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Heinrich IV. (röm.-deutscher Kaiser)
züge gegen Ungarn, um den von seinem Oheim Samuel Aba vertriebenen König Peter,der sich in H.'s Arme geworfen hatte, wieder auf den Thron zu sehen. Nach der Erobe-rung von Heimburg und Prcsburg kam er 10-12 bis nach Gran; noch weiter drang er,von einer Flotte unterstützt, >015 vor; doch ließ er, da Peter bei den Ungarn zu verhasstwar, Aba unter der Bedingung, daß er alles Land zwischen dem Kahlenberg bis zur Leithaabträte, im Besitze des Throns. Als indeß auch Aba durch Tyrannei und Willkür sichverhaßt zu machen anfing, zog H. >o^ zum dritten Mal nach Ungarn, schlug den anHcersmacht ihm überlegenen Aba in einer blutigen Schlacht, eroberte Raab und über-gab Peter, unter der Bedingung der Lehnsabhängigkeit, und später, als Peter von denUngarn verjagt wurde, an Andreas >047 unter gleichem Vorbehalte den ungar,Thron.Auch in Oberitalien, besonders in Mailand, gelang es ihm, sehr bald die Zwistigkeiten derParteien zu beschwichtigen, und die Normannen in Apulien und Calabrien durch Aner-kennung der von ihnen eroberten Länder zu seinen Vasallen zu machen. Größer« Wider-stand erfuhr er in Lothringen, wo Herzog Gottfried von Nicdcrlothringen nach seines Va-ters Tode auch Oberlothringen unter seiner Herrschaft vereinigen wollte. Zweimal mußteer gegen ihn zu Felde ziehen, ehe er 10-10 des Herzogthums sich bemächtigen konnte; auchtrat Gottfried später in Italien, wo er nach seiner Fluckt Beatrix von Toscana geheira-tet, gegen den Kaiser auf. Die durch drei gleichzeitige Päpste, welche mit ihrer hohenWürde ein ruchloses Spiel trieben, geschändete Ehre des heil. Stuhls wiederherzustellen,ließ er im I. 10-16 bei Gelegenheit seines Zugs nach Italien auf einer Versammlung derBischöfe zu Sutri in Italien Benedict IX., Sylvester III. und Gregor VI. absetzen und dendeutschen Bischof Suitger von Bamberg als Clemens 11. zum Papste wählen. Jetzt nunwirkte H. im Verein mit den nacheinander von ihm eingesetzten Kirchenhäuptern eifrigstfür Ausrottung der vielen Gebrechen der Kirche und die Umwandlung der Lebensweiseder Geistlichen, und schon glaubte er sich am Ziele seiner Wünsche. Allein Hildebrand,der nachmalige Papst Gregor VII., hatte als Cardinal-Subdiakon, während er sich äußer-lich für die Zwecke des Kaisers thätig zeigte, mit bewundernswürdiger Feinheit die Absichtendesselben zu durchkreuzen und im Geheimen nach und nach dessen Einfluß aufdiePapstwahlplanmäßigzu untergraben gewußt, sodaß, alsH. >056 starb, die vorbereitenden Schritte zurBefreiung der päpstlichen Macht von dem kaiserlichen Einflüsse vollständig gethan waren.Vor seinem Tode, der in Botfeld am Harze, nicht ohne Verdacht der Vergiftung, erfolgte,hatte der Kaiser den von Agnes von Poitiers, seiner zweiten Gemahlin, ihm geborenen SohnHeinrich >05-1 zum röm. Könige ernennen lassen, dcrunterdemNamen Heinrich IV.ss.d.)sein Nachfolger wurde. Nicht blos für die Begründung einer wirklichen monarchischen Kai-sermacht und einer für Deutschland wohlthätigen Einheit des Reichs, sondern auch für dieWissenschaften und Künste, deren Förderer und Beschützer H. war, kam sein Tod zu früh.Er stiftete zahlreiche Klosterschulen, besetzte dieselben mit gelehrten Mönchen aus Britan-nien, baute die Dome zu Worms, Mainz und Spcier, in welchem letzter« er beigesetzt wurde,und begünstigte namentlich auch das Aufblühen der Musik und Geschichtschreibung.
Heinrich IV., röm.-deutscher Kaiser, 1056—1106, der Sohn des Vorigen, geb.1050, war beim Ableben seines Vaters ein Kind von fünf Jahren; die Verwaltung desReichs fiel daher zugleich mit der Erziehung seiner Mutter Agnes zu. Obgleich mit vielenVorzügen begabt und bei denRcgierungsgeschäften zuerst vom Papst VictorII., später vomBischof Heinrich von Augsburg thätig unterstützt, war die Kaiserin doch der schwierigenStellung, in welcher sie sich den anspruchsvollen, unbändigen Reichsfürsten und der aufstre-benden Papstmacht gegenüber befand, keineswegs gewachsen. Um zunächst die gereizten Ge-müther der von Heinrich III. niedergedrückten Fürsten in Deutschland zu beruhigen und siemit dem Königshause zu versöhnen, gab sie dem Herzoge Gottfried das ihm von ihrem Gc-mahle entrissene Lothringen zurück; der Graf Rudolf von Rheinfelden, der ihre TochterMathilde entführt hatte, erhielt zur Mitgift das Herzogthum Schwaben, während sic demGrafen Berthold von Zähringen, der nach ihres Gemahls Zusage gerechte Ansprüche aufdieses Herzogthum hatte, mit Kärnten entschädigte, und dem kühnen und mächtigen sächs.Grasen Otto von Nordheim das erledigte Herzogthum Baiern verlieh. Während jedoch dieKaiserin einzelnen Fürsten Zugeständnisse dieser Art machte, oder auf die Regierung ihnen