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7 (1846) Heim bis Juwelen
Entstehung
Seite
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6 Heinefetter Heivicke

I 75557, Fol.) ausführen. Von seinen Schriften sind anzuführen dieNachrichten vonKünstlern und Kunstsachen" (2 Bde-, Lpz. 17687l) undNeue Nachrichten u. s. w.h(Bd. >, Dresd. und Lpz. I 786);Itle'e generale el'une collectivn cvmplete eLestsm;,«!«"(Lpz. und Wien 177») und das nur bis zum Buchstaben v reichendevictinnimiro <Ies»Xisles" (4 Dde., Lpz. 17789»).

Heinefetter (Sabine), als Sängerin die berühmteste und geachtetste unter ihren Schwe-stern, geb. I8»5 zu Mainz, sang anfangs zurHarfe und wurde durch einen Kunstfreund, wel-chen ihre schöne Stimme entzückte, veranlaßt, sich für das Theater auszubilden. Nachdemsie zuerst > 821 zu Frankfurt am Main aufgetreten, kam sie an die Bühne in Kassel, woSpohr sehrpiel zu ihrer weitern Ausbildung beitrug. Der große Beifall, den sie bei einemGastspiele in Berlin gefunden hatte, veranlaßte sie, ohne weitere Kündigung ihre Stellein Kassel aufzugeben und nach Paris zu gehen, wo sie sich im ital. Kunstgesangc vervoll-kommnete und in der ital. Oper mit Erfolg auftrat. JmJ. > 829 nach Deutschland zurück-gekehrt, nannte sie sich zur Empfehlung ihrer Gastspiele erste Sängerin der ital. Oper zuParis, widmete sich in Wien wieder dem deutschen Gesänge, gastirte 1832 an der Scalain Mailand und trat dann wieder in Berlin, Dresden, wo sie ein halbes Jahr lang enga-girt war, und an andern Orten Deutschlands auf, ohne irgendwo auszudauern oder einEngagement zu finden. Sie war eine mit den schönsten Mitteln ausgestattcte, reich be-gabte Sängerin und zeigte auch für die Darstellung ein schönes Talent; nur irrte sie vonden Grundsähen des einfach Schönen häufig ab und misbrauchte ihre durchaus trefflichenAnlagen zu künstlichen Effecten, die als Manier erschienen und von der höhern Kritik nichtgebilligt werden konnten. Ihre zweite Schwester, Klara H., nach ihrer VermählungStöckl-Heine fetter genannt, gegenwärtig in Wien, begleitete längere Zeit ihre ältereSchwester auf deren Kunstreisen und ist, wenn auch weniger großartig begabt als diese,doch freier von Manier und trefflicher geschult. Die jüngste Schwester, Kathinka H.,geb. 182», empfing ihre musikalische Bildung an der großen Oper in Paris, wo sie gegenEnde des I. 184» mit dem glänzendsten Erfolge auftrat, den sie vielleicht noch mehr ihremtrefflichen Darstellungstalente als ihren Leistungen im Gesänge verdankte. Im I. l 842erhielt sie eine Anstellung bei dem Theater in Brüssel. Ihr abenteuerlicher Sinn, zumTheil, wie es scheint, auch Eigennutz, verstrickten sie bald in ein ziemlich zweideutiges Vcr-hältniß mit zwei jüngern Rechtsgelehrten, welches bei einem Souper, das in ihrer Woh-nung stattfand, mit einer blutigen Katastrophe endigte, indem nach einem heftigen Wort-Wechsel und daraus hervorgegangenen Thätlichkeiten ihr Hausfreund Sirey von ihremfrüher» Liebhaber, dem Advocaten Caumartin aus Paris, eine tödtliche Wunde erhielt,an der er nach wenigen Augenblicken verschied. Zwar wurde Caumartin, dessen Verthei-diger der berühmte Chaix d'Estange war, als thätlich und brutal Angegriffener, und daalle Umstände, selbst die Aussagen von Augenzeugen der Gegenpartei dafür sprachen, daßSirey sich in blinder Wuth an Caumartin's Waffe selbst aufgerannt, von dem Assisenge-richt zu Brüssel freigesprochen und nur in die Proceßkosten verurtheilt; es warf indeß die-ser Proceß aus die Sängerin und noch mehr auf ihre nächsten Umgebungen, namentlichauf ihre Gesellschaftsdame Kertz, ein so höchst ungünstiges Licht, daß selbst der General-advocat seiner Entrüstung über ein so widriges Gewebe von Unmoralität, über die Hab-sucht und Sittenlosigkeit der Kathinka H. und über das Gewerbe der GesellschaftsdameKertz in den stärksten Ausdrücken Luft zu machen sich nicht enthalten konnte. Kathinka H.scheint jedoch, obgleich sie bei ihrem nächsten Auftreten mit den stärksten Zeichen der Mis-billigung empfangen wurde, später ihrem Talente die Anerkennung wieder verschafft zuhaben, die man ihrem Charakter versagen mußte.

Hemicke (Samuel), der Begründer eines aus wissenschaftlichen Grundsätzen abge-leiteten Taubstummenunterrichts im nördlichen Deutschland und der ersten Lehranstaltfür gemeinsamen Unterricht Taubstummer, war zu Nautschütz bei Weißenfels am I ».Apr.1729 geboren. Nachdem er bei seinen Altern bis in fein 21. Jahr den Landbau getriebenhatte, ging er unter die kurfürstliche Leibgarde nach Dresden, wo er sich durch Fleiß undvieles Lesen nützlicher Schriften einige wissenschaftliche Kenntnisse erwarb. Er hatte sichvcrheirathet und schon um seinen Abschied angehalten, als dey Siebenjährige Krieg aus-