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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Heinrich I. (deutscher König)

brach, der alle seine Hoffnungen vernichtete. Bei Pirna gefangen genommen, war seinLoos in Dresden ein sehr trauriges; er suchte deshalb sein Heil in der Flucht, entkam glück-lich und wendete sich sodann mit Frau und Kind erst in die Heimat, dann nach Jena, woer sich > 757 als Student inscribiren ließ. Im solgendcn Jahre ging er nach Hamburg, woihm sehr bald in den angesehensten Familien der Unterricht ihrer Kinder übertragen wurde.Namentlich auf Klopstock's Empfehlung, dessen erste Gattin er in Hamburg unterrichtethatte, kam er 176» als Hauslehrer und Sccretair in das Haus des Grafen Schimmcl-mann, in welchem er blieb, bis er >768 die Cantorstelle in Eppendorf erhielt. Schon vor-her als Soldat hatte er sich mit dem Unterrichte eines taubstummen Knaben beschäftigt;da er in Eppendorf wieder einen Taubstummen fand, so versuchte er sich nun in einer neuenMethode des Taubstummenunterrichts (s. d.). Taubstumme aus allen Gegendenwurden ihm nach und nach anvertraut, um sie zu unterrichten, und binnen kurzem erlangteer einen solchen Ruf, daß der Kurfürst von Sachsen >778 sich bewogen fand, ihn in seinVaterland zurückzurufen. Da es ihm freigestellt war, sich einen beliebigen Aufenthaltsortzu erwählen, so ging er nach Leipzig und gründete die dasige Taubstummenanstalt, der erbis zu seinem Tode, am 3». Apr. >79», als Director Vorstand. Bei allen seinen Vorzügenals Taubstummenlchrer trug jedoch sein ganzes Benehmen das Gepräge seiner frühemSchicksale und erst spät erhaltener literarischer Bildung an sich, wie er denn auch seineZöglinge mit militairischer Strenge behandelte. Unter seinen Schriften erwähnen wir:Beobachtungen über Stumme und die menschliche Sprache" (Hamb. 1778),Uberdie Denkart der Taubstummen und die Mishandlungen, denen sie durch unsinnige Eurenund Lehrarten ausgesetzt sind^ (Lpz. >783) undWichtige Entdeckungen und Beiträgezur Seelcnlehre und zur menschlichen Sprache" (Lpz. 1786).

Heinrich!., mit dem Beinamen der Finkler, Vogler oder Vogelsteller, der erstedeutsche König aus dem sächs. Hause, 9>9936, gcb. 876, war der Sohn Otto des Er-lauchten, Herzogs von Sachsen. Schon bei Lebzeiten seines Vaters hatte H. mit glückli-chem Erfolge gegen die angrenzenden slawischen Völkerschaften gestritten. Nach dessenTode im J.9I2 zum Herzog erhoben, mußte er mit König Konrad I., der ihm einen Thcilder geerbten Länder, namentlich Thüringen, entziehen wollte, einen harten, wechselvollenKampf bestehen. Die Schlacht bei Eresburg indeß, in welcher Konrad's Bruder Eber-hard mit seinem ganzen Heere erlag, und die listig verbreitete Nachricht des Grafen Diet-mar während der Belagerung H.'s in der Burg Erona durch Konrad, daß ein neuer Haufezur Unterstützung H.'s erschienen sei, bestimmten 918 in: Verein mit der schlimnzen Bot-schaft von dem Abfalle der Lothringer König Konrad zum Aufbruch, und H. blieb von nunan ungestört im Besitze des Herzogthums Sachsen. Auf dem Sterbebette empfahl Kon-rad seinen.bisherigen Gegner H. den deutschen Fürsten als den Würdigsten zur deutschenKrone und so wurde H. 919 von den Franken und Sachsen zu Fritzlar gewählt. Später»Schriftstellern zufolge trafen ihn die Gesandten der Fürsten bei seinem Vogelheerde unweitQuedlinburg, weshalb ihm der Beiname des Finklers gegeben worden sein soll; bezeich-nender nennt man ihn den Städteerbaucr. Sein erstes Geschäft war die Wiederherstel-lung der innern Ruhe und Einheit des Reichs. Er zog gegen den Herzog Burchard vonAlemannicn und brachte ihn ohne Schwertstreich zur Unterwerfung; hierauf wendete ersich gegen den Herzog Arnulf von Baiern, der selbst nach der Königskrone getrachtet hatte,gewann ihn, als wiederholte Gefechte und die Belagerung Negensburgs nicht schnell zumZiele führten, durch kluge Überredung und Einräumung unbeschränkterer Gewalt, na-mentlich des Jnvestiturrechts in seinem Herzogthumc, und vermählte seinen Sohn Hein-rich mit dessen Tochter Judith. Lothringen, dessen letzten Überrest König Karl III. vonFrankreich sich zuzueiznen im Begriff stand, wurde theils durch die Gewalt der Waffen,theils durch die gewonnene Zuneigung der Großen des Landes, während der Streitigkei-ten um den franz. Thron, 923 an Deutschland zurückgebracht und dessen neuer HerzogGisilbrecht durch die Vermählung mit H.'s Tochter Gerberga ihm eng verbunden. Kaumaber war das Reich im Innern in solcher Weise beruhigt, als von außen her, im Südostendes Reichs, die Ungarn ihre seit 902 begonnenen Raubzüge erneuerten, während die Sla-wen im Nordostcn häufige Einfälle mackteck. H., von den Ungarn bei Bichin geschlagen,