad zu seinen Feinden überge-gangen, zu Monza zum König von Italien gekrönt worden sei und daß zugleich die Lombardenmit Herzog Welf gegen ihn ein Bündniß geschloffen hätten. Da verzweifelte der Kaiser und,zurückgezogen in eine Burg, lebte er lange unthätig, bis er 1098 sich wieder ermannte, nachDeutschland zurückkehrte und durch Zugeständnisse die mächtigsten Fürsten, unter ihnen selbstden Herzog Welf, wieder gewann. Man schien jetzt mit ihm zufrieden und willfahrte ihm inAllem. Seinem Wunsche gemäß wurde sein ältester Sohn Konrad auf dem Reichstage zuMainz der Königswürde für verlustig erklärt und basier sein zweiter Sohn Heinrich zu sei-nem Nachfolger bestimmt; selbst die Sachsen zeigten ihm treue Ergebenheit, und da umdiese Zeit PapstUrban (1099) und Clemens (1100), sowie der abtrünnige Konrad (1001)in Italien starben, so schien endlich Ruhe und Friede in das zerrüttete Reich zurückkehrenzu wollen. Aber Paschalis II., ein noch größerer Gegner der Laieninvestitur als selbst Ur-ban, sprach bald nach seiner Erhebung auf den päpstlichen Stuhl über den Kaiser, der fort-während Bisthümer vergab, aufs neue den Bann aus; zugleich erhoben sich einzelnemisvergnügte Große und suchten den König Heinrich anzureizen, dem Vater die Krone zuentreißen. Der ehrgeizige Jüngling folgte der lockenden Ermunterung, zog gegen den Va-ter zu Felde, trieb ihn zur Flucht, wußte dann, als die Städte ein Heer für ihn zusammen-gebracht, ihn durch friedliche Worte zu überlisten, nahm ihn gefangen und zwang ihn, derRegierung zu entsagen. Zwar entkam der Kaiser bald darauf aus der Haft, flüchtete nachLüttich, fand auch jetzt wieder treuen Anhang unter den Städten, starb aber schon am 7.Aug. 1106 zu Lüttich. Der dortige Bischof ließ ihn mit kaiserlicherPracht begraben; dochdes Verstorbenen Feinde setzten es durch, daß die Leiche wieder ausgegraben, nach Speiergeschafft und hier in einer nicht geweihten Seitenkapelle in einem steinernen Sarge so langeunbeerdigt blieb, bis die Lösung des Banns erfolgte, was erst nach fünf Zähren geschah.Kein anderer Kaiser hat ein so wunderbar wechselvolles Leben, eine so stürmische Regierunggeführt als H. Neben den Fehlern der Leidenschaftlichkeit, des Leichtsinns, der Herrschbe-gierde und der Unzuverlässigkeit besaß er auch herrliche Gaben des Geistes und Herzens.Er war treu und erkenntlich gegen seine aufrichtigen Anhänger, mitleidig gegen Arme undKranke, scharfsinnig im Rathe, listig in Gefahr, tapfer im Kampfe und ein Freund des da-mals zuerst aufblühenden Bürgerstands, sowie überhaupt des Volks, das er gern und oftgegen die Bedrückungen der Großen in Schutz nahm. Aber es gehörte ein klarer, durchge-bildcter Geist, ein energischer, consequenter Charakter, Eigenschaften, wie sie H. nicht hatte,dazu, um die große Aufgabe zu lösen, die seine Zeit dem Kaiserthume in Besiegung des auf»