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Einleitung'.
Man hat gesagt z. B. Ahura-Mazda sei Asura-medhas in-den Veden,die eränische Armaili die vedische Aramali. Wie die Sachen jetztstehen sind diese Vergleichungen nicht zu gebrauchen. Vor der Handwissen wir blos dass die Namen gleich sind, erst wenn eine genaueVergleichung sowol des Materials desAvesta als der Ve-das vorliegen wird kann ein Urtheil gefallt werden, ob und wiediese Begriffe verwandt sind. Soviel indess kann jetzt schon gesagtwerden, dass an eine Identität dieser Begriffe nicht zu denken ist.Hierzu muss noch Einiges gefügt werden, wo die Verwandtschaftbestimmt auf die Worte beschränkt werden muss, ohne auf die SacheEinfluss zu haben. Ein solches Beispiel ist Verethrajan, der nichtsweniger als identisch mit dem indischen Vrilrahan ist, wie ich diessnächstens an einem andern Orte ausführlicher darlhun werde.
Die genannte Ansicht von der Identität des Avesta mit den Ve-das würde nun freilich an Wahrscheinlichkeit sehr gewinnen , wennsich historische Beweise dafür finden liessen , dass die Eränier dievedische Periode wirklich mit den Indern durchlebt haben. Ichzweifle aher sehr, dass die Gründe weiche dafür beigehracht werdenvon einer nur einigermassen gesunden historischen Kritik stichhaltigbefunden werden. Das erste ist das Vorkommen des Namens haptahendu im ersten Capitel des Vendidäd (cf. ßd. II, p. CIX). Alleindie Kenntniss dieses Namens beweist zwar dass Inder und Eränierschon frühe mit einander in Berührung gekommen sind, aber nim-mermehr dass die letztem die vedische Periode mit durchlebt haben,besonders seitdem die Wanderungshypothese beseitigt ist die manimmer mit dem genannten Capitel zu verknüpfen pflegte. Man hatferner den Zarathustra in Indien finden wollen, indem man ihn andas vedische Wort jaradashti anknüpfte. Indess dieser Versuch istschon an dem allgemeinen Widerstande der Indianisten gescheitert,welche in Abrede stellen dass jaradashti überhaupt nur ein Eigen-name sei, so dass ich über diesen verunglückten Versuch nichtweiter zu reden brauche. Es würden übrigens, ganz abgesehenvon den Vedas, noch viele Gründe geltend gemacht werden kön-nen, die gegen die Wahrscheinlichkeit der obigen Annahme spre-chen würden.
Nach diesem Allen bleiben wir also bei der Annahme: dass dieGemeinsamkeit der luder und Eränier in eine frühe, vorvedischeZeitzurückgehe und dass, wie Lassen gesagt hat, Inder und Eränierschon lange geschieden waren als Veda und Avesta geschrieben wur-