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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
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8 Heinrich H. (rom.-dentscher Kaiser)

mußte, da der Kern seines Heers gefallen war, mit dem Überreste in die Feste Werte sichflüchten und das Land der Verheerung prcisgebcn. Als aber bald darauf bei einem Aus-fälle einer der vorzüglichsten ungar. Führer in deutsche Gefangenschaft kam, verlangte H.als Preis der Befr^'ung einen neunjährigen Waffenstillstand, den die Feinde gegen Zah-lung eines Tributs auch bewilligten. Diese Zeit benutzte nun H. mit kluger Umsicht,Deutschland in starken Vertheidigungszustand zu setzen und die Einrichtung des Heerwe-sens zu verbessern. Zu dem Ende vermehrte er zunächst die Zahl der Städte im InnernDeutschlands, umgab sie mit Thürmen und Mauern, bevölkerte sic durch Aushebung ausden Heerbannpflichtigen Grundbesitzern des offenen Landes, von denen der neunte Mannin die Stadt ziehen mußte, und schuf aus diesen Leuten ein wohlorganisirtes Fußvolk; zu-gleich ließ er in den Städten Gebäude zur Aufbewahrung des Getreides und zum Schutzder Landbewohner und ihrer Habe aufführen, verlegte die Gauversammlungen, die Ge-richte und Feierlichkeiten hinein und wurde so der Begründer des deutschen Städtewesens.Zugleich war er daraus bedacht, den Ungarn gegenüber, eine tüchtige Reiterei zu bilden,zu welchem Behufe er auch die alten Kriegsspiele wiederherstellte. Nach solchen Vorberei-tungen fing er nun wieder den Kampf gegen die Slawen an und bekriegte zunächst die He-veller, deren Hauptstadt Brennaborch, d. i. Brandenburg, er im Winter 927 auf 928nahm. - Hierauf wendete er sich gegen die Daleminzier, die sich ihm nach der Eroberungihrer Hauptfeste Gana unterwerfen mußten. Dann zog er gegen die Milziener, die sichihm ebenfalls unterwerfen mußten. Zuletzt erlagen die Redarier, die nach einem erneutenmit den größten Grausamkeiten verbundenen Aufstande 929 in der mörderischen Schlachtbei Lunkini (Lenzen unweit der Elbe) besiegt wurden. Nur eine kurze Zeit war noch biszum Ablauf des Waffenstillstandes übrig. H. benutzte dieselbe, die Dänen, welche ihrealten Räubereien an den Küsten wieder angefangen hatten, zu züchtigen. Als 933 dieungar. Gesandten erschienen, um den Tribut einzusodern, ließ ihnen H. mit beschimpfen-der Anspielung auf ihren Namen einen verstümmelten, räudigen Hund überreichen. DieFolge davon war, daß nun die Ungarn in zwei großen Heeren durch Franken in Thüringeneinbrachen. Aber H. schlug 933 beide, das eine bei Jechaburg unweit Sondershausen,das andere größere bei Keuschberg in der Nähe von Merseburg so vollständig, daß die Un-garn 22 Jahre lang keinen Angriff auf Deutschland wieder wagten. H. starb 938 zuMcmleben und wurde zu Quedlinburg begraben. Ihm folgte sein Sohn O tto I. (s. d.),welchen ihm seine zweite Gemahlin Mathilde, nebst zwei andern Söhnen, Heinrich undBruno, und zwei Töchrern, Gerberga und Haduwin, geboren hatte. Vgl. Waitz,Jahr-bücher des Deutschen Reichs unter der Herrschaft König H.'s l." (Berl. 1837).

Heinrich U-, der Heilige oder der Lahme, röm.-deutscher Kaiser, 199223, derletzte aus dem sächs. Fürstenhause, grb. 972, war ein Sohn Heinrich des Zänkers vonBaiern und ein Urenkel Kaiser Heinrich's I. Nach seines Vaters Tode, 995, erbte er dasHerzogthum Baiern und begleitete l OOl den Kaiser Otto III. nach Rom, wo seine Ent-schloffenheit den Aufstand der Römer beschwor. Als Otto in Italien starb, bemächtigte sichH. der Reichskleinodien; doch vermochte er gegen seine Mitbewerber um die deutsche Kö-nigskrone, den Markgrafen Eckhard von Meißen und den Herzog Hermann von Schwa-ben, nur durch den Einfluß des Grafen. Lothar von Bernburg und des Mainzer Erz-bischofs Willigis sich zu behaupten und wurde hierauf am 6. Juni l 992 zu Mainz ge-krönt. Gleich im Anfänge seiner Regierung hatte er einen harten Kampf mit seinemBruder Bruno und dem Markgrafen Heinrich von Schweinfurt, die beide mit den Waf-fen in der Hand Ansprüche auf das erledigte Herzogthum Baiern machten, zu bestehen, be-siegte sie aber trotz der Hülse, die ihnen Boleslaw II. von Polen gewährte, bei Kreußen imBaireuthischen in einer Hauptschlacht. Baiern verlieh er nun 199-1 dem Bruder seinerGemahlin, Heinrich von Luxemburg. Unterdeß hatten die Italiener, nach Otto's kinderlo-sem Tode, den Markgrafen Harduin von Jvrea zu ihrem Könige erhoben. Von den ital.Bischöfen, welche Harduin feind waren, gerufen, eilte H. nach Italien, siegte und ließ sichzu Pavia die Eiserne Krone aufsetzen. Die Bürger von Pavia aber, die zu Harduin hielten,empörten sich und belagerten den Kaiser in seinem Palast; nur durch einen Sprung ausdem Fenster, in Folge dessen er zeitlebens hiykend blieb, rettete er sich und kehrte hierauf,