EINLEITUNG.
w ährend die in den beiden ersten Bänden dieses Werkes über-setzten Schriften vorzugsweise zum Studium für die Priester undzum öffentlichen Vorlesen bestimmt sind, dienen die Texte des soge-nannten Khorda-Avesta, d. i. des kleinen Avesta , überwiegend zurPrivatandacht. Aus diesem Grunde finden wir liier Schriftdenkmaleaus verschiedenen Zeiten und von verschiedenem Werthe zusammen-gestellt. Die Gebete sind zum Theil in verhältnissmässig junger Zeitund in neueren Sprachen abgefassl, dies sind jedoch nur solche vondenen man es für wünschenswerth oder nöthig erachtete, dass auchdie Laien den Sinn des Gelesenen verstehen sollten. Bei weitem dergrössere Theil ist in derselben Sprache geschrieben in welcher auchdie andern rituellen Werke verfasst sind und mit gutem Grunde,denn man hielt die Sprache keineswegs für gleichgültig. Die Sprachein der Ahura-Mazda sein Geselz dem Zarathustra verkünde! hatte,ist die Sprache des Himmels und wenn auch die Menschen des bes-sern Verständnisses wegen diese himmlischen Worte in ihre Spracheübersetzen dürfen, so können doch die Gebete nur in dieser Sprachean den Himmel gerichtet werden. Nur in dieser Sprache erfüllen sieihren Zweck vollständifeil
6 und dienen dem Menschen als geistige Waf-
mainvus ebenso
vor denen die unsichtbaren Geister des Agrö
entlaufen wie wehrlose Menschen vor den gezückten Wallen derSoldaten. Nur diesem Glauben haben wir es wahrscheinlich zu dan-ken, dass uns die Urtexte der heiligen Schriften der Parsen überhaupterhalten geblieben sind.
Eine grosse Anzahl der Gebete, die in verschiedenen Zeiten undLagen an die Genien des Himmels gerichtet werden sollen, bestehennur aus abgerissenen Stellen der uns schon bekannten Religionsbü-
cher ,
wie man111 .
sie gerade für den Zustand um den es sich handelte
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