j 5 6 ---
was er überhaupt zu thun sich getraut. Wem soTl
denn der Staat diese entehrenden Aufträge geben?
Soll er selbst zu Ehrlosigkeit und Unmoralität auf-
muntern, und sie zur Pflicht machen? Dann, —
wenn der Staat einmal bei einigen Menschen
Heimlichkeit autorisirt, wer ist, ihm denn Bürge,
dals nicht diese selbst ihre Verborgenheit zum
Vergehen nutzen? —
1 D €5
Warum will man denn die Bürger heimlich beob-achten? Damit sie sich nicht für beobachtet hallen.Und warum sollen sie denn dies nicht? Damit sie un-befangen iure Gedanken über die Ptegierung und ihrePJäne gegen-sie entdecken, und ihre eigenen Verrä-ther werden ; oder, was sie sonst von verheimlichtengesezwidrigen'Handlungen wissen, an den Tag ge-hen. Das erstere ist nur nöthig da, wo die Regie-rung und die Unterthanen ■ im unaufhörlichen Kriegeleben, die leztern ungerecht.erweise unterdrückt sind,und nach Kriegsrecht ihre Freiheit wieder zuerlangen streben; das lezfere nur da, wo diePolicei im Ganzen nicht wachsam genug ist, dafsirgend etwas vor ihr hat heimlich gehalten wer-den können. Beides findet in dem hier be-schriebenen Staate nicht Statt. —. Der PariserPoliceilieutenant, der seinen Auflaurern Uniformhalte geben wollen, wurde zum Gelächter ei-nes verdorbenen Volks, und rettete durch dieseUnbedeutsamlceit sein Lehen. Meiner Meinung'nach, zeigte er gesunden unverdorbnen Sinn.
In