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3 (1863) Khorda-Avesta : mit einem Register über das vollständige Werk
Entstehung
Seite
LXXXI
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Drittes Capitel

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Iränier von- den arischen Indern scheidet und daraus zu folgern, dassbeide Völker sich schon lange von einandergetrennt halten.

Erst seit dieser Zeit tritt nun plötzlich die Behauptung einerdurchgängigen Identität des Veda und Avesta auf und zwar nicht inForm einer neuen Ansicht, welche durch ihre Gründe die ältere zuverdrängen sucht, sondern als bewiesene Thatsache, die gar keinesBeweises bedarf. Man wird fragen wie kommt das? Sind etwa seitdem Jahre 1851 identische Gestalten in solcher Menge im Veda undAvesta nachgewiesen worden, dass man die frühere Ansicht still-schweigend für veraltet ansehen kann? Mir wenigstens ist nichts da-von bekannt geworden und es scheint mir die ganze Ansicht aufeinem Missverständnisse zu beruhen, indem man theils mit bewiese-nen Dingen mehr beweisen will als sich beweisen lässt, theils aberauch unbewiesene Dinge als vollkommen erwiesen~ansieht.

Wenn man der Kürze wegen sagt: der eränische Haoma sei derindische Soma, der eränische Yima der indische Yama u. s. w., somag dies angehen, vorausgesetzt dass man es richtig versteht undnicht etwa annimmt die eränischen Persönlichkeiten wurzelten imVeda. Dies, wir wiederholen es, ist bei keiner einzigen erwie-sen. Bedenklicher schon ist es wenn man eine andere Gattung vomWesen herbeizieht von der wirBd. I, 10 gesprochen haben. Man sagtder Andra des Avesta sei der Indra der Vedas, Näoghailhya ent-spreche den Näsatyas, Qaurva dem Qarva. Hier ist aus einer rich-tigen Thatsache ein ganz unrichtiger Schluss gezogen. Die Namensind in beiden Beligionssvstemen die nämlichen, wie weit die Aehn-lichkeit der Sac he ging kann gar nicht einmal in der Weise erör-tert werden wie die Aehnlichkeit des Soma und Haoma etc. weileben das Avesta von keinem dieser Wesen mehr sagt als den Namen.Aus eränischen Schriften kann so wenig deren Aehnlichkeit als derenVerschiedenheit behauptet werden, die vergleichende Mythologie hathier nichts zu vergleichen. Den Analogieschluss aus den andern Per-sönlichkeiten weisen wir gleichfalls ab, da eine Identität bei diesenselbst nicht nachgewiesen ist, so können sie diese noch weniger fürandere- erweisen. Es versteht sich, dass wir keineswegs gesonnensind den hohen Werth auch dieser blosen Namensgleichheit für dievergleichende Mythologie in Abrede zu stellen, nur dass die Identitätdes Avesta mit den Vedas dadurch erwiesen werde, können wir be-stimmt verneinen. Noch bestimmter müssen wir einige andere Ver-gleichungen zurückweisen auf die man sich neuerdings gestützt hat.

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