'n HEILIGEN SCHRIFTEN DER PARSEN. AVESTA DIE HEILIGEN SCHRIFTEN DER PARSEN. AUS DEM GRÜNDTEXTE ÜBERSETZT, MIT STETER RÜCKSICHT AUF DIE TRADITION Dr. FRIEDRICH SPIEGEL. DRITTER BAND: KHORDA—AYESTA. MIT EINEM REGISTER ÜBER DAS VOLLSTÄNDIGE WERK. LEIPZIG. VERLAG VON WILHELM ENGELMANN. 1863 . ■ mwi: CuU .G, Das Hecht der Uebersetzung in die englische und französische Sprache hat sich der Verfasser und der Verleger Vorbehalten. ( BIBLIOTHEK zu VORREDE. Die vorliegende Uebersetzung des Avesta wird mit dem hier erscheinenden dritten Bande abgeschlossen. Derselbe enthält was noch an alibaklrischen Texten bekannt ist, mit alleiniger Ausnahme des sogenannten Vistctgp-yast und einiger kleinerer Fragmente. Der Grund der mich bestimmt hat diese Stücke auszuschliessen ist der verderbte Zustand der Texte: ich hätte allzugewagte Deutungen aufstellen müssen und selbst diese würde ich oft nur durch kühne Textverbesserungen erhalten haben, darum schien es mir gerathener die genannten Texte lieber ganz bei Seite zu lassen als durch zweifelhafte Uebersetzungen irre zu leiten. Ich habe mich aber so wenig wieAnquetil auf die alt- baktrischen Texte allein beschränkt, sondern auch die wichtigem Gebete der Parsen in Pärsisprache aufgenommen und diese, gleichfalls nach Anquetils Vorgänge, durch besondere Schrift hervorgehoben. Vollständigkeit habe ich auch hier nicht erreichen können, doch hoffe ich nichts Wichtiges übergangen zu haben; auf jeden Fall ist dieser Band reichhaltiger als die meisten Ausgaben des Khorda-Avesta welche die Parsen zu ihrem eigenen Gebrauche herausgegeben haben. Den Grundsätzen, welche mich bei der Uebersetzung der frühem Bände geleitet hahen und die ich in den Vorre- Vorrede. den zu meiner Pärsigrammatik und zum ersten Bande dieser Uebersetzung dargelegt habe, bin ich, trotz allen Widerspruchs, auch in diesem Bande getreu geblieben. Ich habe dies gethan, nicht aus Hartnäckigkeit, sondern weil sich immer mehr in mir die Ueberzeugung befestigt hat, dass dieser (schon von Burnouf eingeschlagene) Weg der einzige ist, der uns zu einem sichern Verständnisse des Avesta führen kann. Die Angriffe die ich deswegen erfahren habe und die vornehmlich von Hrn. Haug in Puna ausgehen, haben in neuerer Zeit einen solchen Grad von Heftigkeit erreicht, dass ich es für meine Pflicht halte, zur Orientirung der Leser, hier einige Worte darüber zu sagen. Nach der Art und Weise wie diese Angriffe geführt werden, sollte man ver- muthen dieselben seien blos gegen mich persönlich gerichtet und bezweckten nichts Anderes als mir die nöthigen Kenntnisse und die nöthige Befähigung zu einer Uebersetzung des Avesta abzusprechen, während über die Grundsätze, nach welchen eine solche Uebersetzung zu verfertigen sei, nirgends eine Meinungsverschiedenheit obwalte. Allein diese Darstellung ist eben eine ganz falsche, der Grund liegt weit tiefer und ich bin persönlich weniger betheiligt als es scheint. Es fragt sich einfach, wer der Begründer der altbaktrischen Philologie sei, ob Burnouf, ob Haug und ob die Methode nach der Burnouf gearbeitet hat auch für fernere Arbeiten auf diesem Gebiete massgebend sein könne oder nicht. Selbst wenn ich und meine Uebersetzung ganz beseitigt wären, so würde doch diese Frage immer noch zu beantworten sein. So lange BurnoufsMethode nicht als eine unwissenschaftliche beseitigt ist halte ich meine Arbeit für ziemlich geborgen und wenn es auch bis jetzt noch nicht erwiesen ist dass ich nach seinen Grundsätzen gearbeitet habe, so glaube ich dies doch eben so bestimmt erweisen zu können als ich mir jeden Augenblick Vorrede. zu erweisen getraue, dass Hr. Haug nicht nach Burnoufs Methode arbeitet. Ist nun freilich Hrn. Haugs Methode die richtige, dann ist diese Uebersetzung auf falschen Grundlagen gebaut, aber nicht die ineinige allein, sondern auch die Burnoufs und wir Alle haben uns in einem schweren Irrthume befunden die wir den Anfang der altbaktrischen Philologie in das Jahr 1833 und nicht 1853 setzten. So steht die Sache und nicht anders, ich gestehe auch dass ich wegen des endlichen Ausgangs dieses Streites nicht sehr in Sorgen bin. Um es also kurz zu sagen: ich verhalte mich ablehnend gegen Hrn. Haugs Arbeiten, nicht bloss deswegen weil ich sie für fehlerhaft, sondern vornemlich weil ich sie schon in der Anlage für verfehlt halte. Den nähern Nachweis wird mein Commentar zum Avesta liefern, einstweilen verweise ich auf meine Darlegung über den Unterschied der beiden Methoden welche man im siebzehnten Bande der Zeitschrift der Deutschen morgenländischen Gesellschaft finden wird. Es mag sein dass diese Behauptungen dem oberflächlichen Beobachter zu schroff scheinen, wer sich aber die Mühe giebt die Sache genauer zu untersuchen, der wird finden dass ich mich so ausdrücke weil ich weder anders kann noch darf. Noch über einen Punkt, der mir entgegen gehalten werden könnte, will ich hier einige Worte beifügen. Man könnte nämlich fragen wie Herr Haug dann, wenn seine Arbeiten wirklich so verfehlt wären wie ich sage, solchen Anklang bei den Parsen selbst finden könnte als er unzweifelhaft gefunden hat? Die Antwort habe ich eigentlich schon vor Jahren gegeben. Ich habe nämlich gezeigt (Zeitschr. der DMG. I, 259 flg.) dass die Parsen von den Sufis eine Art der typischen Auslegung des Avesta überkommen haben welche ihnen möglich macht jeden beliebigen Sinn in den Text hineinzulegen. Es scheint mir für einen Philologen nicht besonders schmeichelhaft wenn man Vorrede. seine Erklärungen nach dieser Methode begründet findet, dass sich aber die Parsen Herrn Haugs Ansichten auf diese Weise zu recht legen, lässt sich aus seinen eigenen Worten beweisen. Es wird nun mein eifrigstes Bestreben sein, den zu dieser Uebersetzung gehörenden Commentar bald nachliefern zu können, damit dieselbe nicht länger mehr in dem unbeschützten Zustande dastehe wie bisher. Mittlerweile erlaube ich mir nochmals auf Burnoufs Arbeiten hinzuweisen und ein genaues Studium derselben nicht nur hinsichtlich der Resultate sondern auch der Methode angelegentlichst zu empfehlen. Auch kann ich nur wiederholen was ich bereits in der Vorrede zum zweiten Bande (p.X) gesagt habe. Der Leser muss sich vor Allem klar machen was er von einer Uebersetzung des Avesla erwartet. Wem es genügt den Sinn zu erfahren den die Parsen seit mehr als einem Jahrtausend in dem Buche finden und, wie ich überzeugt bin, mit Recht darin finden, der wird sich der Führung dieser Uebersetzung getrost anvertrauen dürfen. Dass ich damit nicht sagen will der richtige Sinn sei an jeder einzelnen Stelle getroffen wird der Commentar erweisen. Wer aber Neues, früher Ungeahntes zu erfahren wünscht, dem habe ich Nichts zu bieten, er wird besser thun an Hrn. Haug sich zu wenden. Ich wiederhole auch dass ich jetzt wie früher nur darum mich entschlossen habe diesen Gegensatz hier zu erwähnen, weil ich es für meine Pflicht hielt die Leser über die wahren Gründe desselben aufzuklären. Pr. Spiegel. EINLEITUNG. w ährend die in den beiden ersten Bänden dieses Werkes übersetzten Schriften vorzugsweise zum Studium für die Priester und zum öffentlichen Vorlesen bestimmt sind, dienen die Texte des sogenannten Khorda-Avesta, d. i. des kleinen Avesta , überwiegend zur Privatandacht. Aus diesem Grunde finden wir liier Schriftdenkmale aus verschiedenen Zeiten und von verschiedenem Werthe zusammengestellt. Die Gebete sind zum Theil in verhältnissmässig junger Zeit und in neueren Sprachen abgefassl, dies sind jedoch nur solche von denen man es für wünschenswerth oder nöthig erachtete, dass auch die Laien den Sinn des Gelesenen verstehen sollten. Bei weitem der grössere Theil ist in derselben Sprache geschrieben in welcher auch die andern rituellen Werke verfasst sind und mit gutem Grunde, denn man hielt die Sprache keineswegs für gleichgültig. Die Sprache in der Ahura-Mazda sein Geselz dem Zarathustra verkünde! hatte, ist die Sprache des Himmels und wenn auch die Menschen des bessern Verständnisses wegen diese himmlischen Worte in ihre Sprache übersetzen dürfen, so können doch die Gebete nur in dieser Sprache an den Himmel gerichtet werden. Nur in dieser Sprache erfüllen sie ihren Zweck vollständi feil 6 und dienen dem Menschen als geistige Waf- mainvus ebenso vor denen die unsichtbaren Geister des Agrö entlaufen wie wehrlose Menschen vor den gezückten Wallen der Soldaten. Nur diesem Glauben haben wir es wahrscheinlich zu danken, dass uns die Urtexte der heiligen Schriften der Parsen überhaupt erhalten geblieben sind. Eine grosse Anzahl der Gebete, die in verschiedenen Zeiten und Lagen an die Genien des Himmels gerichtet werden sollen, bestehen nur aus abgerissenen Stellen der uns schon bekannten Religionsbücher , wie man 111 . sie gerade für den Zustand um den es sich handelte * II Einleitung. i'iir passend eracblete. Wieder andere, aber die Minderzahl, findet sich zwar in den uns bekannten Büchern nicht vor, es mögen dies aber Fragmente aus andern ähnlichen Religionsbüchern sein die im Laufe der Zeit verloren gegangen sind. Den Ilaupttheil des Khorda- Avesta aber bilden die sogenannten Yasls oder Yests, d. h. Anrufungen. Sie sind sämmtlich in allbaktrischer Sprache abgefasst und werden darum von den Laien wenig gelesen, die gewöhnlichen Kliorda- Avestas der Parsen enthalten daher meistens nur einige wenige kürzere derselben. Für uns dagegen ist gerade diese Classe von Schriften vom höchsten Werlhe, denn da diese Anrufungen dazu bestimmt sind den Preis jedes Einzelnen unter den Genien auszusprechen, so gehen sie uns auch eine viel deutlichere Einsicht in das Wesen derselben als die kurzen und meist nur gelegentlichen Aeusserungen der übrigen heiligen Schriften. Für die Gö llerlehre der Parsen sind sie daher die Hauptquelle. Wie wir aber eine Einsicht in die Vorstellungen der Parsen von der irdischen und überirdischen Welt hauptsächlich ihnen verdanken , so wird es auch wiederum , zum bessern Verständnisse derselben , nölhig sein , die leitenden Grundgedanken dieser Anschauungen hier kurz zusammenzustellen. Eine erschöpfende Darstellung des Religionssystems wäre hier natürlich nicht am Platze und soll auch nicht gegeben werden. ERSTES CAPITEL. Die alteränische Religion ist sich des Gegensatzes zwischen der diesseitigen und der jenseitigen, der irdischen und überirdischen Welt vollkommen bewusst und hat ihn auf das Klarste ausgesprochen. In den Keilinschriften (cf. 0, 2. 3. NR. a, 1. 2. D. 1. 2. u. s. f.) wie im Avesta (z. B. Yt. 13, 2) wird jener Himmel dieser Erde entgegengesetzt, im Avesta auch die himmlische Schöpfung der irdischen (cf. Vsp. II, 5. 7). Die neuern Uebersetzer verstärken den Gegensatz noch dadurch dass sie mainyava, himmlisch, durch unsichtbar übersetzen. Bei dieser mehr localen Anschauung wird der sonst ständige Gegensatz zwischen gut und böse nicht geltend gemacht, die ganze Welt zerfällt in zweiTheile, eine geistige, unsichtbare und eine materielle, bekörperte (daher agtvat aghus, die bekörperte Weil). Erstes Capitel. in Aus diesem Grunde ist auch in den Schriften desAvesta nur von zwei Welten die Rede, der körperlichen und geistigen (manahyo) (cf. Y§. XXVIII, 2; XXXVIII, 9; XLI, 8; LVI, 10.5 u. s. w.), ebenso wie im Schähnäme 1 ). Die jenseitige Welt, heisst auch parähu oder paro-a§na • aghus (cf. zu Yq. XLV, 19), d. i. die nicht nahe, also derselbe Gegensatz wie zwischen und LüiAJi bei den Muhammedanern. Auf die Frage wann jene geistige Welt geschaffen worden sei und von wem geben die Schriften der Parsen genaue Auskunft. Sie wurde geschaffen am Beginne der zwölftausendjährigen Weltperiode welche mit dem jüngsten Gerichte zu Ende geht und die wir unten noch näher kennen lernen. Ihr alleiniger Schöpfer und Herr ist Ahura- Mazda (vgl. das erste Capitel des Bundehesh), von welchem wir nun näher zu sprechen haben werden. Unter allen göttlichen Wesen der Eränier steht Ahura-Mazda unzweifelhaft oben an und seine Persönlichkeit ist uns sehr gut verbürgt. Sein Name findet sich in den Keilinschriften und wird dort Auramazdä geschrieben und zumeist als ein einziges Wort behandelt, an einer Stelle jedoch (C, 10) findet sich der Genitiv aurahyä mazdäha, also beide Elemente noch geschieden. Im Altbaktrischen dagegen ist die Form ahuro mazdäo die gewöhnliche und jedes der beiden Wörter wird gesondert declinirt. Es ist aber darum nicht durchaus nolhwendig dass die beiden Worte ahura-mazda zusammensteben, jedes der beiden gesondert bezeichnet schon die höchste Gottheit. So finden wir ahura allein in dem Worte ahura-tkaesha, den Vorschrif- * ten des Ahura zugethan, und auch sonst z. B. Yq. XXIX, 5. Ebenso steht auch mazda allein z. B. Yq. I, 33; XIII, 19; L, 7 und sonst. In den Gälhäs findet man, wahrscheinlich aus metrischen Gründen, die Umsetzung mazda ahura, doch auch in den prosaischen Stücken des Yaijna-Haptaghäiti findet sie sich. Cf. Yq. XXXVI, 7. XXXVII, 14. XLI, 3. u. s. w. 2 ). 1) Cf. Schähnäme p. 123. Macan. (^ 5 !^j 3^3 313^1 ^L.J ibid. p. 175. 2) Obwol die Ausdrücke mazdä und ahura in den Texten allein gebraucht werden, ohne dass ich einen Unterschied hätte entdecken können, so werden doch die Beiwörter mazdadhäta und ahuradbäta, von Mazda oder von Ahura * J...L LCtmCm. IV Einleitung. Gewöhnlich gehen in den verschiedenen Sprachen die Götternamen und die Eigennamen überhaupt in eine ziemlich ferne Zeit zurück, sie haben keinen Sinn für sich ausser zur Bezeichnung des bestimmten Individuums und ihre Etymologie ist meist dunkel. Anders ist dies im Parsismus, wir werden finden dass die meisten Götternamen ihrer Etymologie nach vollkommen durchsichtig sind und dass sie meistens noch als nomina appellativa in der Sprache gebraucht werden. So ist es denn auch mit dem Namen Ahura-Mazda. Ahura heisst nach der Tradition der Parsen Herr und kommt in dieser Bedeutung noch oft genug im Avesta vor, z. B. Yq. I, 15; XXVIII, 8. XXIX, 2. Yt. 5,72; 10,25implural ahuraogho wie Yt. 5, 85; 14,39. Die Richtigkeit der Bedeutung, welche die Parsen dem Worte geben, hat schon Burnouf anerkannt, sie wird durch die Texte bewiesen. Im Sanskrit ist in den Vedas das identische Asura in ziemlich ähnlicher Bedeutung noch vorhanden. Auch über den Namen Mazdäo kann kein Zweifel bestehen, Burnouf hat ihn bereits erklärt und nachgewiesen dass die Parseniradition ihn vollkommen richtig bestimmt hat. Das Wort ist nämlich aus ma<;, maz, gross und däo, Wissen, zusammengesetzt 1 ), mazdäo bedeutet also grosses Wissen besitzend. Ahura-Mazda heisst mithin der sehr weise Herr. Nicht minder durchsichtig ist ein anderer Name desselben Gottes. Er heisst oft genug im Avesta Qpento-mainyus (z.B. Yt). LVI, 7. 6) und dieser Name ist der eigentliche Gegensatz gegen das böse Princip. Qpenlo- mainvus heisst eigentlich der vermehrende Geist, d. i. der welcher geschaffen , strenge geschieden und das eine wie das andere Beiwort wird von bestimmten Wesen gebraucht. Ahuradhäta kommt nur wenigen Wesen zu: dem Verethraghna (cf. Yf. I, 19. II, 25. XVII, 31 etc.) und der Erde (cf. Vd. XIII, 165. XIX, 71. 116 u. s. w.). Häufiger ist niazdadhäta. So heissen alle reinen Güter die von Mazda herrühren (cf. Yf. XIX, 3. 5. XXII, 23. Vsp. XII, 17. Vd. XI, 3 etc.), dann das Wasser (Yf. 1,39. III, 10 etc.), die Bäume (Yf. I, 39. Vd. XIX, 62), die Wege (Vd. XXI, 22), Haom'a (Yf. X, 52), der Wind (Vsp. VIII, 19), der Schlaf (Vsp. VIII, 16), Majestät und Glanz (Yf. I, 42. Vd. XIX, 125). Ferner die Berge im Allgemeinen (Yf. 1, 41. Vsp. I, 20; II, 22 u. s. w.), dann der Berg Ushidarena insbesondere (Yf. I, 41 ; II, 54 und oft.), die Brücke Cinvat (Vd. XIX, 96), der Genius faoka (Vd. XXII, 11. 15 u. s. f.), die Frauen (Vsp. I, 15), die Geschöpfe (Yf. LXX, 21). Ein Unterschied scheint also jedenfalls stattzulinden, wenn man auch nicht sagen kann welcher. 1) Es mag sein, dass mazdä = skr. medhas ist, doch ist diese VergleicbuDg mehr für das Sanskrit als für das Alteränische von Belang. Die Form mazdäo ist an und Für sich klar, auch ohne Vergleichung mit andern Sprachen. Erstes Capitel. v das von ihn Geschaffene stets noch mehr macht, denn das Wort cpeiila, obwol meistens heilig, ehrwürdig bedeutend, heisst doch ursprünglich vermehrend (man vergl. das lat. augustus) und diese Bedeutung ist bis in die späte Zeit herab dem Bewustsein der Parsen lebendig geblieben. Es ist kein Zweifel, dass Ahura-Mazda ursprünglich bekörpert gedacht wurde. Dies beweisen die Denkmale der Aehämeniden, auf denen wir den Auramazda bildlich dargeslelll sehen. Hier könnte man freilich einwenden, dass möglicher Weise diese Kunstwerke von fremden Künstlern gemacht worden seien, die gewiss unter den Einflüssen der westlich von Erän geltenden Ideen standen und so wäre es denn möglich, dass man den höchsten Gott der Eränier eben dargeslelll hätte wie man die oberste Gottheit in Assyrien und Babylon auch darzustellen pflegte,. ohne dass dies gerade auch die Ansicht der Eränier gewesen zu sein brauchte. • Indess auch das Avesta stellt den Ahura-Mazda nicht blos als ein geistiges sondern auch als ein körperliches Wesen dar, an mehrern Stellen heisst er „mit dem besten Körper versahen“ (cf. Yilel. IX Bundehesh das mazdayatjnisehe Gesetz mit Vohu-mano zusammen geschaffen wurde. Nur wenige Züge sind im Avesta vorhanden, die uns das persönliche Verhalten dieses Genius schildern. Aus Vd. NIX, 102 flg. sehen wir, dass er als Vorsitzender der Amesha-cpenlas im Himmel gedacht wird, auf einem goldenen Throne sitzend von dem er sieh erhebt um die frommen Seelen zu bewillkommnen wenn sie in den Himmel eintreten. Vom Wohnen hei Vohu-mano ist öfter die Rede, daher die Redensart yöi vagheus ä managho skyeinti, welche bei Vohu- mano wohnen (Yiag zu bezeichnen. Aber auch über sie sind weiter gehende Nachrichten aus demAvesta nicht zu erhalten. Als Mutter Erde gedacht erscheint sie Vd. II, 32 Hg. wo sie Yima mit dem Pfluge durchbohrt und auseinander gehen lässt, ebenso auch Vd. XVllI, 108, dagegen stellt sie Yg. XIII, 6. Vsp. II, 10 und Yt. 1, 40 bestimmt als Göttin des Weisheit. Im Yt. 2, 3. Siroza I, 5; II, 5 erscheint sie in Verbindung mit der Freigebigkeit oder Geschicklichkeit (beide Bedeutungen lassen sich dem Texlesworte unterlegen). In spätem Büchern erscheint Qpenta-ärmaili als die Verleiherin der guten Lebensart, der Redefertigkeit u. s. w., alles Dinge die von selbst aus ihren oben angegebenen Eigenschaften entspringen. Auch kann es nicht auffallen, wenn der Name Qpenta-ärmaiti oder auch ärmaiti allein geradezu in der Bedeutung Erde (cf. Vd. III, 119; XVIII, 127) oder Weisheit (Vsp. II, 10) gebraucht wird. Auch der Pluralis ärmalayö ßndet sich Yg. XXXVIII, 4. Noch bleiben uns zwei Amesha-cpentas zu betrachten übrig die gewöhnlich zusammen genannt werden und die wir darum auch zusammen betrachten wollen. Sie heissen Haurvalät, und Ameretät und ihre Namen sind wieder Abstracta und etwa mit Allheit und Unsterblichkeit zu übersetzen. Das erstre Wort habe ich öfter mit „Fülle“ übertragen. Die beiden Namen finden sich auch öfter als Abstracta cf. Yg. III, 2 und die Anm. Yg. XXXI, 6; XXXII, 5 u. s. w\ Nach den Parsen ist Haurvatät der Herr der Gewässer, Ameretät aber derHerr der Pflanzen, Plutarch nennt den ersten -9-edv tcXovtov, den zweiten aber etcl v.aXolq fjdecov. Ich glaube dass man sie füglich als 1) Da man den Namen bunda-minesne, d. i. vollkommene Weisheit nach Anquetils Vorgänge längere Zeit bende-minesue, Knechtsgesinnung las, so wollte man der fpenta ärmaiti die Eigenschaft der Demulli zutheilen , wofür sich in den Schriften der Parsen keine Bestätigung findet. *■ XII Einleitung. die Genien der sinnlichen Genüsse, des Essens und Trinkens bezeichnen kann, wie sie auch nach Yt. 19, 96 Hunger und Durst besiegen. Allein ausser allgemeinen Anrufungen findet man Weniges was uns genauer über das Wesen dieser Genien Aufschluss geben könnte. In Yl. 2, 3. Siroza I, 6. 7 wird HaurvatAt, mit dem guten Wohnen, Ame- retat mit den Futterkräutern in Verbindung gesetzt und dies erklärt sich auch genügend aus ihren Eigenschaften. Wasser ist überall ein Hauplbedingniss einer guten Wohnung und in den wasserarmen ErAn noch willkommner als anderswo, der Genius der Pflanzen aber musste für ein Ackerbau und Viehzucht treibendes Volk besonders ' durch seinen Schutz der Saaten und Weiden einen Werth haben. Hiermit hätten wir die Amesha-tjpentas alle betrachtet, soviel derselben gewöhnlich genannt werden. Es sind deren sechs oder sieben, je nachdem man Ahura-Mazda dazu zählt oder davon abtrennt. Es muss indess bemerkt werden, dass in späteren Stücken auch von drei und dreissig Amesha-tjpentas die Rede ist, es mag sein dass sich diese späte Erwähnung vielleicht auf einen alten Text stützt der uns verloren gegangen ist. Ich denke dass' der Name amesha-gpenta vielleicht auch in weiterer Beziehung gebraucht worden sei für die Genien des Himmels überhaupt die natürlich alle als unsterblich gedacht worden sind. Neben den sieben Amesha-^pentas nennt das Avesla noch eine beträchtliche Anzahl anderer Genien unter dem Namen Yazatas. Dieses Wort heisst eigentlich ,,verehrungswürdig, opferwürdig“ und muss auch öfters im Avesla noch in seiner ursprünglichen Bedeutung genommen werden. Der Ausdruck bagha, Gott, dürfte damit ziemlich identisch sein. Eine sehr bestimmte Abgränzung zwischen Amesha-epentas und Yazatas scheint es nicht zu geben, wie denn auch Ahura-Mazda selbst an einzelnen Stellen als Yazata genannt wird. Ehe wir nun zur Aufzählung der einzelnen Yazatas fortgehen fragt es sich in welcher Ordnung wir sie aufzählen sollen. Im Avesta (cf. Vsp. II, 4—7) wird ein Unterschied gemacht zwischen himmli- 1) P. Bötticher (Zeitschr. DMG. IV, 368) hat es versucht den Haurvatät und Ameretät mit den beiden im Qoran genannten Engeln Härüt und Märüt zusammen zu stellen. Es lässt sich nicht leugnen dass der Anklang sehr verführerisch ist, auch ich möchte eine frühere Verwandtschaft nicht in Abrede stellen. Nur scheint mir dass sowol die im Qorän erwähnte Sage als auch der eränische Haurvatat und Ameretät auf eine frühere gemeinschaftliche Quelle zurückgeführt werden müssen , denn in ihrer gegenwärtigen Gestalt sind Haurvatat und Ameretät viel zu lärhlos um einer Sage als Grundlage zu dienen. Erstes Capitel. XIII sehen und irdischen Yazatas, als Herr und Meister der erstem wird Ahura-Mazda, als der der letztem wird aber Zarathustra genannt. Leider können wir diese Anordnung nicht zu Grunde legeu, denn es ist mir keineswegs hinlänglich klar, welches der Gegensatz zwischen himmlisch und irdisch in dieser Hinsicht ist. Fassen wir das Beiwort „himmlisch“ als gleichbedeutend mit „unsichtbar“, wie ja die Parsen immer die Unsichtbarkeit als das hauptsächlichste Attribut eines himmlischen Wesens angeben, so würden unter der Obhut des Ahura- Mazda alle die Wesen stehen welche unsichtbar wirken, sei es im Himmel oder auf Erden. Dann würden unter Zarathustra die sichtbaren Mächte zu stehen kommen, etwa wie das Feuer, das Wasser, dann die Gestalten der Vorzeit wie Gayö-maratan, Thraetaona u. s. w. Dies scheint mir jedoch wenig wahrscheinlich und namentlich hinsichtlich der letztgenannten Wesen etwas bedenklich sie als Yazatas gelten zu lassen. Wir könnten dann die Ausdrücke auch so lassen, als seien unter himmlischen Genien alle die verstanden welche im Himmel, unter irdischen aber solche die auf Erden wirken. Dies ist etwas wahrscheinlicher, aber unsere Hiilfsmittel reichen auch dann nicht hin um diese Eintheilung zu Grunde zu legen, denn die Mittheilungen des Avesta, auch über die einzelnen Yazatas, sind in der Regel sehr mager und cs ist nicht immer zu sagen oh sie auf Erden oder im Himmel wirken. Wir müssen uns also nach einer andern Eintheilung umsehen. Plutarch, nachdem er von dem Amesha- fpentas gesprochen hat, versichert, dass die Parsen ausser diesen noch vier und zwanzig andere Genien verehren 1 ). Wir erhalten so ziemlich dieselbe Anzahl wenn wir die Genien betrachten, welche den einzelnen Tagen des Monats vorstehen, ln dieser Ordnung also wollen wir die Yazatas aufzählen, die Eintheilung ist übrigens keine ganz neue, wir linden sie schon im Yg. XVII so wie im Siroza. Nach dem Amesha-tjpenias wird, im Kalender der Parsen zunächst das Feuer (älars) als der Schutzgeist eines Monatstages gedacht. Das altbaktrische ätars linden wir im Neupersischen in zwei Formen und wieder. Von der hohen Bedeutung dieses Genius legt das ganze Avesta Zeugniss ah. Dass derselbe gewöhnlich als Sohn des Ahura-Mazda bezeichnet wird ist schon gesagt, auch wird er in der Liturgie meist als persönlich angeredet, wahrscheinlich weil der fungirende Priester das Feuer vor sich hat. 1) Nach Yt. 6, 1 müssen wir freilich die Yazatas nach Hunderten und Tau- senden zahlen. XIV Einleitung. (Cf. Y ? . I, 38; III, 8; VI, 39; LXI, 1 flg.; LXIV, 52 u. s. w.). Zuweilen steht auch blos ätars ahurahe mazdäo, Feuer des Ahura- Mazda ohne Beifügung des Wortes Sohn (cf. Y, aufwallen. Ueber die Wörter §üra und anähita ist kein Zweifel, das erste heisst stark, das zweite schmutzlos. Ardvi (jüra anähita heisst also die hohe, starke, reine oder die aufwallende, starke, reine. Die weite Verbreitung dieser alteräuischen Gottheit hat Windischmann gründlich nachgewiesen, sie wurde nicht blos in Erän selbst verehrt, sondern auch in Cappadocien und namentlich in 1) Id seiner trefflichen Abhandlung über die persische Anähita oderAna'itis. München 1846. 4to. XV1I1 Einleitung. Armenien, ja selbst in Baktrien, Damaskus und Sardes. Auch hinsichtlich der Wesensbestimmung dieser Gottheit können wir Win- dischmann unbedingt folgen. Sie ist eine weibliche Göttin und wir haben unter ihr nicht das irdische Wasser zu verstehen sondern die himmlische, von Ahura-mazda ausströmende alle Fruchtbarkeit der Gewächse, Thiere und Menschen bedingende Urquelle aus der eben das irdische Wasser entspringt. Der ihr gewidmete Yast giebt eine ziemlich vollständige Beschreibung ihrer Persönlichkeit (Yt. 5, 123 flg.). Sie hält einen goldnen Paitidhäna (Schleier), sie hat Ba- retjina in der Hand, trägt schöne Ohrgehänge, ein goldnes Halsband und ein Diadem. Sie ist in der Mitte des Körpers umgürtet, ihre starken Brüste fallen herab 1 ). Ihre Kleidung ist von kostbarsten Biberfellen, dreissig solche Felle sind dazu erforderlich. Darum erscheint sie denn auch in Gestalt eines schönen kräftigen und edlen Mädchens (Yt. 5, 64. 78). Sie fährt auf einem Wagen den sie selbst lenkt, von vier weissen Zugthieren gezogen, alle gleichfarbig und von gleicher Zucht sind(Yt. 5,11.13). So angethan erwartet sie die Verehrung der Menschen (Yt. 5, 8. 11. 124). Ein Beweis ihrer grossen Macht ist, dass sie von einer grossen Anzahl von Helden , ja selbst von Zarathustra und Ahura-Mazda angerufen und mit Opfern geehrt wird, sie erfüllt dann auch die Bitten der Würdigen, während sie die Schlechten nicht erhört. Sie reinigt den Samen der Männer und verleiht den Frauen glückliche Geburt (Vd. VII, 37 Dg. Yt. 5, 2. 5). Darum flehen sie auch die Schwangeren und Gebärenden um glückliche Geburt an (Yt. 5, 87). Aber auch die Männer können sie anru- fen um von ihr kräftige Pferde, starke Genossen zu erhalten (Yt. 5, 130. 131). Dafür will sie aber auch mit Opfern verehrt sein und zwar sollen diese dauern vom Steigen der Sonne bis Tagesanbruch , sie können also zu jeder Tageszeit gefeiert werden. Diese Opfer sollen der Opfernde und die Priester zu Ehren der Göttin verzehren, aber ausgeschlossen sollen sein Unreine, Blinde, Taube, kurz alle mit leiblichen Gebrechen Behaftete, weil man diese 1) Mit starken Brüsten erscheint sie auch in den von Loftus in Susa ausgegrabenen kleinen Statuen. Man vergl. auch die Abbildung bei Stickel: de Dianae persicae monumento Graechwyliano. Jenae 1856. Dass das arabische lAS’li (femina turgenlibus mammis praedita) mit der Anähila verwandt sei glaube ich auch, wahrscheinlich ist das Grundwort und daraus erst ein Verbum abgeleitet, wie in vielen anderen Fällen. Erstes Capttel. XIX für eine Wirkung des Agrö-mainyus ansah (Yt. 5, 91 flg.). Bemer- kenswerth ist dass auch von Opfern gesprochen wird welche Anders* gläubige der Göttin darbringen, obwol die Stelle (Yt. 5, 95) keineswegs in allen ihren Einzelnheiten klar ist, so dürfte doch damit auf die weite Verbreitung des Cultus der Anähita angespielt sein. Die Verehrung der Anähita ist uns übrigens nicht blos durch das Avesta sondern auch durch das Bruchstück einer Keilinschrift von Arlaxer- xesMnemon verbürgt. Wenn wir aber hei Clemens voll Alexandrien die Notiz lesen (cf. Bd. I, p. 270) dass Artaxerxes Mnemon die Bildnisse diese Göttin zuerst eingeführt habe , so stimme ich jetzt Win- dischmann in der Ansicht bei, dass damit nicht gemeint sei, der Cultus der Anähita sei erst um jene späte Zeit in Erän bekannt geworden, sondern dass es nur eine ausländische Form des Cultus, der Bilderdienst war, den Artaxerxes Mnemon einführle. Die bildlose Verehrung der Anähita ist in Erän gewdss uralt. Nicht so leicht ist es sich von der Bedeutung einer andern erä- nischen Gottheit genaue Rechenschaft zu geben, welche gleichfalls zum Wasser in Beziehung steht. Es ist die Gottheit welche Apanm näpät, genannt w'ird. Man übersetzt diesen Ausdruck gewöhnlich mit Nabel der Gewässer, ich habe früher (in den Nachträgen zum zweiten Bande) gesagt dass ich glaube , derselbe bedeute eigentlich Feuchtigkeit der Gewässer, und ich bin noch jetzt dieser Ansicht. Um das Wesen desAparim napät zu ergründen müssen w'ir vor Allem die nicht sehr zahlreichen Stellen betrachten in denen er genannt wird. Aus ihnen erhellt zuerst soviel dass er als männliche Gottheit zu denken ist. Er heisst der grosse Herr, an einigen Stellen heisst er auch khshathryo, was man entweder mit „königlich“ oder „mit Frauen versehen“ übersetzen kann, für die letztere Fassung entscheidet sich die Tradition (cf. Y§. II, 21; VI, 13 und meine Note zu der erstem Stelle). Aus der Stellung des Gottes in den ersten Capiteln des Ya$na und in Gäh. 3, 2 flg. erhellt, dass er die Scbutz- gottheit der Abendzeit, des Gäh Uzayeirina ist. Näheres über den Gott erfahren wir auch aus den übrigen Stellen des Ya§na (Y§. LXIV, 53; LXIX, 19) nicht, nur in den Yasts werden einige weitere Züge erzählt. Nach Yt. 5, 72 beten Ashavazdäo, der Sohn des Pouru- däkhsti, dann Ashavazdäo und Thrita, die Söhne Qäyuzhdris, bei dem grossen Nabel der Gewisser, so dass darunter eine bestimmte Stelle verstanden zu sein scheint, Yt. 8, 34 vertheilt Apanm napät die Gewässer über die einzelnen Theile der Welt. Nach Yt. 19, 51 xx Einleitung. ergreift er bei dem See Vouru-kasha die fliehende Majestät der arischen Könige und beschützt sie in der Tiefe des Sees Vouru-kasha. Nach Yt. 8, 4 heisst Tistrya vom Nabel der Gewässer her glänzend. Nach allen diesen Stellen zu schliessen, scheint mir Apanm-napät eine Gottheit zu sein welche im See Vouru-kasha ihren Silz hat, dem Orte wo sich nach Vd. V, 50 Dg. Yt. 5, 4; 8, 20 Dg. alle Wasser einigen und wo die Wolken aufsteigen. Dort liegt es ihm ob die Wasser zu vertheilen und in die verschiedenen Gegenden der Welt zu entsenden. Auf seine Stellung die er zum Schutze der arischen Majestät einnimmt, werden wir unten noch einmal zu sprechen kommen wenn wir von dieser selbst sprechen werden. Nach der von uns beobachteten Reihenfolge ist die Gottheit von der wir zunächst zu sprechen haben die Sonne. Sie führt den Namen hvare oder hvare-khshaeta (woher das neuere l stammt). In Y§. XXXVI, 15. 16 wird sie als berezisla berezimnananm, die höchste der erhöhten, benannt, ebenso auch Vsp. XXII, 6. Ihr gewöhnlichstes Beiwort ist aurvat-acjpa, mit ausgezeichneten oder schnellen Pferden begabt (cf. Y e . I, 35; XVII, 22. Vd. XIX, 93. Yt. 6,1). An einigen Stellen (z. B. Yt. 6,1) erhält sie das Beiwort amesha, unsterblich, daher dasMissverständniss als werde die Sonne zu denAmesha- Qpentas gezählt. Es werden häußg Sterne, Mond und Sonne zusammen genannt und immer so dass die Sonne den letzten Platz einnimmt, wie denn auch nach Bundehesh c. 2 die Gestirne in dieser Ordnung geschaffen sind (cf. Yq. II, 45; VI, 36. Vd. II, 132; VH, 134). Der Sonne ist ein eigener kurzer Yast gewidmet aus dem hervorgeht, dass die Helle welche die Sonne verbreitet den Yazatas hülfreich ist, so dass sie dann ihre Aufgabe am besten erfüllen können, ganz wie umgekehrt die Finsterniss für das Element gilt welches den Daevas günstig ist. Dazu haben die Gestirne und namentlich die Sonne eine reinigende Kraft (Yt. 6, 2) und dieser reinigenden Kraft ist es zuzu- „schreiben wenn im Vendidäd geboten wird die Leichname der Sonne auszusetzen. Weitere mythologische Züge von der Sonne giebt uns das Avesta leider nicht an, doch zeigt das Beiwort ,,mit schnellen Pferden begabt“ dass solche vorhanden gewesen sein müssen und dass man sich wahrscheinlich die Sonne auf einem Wagen fahrend gedacht hat, wie denn die Alten häußg darauf anspielen (Xenoph. Cyrop. VIII, 3. 6. Curtius III, 3. 8). Nach Bundehesh c. XV (p. 33, 5 Dg.) wird der Same des Gayomaratan von der Sonne gereinigt. Nächst der Sonne kommt zunächt der Mond (mäo) an die Reihe, Erstes Capitel. XXI der im Avssta sowol als Vollmond wie als Neumond angerufen wird, dann aber auch die Zeit welche zwischen ihnen liegt. Das Beiwort welches er gewöhnlich erhält ist gaocithra, d. i. den Stiersamen enthaltend (cf. Yq. I, 35; XVII, 23. Vd. XXI, 31). Den Schlüssel zu dieser Benennung giebt uns der ßundehesh c. 14 (p. 28, 14flg.), wo gesagt ist , dass nach dem Tode des eingebornen Stiers der Same desselben dem Monde übergeben wurde, der ihn reinigte und die verschiedenen Arten des Viehs davon schuf. Hierzu fügt der kleine Yast den Zug hinzu, dass durch Hülfe des Mondes die grünen Bäume wachsen (Yt. 7, 4). Dies nähert sich etwa der indischen Auffassung, wo der Mond als der Herr der Pflanzen gilt (vgl. Weber Naxatra II, p: 272). Auch hier wird uns sonst kein mythologischer Zug aufbe- wabrt, von der astrologischen Bedeutung von Sonne und Mond werden wir am besten unten bei den Fravashis sprechen, wo wir die Gestirne überhaupt zu behandeln haben. Weit frischer und lebendiger als die beiden eben genannten Gottheiten tritt uns die nächste, der Stern Tistrya entgegen. Ehe wir aber von dem Wesen desselben handeln, müssen wir zuerst den Namen desselben betrachten. Der Name Tistrya klingt offenbar am genauesten an das indische tishya, ein Wort das schon im Rig-veda vorkommt und dort zwar von den Scholiasten mit Sonne wiedergegeben wird, möglicher Weise aber auch einen glänzenden Stern bedeuten kann (cf. Weber Naxatra II, 290). Ob sich tishya und tistrya aus der indischen Wurzel tvish ableiten lassen oder ob wir eine eigne jetzt verlorne Wurzel als Grundform ansehen müssen, kümmert uns hier nicht weiter. Wichtiger scheint uns die Frage ob wir Tistrya und den in spätem Schriften vorkommenden Tir ohne Weiteres als gleich anselzen dürfen. Befrageu wir die Schriften der Parsen, so könnte es zunächst scheinen als ob jeder Zweifel an dieser Identität ein ganz müssiger sei, denn es kommen mehrere Stellen vor wo wir das Wort tistrya an der Stelle des Monatsnamens Tir gebraucht finden. Dennoch wird man bei näherer Betrachtung diese Zweifel nur zu gerechtfertigt finden. Zuerst, tir wäre eine sehr starke und ganz ungewöhnliche Verkürzung, denn die neuern (iranischen Sprachen pflegen Lautverbindungen wie st nicht so ohne Weiteres auszuwerfen. Es ist ferner unzweifelhaft dass sowol das Huzväresch als das Parsi zur Bezeichnung des Tistrya immer die Form tistar gebrauchen, das Wort ist noch im Neupersischen ge- _ O , , blieben und wenn die neupersischen Wörterbücher yuiu zu schreiben XXII Einleitung. lehren, so ist dies natürlich Töster und nicht Tastar zu lesen. Weiler wird im fünften Capitel des Bundehesh Tir geradezu als Gegner des Tistar genannt, kann also nicht mit ihm identisch sein. Die neupersischen Wörterbücher erklären den Tisiar richtig für das Gestirn das Regen giebl und nach persischer Ansicht der Sirius ist, Tir dagegen ist ihnen der Mercurius. Durch das Vorkommen von Naniensformen wie TrjQiddrrjs (Aelian V. H. XII, 1), Trjqißatog (Xen. Anah. IV, 4), Tiribazns (Corn. Nep. Conon. 5), Tiridates (Justin. XLII, 5), wird die Form Tir in eine so hohe Zeit hinauf bezeugt, dass von einer Verstümmelung aus Tistrya kaum mehr die Rede sein kann. Ich möchte daher das neuere Tir lieber mit armenisch ter, Herr, und altb. taera (Name eines Berges) vergleichen, die Frage aber wie mau denn dazu komme den Monat Tir in allbaktrischen Texten mit tistrya w'iederzugeben erkläre ich mir daraus, dass tir der Name eines bösen Sternes ist und man doch diesen nicht als Schutzgott eines Monates gelten lassen wollte. lieber das Wesen dieser Gottheit geben uns unsere Texte genügende Auskunft. Er ist ein Stern und zwar ein glänzender und majestätischer (Y<). I, 35; XVII, 24. Yt. 8, 2). Wie Zarathustra der Aufseher über die Menschen, so ist Tistrya der Aufseher über die Sterne (Yt. 8, 44), er ist so preiswmrdig geschaffen wie Ahura- Mazda selbst (Yt. 8, 50). Auch ein späteres Buch, der Minokhired, nennt ihn ausdrücklich als den besleu und werthvollsten Stern. Dass es der Sirius sei zeigt uns deutlich Plutarch, der von Ahura-Mäzda- sagt: eva . I, 35. Yt. 8, 2 11g. und oft). Mithra heisst sogar der majestätischste (Vd. XIX, 52). Nach Vd. XIX, 125 trägt auch Verethraghna den Glanz oder die Majestät und dieser Lichtglanz kommt wol unzweifelhaft allen Yazatas ohne Ausnahme zu (Yt. 19, 22), namentlich führt noch Manlhra-qienla den Beinamen as-qarenäo, sehr glänzend oder sehr majestätisch (Yf. II, 50. Vd. XIX, 54). Von diesem göttlichen Lichtglanz scheint nun ein Theil auch in die Welt gesandt zu sein und besonders den Ariern zuTheil zu werden, daher denn auch öfter von der arischen Majestät die Piede ist (Vd. XIX, 132. Yt. 18 r 1; 19, 56). Besonders ist sie den Königen eigen von denen sie flieht, wenn sic den Pfad des Rechtes verlassen. So ist Vd. XIX, 132 von der Majestät oder dem Glanze des Yima die Rede und Y$. IX, 14 heisst er sogar der majestätischste unter den Gehörnen. Aber aus Yt. 19, 35 flg. erfahren wir auch, dass sich diese Majestät von Yima entfernte, als er sich der Lüge ergab. Es wünschen diese den arischen Herrschern eigene Majestät auch Fremde, Unwürdige zu erhallen wie Dahäka, Fragrace, aber sie können sie nicht erlangen oder doch nicht behaupten (Yt, 19, 47 Dg.). Sogar zu Agro-mainyus wird sie in eine Verbindung gesetzt (\t. 19, 46). Ihr eigentlicher Bewahrer ist Apaiim napät, und zwar bewahrt er sie im See Vouru-Kasha (Yt. 19, 51). Dass xxxviii Einleitung. tlie vorzüglichsten Herrscher der Vorzeit mil dieser Majestät bekleidet waren versteht sich ohnehin , ebenso auch dass Zarathustra majestätisch ist (Vd. XIX, 9. Yt. 19, 79). Von Flüssen heisst Haetu- mat der majestätische oder glänzende (Vd. 1, 50; XIX, 130). Eine Erklärung für diesen'Umstand giebl Yt. 19, 66, es liegt nämlich in jener Gegend (cf. die Note zu d. St.) der See Kan^u aus welchem der Retter Qaoshyari^ erstehen wird der natürlich gleichfalls mil dieser Majestät bekleidet ist (cf. Yt. 19, 89). Marithra-f penta oder die heilige Schrift ist ein Genius eben so abstrakter Art als die Daena oder das Gesetz. Es heisst öfter im Avesta, dass Marithra-gpenta die Seele des Ahura-Mazda sei (Vd. XIX, 48. Yt. 13, 80. 81), nach andern Stellen ist Manthra-i’penta der Körper des (jraosba (Yq. IV, 50 etc.), personilicirt erscheint er namentlich im letzten Capitel desVendidäd wo er als heilend gedacht wird (Vd. XXII, 7). Diese Rolle, die beweist dass die Zaubersprüche unter den Eränieru in grossen Ansehen standen, erhält derselbe auch sonst zugetheilt, cf. Vd. VII, 120. \t. 3, 5. 6. Mit ihm in Verbindung gesetzt ist (jaoka, eine im Avesta öfter erwähnte aber darum doch nicht gerade klare Gottheit (Vd. XXII, 8 11g. Yt. 2, 2 und die Note zu diesen St.). Mit dem Marithra-fpenla werden wir am besten auch die Anrufungen der einzelnen Gebete verbinden. Die Worte welche Ahura-Mazda ausgesprochen hat sind Waffen (Vd. XIX, 30.31), als eine solche gebraucht nun (Yt. 17,20) Zarathustra den Ahuna • vairya. Mit dem Ahuna-vairya zusammen wird auch Airyama-ishya angerufen (Vsp. XXV11, 2), diesen finden wir gewöhnlich mit Asha-vahista zusammen (cf. die Note zn Yt. 2, 2. Yt. 3, 5). Ebenso wird es wol auch mit dem dritten der heiligen Gebete, dem Ashem-vohü der Fall gewesen sein, obwol ich mir keine Stellen angemerkt habe. Es kann uns auch nicht aulfallen, wenn wir im letzten Capitel des Veudidad den Airyama-ishya in ähnlicher Weise dargestellt finden wie die Daena und Manlhra-§penta. Der Schutzgeist des letzten Monatstages ist eine ganz abslracte Gottheit das unendliche Licht (anaghra raoeäo). Es wird öfter .augerulen und zwar in Stellen wie Yf. I, 45; LXX, 45 zusammen mil Sonne, Mond und Sternen, Vd. XIX, 119 mit dem Himmel. Auch Siroza 1, 30; II, 30 werden Gegenstände wie Garo-nemana, die Brücke Cinvat u.s. w. neben dasselbe gestellt. Einiges Licht über sein Wesen giebt uns die Glosse der Stelle Vd. II, 131, wo eine Un- Krsles Capitel. XXXIX terscheidung zwischen anlängslosen Lichtern (anagbra raocao) und in Ordnung oder Ih'r die Welt geschallenen Lichtern (^lidhäta raocao) gemacht und bemerkt wird, dass die erstem nach oben, die zweiten nach unten leuchten. Wie mir scheint dachte man sich das anfangslose Licht als einen Stoff der den Ort wo Ahura-Mazda wohnt in ähnlicher Weise ausfüllt wie die Luft die irdische Well erfüllt. Man dachte sich wol, dass Ahura - Mazda einen Theil dieses Stoffes genommen und das irdische Licht daraus gebildet habe. Das anfangslose Licht ist das erste der Wesen das uns begegnet , welche den Namen Qadhäla führen. Meine Ansicht über die Bedeutung dieses Namens habe ich schon früher (Bd. II, p. 218) angegeben, so dass es unnölhig ist hier nochmals darauf zurückzukommen. Es wird wol am passendsten sein, hier gleich die übrigen Gott- heilen anzuschliessen welche im Avesta den Namen Qadhäla führen. Hier ist vor Allem zu nennen: das Firmament, thwäsha. Im Huzväresch lautet das Wort iüneö, dafür würde auch stehen können, ich halle die Worte thwäsha und neup. für identisch. Eine ausführliche Erklärung über die Wirksamkeit dieses Qadhäla findet sich nicht, er wird blos angerufen Vd. XIX, 44. 55, in Yl. 10, 66 ist er mit Millira in Verbindung gebracht. Auch Qarset- nyäyish § 2. Siroza l, 21 und II, 21 wird er angerufen, an letzterer Stelle mitRäman, derLuft, in Verbindung gesetzt. Ich halte Thwäsha für den unendlichen Himmelsraum, im Gegensätze zu dem steinernen Himmel, der Acmän genannt wird. In Verbindung mit Thwäsha oder auch mit Anaghra raocao steht Micväna, das immer nützende Haus, Vd. XIX, 122. Siroza I, 30; II, 30. Es ist dies wie ich schon in der Note zur erstgenannten Stelle des Vendidäd gesagt habe, das Schatzhaus, wo die überzähligen guten Werke der Frommen aufbewahrt werden ; bekanntlich haben auch die spätem Juden dieselbe Vorstellung. Auch Micväna ist ein Qadhäla und ebenso eine Gottheit des Raumes. — Eine Gottheit der Zeit begegnet uns dagegen in dem nächsten Qadhäta, dem Zrväna akarana. Ueber diese Gottheit ist schon so ausführlich geredet worden (Bd. II, p. 217 fig.) dass wir hier nicht darauf zurückzukommen brauchen. Wie mir scheint sind sowol Thwäsha als Zrväna akarana kosmische Mächte, welche mit dem Weltlaufe in gar keiner Verbindung stehen, darum werden sie auch so selten angerulen. Sie umfassen sowol den Ahura-mazda als den Agro-mainyus, es scheinen mir dies die Gottheiten des Raumes und der Zeit zu sein welche die Parsen nach Angabe des Damaseius verehrt haben sollen 1 ). — Welche Bewandtniss cs aber mit dein Merezu pourva qadhata hat, welcher in einer nach meiner Ansicht eingesehobenen Stelle des neunzehnten Capitols des Vendidäd steht (Vd. XIX, 140), vermag ich nicht anzugeben. In enger Verbindung mit Zrvana akaratia steht Zrvana dareg ho-qadh ata (Siroza II, 21), die Zeit, die Herrscherin der langen Periode. Es wird darunter die zwölllausendjährigc Periode verstanden, welche die Dauer der materiellen Welt bis zum jüngsten Gericht umfasst. Auch über diese ist schon früher (I3di II 1. c.) geredet und gezeigt worden dass sie die Schieksalsgoltheit der modernen Parsen ist. Es scheint dass man sich diese zwölftausendjährige Periode gleichsam als ein Stück Zeit vorstelite, welches aus der unendlichen Zeit herausgeschnitten ist. Aber nicht blos dieses grosse Stück Zeit, sondern auch weit kleinere Perioden gemessen im Avesta Verehrung und werden häufig angerufen. So vor Allem die sechs grossen Zeitperioden des Jahres, die von den Neuern sogenannten GabaiTbärs. Es sind dies die Feste die zum Andenken an die Schöpfung der Welt eingerichtet wurden. Ueber diese Feste haben wir in Kürze schon Bd. 11, p. 4 gesprochen, der Afcrin Gabanbär (Bd. III, p. 239 11g.) verbreitet sich ausführlich über dieselben. Sie finden sich angerufen Vsp. I, 2IIg. etc. Y$. I, 26flg. u.s. w. Ebenso finden wir auch die monatlichen Feste: den Vollmond und den Neumond angerufen (Y, wol der den Nordwind verursacht (cf. Yt. 3, 12) scheint mir hierher zu gehören. — Der Daeva Büiti ist uns blos aus dem 19. Fargard des Vendidäd (Vd. XIX, 4 11g.) bekannt, als 'ein Dämon der den Zarathustra zu tödten sucht. Der Daevan Qpenjaghra (Vd. XIX, 135) ist ein Gehülfe des Apaosha und wird von dem Feuer Väzista erschlagen. In Vd. XIX, 138 erscheinen die Daevas Kunda, Banga und Vi- banga als Gegner des (^raosha, es sind dies Dämonen der Trunkenheit. Vd. XIX, 94 findet sich ein Daeva Vizaresho der die Seele des schlechten Menschen gebunden fortschleppt. In der, wie ich glaube eingeschobenen, Stelle Vd. XIX, 140, werden noch einige Daevas namhaft gemacht die aber hlos personificirle Begriffe sind: Drijtvis oder Bettelei, Dai w i s oder D a e w i s, Betrug, Kafvis, Armuth oder Kleinheit, Terao oder Finsterniss. Noch mag hier bemerkt werden, dass nach Vd. 11,84—86. Yt. 5, 92. 93 die Missgestalten unter den Menschen Werke der Daevas sind. Von den Daevas zu scheiden sind einige Wesen welche zwar nicht selbst Daevas sind aber von ihnen geschaffen wurden, dahin gehört der Winter der als ein herzutrelender Dämon gedacht wird (Vd. I, 8 11g.). Ferner Äzi, der Dämon der Begierde, einer der schlimmsten und am schwersten zu besiegenden Dämonen (Yt. 18, 1. Yf. LXVII, 22). Nach Vd. XVIII, 45 scheint er als Gegner des Feuers gedacht zu werden. Endlich Arafko (ti5v.£j), der Neid (Yf. IX, 18. Yt. 15, 16). Dies mögen die wichtigsten der Daevas sein, alle zu nennen ist nicht möglich, da es deren viele IJI *** * Einleitung. L Tausende giebt (cf. Yt. 3, 13 Yt. 4, 2). Zu den Daevas oder den vonDaevas'geschaffenen Wesen dürfen wir wol auch den Keretjäni rechnen, den Feind der Priester, dem Haoma die Herrschaft abge- nommen hat (Yg. IX, 75 flg.). Noch kürzer müssen wir uns über die untergeordneten Wesen fassen, über die Druj a s und Pairikas, da sie meist nur gelegentlich genannt werden. Der Name Drukhs ist weiblich und auch die meisten der Drujas werden weibliche Genien gewesen sein (Vd. XVIII, 70 ög.), doch nicht ausschliesslich, da auch Dahäka zu ihnen gerechnet wird (Y$. IX. 26. Yt. 9, 14 u. sonst). Hieher dürfte Ja hi gehören, in spätem Schriften jeh, der Dämon der Unzucht. In altern Schriften wird sie blos genannt (Vd. XXI, 2), heisst auch gewöhnlich die mit Zauberern versehene Ja hi (Vd. XXI, 35. Yt. 3, 12), dass sie schon damals für den Dämon der Unzucht galt beweist das abgeleitete Wort jahika, Buhlerin. Genauer wird sie im Bundehesh (c. 3) eharakterisirt: sie ist derjenige der Dämonen dem es allein gelingt den Agro-mainyus seiner Bestürzung zu enlreissen und zur Aufnahme des Kampfes mit Ahura-Mazda zu bewegen. Die häutigst vorkommende Drukhs ist Na§us (i. e. vsxvg), der Dämon der Leichenunreinigkeit, der gleich nach dem Tode herbeikomml und sich auf die Leichname setzt (Vd. VII, 3). Dann agha doithra, das böse Auge (Vd. XIX, 142. Yt. 3, 8), ein mächtiges Wesen, dem die Daevas viel Zutrauen, wie denn überhaupt noch heute der höse Blick bei den Orientalen sehr gefürchtet ist. Zu den Drujas darf man wol meist die abstractcn Begriffe rechnen wir Hoch in u th , Verachtung, Krankheit, Fieber etc., welche hie und da personißeirt werden. Hieher gehören auch die Jainis und Janyi, die ich (zu Yq. X, 42) mit lat. genius und den arabischen Dshinnen verglichen habe, von denen aber im Avesta eben nur der Name erscheint (cf. Vd. XX, 25. Y(j. X, 42. Yt. 19, 80). Hieher rechnen wir endlich die nur den Namen nach bekannten Dämonen wie Hashi, Bashi, Qaeni, Büzi (Yt. 4, 4) und Kaquzhi, Ayehye (Vd. XXI, 35) sowie die in einer eingeschobenen Stelle von Vd- XI, 28. 30 vorkommenden B ü i d h i, Büidhizha, Kundi, Kundizha, Müi- dhis und IiapaQtis. Auch die Pairikas sind weibliche Dämonen zum Theil, wie es scheint, mit schönen Gestalten ausgestaltet, um die Menschen zu verführen. Unter ihnen ist die wichtigste diePairika Duzhyäirya, d. i. schlechtes Jahr, Misswachs, eine Gegnerin des Tistrya, die schon in den Keilinschriften genannt wird (cf. Yt. 8,51). Zweites Capitel. Li Dass der Misswachs der Gegner des Gestirns ist welches Regen bringt, ist. in einem Lande wie Erän leicht erklärlich. Eine weitere Pairika ist Khnanthaiti, was Götzendienst bedeuten soll (Vd. 1, 36; XIX, 18). Sie hängt sich an Reregäcpa und scheint in Gestalt einer schönen Fee gedacht zu werden. Dunkel ist die Pairika die Müs genannt wird (Y§. XVII, 46; LXVII, 23), ich habe das Wort mit „widerstrebend“ übersetzt, ob Müs mildem im Bundehesh genannlenMuspar etwas zu schaffen hat, steht dahin. In engster ßeziehungzu den Pairikas stehen die Yätus oder Zauberer (cf. Yt. 5, 22. 26. 46. 50. Yt. 6, 4u.a.m.). Es ist schwer, sich über diese Wesen, die zwischen Geistern und Menschen in der Mitte zu stehen scheinen, eine klare Vorstellung zu machen. Sie werden meist nur obenhin erwähnt und die wenigen Stellen wo sie etwas ausführlicher besprochen werden sind dunkel (cf. Vd. I, 52—57; XVIII, 116. Y$. VIII, 7). Ich möchte glauben dass sie nach Art unsrer Wehrwölfe auf der Erde herumstreichend gedacht wurden, in verschiedene Thier- und vielleicht auch Menschengestalten verkappt und den Menschen zu schaden suchen. Bei den spärlichen Notizen über das Wesen der Daevas sind wir nicht im Stande anzugeben welche einzelnen derselben immer einem guten Wesen entgegenstehen. Es liegt indess in der Natur des Systems, dass ein solcher Gegensatz stattgefunden hat, wenn wir ihn auch nicht nachweisen können. Einen Fingerzeig, wenigstens im Allgemeinen, giebt uns derAferin der sieben Amshaspands. Nach ihm wirkt Vohu-mano im Verein mit Mäh, Gos, Räm als Gegner des Ashemaogha (s. unten), des Akoman und derDruja der Verachtung; Ardabihist oder Asha-vahista im Verein mit dem Feuer, mit Qros und ßehräm gegen den Dämon des Winters, der Unfruchtbarkeit und Hinfälligkeit. Sehahrevar oder Khshathra-vairya ist sammt der Sonne, Mihr, A^män und Aneran der Gegner von Busya^p, den Dämonen der Faulheit und Trägheit; Qpandärmat oder Qpenta ärmaiti in Gemeinschaft mit dem Wasser, Din und Mahregpant (Man'thra-^penta) widerstehen den A§lo-vahät oder Acto-vidhotus. Iihordät mit Tistar, Vät, den Fravashis: dem Az, dem Täri und Zärik. Amerdät sammt Rasn, Astät und Zamyäd soll die Tusus — ein mir ganz unbekanntes Wesen — schlagen. LI I Einleitung. DRITTES CAPITEL. Nachdem wir die jenseitige Welt und ihre Schöpfungen betrachtet haben, wenden wir uns nunmehr zur disseiligen und ihrer Schöpfung. Eine ausführliche Geschichte der Weltschöpfung ist im Avesta nirgends vorhanden, allein die einzelnen Thalsachen und Anspielungen zeigen dass wir getrost die Mittheilungen der neuern Parsen für identisch mit der alten Ansicht halten dürfen. Wir besitzen einen ausführlichen Bericht davon im ersten Capitel des Bundehesh. Nach dieser Erzählung ist anfangs die Macht des Aliura-Mazda und des Agro-mainyus ganz gleich, sie wohnen von einander geschieden, der eine im höchsten Lichte, der andere in der tiefsten Finsterniss. Wie Ahura-Mazda die Vollkommenheit selbst ist, so ist Agro-mainyus ein Ausbund alles Schlechten. Wie Ahura-Mazda durch seine Allwissenheit alles voraus weiss wie es .kommen wird und demgemäss seine Handlungen einrichlct, so weiss dagegen Agro-mainyus die Folgen seiner Handlungen erst nachher, wenn er schon gehandelt hat. Zwischen dem guten und dem bösen Genius ist ein leerer LufLraum in der Milte, der sie von einander trennt. Agro-mainyus, sobald er erkannte dass Ahura-mazda vorhanden sei, da fasste er auch alsbald eine Feindschaft gegen das ihm so ungleiche Wesen desselben und trachtete ihn zu vernichten. Ahura-Mazda, der vermöge seiner Allwissenheit voraussah, dass der Kampf mit dem ihm an Macht gleichen Agro-mainyus zweifelhaften Ausgangs sei wenn er ihn sogleich beginne, dass es aber möglich sei ihn sicher zu vernichten, wenn es nur gelänge Zeit zu gewinnen und ihn nach und nach zu schwächen, schlug einen Waffenstillstand , von 9000 Jahren vor, nach deren Verlauf der eigentliche Kampf beginnen solle. Agro-mainyus war seines Nachwissens wegen mit dieser ihm so naehlheiligen Bedingung einverstanden. Die geistige Schöpfung hatte Ahura-Mazda schon vor dem Eingehen des Vertrages geschaffen, eben so auch Agro-mainyus seine Daevas und Drujas. Nachdem Agro-mainyus den Vertrag eingegangen hatte da sprach Ahura-Mazda den Ahura-vairvo aus, alsbald sah Agro-mainyus welchen üblen Vertrag er abgeschlossen habe, wie zuletzt Ahura-Mazda siegen, seine eigene Macht aber und die der Daevas abnehmen werde. Voll Schrecken über diese Entdeckung eilte er in die dunkelste Hölle zurück und verhielt sich dort 3000 Jahre ruhig. Diese Ruhezeit benutzte Ahuru-Mazda zur Schöpfung der materiellen Welt. Es war diese gleichsam ein Bollwerk welches in den leeren Raum, der zwischen den beiden Principien liegt,, hineingeschoben wurde. Ahura-Mazda schuf von den materiellen Geschöpfen zuerst den Himmel, dann das Wasser, dann die Erde, hierauf die Bäume, das Vieh und den Menschen. Dass dieselbe Eintheilung auch schon Y 9 . XIX, 2 vorliegt ist schon gesagt worden. Die Schöpfung geschah in den sogenannten Gahanbärs (cf. unten p. 241 flg.): der Himmel wurde in 45 Tagen geschaffen, das Wasser in 60 Tagen, die Erde in 75 Tagen, die Bäume in 30 Tagen, das Vieh in 80 Tagen, die Menschen in 75 Tagen. Die ganze Schöpfung ist somit auf 365 Tage ausgedehnt worden. Heber ilie Schöpfung des Ahura ist Yt. 19, 10. 11 zu vergleichen, die Schöpfungen des Ahura und Agro-mainyus finden sich gegenüber gesetzt im Y(j. XXX, 4 flg. Yt. 15, 43. Es war eine Bedingung des Vertrags , dass der Kampf während der 9000 Jahre nicht vollständig ruhen sondern in der Vermischung geführt werden sollte. Nur so , dies wusste Ahura-Mazda , würde Agro-mainyus angetrieben seine Kraft nutzlos zu vergeuden und am Ende zu besiegen sein. Vergeblich redeten dem Agro-mainyus seine Daevas zu: den Kampf zu wagen und die neue Schöpfung des Ahura- Mazda zu bekriegen; erst nach Verfiuss von 3000 Jahren gelang es dem Zureden der Jahi ihn zur Aufnahme des Kampfes zu bewegeu. Es waren nun nur noch 6000 Jahre bis zur entscheidenden Schlacht übrig und Agro-mainyus begann seinen Angriff mit grosser Macht um das Versäumte wieder einzuholen. Ehe wir aber von den Begebenheiten sprechen welche sich auf der Erde rasch aufeinander folgten, wird es nöthig sein noch einige Worte von dieser selbst und von einigen fabelhaften Kräften zu sagen, welche innerhalb derselben ihren Sitz halten. Die Erde war ursprünglich als ein Ganzes geschaffen, aber durch die Bedrängungen der bösen Dämonen wurde sie in sieben Tlieilc zerbrochen : dies sind die sieben Kareshvares. Die Namen dieser Kareshvares werden öfter genannt (z. B. Vd. XIX, 129. Vsp. XI, 1) sie sind aber nicht Theile dieser Welt von der gewöhnlich die Rede ist, die uns bekannte Welt ist nur das siebente Kareshvare, Qaniralha genannt, welches das vorzüglichste von allen ist, Qaniralha wird nach späteren Quellen wieder in sieben Climas eingelheilt: Erän, Turan, Mäzenderän, China, Rum, Sind und Turkeslan. Zwischen Qaniratha und den übrigen Kareshvaras werden Meere gedacht, welche sie abtrennen. Unter diesen ist am wichtigsten Vouru-kasha, im Osten von Erdn gelegen. UV Einleitung. Aus ihm steigen die segensreichen Gewässer auf, welche dann Ti- strya herabregnen lässt (Vd. V, 56 flg. Yt. 8, 32 flg.). Im Westen ist der See Püitika, wohin die unreinen Gewässer (liessen, die dann gereinigt werden und wieder in den See Vouru-kasha gelangen. Dieser See Vouru-kasha ist nun der Sitz mehrerer fabelhafter Wesen. Dass die Gottheit Aparimnapät in der Tiefe dieses Sees wohnt ist schon gesagt worden, dort ist auch der Baum Gaokerena, der den weissen Haoma trägt (cf. meine Note zu Vd. XX, 17). Dort sind aiich die Bäume Hubis, Eredhwo-bis und Vitjpo-bis, welche den Saamen aller Bäume enthalten (cf. Yt. 12,17 u. die Note), diese Bäume müssen dort sein, weil derSaame der Pflanzen mit dem Wasser vermischt auf die Erde, herabgeregnet wird. Dort sind die Vögel Amru und Camru, von denen der eine die vorhin genannten Bäume schüttelt, damit der Saame herabfällt, der andere verbreitet ihn (cf. Yt. 13, 109 u. die Note). Nach Yt. 12, 17 und dem Mino- khired muss auch der Aufenthalt des Caena dahin gesetzt werden. Es ist dies der spätere Simurgh (noch im Pärsi heisst er Qi- namru) und hat, wie in der spätem Zeit, schon damals für einen sehr weisen Vogel gegolten. Nach Yt. 13, 97 war er der Erste der mit hundert Schülern einherging, ebenso ist er Yt. 13,126 wegen seiner Weisheit gepriesen. Nach einer Notiz des Buudehesh stehen zwei Qaenas am Eingänge der Unterwelt. ImMiuokhired wird dem Qaena die Rolle zugeiheilt welche wir dem Amru und Camru gegeben haben. Als einen Zögling des Qaena dürfen wir vielleicht den Vogel Kar- shipta betrachten, der nach Vd. II, 139 das Gesetz im Vara desYima zuerst ausgebreitet hat. Welche Bewandtniss es mit Vi fra-u aväza (Yt. 5, 61) habe, kann bei der Kürze mit der er erwähnt ist nicht mehr gesagt werden. Es bewohnen den Vouru-kasha dann auch noch andere fabelhafte Wesen. Dortist der scharf sehende Karo-ma^yo, der spätere Khar-mähi, ein Fisch dessen Aufgabe es ist den weissen Haoma vor den Angriffen böser Wesen zu schützen welche Agro- mainyus geschaffen hat um ihn zu vernichten. Er sieht jeden noch so kleinen Wasserffeck. Man findet ihn Yt. 14, 29; 16, 7 erwähnt, aber als in der Ragha wohnend, ein Aufenthalt der fiir ihn weit weniger passt als Vouru-kasha, wohin ihn spätere Werke setzen. Dort ist der dreibeinige Esel der in der Mitte des Sees steht (Yg. XLI, 28) und mit seinem Geschrei die bösen Wesen vertreibt und alles Wasser, das mit unreinen Wesen und Dingen in Berührung kommt, sogleich reinigt. Auch der Yc. XLI, 27 genannte Paai- Drittes Capitel. LV cagadvara scheint nicht ein Ruheplatz, sondern ein fabelhafter Fisch zu sein. ln dieser so beschaffenen Welt wurden, nach dem einstimmigen Zeugnisse späterer Quellen, — parsischer sowol als muhainmedani- scher, ursprünglich zwei Wesen geschaffen: der Urstier oder die eingeborne Kuh (dieses Wesen vereinigte beide Geschlechter) und der Urmensch. Dies sind zwei Grundtypen, in denen die Eigenschaften der Thier- und Pflanzenwelt gleichsam concenlrirt waren. Beide gehören zweifellos schon dem Urtexte des Avesta an. Der Urstier (Gäus aevo-däto) wird in Vsp. XXIV, 3. Yg. LXVII, 63. Yt. 7, init. genannt, mehr aber als diese Einleitungsformel beweist für seine frühere Existenz, dass der Mond sehr häufig den Beinamen gaoeilhra, den Stiersaamen enthaltend, führt, weil, nach der oben (p. XXI) schon angeführten Stelle des Bundehesh, derSaame des Urstiers nach dessen Tode dem Monde anvertraut wurde. Aus dem gereinigten Saamen des Urstiers entstanden die Rinder von vielen Arten (gaus pöuru- garedho) von denen Yt. 7, init, gleichfalls geredet wird und die im Bundehesh c. 14 ausführlicher behandelt sind. Zahlreicher als für den Urstier sind die Belege für Gayo-maratan oder Gayomarth 1 ). Ueber ihn hat Windisehmann (Mithra p 73flg.) geredet, ich begnüge mich hier blos mit Hinweisung auf die Stellen der Texte (Yg. XIV, 18; XXVI, 14. 33; LXVII, 63. Vsp.XXIV, 3. Yt. 13,86.87). Beide Wesen können aber nicht leben, da Agro-mainyus zu mächtig ist, dies zu gestalten. Wie aus dem Saamen des Urstiers die verschiedenen Thierarien, so gehen aus dem Saamen des Gayo-marelau die Menschen hervor; zuerst Meshia und Meshiäna, die, soviel ich wenigstens weiss, im Grundtexte des Avesta selbst nirgends Vorkommen. Da aber die Grundtexte öfter die Formel „von Gayo maratan bis Qaoshyarig“ (z. B. Yg. XXVI, 33. Yt. 13, 145) gebrauchen, so ist es ausser allem Zweifel, dass schon in alter Zeit der Verlauf der irdischen Well in derselben-Weise gedacht wurde wie später. Nachdem durch die Nachkommen Meshias und Meshiänas die Erde bevölkert war, begann eine Zeit des Kampfes mit den Kräften der Finsterniss, die in dem Avesta nur in ihren Umrissen, im Schäh- näme des Firdosi aber ausführlich erzählt ist. Dass im Grossen und 1) Windiscbmann will den Namen Gayo-inarathau lesen, der Nominativ kommt, leider nicht vor. Ich ziehe die Form maratan für deu Nom. vor, weil dieses Wort im zweiten Theile des Ya$na in der Bedeutung Mensch vorkommt. LVI Eiuleituog. Ganzen die Erzählungen, welche Firdosi aus dem Volksmunde gesammelt hat, mit denen des Avesta übereinstimmen, dass das Avesta sogar die Königsreihe, wie sie das Sehähnäme annimmt, vorausselzt, lässt sich aas den einzelnen Erwähnungen auf das Bündigste beweisen. Wir gehen die vorkommenden Persönlichkeiten hier in Kürze durch und legen dabei die Reihenfolge des Sehähnäme zu Grunde. Der erste' dieser fabelhaften Könige ist Haoshyagha, der Hoshang der spätem Sage. Er heisst durchgängig Paradhäta was dem spätem Peshdäd entspricht, so übersetzt den Ausdruck auch die Huzväresch - Uebersetzung, Neriosengh dagegen mit pürväcärakrit, es muss der Ausdruck soviel heissen als: der vormals (zuerst) das Gesetz hatte (cf. Vd.XX, 7 und die Note), weil er es war der zuerst regierte. So fasst auch Hamza von Ispähän den Namen: cf. Hamza p. 29. ed. Gottwaldt. Er wird in den Yasts an vielen Stellen genannt (Yt. 5, 21; 9, 3; 13, 137; 15, 7; 17, 24; 19, 26), aber wir erfahren über ihn doch nichts weiter als dass er der Schrecken aller Daevas war und viele derselben erschlug. Nach dem Bundehesh c. 32 (p. 77, 4 ed. W.) und Hamza (p. 24 ed. G.) war er der Sohn Fravak’s, des Sohnes vom Qiämek, des Sohnes von Meshia. Auch der Minokhired weiss uns nichts weiter zu sagen als dass er von den Daevas, die in der Welt Tod verbreiteten, zwei Drittel erschlug. Ob er schon in älterer Zeit als erster Verbreiter der Civilisation angesehen wurde wie im Sehähnäme, steht dahin. Nach dem zuletzt genannten Buche soll er zuerst die Kunst das Eisen zu bereiten und damit die Möglichkeit Jagd zu treiben erfunden haben; ferner die Enllockung des Feuers aus Steinen und die Kunst Thierfeile zu Kleidern zu verwenden, während sie früherblos aus Blättern gemacht wurden. Seihst die Gottesverehrung, obwol diese schon früher bekannt war, soll er gefördert und namentlich den Feuercultus zuerst eingeführt haben. Lebendiger als Haoshyagha tritt uns Takhmo urupa entgegen, obwol er an weniger Orten genannt wird als sein Vorgänger. Als ein Sohn des Haoshyagha ist er nicht bezeugt wol aber als Nachkomme desselben, sowol im Mojmil uttewärich als bei Hamza. Er ist nach diesen Quellen ein Sohn des Vivaghäo, , im Mojmil, qL^xäj 5 , vinghän, bei den Parsen, zwischen Vivaghäo und Takhmo urupa liegen noch zwei Namen. DassTakhma urupa derselbe Name ist wie der spätere Tahmuraf oder Tabmuralh,ist klar. Nach demAferin des Zarathustra (§2) heisst er „bewehrt“, in den beiden Stellen derYa^ts Drittes Capitel, Lvn wo er sieh vorfindet (Yf. 15,11; 19, 28), wird von ihm gesagt dass er den Agro-mainvus sich unterwürfig machte so dass er auf ihm wie auf einem Rosse ritL dreissig Jahre lang. Was in diesen Stellen nur angedeulet ist, das erzählen spätere Parsenbücher ausführlich 1 ). Tahmuralh hat sich den Ahriman so dienstbar gemacht, dass er auf diesem reitet, ihn lenkt wohin er will. Diese Gabe ist aber an die Bedingung geknüpft, dass Agro-mainyus wisse dass er sich nicht fürchte. Nachdem diese Knechtschaft dreissig Jahre gedauert hat weiss Agro-mainvus die Frau des Tahmurath durch Versprechen schöner Geschenke zu bewegen ihren Gemahl zu befragen, ob ersieh denn gar nicht fürchte, wenn er auf dem bösen GeisLe reite. Da vertraut ihr Takhmo-urupa : dass ersieh allerdings nicht fürchte, eine einzige Stelle von Alburj ausgenommen. Dieses Geheimniss verrälh das Weib dem Agro-mainyus der ihr zum Lohne dafür seidene Kleider (die von Würmern kommen, also zur Schöpfung des Agro- mainyus gehören) verehrt, aber auch die Menstruation wird an ihr sichtbar und is,l seitdem den Frauen geblieben. Der Minokhired erwähnt noch, dass er die sieben Arten von Künsten und Wissenschaften, welche Agro-mainyus verborgen halte, wieder zum Vorschein brachte. Nach den Schähnäme ist er der Erfinder der Kunst die wilden Thiere zu zähmen und zu Hausthieren zu machen, sowie die Haare und Wolle derselben zu Kleidungsstoffen zu verwenden 2 ). Nach dem Schähnäme ist Jem, der Yima der alten Texte, der Sohn des Tahmuralh, aber schon der Verfasser des Mujmil sagt dass es richtiger sei ihn einen Bruder desselben zu nennen und Hamza stimmt mit ihm überein. Der Bundehesh (p, 77, 5 cd. W.) sagt dass Takhmo-urupa, Yima und Qpitura Brüder waren. Dieser Bruder gilt nun nach der eränischen Sage als der Nachfolger des Takhmo-urupa, J) Cf. meine Einleitung in die trad. Schriften II. p. 317 dg. *2) Iin Mujmil ut-lewarich (p. 167 cd. Mohl) erhält Takhmo urupa den Namen lXh^Laj^, ribäveud, dem Worte ist die Erklärung beigefügt: „die Bedeutung von ribavend ist dass er alle Waffen besitzt.“ Daneben fügt dieses Buch noch bei er habe auch Devband, Devsbändiger, geheissen und diese Erklärung schien mir lange die vorzüglichere. Nun liest aber Dam za zibavend lXjjLoj p. 29 ed. G ) und in Yt. 15, II : 19, 28 wird er azinavant genannt, was unbewehrt heissen muss, im Aferin Zarathustras § 3 aber im Gegeniheile zinavant. Ich halte diese Lesart für die richtige und schlage vor für ribavend und zibavend vielmehr ziuävent (lVsjLäj^) zu lesen. LV1II Eiuleitung;. T sein eigentlicher Name ist Yima, man nannte ihn aber auch Yima khshaela oder Jamsched, wie der Verfasser des Mujmil richtig sagt, wegen des Glanzes-der von ihm ausging. Nach einer spätern Quelle (cf. meine Einleitung II. p. 327 flg.) hatte Agro-mainyus, nachdem er den Takhmo-urupa ermordet hatte, den Leib desselben verschlungen und Yima suchte ihn vergebens in der ganzen Welt, bis ihm durch göttliche Offenbarung die Kunde zu Tlieil ward, dass derselbe im Leibe des Agro-mainyus verborgen sei. Durch List, indem er sich anstellte als ob er mit Agro-mainyus Päderastie treiben wollte, gelang es ihm den Leib des Takhmo urupa, an den ein Vertrag geknüpft gewesen zu sein scheint (cf. den Minokhired in meiner Pärsigram- malik p. 168), wieder hervorzuholen. Agro-mainyus verfolgt den Yima, aber dieser entgeht ihm indem er, gleichfalls auf göttliches Geheiss, immer fortläuft ohne sich umzudrehen. Agro-mainyus vermag den Yima nicht zu erreichen ; er muss von der fruchtlosen Verfolgung abstehen und dieser ist gerettet. Durch die Berührung des Agro-mainyus ist aber ein Aussatz an Yimas Hand zurückgeblieben den dieser auf göttliche Offenbarung hin durch die Excremente der Kuh heilt, seit dieser Zeit sind diese als Heilmittel im Gebrauche geblieben. Was die Regierung des Yima selbst betrifft, so ist das Avesta mit den spätern Berichten in den Hauptgesichtspunkten einig. Wie die späteren Quellen nimmt das Avesta an, dass die Regierungszeit des Yima eine äusserst glückliche w r ar (cf. Yc. IX, 13—20. Yt. 5, 24; 9, 8; 15, 16; 17, 28). Ueberfluss an Vieh und Glücksgütern aller Art herrschte unter seiner Regierung auf Erden, die Menschen und Geschöpfe waren unsterblich und zwar dauerte dieser Zustand nach Yt. 17, 28 tausend Jahre lang. Was aber nach dem Verfluss dieser glücklichen Zeit geschah, darüber scheinen die Quellen auseinander zu gehen. Nach dem Vendidäd (II, 61 flg.) macht Yima, nachdem die Uebel von der Erde nicht mehr fern zu halten sind, auf Geheiss des Ahura-Mazda einen Garten (vara) wohin er die besten Pflanzen und Bäume mitnimmt und wo er mit seinen Getreuen im steten Wohlsein und Freude fortlebl. Diese Ansicht kenneu auch spätere Parsen- biieher. Der Verfasser des Minokhired erwähnt sie mit dem Beisatze : dass zur Zeit der letzten Dinge, wenn der Regen Malko^an einlritt, diese Geschöpfe aus dem Vara des Yima auf die verödete Erde her- überkommen und diese wieder bevölkern werden (Pärsigr. p. 167). Nach derselben Quelle ist der Var des Yima unter der Erde (ib. p. Drittes Capitel. HX 171). Nach Bundehesh c. 30 (p. 70, 10 ed. W.) ist dieser Var in der Mitte von Persien unter dem Berge Damekän. Es ist mir nicht möglich zu sagen wie die Eränier diese Ansicht, nach welcher Yima offenbar nicht gestorben' war sondern mit seinen Getreuen fortlebt, obwol sein Gebiet beschränkt ist, mit einer andern in Uebereinstim- mung gebracht haben nach welcher Yima in der letzten Zeit seines Lebens stolz und iibermiithig wurde und daher der Liige sich ergab (Yt. 19, 30 flg-), der Glanz (qareno), der vorher den Yima umschattet hatte, flog darauf von ihm hinweg in Gestalt eines Vogels. Nach dem Bundehesh (p. 77, 8) ist Qpitur derjenige welcher in Gemeinschaft mit Dahäka den Yima zersägte, nachdem man sich seiner Person bemächtigt hatte. Ganz dasselbe wird Yt. 19, 46 berichtet, leider aber ohne einen weitern Zug hinzuzufügen als dass er in eine Berührung mit dem göttlichen Lichtglanz, dem qareno, von Agro-mainvus gebracht wurde. Auch nach den Berichten der spätem Schriften ist Yima der Förderer der geselligen Zustände, er thul einen bedeutenden Schritt vorwärts, indem er ein geordnetes Slaatsleben herstellte und die vier Stände der Priester, Krieger, Ackerbauer und Handwerker einführte. Ob diese Ansicht das Avesta für sich hat muss zweifelhaft bleiben, wir werden wenigstens unten eine andere Ansicht kennen lernen die dieses zweifelhaft machen kann. Noch mag bemerkt werden dass Yt. 13, 130 Yima angerufen wird zur Vertreibung der Trockenheit und dass nach dem Minokhired er ursprünglich unsterblich geschaffen war, aber durch seine Sünden sterblich wurde. Auf den gefallenen Yima folgt ein Gebilde des Agro-mainvus, der durch die Macht des bösen Geistes den Thron besteigt. Er wird auch gewöhnlich als die mächtigste Druja dargeslellt welche Agro- mainvus geschaffen hat. Azhis dahäka heisst ursprünglich die heissende Schlange und wird als ein fabelhaftes Wesen mit drei Köpfen, sechs Augen und tausend Kräften im Avesta dargestellt (cf. Yq. IX, 25 flg. Yt. 5, 29. 34; 14, 40; 15, 19; 17, 34; 19, 37). Da er von Agro-mainyus abstammt, so kann er natürlich nicht zu den wahren Königen Eräns gezählt werden, sein Slammland ist ganz verschieden. Man findet denselben Bundehesh (p. 77,- 12 flg.) und im Mujmil (p. 169 ed. Mohl) und bei Hamza (p. 32 ed. Gottwaldt) aber überall sind die Namen verdorben, man sieht jedoch, "was für unsern Zsveck am wichtigsten ist, dass er durch einen gewissen Täj, dem Stammvater der Araber, auf Meshia von väterlicher Seite zurückgeht, während seine Mutier im Bundehesh geradezu auf Agro-mainyus zurüekgeführt wird. Sein Wolinsilz ist iii Bawri, d. i. Babylon (cf. (Yt. 5, 29 Und die Note dazu), damit stimmt Hamza und Mujmil überein. Er ist also, wie auch die spater geltende allgemeine Ansicht ist, von Westen her nach Erän gekommen. Die Herrschaft iiberErän hätte er keinenfalls erlangen können wenn er sich nicht des qareno, der königlichenMajeslat, wenigstens vorübergehend bemächtigt hätte. Diese merkwürdige Mythe wird Yt. 19, 47 flg. erzählt. Das Feuer, welches die Majestät zu entführen strebt, wird daran von Dahäka gehindert und muss sie demselben überlassen. Aber das Feuer, ob- wol nicht stark genug die Majestät seihst zu schützen, ist doch wenigstens so mächtig sie dem Dahäka wieder abzujagen und sie flüchtet sich dann zum Apahm napät in den See Vouru-kasha. Nach der oben aus dem Yacjna angeführten Stelle erschlug Dahäka Menschen und Pferde, seine Hauplabsicht aber war, wie öfter gesagt wird, die Welt menschenleer zu machen. Auch im Avesta wird öfter und auf das Bestimmteste Tliraelaona, der spätere Fredün, als der Besieger des Azhi dahäka gepriesen, so dass also auch hierin die ältere mit der spätem Sage in vollkominner Uebereinstimmung sich findet. Von Thraetaona ist nun einmal soviel sicher, dass er ein Mitglied des Clanes des Athwya war und dass sein Vater Atliwya hiess, woraus später Abtin geworden ist, so wie auch sein eigner Name in Fredun (Feridun ist eiue noch spätere Form) umgewandelt wurde. Dieser Athwya ist nun nach Firdösi, Hamza und Mujmil auf den Stamm des Yima zurückzuführen und auch die spätem Erzählungen von der verborgenen Erziehung des Thraetaona werden richtig sein, wenn man auch dieselben'in den Urtexten nicht mehr nachzu- weise’n vermag. Seine Geburt wie sein ursprünglicher Aufenthalt wdrd nach Varena gesetzt und ich habe schon zu Vd. I, 68 meine Ueberzeugung dahin ausgesprochen dass dieser Ort in Taberistän zu suchen sein dürfte (vgl. auch Münchner gel. Anzeigen April 1859. p. 367 flg-). Von Thraetaona ist häufig im Avesta die Bede (cf. Y§. IX, 23-27. Yt. 5, 33; 9, 13; 13, 131; 14, 40; 15, 23; 17, 33; 19, 36). Allein die Hauptsache die wir von ihm erfahren ist doch nur dass er eben den Azhis Dahäka lödlete, daraus erklärt sich dass er in Yt. 13, 131 als Helfer gegen alle von den Schlangen verursachten Pein angerufen wird. Wenn uns Yt. 14, 30 gesagt wird, dass der Sieg mit ihm verbunden war und Yt. 19,-36 dass er die von Yima entweichende Majestät aufgriff, so ist damit nichts wesentlich Neues gesagt. Ein neuer mythologischer Zug würde heigefiigt werden, wenn es uns gelänge seine Stellung zu Vifra-naväza zu ent- rälhseln (Yt. 5, 61 flg.), die Stelle ist aber zu dunkel. Auf welche Weise Thraelaona den Azliis dahäka schlägt wird nicht näher angegeben, auch kann man nicht sagen ob er ihn erschlägt oder, inUeber- einstimmung mit der späteren Sage, blos bindet und in dem Berge Demävend anfesselt, dies letztere ist mir das Wahrscheinlichere. Auch die kummervollen Seenen, welche die letzten Lebensjahre des Thraelaona ausfiillen, muss das Avesta schon gekannt haben wenn es auch nicht direct darauf anspielt. Wie der spätere Fredun, so muss auch Thraelaona sein Weltreich unter seine drei Söhne Iraj, Qalm und Tür getheilt haben, denn Yt. 13, 143 finden wir die ari. sehen, Qairimischen und turänischen Gegenden erwähnt, freilich werden in § 144 auch noch die panischen und dahischen hinzugefiigt. Der unglückliche Sohn der dem spätem Iraj entspricht heisst Airyu und es wird Yt. 13, 131 auf ihn angespielt. Höchst merkwürdig ist es gewiss, dass wir von dem Enkel des Thraetaona, dem berühmten Minocehr, im Avesta so gut wie gar nichts erfahren. Nur sein Name M a n u c i th ra kommt Yt. 13, 131 vor. Bundehesh, Ilamza und der Minokhired nennen diesen Fürsten immer Manoscihr. Aus dem Bundehesh erfahren w ir, dass er auf dem Berge Manus geboren war (cf. meine Einleitung II. p. 108). Hieraus ersehen wir, dass der später gewöhnliche Name Minocihr, d. i. Bim- melssame, eine Volksetymologie ist, welche ziemlich früh entstanden sein muss, um den unverständlich gewordenen Namen Manucilhra zu erklären. Dieser muss vielmehr, „Same des Manu“ bedeuten und beweist uns zur Genüge, dass auch die Eränier früher einen Manu gekannt haben müssen. Uebrigens weiss uns das Schähnäme im Grunde auch nichts weiter von Minocehr zu berichten als dass er der Rächer des Iraj gewesen sei. Seine Bauten am Euphrat erwähnen der Bundehesh , Hamza und der Mujmil, er scheint mehr nach Westerän als nach Osteran zu gehören. Unter seiner Regierung erscheint auch zuerst in der eränischen Sagengeschichte Afräsiäb, jener Typus der Regenten von Turan der durch die folgenden Reihen der Könige hindurch geht. Das Avesta kennt ihn auch, doch werden wir ihn am besten bei der Regierung des Hu^rava betrachten. Die Kämpfe Afräsiähs mit Minocehr, den er defltSage nach eine Zeitlang in Taberistän eingeschlossen hielt, gehören in die Localsagen von Taberistän. Nach den Berichten des Firdosi und Mujmil folgt Naudar, auf LX1I Einleitung. Manoscihr, aber der Bundehesh, Hamza und Minokhired kennen ihn nicht und sagen blos dass Afräsiäb während der letzten zwölf Jahre von Manoscihrs Regierung sich der Herrschaft bemächtigt habe. Es ist Naotara oder Naotairya seiner Nachkommen wegen keinesfalls ganz zu streichen, nur ob er zur Regierung gekommen oder ob er ermordet worden sei ohne zur Regierung zu kommen — das wagen wir nicht zu entscheiden. Zab, der Sohn Tahma^ps wird in allen Quellen, mit Ausnahme des Minokhired, genannt. Statt dieser zwei Herrscher giebt Yt. 13, 131 den Aoshnara den sehr lebendigen (cf. auch Aferin des Zarathustra § 2) und Uzava den Sohn Tümäcpäs. Beide werden aber vor Manucithra genannt, scheinen ihm also der Zeit nach vorhergegangen zu sein. Wie es sich nun auch mit diesen beiden Herrschern verhallen möge, soviel ist gewiss, dass nach eränischer Ansicht durch die Verwirrung, welche der Einfall des Afräsiäb und seine Verheerungen gebracht halte, die gerade Linie eränischer Könige zum zweilen Male abgerissen war und dass Kai Kobäd die Linie und den Stamm der Könige wieder weiter gehen liess, wie der Minokhired sich ausdrückt. Man kennt die schöne Sage von der Auffindung des Kaikobäd bei Firdosi, aus dem Avesta ist aber weiter nichts zu entnehmen als sein Name: Kavi Kaväta (Yt. 13, 132; 19, 71). Nach den Schähnäme hat Kai-Kobäd vier Söhne: Kai-Käus, Kai-Arish, Kai-Pishin und Kai- Armin. Von diesen ist Kai-Käus der Kava-Uga oderUcadhan, Kai- Arish der Kavi-Arshan, Kai-Pishin der Kavi-Pishina des Avesta (Yt. 13, 132; 19, 71). Für den neuen Kai-Armin kann man entweder, wie ich in der Note zur ersten Stelle meinte, den Kavi-Byarshäna oder, wie mir jetzt wahrscheinlicher ist, denKavi-Aipivohu oder Aipi- vaghu gelten lassen. Dieser Kavi-U nimmt die Welt eine andere Gestalt an durch das welthistorische Ereigniss der Erscheinung Zarathustras mit dem Gesetze. Durch dieses Ereigniss lenkt die Welt in ihre natürlichen Bahnen ein, Agro-mainyus und seine Daevas haben einen solchen Schlag erhalten, dass sie körperlich nicht mehr auf der Welt umhergehen können , sondern nur unsichtbar noch Schaden zu thun vermögen. Hierdurch hört dann auch für Ahura-Mazda die Nöthi- gung auf, sichtbar auf übernatürliche Weise in den Gang der Weltereignisse einzugreifen. Ehe wir aber von diesem wichtigen Ereignisse sprechen, welches diesen Zustand herbeigeführt hat, wollen wir erst noch einiges nachholen was früher keinen Platz finden konnte. Es kommen nämlich im Avesta noch einige Anspielungen auf Sagen vor, die sich aus dem Schähnäme nicht erklären lassen, ich gebe in- dess die Hoffnung noch nicht auf, dass andere persische Sagenbücher, deren es bekanntlich noch mehrere giebt, künftig auch über diese Punkte noch Licht bringen. Dahin gehört die wie es scheint ziemlich zahlreiche Familie des Pourudhäkhsti (cf. Yt. 13,111. 112), ein Mitglied derselben, Ashavazdäo, wird zugleich mit Ashavazdäo undThrita den Abkömmlingen des (läyuzhdri (cf. Yt. 13,113) als die Widersacher von Kara A§bana und Vara A^bana genannt (Yt. 5, 72). Ferner Vis- taurusha der Nachkomme des Naotairya (Yt. 5, 76flg.), vielleicht identisch mit dem Yt. 13,102 genannten Viftavaru, der so viel Dae- vaverehrer erschlagen hat als er Haare auf dem Kopfe trägt und zum Lohne dafür vonArdvi (lüra über den Fluss Vitaguhaiti gesetzt wird. Dann Yasto fryananahm oder, nach anderer Lesart: Yoislo fryanananm (Yt. 5, 81; 13, 120) der den schlechten Akhtya überwindet welcher die Menschen mit Fragen quält. Alle diese Wesen scheinen mir als Seitenfiguren in die alte Heldensage einzufügen zu sein, aber es lässt sich nicht bestimmen an welcher Stelle. Die wichtigste aber von allen diesen neben den königlichen Helden hervortretenden Figuren gehören in ein Heldengeschlecht, das auch im Schähnäme eine sehr grosse Rolle spielt, das Geschlecht dem dieReichspehleväne entnommen sind und das in Seistäu regiert hat. Jm Schähnäme ist Qäm der älteste dieses Geschlechtes und tritt, wievvol bereits verschwindend, unter Minocehr hervor. Nach dem Avesta ist deutlich (läma der Name des Geschlechtes (cf. Y. 107. not. 3) Ueber diese Sage vergl. man oben Bd. 1. p. 34. meine Einleitung p. 133. 134. und Zeitschrift der DMG. III, 341 flg. Die Waffe des Kere^ajpa, Gae$us, wird auch sonst erwähnt cf. Yf. IX, 33. 122 Khorda-Avesta. 20 . 62. Die guten, starken etc., welche den Saamen beaufsichtigen, des heiligen, reinen Zarathustra 1 ), die neun und neuzig, neun hundert, neun tausend, neun zehntausende. 21 . A 63. Die guten, starken etc., welche an der reehten Seite des mächtigen Almra- mazda kämpfen, wenn der Reine zufrieden ist, wenn sie von ihm ungepcinigt, zufrieden, ohne Rachgier, unbeleidigt sind, die starken Fravashis der Reinen. 22 . * 64. Die guten,, starken etc., welche grösser, stärker, kräftiger, . kraftvoller, siegreicher, heilsamer, thäliger sind als Worte aussprechen können, welche mitten unter die Myazdas zu zelmtausenden herbeilähren. 65. Wenn man dann Wasser herausbringt, o heiliger Zarathustra, aus dem See Vonru-kasha und die Majestät, die von Mazda geschaffene 2 ), dann gehen vorwärts die tapfern Fravashis der Reinen viele, viele hunderte, viele, viele tausende, viele, viele zehntausende. 66. Wasser verlangend , jeder, für seine Verwandtschaft, für seinen Clan, seine Genossenschaft, seine Gegend, also sprechend: Unsere eigene Gegend (ist) zu erquicken und wohl zu erfreuen 3 ). 67. Sie kämpfen in den Schlachten an ihrem Orte, an ihrem Platze, wie (ein jeder) einen Ort und Wohnplalz zu bewachen hat 4 ), ähnlich wie.ein starker Mann, ein Krieger, wegen wohl gesammelten Reichthums mit kampfbereiter Walle versehen abwehrt. 1) Dies ist der Sname ans dem die noch ungebornen Kinder Zarathuslras entstehen , welche bei der Auferstehung als Helfer Ihatig sein werden. Es ist derselbe der Obhut der Anahita anvertrnut und 99,999 Fravashis sind zum Schutze desselben bestellt. Man vergl. hierzu die genaueren Nachweise bei Wiudischinaun : Millira p. 80 flg. _ 2) [Jeher die Verbindung der Majestät mit dem See Vouru-kasha vgl. man unten Yt. 19, 56 flg. 3) Es ist nicht zu vergessen, dass unter den Fravashis sich zugleich die Seelen der abgeschiedenen Väter der Brünier befinden. 4) Die Handschriften schwanken in Bezug auf mehrere Wörter, der obige Sinn scheint mir der annehmbarste. Die Ansicht, dass ein jeder Stern , einem Soldaten gleich, an einen für ihn bestimmten Ort gestellt worden sei, finden wir auch sonst in den Schriften der Parsen. Khorda-Avesta. 123 68. Dann, welche von diesen herniederfahren, bringen Wasser hin, jeder von ihnen zu seiner Verwandtschaft, seinem Clane, seiner Genossenschaft, seiner Gegend, also sprechend: Es ist unsere eigene Gegend — um sie zu fördern, zu vermehren. 69. Dann, wenn da ist ein Beaiifsichliger, ein Befehlshaber einer Gegend, mit gleichem Reiche versehen, der ruft immer sie an, die tapfern Fravashis der Reinen,- gegen die peinigenden Feinde. 70. Diese kommen zu seinem Schulze herbei, wenn sie von ihm nicht gepeinigt, znl'riedengeslelll, ohne Rachsucht, unbeleidigt sind die tapfern Fravashis des Reinen, sie bringen ihn vorwärts, gleich als ob der Mann ein wohlbefiederler Vogel wäre. 71. Sie sind seine Waffe, seine Abwehr, sein Rückhalt, sein Wall, sie unterziehen sich gegen die unsichtbare Drukhs und die varenische, böse, gegen den Rachgierigen der zu schaden trachtet, gegen den Alles tödtenden Schlechten: den schlechten Agra-mainyu, ähnlich wie ein Mann hundert und lausend und zehntausend Kraftlose niederschlägt. 72. So dass nicht ein wohlgeziickles Messer, eine wohlange- wandle: Keule, ein wohlgezielter Pfeil, eine wohlgeworfene Lanze, Steine von der Schleuder geworfen vernichten. 73. Es nehmen an dort und ausserdem, nicht in Einsamkeit verweilend, die guten, starken, heiligen Fravashis der Reinen, diesen Schulz zu kennen wünschend: ,,wer wird uns preisen, wer uns opfern, wer uns aneignen, wer segnen, wer unsaul'nehmen mit Fleisch versehener Hand, mit Kleid versehener, mit Gebete, welches die Reinheit erlangen lässt? Wessen Namen von uns wird man hier anrufen, wessen Seele von euch opfern, wem von uns wird man hier Gabe gehen, damit ihm sei essbare Speise unvergänglich für immerdar?“ 1 ) 74. Wir preisen die Himmlischen. Wir preisen die Geister. Wir preisen die Gesetze. Wir preisen die Nützenden. Die Seelen des Viehs preisen wir. Die Seelen der Fussgänger preisen wir 2 ). Die unter dem Wasser befindlichen (Thiere) preisen wir. Die unter dem Himmel befindlichen preisen wir. Die Vögel preisen wir. Die weit schreitenden preisen wir. Die auf Klauen gehenden preisen wir 3 ). Die Fravashis preisen wir. 1) Cf. oben § 50. 2) Cf. Yc. XXXIX, 4. 3) Cf. Vsp. I, 1. und die Note dazu. 124 Kliorda-Avesta. 75. Die Fravashis preisen wir, die Darbringer preisen wir, die Starken preisen wir, die Stärksten preisen wir, die Heiligen preisen wir, die Heiligsten preisen wir, die Mächtigen preisen wir, die Nützlichsten preisen wir, die Festen preisen wir, die Anstürmenden preisen wir, die Tapfern preisen wir, die Kräftigsten preisen wir, die Leichten preisen wir, die Schnellsten preisen wir, die Thätigen preisen wir, die Thäligsten preisen wir. 76. Denn die sind die Thäligsten unter den Geschöpfen der beiden Himmlischen : die guten, starken, heiligen Fravashis der Reinen, welche damals hoch dastanden, als die beiden Himmlischen die Geschöpfe schufen: der heilige Geist und der schlechte. 77. Als Agra-mainyu eindrang in die Schöpfung der guten Reinheit, da traten überall dazwischen Vohu-mano und das Feuer. 78. Sie peinigen die Peinigungen des Agra-mainyus, des schlechten, dass er nicht hemme den Lauf des Wassers, das Wachslhum der Bäume. Immer liefen vorwärts die Wasser des starken Schöpfers, des mächtigen Ahura-mazda, die nützlichsten, es wachsen die Bäume. 79. Alle Wasser preisen wir. Alle Bäume preisen wir. Alle guten, starken, heiligen Fravashis der Reinen preisen wir. Mit Namen die Wasser, mit Namen die Bäume, mit Namen die guten starken, heiligen Fravashis der Reinen preisen wir. 80. Alle früheren Fravashis preisen wir hier, jenen F’ravashi des Ahura-mazda preisen wir, den grössten, besten, schönsten, stärksten, verständigsten, wohlgestaltetsten, wegen seiner Heiligkeit höchsten. 81. Dessen Seele der Manthra-Qpenta ist, der glänzend, leuchtend, schön ist und die Körper, welchen er sich einigt, die schönen: der Amesha-tjpentas, die wirksamen (Körper) der Amesha-tjpeutas 1 ). Die Sonne, die mit schnellen Pferden begabte, preisen wir. 23. 82. Die guten, starken, heiligen Fravashis der Reinen preisen wir, die der Amesha-^penlas, der glänzenden, mit wirksamen Augen versehenen , grossen , hülfreichen, kräftigen, ahurischen , die unvergänglichen, reinen. 83. Welche alle sieben von gleichem Sinne, alle sieben von gleicher Rede, alle sieben gleich handelnd sind. Gleich ist ihr Sinn, 1) d. li. Ahura-mazda versieht die Amesha-ppentas mit passenden Körpern, die sie annehmen um ihrer Pflicht zu genügen. Khorda-Avesla. 125 gleich ihr Wort, gleich ihr Handeln, gleich ist ihr Vater und Herrscher, nämlich der Schöpfer Ahura-mazda. 84. Von welchen einer des Andern Seele sieht: wie sie gedenkt an gute Gedanken, wie sie gedenkt an gute Worte, wie sie gedenkt an gute Handlungen, wie sie gedenkt an den Garo-ncniäna. Ihre Wege sind glänzend, wenn sie herbeifliegen zu den Opfergaben. 24. 85. Die guten, starken etc. preisen wir: des Feuers Urväzista, des heiligen Versammlers; des heiligen Craosha des kräftigen, dessen Leib der Mantlira ist, der eine starke Waffe besitzt, des ahuri- schen; des JVairyo-gagha. 86. Des Raslmu, des gerechtesten; des Milhra der weile Triften besitzt; des Manthra-fpenla; des Himmels; des Wassers; der Erde; der Bäume; des Stiers; des Gavo-maratan; der für die reinen Geschöpfe ist (7) 1 ). 87. Den Fravashi des reinen Gayo-maratan preisen wir, der zuerst den Sinn des Ahura-mazda hörte und seine Befehle, aus dem er schuf das Geschlecht der arischen Gegenden, den Saamen der arischen Gegenden 2 ). 88. Den Fravashi und die Heiligkeit des heiligen Zarathustra, des hier reinen preisen wir. Welcher zuerst das Gute bedachte, das Gute aussprach, das Gute gelhan hat, dem ersten Priester, dem ersten Krieger, dem ersten Ackerbauer, dem ersten Verkündiger, dem zuerst verkündigt wurde, dem zuerst Gewürdigten, der zuerstgewürdigt hat: Kuh, Reinheit, Wort, Hörung des Wortes, Herrschaft und alle von Mazda geschaffenen Güter, die einen reinen Ursprung haben. 89. Welcher der erste Priester, der erste Krieger, der erste Ackerbauer, der tliätig ist, der zuerst das Rad vorwärts laufen liess vom Daeva und dem kalten Menschen 3 ), der zuerst von der bekör- perlen Welt das Reine pries, vernichtend die Daevas, als gläubiger Mazdayatjna, ein zaralhuslrischer, dem Glauben an Ahura zugelhaner. 1) Die Lesart der beiden letzten Worte ist ausserst unsicher und dieüeber- setzung derselben ganz ungewiss. Nach einigen Handschriften könnte man sogar 0 vermulben, dass die Fravashis der Hunde hier erwähut wurden. 2) Bekanntlich entstanden von Gayomaretan, als er sterben musste, Masbia undMashiane von welchen das gesummte Menschengeschlecht abstammt. 3) Dunkel und auch nicht einmal hinsichtlich der Lesarten ganz gewiss. 126 w-m Kborda-Avesta. 90. Der zuerst von der bekörperten Welt Gebete ausspracb gegen die Daevas, nach dem Glauben an Ainira, der zuerst von der bekörperten Welt die ganze Schöpfung der Daevas als nicht preis- wiirdig, nicht anbetungswürdig hezeichnete, er, derStarke, ganz gut Lebende, ein Paoiryo-tkaeslia der Gegenden. 91. In welchem der ganzen Muillhra, das reine Wort verkündet wurde, der Herr und .Meister der Wellen, der Lobpreiser der Reinheit, der grössten, besten, schönsten, der Befrager um das Gesetz, welches für die Wesen am besten ist. 92. Welchen die Amesha-qpenta wünschten die alle mit der Sonne gleichen Willen haben — hin zum Wachslhum des Geistes aus gläubigen Herzen — als Herrn und Meister für die Welten, als Befrager um das Gesetz, welches für die Wesen am besten ist. 93. Bei dessen Geburt und Wachsthum die Gewässer und Bäume Zunahmen, bei dessen Geburt und Wachslhum die Gewässer und Bäume wuchsen, bei dessen Geburt und Wachslhum Heil sich verkündigten alle vom Heiligen geschaffenen Geschöpfe. 91. (Sprechend): ,,Heil uns, geboren ist der Priester, der heilige Zarathustra, er wird für uns opfern mit Gaben, mit ausgebreiteten Bare§ma versehen ist Zarathustra, es wird künftighin hier das niazdaya^uische Gesetz sich verbreiten über die sieben Ka- reshvares. 95. Hier wird künftighin Mithra, der weite Triften besitzt, hervorbringen alles was hauptsächlich ist für die Gegenden, und erfreuen die sich einigen 1 ). Hier wird künftighin fördern der Nabel der Gewässer, der starke, Alles was hau ' 'ich ist für die Gegenden und die sich verbündenden hallen“. — Die Heiligkeit und den Fravashi des Maidbvo-mäo, des Sohnes des Aräqta preisen wir, der zuerst von Zarathustra den Manlhra hörte und seine Lehren. 25. 96. Den Fravashi 2 ) des A?mo-qanväo, des reinen, preisen wir. 1. d. h. die Gegenden, welche sich einigen. Mithra hat seine Freude daran (wenn arische Gegenden, d. h. verschiedene Stämme einträchtig beisammen wohnen. 2) Cf. zu Yt. 1, 44. Die nachfolgende Liste ist ein Verzeichniss der Fra- - vashis berühmter Wesen, von den wenigsten derselben weiss ich etwas Näheres anzugeben , weil ihre Namen in den mir bekannten Schriften nicht weiter Vorkommen. Manche dieser Namen mögen erfunden sein, doch sind dies gewiss Khorda-Avesla. 127 Den Fravashi des glänzenden Himmels preisen wir. Den Fravashi des reinen Gavya, preisen wir. Den Fravashi des Parshat.-gäus, des vorwärts gegangenen, preisen wir, den Fravashi des Vohvafti, den sehnigen (?)'), reinen, preisen wir. Den Fravashi des starken Ebers, des reinen, preisen wir. 97. Den Fravashi des Qaena, der die Welt p«pist 2 ), des reinen, preisen wir, der zuerst mit hundert Sehiilern hervorlrat auf dieser Eide. Den Fravashi des reinen Fradidhaya (Vorsichtiger) preisen wir. Den Fravashi des reinen Ccjmänara^Paeshala 3 ) preisen wir. Den Fravashi des reinen Vohu-raoco, des von Fräna abslammenden, preisen wir. Den Fravashi des reinen Asho-raoeo, des von Fräna abslammenden, preisen wir. Den Fravashi des reinen Varetjmoraoco preisen wir, des von Fräna abstammenden. 98. Den Fravashi des reinen l^at-vä^tra, des zaralhustrischen, preisen wir. Den Fravashi des reinen Urvalat-naro, des zaralhuslri- schen, preisen wir. Den Fravashi des Hvareeilhra, des reinen, zara- thuslrisehen, preisen wir. Den Fravashi des reinen Daevo-tbis, des starken, preisen wir. Den Fravashi der heiligen Drillinge, der reinen, preisen wir. Den Fravashi des weisen Zairila, des reinen, preisen wir 4 ). __ «. nicht alle. Anquetil •äussert sich über dieses Verzeichniss wie folgt (T. II. p. 265 not.) : Parrni les Parses, les vns prennent la piäpart den pkrases sui- vantes pour des noms propres , d'autres simplement pour des allributs. Die letztem übersetzen also diese Eigennamen. 1) Vohva^i heisst eigentlich starkleibig. Hinsichtlich des beigesetzten Wortes vermag ich nicht zu sagen ob dies als Adjectiv zu nehmen sei , wie ich es oben genommen habe, oder ob es vielleicht die Abstammung bezeichnet: der Sohn des £nava. Cf. unten § 112. 2) Besser vielleicht: der über die Welt hin gepriesen wird. Ueber £aena = skr. 9 yena, den Simurgh der spatem Zeit cf. die Einleitung zu diesem Bde. 3) Paeshata konnte vielleicht den Künstler bedeuten, doch vermag ich dies nicht gewiss zu sagen. — Frana kommt als Theil eranischer Eigeonamen öfter vor, so dass ich kein Anstand nehme das Wort hier auch so zu fassen. Die drei Söhne des Frana heissen : guter Glanz (vohu-raoco), reioer Glanz (asho-raocö) und thätiger (?) Glanz (vare 9 rao-raoco). 4) Hier werden Fravashis aufgezählt, die zur Familie Zarathustras gehören. Die drei zuerst genannten sind seine drei Söhne, welche nach der Ansicht der Parsen die Stammväter der drei Stande, der Priester, Krieger und Ackerbauer sind. Ueber Daevo-tbis , d. i. Peiniger der Daevas, weiss ich nichts Näheres. Die heiligen Drillinge sind ohne Zweifel die drei Söhne Zarathustras die künftighin noch geboren werden sollen : Oshedar bäuii, Oshedar-mäh und ^aoshyan 9 . Auch über Zairita weiss ich nichts Näheres. 128 Iihorda-Avesta. 99. Den Fravashi des Kavi-Vistätjpa 1 ) des reinen, preisen wir, des kräftigen, dessen Leib der Marithra ist, der mit mächtiger Waffe versehen ist, des ahurischen, welcher mit in Viele eindringender Waffe der Reinheit einen weiten Weg bahnte, der mit in Viele eindringender Waffe der Reinheit einen weilen Weg verkündigte, welcher als Beistand und Hülfe sich unterwarf dem ahurischen, zara- thustrischen Gesetze. 100. Welcher das festgestellte, gebundene (Gesetz) herausbrachte von den Ilunus 2 ) und es machte zu dem in der Mitte sitzenden, hoch wirkenden, lehrenden (?), reinen, der Ernährerin der Kuh und des Futters, zur Geliebten der Kuh und des Futters. 101. Den Fravashi des Zairi-vairi, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Yukhtavairi, des reinen, preisen wir. Den Fra- vaslii des Qriraokhsan, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Kerecaokhsan, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Vyareza, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Vanära, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Bujitjravo, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Berejyarsli, des reinen , preisen wir. Den Fravashi des Tizhyarsti, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Pereth- warsti, des reinen , preisen wir. Den Fravashi des Vizhyarsti, des reinen, preisen wir 3 ;. ' 102. Den Fravashi des Naptya, des reinen j preisen wir. Den Fravashi des Vazhäfpa, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Habätjpa, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Vitjtavaru, des Nachkommen des Naolara , des reinen , preisen wir. Den Fravashi des Frans-hanm-vareta, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Frashokareta, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Atare- vanu, des reinen , preisen wir. Den Fravashi des Ätarc-päta, des 1) Die Erwähnung des Vistäjpa, des mächtigen Beschützers der Religion Zarathustras, schtiesst sich sachgemäss an die Erwähnung der Kinder Zarathustras an. 2) Cf. oben Yt. 5, 53 flg. 3) Die in diesem Paragraphen genannten Namen gehören wol sämmtlich Helden an, welche mit der Vistäypasage in Verbindung standen. Nur der erste derselben, Zairivairis, ist uns als der spätere Zerir bekannt (cf. oben Yf. 5, 112). Die andern Namen sind alle zu bedeutsam, als dass sie nicht erfunden sein sollten. So heisst (Iriraokhshan, schöne Ochsen besitzend, Kerefaokhshan, magere Ochsen besitzend, Berezyarsti, hohe Lanze besitzend, Tizhyarsti, scharfe Lanze besitzend, Perethwarshi, breite Lanze besitzend u. s. w. Die drei letzten Namen erscheinen wieder als Namen des Windes in Yt. 15, 48. Khorda-A vesta. 129 reinen, preisen wir. Den Fravashi des Ätarc-däta, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Ätare-cilhra, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Ätare-qareno, des reinen, preisen wir Den Fravashi des Atare-(;avo, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Atare-zantu, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Ätare- daghu, des reinen, preisen wir 1 ). 103. Den Fravashi des Iiuskyanlhna, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Pashi-skyaothna, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des starken (^pefito - däta , des reinen , preisen wir. Den Fravashi des Ba?lavari, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Kavaratjmo, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Frashao^tra- Hvova, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des JämA§pa-Hvova, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Avaraostri ,• des reinen, preisen wir 2 ). 104. Den Fravashi des Huskyaothna, des reinen, des Abkömmling des Frashaostra, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Qadaena, des von Frashaostra stammenden, reinen, preisen wir. Den Fravashi des Haghurus, Sohn des Jämä^pa, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Vareshna, Sohn des Haghurus, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Vohu-nemo, den Sohn des Avaraostri 3 ), des reinen, preiseu wir, zum Widerstand gegen schlechten Schlaf, gegen schlechte Traumgesichler, gegen schlechte Saamenverluste, gegen schlechte Pairikas. 105. Den Fravashi des Manlhraväka 4 ), des Sohnes des Ci- maeca , des Lehrers , des Herrn der Versammlung (?), des reinen, preisen wir, der die meisten der sündigen, die Gesänge verunreini- 1) Auch die Namen die mit Ätare, Feuer, zusammengesetzt sind, sind alle bedeutsam, aber keiner derselben oder der andern hier genannten Personen lässt sich weiter nacliweisen mit Auhnahine des Atarepäta, Aderbat. 2) Die hier genannten Personen scheinen mir die Stammväter der drei letzten, der Brüder Jämäfpa, Frashaoytra und Aväraoslri zu sein, lieber den dritten ist mir nichts weiter bekannt, aber die beiden ersten geboren zu den vorzüglichsten und ersten Anhängern des Zarathustra. Jamafpa ist der Vater der ltvovi und Minister des König# Vistäfpa. Cf. auch Vt. 5, PS. 3) Hier sind die Nachkommender drei Brüder aufgezählt, die im vorhergehenden Paragraphen genannt wurden. 4) Manthraväka , d. i. der Aussprecher der Mantbras, ist offenbar ein gemachter Name, mit dem man in der'Zarathustralegende einen der ersten Lehrer hezeichnete, welche das zarathustrische Gesetz weiter fortpflanzten. Etwas Weiteres ist mir jedoch über ihn nicht bekannt. III. 9 130 ISlioi da-Avesla. genden, nichtigen Ashemaoghas, der nicht mit Herrn und Meister versehenen 1 ), schrecklichen, mit schlechten Fravashis versehenen schlug, um zu widerstehen der Pein, welche den Reinen überwältigt. 106. Den Fravashi des Ashatjlu, des Sohnes des Maidhyomäo- gha, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Avarethraba, den Sohn des Räslare-vaghenta, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Büdhra, des Sohnes des Däzgarät-pa, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Zbaurvao, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Karagna, des Tochtersohnes des Zbaurvao, des reinen , preisen wir, des starken, dessen Leib derMahlhra ist, der eine starke Waffe besitzt, des ahurischen 2 ). 107. In dessen Wohnung Ashis-vaguhi, die schöne, glänzende, vorwärlsschreitet mit dem Körper eines Mädchens, eines schönen, sehr kräftigen, wohlgewachsenen, aufgeschürzten, rein, was das glänzende Gesicht anbelangt, edel; der hei dem Nichl-Fortgange der Schlacht mit seinen Armen dem Körper am meisten Weite verschafft, der beim Nieht-Forlgange der Schlacht mit seinen Armen den Feind am meisten bekämpft. 108. Den Fravashi desVirätjpa, des reinen Sohnes desKaratjna, preisen wir. Den Fravashi des Azäta, des reinen Sohnes des Ka- ra^na, preisen wir. Den Fravashi des Fräyödha, des reinen Sohnes des Karatjna, preisen wir. Den Fravashi des reinen Vaghus-Arshya preisen wir. Den Fravashi-des reinen Arshya, des Versammlers, preisen wir, des thätigsten unter den Mazdayatjnas. Den Fravashi des reinen Därayat-ratha preisen wir. Den Fravashi des reinen Frävat- ratha preisen wir. Den Fravashi des reinen Qkäraya[,-ratha preisen wir 3 ). 109. Den Fravashi des reinen Arshväo preisen wir. Den Fravashi des reinen Vyarshväo preisen wir. Den Fravashi des reinen Paiti-arshväo preisen wir. Den Fravashi des reinen Amru preisen 1) d. h. sie erkennen keinen Herrn und Meister an wie die Anhänger Zarathustras. Cf. Vsp. 11, 4—7. 2) Die hier genannten Personen scheinen mit.Maidhyomaogba, dem Oheime des Zarathustra und einem seiner ersten Anhänger, in Verbindung zu stehen, doch lässt sich nicht genauer angeben, in welchem Verhältnisse sie gedacht worden sind. 3) Ein grosser Theil der hier genannten Personen stehen in Verwandtschaftsverhältnisse mit dem in § 10(5 genannten Karafna. Nach ihren Namen zu schliessen scheinen es Krieger sein zu sollen. Rhorda-Avesta. 131 wir. Den Fravashi des reinen Camru 1 ) preisen wir. Den Fravaslii des reinen Dräta preisen wir. Den Fravashi des reinen Paiti-dräla preisen wir. Den Fravashi des reinen Puiti-vagha preisen wir. Den Fravashi des reinen Frasluivakhsha preisen wir. Den Fravashi des reinen Nemo -vaghu-vardhayagha preisen wir. 110. Den Fravashi des reinen Vujadha preisen wir. Den Fravashi des reinen Ashävaghu preisen wir, des (Sohnes des) Bivafi- daglia. Den Fravashi des reinen Jaro-daghus (des Sohnes des) Paiti- stira preisen wir. Den Fravashi des reinen Nara-myazdana, des Sohnes des Athwyoza , preisen wir. Den Fravashi des reinen ßere- zislinu (Sohn des) Ara preisen wir. Den Fravashi des reinen Ka^u- patu (Sohn des) Ara preisen wir. Den Fravashi des reinen Frya preisen wir. Den Fravaslii des reinen Atjtvat,-erelo preisen wir 2 ). 26. 111. Den Fravaslii des Gaopi-vaghus preisen wir. Den Fravashi des Zusammenbringers der Güter, des starken, reinen, preisen wir. Den Fravashi des (^taota-vahista, des reinen, preisen wir. Den Fravashi des Pouru-däkhsti 3 ), des Sohnes des Khstävaena, des reinen preisen wir. Den Fravashi des Khshwiwräfpa, des reinen des Sohnes Khstävaena, preisen wir. 112. Den Fravashi des reinen Ayo-a^ti, des Sohnes des Pouru- däkhsti, preisen wir. Den Fravashi des reinen Vohü-a<’li, des Sohnes des Pouru-däkhsti, preisen wir. Den Fravashi des reinen Gaya- däfti, des Sohnes des Pouru-däkhsti, preisen wir. Den Fravashi des reinen Ashavazdäo 4 ), des Sohnes des Pouru-däkhsti, preisen wir. Den Fravashi des reinen Urudhu, des Sohnes des Pouru- däkhsti, preisen wir. Den Fravashi des reinen Khshalkro-cino, des Sohnes des Khshwiwrä ■ 21. Er fegte dahin über die Spitzen (?) der Höcker, über die Höhen der Berge, die Mündungen der Thäler, dieWipfel der Bäume, behorcht habend die Sprache der Vögel 3 ). So kam er etc. 1) Cf. oben Yt. 10, 70. 2) Die letzten Worte sind dunkel und können auch anders erklärt werden. Es scheint hiernach, dass Verethraghna zur Zeit des Tagesanbruchs tliätig gedacht wird.. 3) Die Sprache der Vögel zu verstehen gilt bekanntlich auch bei den neuern Orientalen als ein Zeichen der Weisheit. Khorda-Avesta. 145 8 . 22. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir. Es fragte etc. 23. Zu ihm kam zum achten Male Verethraghna, der von Ahura geschaffene, fliegend mit dem Körper eines Widders, eines wilden, schönen, mit tönenden (?) Klauen. So kam er etc. 9. 24. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir. Es fragte etc. 25. Zu ihm kam zum neunten Male Verethraghna, der von Ahura geschaffene, (liegend mit dem Körper eines Bockes, eines streitbaren, schönen, mit scharfen Klauen. So kam er etc. 10 . 26. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir. Es fragte etc. 27. Zu ihm kam zum zehnten Male Verethraghna, der von Ahura geschaffene, fliegend mit dem Körper eines Mannes, eines glanzenden, schönen, von Mazda geschaffenen , tragend ein Schwert mit goldenem Griffe, verziert in aller Art. So kam er etc. 11 . 28. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir, den Bewirker der Mannheit, den Bewirker des Todes, den Bewirk«’des Fortgangs J ), der von selbst steht, selbst abwehrt. Ihm opferte der reine Zarathustra im Sinne des Verethraghna, in der Rede des Verethraghna, im Thun des Verethraghna, in den Aussprüchen des Verethraghna, in den Antworten des Verethraghna 2 ). 29. Ihm gab Verethraghna, der von Ahura geschaffene, die Quelle des Rechten : Stärke der Arme, Gesundheit des ganzen Körpers, Gedeihen des ganzen Körpers und die Sehkraft, wie sie besitzt Karo-matjyo 3 ) der unter dem Wasser ist, welcher in derRagha, der fern zu überschreitenden, tiefen, an 1000 Männer (tiefen) einen 1) Verethraghna ist sowol der Bewirker des Todes als des Fortganges, d. b. der künftigen Auferstehung insofern nämlich, als er im Ganzen doch den Sieg der gläubigen Partei zuwendet, die bösen Mächte dagegen vernichten hilft. 2) d. h. wol soviel als dass sich Zarathustra beim Opfer ganz und gar in einer dem Verethraghna wohlgefälligen Weise benahm. 3) Karö-ma^yo ist kaum ein anderer als der in spätem Schriften Rbar- mähi genannte'Fisch. Sein Geschäft ist es den weisseil Haoma beständig zu umkreisen und die schädlichen Geschöpfe von ihm abzuhalten, welche ihn zu III. 10 146 Klionla-Avesln. (jeden) Wasserfleck von der Grösse eines Haares (stets) im Gedächtnisse hat. Wegen seines Glanzes etc. 12 . 30. Den Verelhraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir, den Bewirker der Mannheil, den Bewirker des Todes, den Bewirker des Fortgangs, der von selbst steht, seihst abw’ehrt. Ihm opferte der reine Zarathustra im Sinn des Verelhraghna, in dem Worte des Verethraghna, in derThät des Verelhraghna, in den Aussprüchen des Verelhraghna, in den Anworten des Verelhraghna. 31. Ihm gab Verelhraghna, der von Ahura geschaffene, die Quelle des.Beeilten: Stärke der Arme, Gesundheit des ganzen Körpers, Gedeihen des ganzen Körpers und die Sehkraft wie sie besitzt das männliche Pferd * 1 ), welches in finsterer Nacht, in glanzloser, umwölkter, ein Pferdehaar, das auf der Erde liegen blieb, sieht, ob es ein Kopfhaar oder ein Schweifhaar ist. Wegen seines Glanzes etc. 13. 32. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir, den Bewirker der Mannheit, den Bewirker des Todes etc. 33. Ihm gab Verethraghna, der von Ahura geschaffene, die Quelle des Rechten : Stärke der Arme, Gesundheit des ganzen Körpers, Gedeihen des ganzen Körpers und die Sehkraft, wie sie besitzt der Geier der goldfarbige, welcher neunfach von der Gegend (sc. entfernt seiend) etwas Grauenvolles sieht wie von der Grösse einer Faust, (wäre es auch) soviel als der Glanz einer glänzenden Nadel, als einer Nadelspitze. Wegen seines Glanzes etc. 14. 34. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir. Es fragte Zarathustra den Ahura-mazda: Ahura-mazda, Himmlischer, Heiligster, Schöpfer der bekörperten Welten, Reiner! Wenn ich ein Gegenredner, ein Widersprecher sein soll gegen viele peinigende Menschen — w'as ist dann dagegen das Heilmittel? vernichten trachten. Cf. Parsigr. p. 172. Dass einzig Auffallende an unserer Stelle ist nur, dass der Kai o-raajyo in das Wasser Ragha gesetzt wird (cf. oben zu Yt. 12, 18), während er sonst in dem See Vouru-kasha sich befindet. 1) Ich glaube kaum, dass hier von einem gewöhnlichen Pferde die Rede ist. Höchst wahrscheinlich ist es ein fabelhaftes Thier, von dem wir nichts Näheres wissen. Kborda-Avesta. 147 35. Darauf entgegnete Aliura-mazda: Suche dir eine Feder eines Vogels der Federn hal wie die Eulen 1 ), mit den Flügeln schlägt, o heiliger Zarathustra! Mit dieser Feder sollst du deinen Körper reiben, mit dieser Feder sollst du den Feind beschwören. 36. (Sprechend) Was uns erhält (sind) die Körper des starken Vogels, die Vollkommenheiten 2 ) des starken Vogels, nicht schlägt (den Vogel) irgend ein glänzender Mensch, nicht treibt er ihn, reichlich bringt er ihm die Anbetung, reichlich verbreitet er seine* Majestät, hülfreieh ist die Feder des Vogels der Vögel. 37. Diese schlägt der Herr der Feinde, der König, der Heldeu- tödler nicht zu Hunderten , er schlägt sie nicht auf einmal, einen einzigen schlägt er mit beiden Klauen (?) und geht vorwärts. 38. Alle fürchten sich vor dem Vogel, ebenso vor meinem Körper, von meinem Körper fürchten alle Feinde Stärke, den Sieg und den Geist der für den Körper geschaffen ist 3 ). 39. Welchen (Vogel) anbelen die Herren, anbeten die Angehörigen des Herrn, die Abkömmlinge des Kava-Hao^rava, welchen au- betete Kava-U^a. Welchen das männliche Pferd trägt, welchen das lenksame Kamel trägt, welchen das fliesseude Wasser trägt. 40. Welchen trug Thraetaona der starke, der da schlug die Schlange Daliäka mit drei Rachen, drei Köpfen, sechs Augen, tausend Kräften, die sehr kräftige von den Daevas stammende Druja, das Uebel für die Welten, die schlechte, welche als die kräftigste Druja geschaffen hat Agra-mainyu gegen die bekörperte Welt zum Tode für das Reine in der Welt 4 ). Wegen seines Glanzes etc. 15. 41. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen 1) Ichglaube, dass pesho-parena heissen soll: mit Eulenfedern an- gethan und sehe in pesliö das neuere jjÜJ . Die Beschwörung vermittelst einer Feder ist gewiss eine alteraniscbe Vorstellung und dürfte dafür sprechen, dass Verethraghna vorüglich in Gestalt eines Vogels verehrt worden sei. Cf. darüber die Einleitung zu diesem Bande. 2) Oder vielleicht: die Federn. Diese Bedeutung würde dem ganzen Zusammenhänge nach sehr gut passen, ich bezweifle jedoch, dass man sie annehmen darf. 3) Ich erkläre mir diese Stelle so: Alle Kämpfenden fürchten ebenso sehr, dass sich der geflügelte Verethraghna vom Körper entfernen als auch dass er zum Körper komme : letzteres nämlich von entgegengesetzter Seite , von Seilen der Feinde, dieses wird durch den Schluss des Paragraphen angedeulet. 4) Cf. Y 5 . IX, 25-27. 148 Khorda-Avesta. wir. Es bedeckt Verelhraghna diese Wohnung durch seine Waffen mit Majestät, wie jener grosse Vogel Qaena, wie die wasserreichen Wolken sich auf die hohen Berge lierabsenken. Wegen seines Glanzes etc. 16. 42. Es fragte Zarathustra den Ahura-mazda: Ahura-mazda, Himmlischer, Heiligster, Schöpfer der bekörperten Welten, Reiner! *Wo ist des von Ahura geschaffenen Verethraghua Namensanrufung, wo sein Preis, wo sein Lob? 43. Darauf entgegnele Ahura-mazda: Wo Heere zusammen- stossen , o heiliger Zarathustra , von denen ein jedes sich in geordneter Sclilachtreihe aufgestellt hat. Da werden nicht besiegt die Geordneten, nicht geschlagen die Erschlagenen. 44. Verlheile da die.Federn nach den Wegen hin. Einem jeden folgt der Sieg, wo man genugsam opfert der Stärke der wohlgeschaffenen, dem von Ahura geschaffenen Verethraghna. 45. Die Stärke und den Verethraghna segne ich , die zwei Schützer, die beiden Beschirmer, die beiden Herrscher, die beiden sollen antreiben , die beiden sollen wegtreiben, die beiden sollen forttreiben, die beiden sollen aufräumen, die beiden sollen hinwegräumen, die beiden sollen fortkehren 1 ). 46. Zarathustra! diesen Marithra sollst du keinem Andern lehren ausser dem Vater oder dem Sohne oder dem Bruder der mit dir geboren ist oder dem rettenden Priester 2 ). Dieses sind für dich Worte die stark sind, fest sind, stark sind zum Versammeln, stark sind zum Siege, stark und heilend. Diese Gebete für dich sind es, die ein sündiges Haupt reinigen, einen gezielten Schlag rückwärts wenden. Wegen seines Glanzes etc. 17. 47. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir, welcher zwischen den geordneten Schlachlreihen einhergeht und herumfragt mitMithra und Rashnu: Wer belügt den Mithra, wer beleidigt den Rashnu, wem soll ich Krankheit und Tod geben, ich der ich es vermag? 48. Darauf sprach Ahura-mazda: Wenn die Menschen opfern 1) Sl'ärke und Sieg verschmähen alle Schleichwege, sie gehen gerade zu, alle Hindernisse aus dem Wege räumend. 2) Cf. Yl. 4, 10. Khorda-Avesta. 149 für den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, wenn von Geschenkten bei ihm wohnt das gesetzliche Opfer und Preis aus der besten Reinheit — da kommen hier zu den arischen Gegenden nicht hinzu: Heerschaaren, Hindernisse, keine Schuld, kein Gift, kein feindlicher Wagen, keine erhobene Fahne 1 ). 49. Es fragte ihn Zarathustra: 0 Ahura-mazda, welches ist denn das passendste Opfer und Preis aus der besten Reinheit für Verethraghna, den von Ahura geschaffenen? 50. Darauf entgegnete Ahura-mazda: Gaben sollen ihm darbringen die arischen Gegenden, Bare^ma sollen ihm streuen die arischen Gegenden, Vieh sollen ihm kochen die arischen Gegenden, ein lichtes oder gutfarbiges, was unter den Farben die Farbe des Haoma hat. 51. Nicht möge sie ergreifen ein Verderblicher, nicht eine Buhlerin, nicht ein Ungläubiger der die Gathäs nicht hersagt, einer der die Welt lödtet, ein Gegner des ahnrischen zarathuslrischen Gesetzes. 52. Wenn sie ein Verderblicher ergreift, eine Buhlerin, ein Ungläubiger der die Gäthäs nicht hersagt, die Welt lödtet, ein Gegner des ahurischen zarathuslrischen Gesetzes — da ergreift die Heilmittel Verethraghna, der von Ahura geschaffene. - 53. Immerwährend kommen da zu den arischen Gegenden die Hindernisse, immerwährend stürzen sich auf die arischen Gegenden die Heerschaaren, immerwährend wird an den arischen Gegenden geschädigt, so dass fünfzig tödten die Hundertlödter, hundert die Tausendtödter, tausend die Zehntansendtödter, zehntausend die welche Unzählige tödten 2 ). 54. Darauf spricht also Verethraghna, der von Ahura geschaffene : Nicht, o Männer, kann geopfert und gepriesen werden die Stierseele , die vom Schöpfer geschaffene, denn die zerfleischenden (?) Daevas (und) Daevas verehrende Menschen vergiessen jetet Blut und verwunden mit den Nägeln 3 ). 55. Denn zerfleischende Daevas und Daevas verehrende Menschen bringen nun zum Feuer herbei von dem Baume der den Namen 1) Cf. Yt. 8, 56. 2) Die §§ 50—53 sind gleich mit Yt. 8, 58—60. 3) Da Drväfpa die Erhalterin des Viehes und der Gesundheit ist (cf. oben) so kann ihr natürlich jetzt, so lange Schlachten geschlagen werden, nicht richtig geopfert werden. » 150 Khorda-Avesta. Haperesha führt, das Brennholz, welches den Namen Nimadhaka 1 2 ) führt. 56. Denn zerfleischende Daevas und Daevas verehrende Menschen beugen nun den Rücken und strecken die Mitte des Körpers vor, alle Glieder strecken sie hin.®), denn zerfleischende Daevas und Daevas verehrende Menschen halten nun den Verstand zurück — da wendet diese (die Stierseele) das Gesicht ab. Wegen seines Glanzes etc. ' : 18. 57. Den Verelhraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir. Den Haoma bringe ich; den Haupttheil, den Haoma, den siegreichen, bringe ich;* den Beschützer für das Gut bringe ich; den Beschützer für den Körper bringe ich: den Haoma. Wenn er herniederkommt, da gelangt er bis zum schlechtgesitteten Bösen 3 ). 58. Damit ich dieses Heer besiegt, damit ich dieses Heer nie- dersehlage, das hinter mir daher fährt. Durch seinen Glanz etc. 19. 59. Verelhraghna, den von Ahura geschallenen, preisen wir. Die Walle die von Qighüire 4 ) stammt trug herbei der Sohn Ahuras. — Die Söhne sind die Herren von Zehntausend. Stark ist der Siegreiche mit Namen, siegreich ist er, der Starke mit Namen. 60. Damit ich mit der Sieghaftigkeit mich vereine mehr als alle Uuarischen, damit ich dieses Heer schlage, damit ich dieses Heer besiege, damit ich dieses Heer niederschlage, welches hinter mir daher fährt. Wegen seines Glanzes etc. 1) Nimadhaka ist wabrscheiulich das feuchte Holz, was aber Haperesha ist vermag ich nicht zu sagen. 2) Hier folgen einige dunkle Worte die ich nicht zu enträtbseln vermag. Anquetil’s tTebersetzung dieser Slclle ist gewiss falsch, (lls frapperont Ho seeden; et quanl ils ne frapperoient ni Hö seedene ni Heden, loujours ver- roit-on le Dow komme ei son adorate.ur enlever les grands fetres) qui sont sur (la terre) les produclions qui y eroissent.) Anquetil denkt an den oben Yt. 8, 32. erwähnte Berg Hendava, der aber gar nicht passt. Auch fügt er noch bei, dass einige Parsen die Worte Ho-faidhin und hadhen als Eigennamen fassen, was schwerlich richtig.ist. 3) Unverständlich und sehr dunkel. 4) Es kann nicht mehr gesagt werden was unter dieser Bezeichnung zu verstehen ist. Auch Anquetil weiss nichts anzugeben. Khorda-Avesta. 151 20 . 61. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir. YatM ahü vairyo. Für die Kuh gehört die Stärke, für die Kuh die Anbetung, für die Kuh die Rede, für die Kuh der Sieg, für die Kuh-die Speise, für die Kuh das Futter, für die Kuh arbeitet, sie ist uns zur Speise gedeihlich 1 ). Wegen seines Glanzes etc.^ 21 . 62. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir. Der die Kampfesreihen zerstört, die Kampfesreihen zerschneidet, die Kampfesreihen nahe bringt, die Kampfesreihen vereinigt, der die Kampfesreihen zerstört, die Kampfesreihen zerschneidet, die Kampfesreihen nahe bringt, die Kampfesreihen vereinigt der Daevas und Menschen, der Zauberer und Pairikas, der Qalhras, Kaoyas und Karapanas, (das ist) Verethraghna der von Ahura geschaffene. 22 . 63. Den Verethraghna, den von Ahura geschaffenen, preisen wir. Denn Verethraghna, der von Ahura geschaffene, hält die Hände zurück der furchtbaren Kampfesreihen, der verbündeten Länder und der mithratrügeuden Menschen, er umhüllt ihr Gesicht, verhüllt ihre Ohren, nicht lässt er ihre Füsse ausschreilen, nicht sind sie mächtig. Wegen seines Glanzes etc. Das Opfer, den Preis, die Kraft, die Stärke des vom Ahura geschaffenen Verethraghna preise ich und das Schlagen das von oben stammt etc. XXXI. (15) Räm-yast. Zufriedenstellung für Ahura-mazda etc. — Ashem-vohü. — Ich bekenne etc. Zufriedenstellung für Räma - qäcjlra, für die Luft die in der Höhe wirkt, die gesetzt ist über die andern Geschöpfe; das von. dir, o Luft, welches dem Qpenta-mainyus angehört zum Preis etc. Yathä ahü vairyo. 1 . 1. Ich preise die Gewässer und den Vertheiler (derselben), ich preise den Frieden den sieghaften, und von den Nutzen einen jeden. Ihn wollen wir preisen, ihn wollen wir-anrufen für diese Wohnung, 152 Khorda-Avesta. für den Herrn dieser Wohnung, für den Geher der Gaben, den Darbringer. Gegen den Feind des Stieres, des zu preisenden, gegen den hier tödenden unter den Feinden rufen wir den besten Yazata an. 2. Ihm opferte der Schöpfer Ahura-niazda in Airyaua-vaeja der guten Schöpfung auf goldenem Throne, auf goldenem Schemel (?)*), auf goldener Decke, mit zusammengebundenen Baregma , bei iiber- fliessender Fülle. 3. Ihn bat er um diese Gunst: Gieb mir o Luft 1 2 ) die du in den Höhen wirkst, dass ich schlagen möge unter den Geschöpfen des Agra-maiuyus so wie einer der dem Qpenta-mainyus (angehört). 4. Es gewährte ihm diese Gunst die Luft die in den Höhen wirkt, als dieses genehmigte der Schöpfer Ahura-mazda 3 ). 5. Wir wollen die Luft preisen, wir wollen die Luft preisen die in der Höhe wirkt, das von dir o Luft, das dem £penta-mainyu angehört 4 5 ). Wegen ihres Glanzes, wegen ihrer Majestät wollen wir sie preisen mit hörbarem Preise: die starke Luft, die in der Höhe wirkt mit Darbringungen. Wir preisen die starke Luft die in der Höhe wirkt. Mit Haoma etc. 2 . 6. Ich preise die Gewässer und den Vertheiler derselben etc. 7. Ihm opferte Haoshyagho der Paradhäta 8 ) auf dem Taera 6 * ) des aus Eisen zusammengefüglen Berges, auf goldenem Throne, auf goldenem Schemel, auf goldener Decke, mit zusammengebundenen Bare§ma, bei uberfliessender Fülle. 8. Ihn bat er um diese Gunst: Gieb mir, o Luft, die du in der 1) Es ist nicht gewiss ob der Ausdruck gerade einen Schemel besagen will, jedenfalls aber etwas Ausgebreitetes, Hingeworfenes. 2) Während Räma-qäftra sonst gewöhnlich als Genius des Geschmackes bezeichnet wird, gilt er öfter auch für den Genius der Luft. , 3) Es scheint fast als ob der Verfasser dieses Stückes sich die Luft als eine dem Ahura-mazda gleichslehende, also etwa zu den Qadhätas gehörige Gottbeit betrachtete. Wäre dies nicht der Fall, so müsste inan es ungereimt Hoden, dass das Geschöpf dem Schöpfer seine Gunst gewährt. 4) Cf. Vf. XXII, 27. und die Note zu dieser Stelle. 5) Cf. zu Vd. XX, 7. Ich glaube indess jetzt, dass man Paradhäta statt: zuerst gesetzt, besser mit früher gesetzt überträgt. 6) Taera cf. zu Yt. 12, 25. Es.scheint Taera nur ein Theil eines grossen Gebirges zu sein, wol des Alboi'j. Der Zusatz: ans Eisen zusammen- gefügt, scheint anzudeuten, dass man dieses Gebirge als aus Eisen bestehend gedacht hat. Khorda-Avesta. 153 Höhe wirkst, dass ich erschlagen möge zwei Drittel der mazanischen Daevas und der varenischen, schlechten. 9. Es gewährte ihm diesen Wunsch die Luft die in der Höhe wirkt, als dieses genehmigte der Schöpfer Ahurn-mazda. Wir wol-* len etc. ' ' 3. 10. Ich preise die Gewässer etc. 11. Ihm opferte der Takhma - urupa*), unbewaffnet (?) auf goldenem Throne, auf goldenem Schemel, auf goldener Decke, mit zusammengebundenen Bare^ma, bei überströmender Fülle. 12. Ihn bat er um diese Gunst: Gieb mir, o Luft, die du in der Höhe wirkst, dass ich schlagen möge alle Daevas und Menschen, alle Zauberer und Pairikas, dass ich lenke den Agra - mainyu gezähmt, in Gestalt eines Pferdes , dreissig Jahre lang um beide Enden der Erde 1 2 ). 13. Es gewährte ihm diese Gunst die Luft die in der Höhe wirkt, als dieses genehmigte der Schöpfer Ahura-mazda. Wir wollen etc. 4. 14. Ich preise die Gewässer etc. 15. Ihm opferte Yima, der glänzende, mit guter Versammlung versehene, von hohen Hukairya aus, dem ganz glänzenden, goldenen, auf goldenem Throne, auf goldenem Schemel, auf goldener Decke, mit zusammengebundenen Bare^ma, bei überströmender Fülle. ^16. Ihn bat er um diese Gunst: Gieb mir, o Luft, die du in der Höhe wirkst, dass ich sein möge das majestätischste der geborenen Wesen, der die Sonne am meisten ansehende der Menschen, dass ich machen möge für mich in der Herrschaft unsterblich Menschen und Vieh, nicht vertrocknend Wasser und Bäume, die essbare Speise unversiegbar. In der weiten Herrschaft des Yima war kein 1) Gewöhnlich wird er tnkhino urupis, d. h. der starke Fuchs genannt, es ist der Tabinurasp der spätem Sage. 2) Die Sage, auf welche hier angespielt wird, ist ein merkwürdiges Stück alteranischer Mythologie, dasunsnurdie Parsen vollständig erhallen haben. Nach diesem reitet Tahmura^p dreissig Jahre lang auf dem Ahriman , daher ist ihm auch in der moslemischen Färbung der Sage der Titel Devsbandiger geblieben. Firdosi hat übrigens diese Sage nicht aufbewalirl. Ausführlicheres in der Einl. zu diesem Bande. OjtAi 154 Khorda-Avesta. kalter Wind, kein heisser, da war nicht Alter nicht Tod, kein Neid, der von Daevas geschaffene 1 ). 17. Es gewährte ihm diese Gunst die Luft die in der Höhe Virkt, als dies genehmigte der Schöpfer Ahura-mazda. Wir wollen etc. 5. 18. Ich preise die Gewässer etc. 19. Ihm opferte die Schlange Dahäka mit drei Rachen an der schlechten Wüste auf einem goldenen Throne, auf einem goldenen Schemel, auf goldener Decke, mit zusammengebundenen ßaregma, bei überströmender Fülle. 20. Ihn bat er um diese Gunst: Gieb mir, o Luft, die du in der Höhe wirkst, dass ich unsterblich machen möge alle die in den sieben Kareshvares sind. 21. Nicht gewährte ihm diese Gunst die Luft die in der Höhe wirkt'dem Opfernden, nicht dem Bittenden, nicht dem Anrufenden, nicht dem Geber, nicht dem Darbringer von Gaben. Wegen ihres Glanzes etc. 6 . 22. Ich preise die Gewässer etc. 23. Ihm opferte der Sohn des alhwyanischen Clanes, des tapferen Clanes: Thraetaona in Varcna dem viereckigen 2 ), auf einem goldenen Throne, goldenen Schemel, goldener Decke, mit zusammengebundenen Bare?ma, mit überströmender Fülle. 24. Ihn bat er um diese Gunst: Gieb mir, o-Luft, die du in der Höhe wirkst, dass ich schlagen möge die Schlange Dahaka mit drei Rachen, drei Köpfen, sechs Augen, tausend Kräften, die sehr starke den Daevas angehörende Druja, das Uebel für die Welten, die schlechte, welche als die stärkste Druja Agra-mainyus erschuf, hin zur Körper begabten Welt, zum Tod für das Reine in der Welt, und dass ich als Besieger vertreiben möge die welche ihm nützen und ihm verpflichtet sind, die nach ihren Körpern die schönsten sind, um sie zu werfen die (sind) im Verborgensten der Welt 3 ). 25. Es gewährte ihm diese Gunst die Luft, welche in der Höhe 1) Cf. Yf. IX, 14-18. 2) Cf. Vd. I, 68. 3) Cf. Y S . 5, 34. 9, 14. Khorda-Avesta. 155 wirkt, als dieses genehmigte der Schöpfer Ahura-mazda. Wir wollen etc. 7. 26. Ich preise die Gewässer etc. 27. Ihm opferte der männlich gesinnte Kere^ätjpa an dem verborgenen (?) Abflüsse der von Mazda geschaffenen Ragha, auf goldenem Throne, auf goldenem Schemel, auf goldener Decke, mit zusammen gebundenen ßaretjma, bei iiberströmender Fülle. 28. Ilm bat er um diese Gunst: Gieb mir, o Luft, die du in den Höhen wirkst, dass ich niederschlagen möge aus Rache für meinen Bruder Urvakhshaya, dass ich schlagen möge den Hitätjpa, dass er am Wagen ziehen müsse. So gehört die Tiefe dem Ahura , so giebt es nur einen Herrn der Tiefe, so gehört Gandarewa unter dem Wasser 1 ) (dem Ahura). ’ 29. Es gewährte ihm diese Gunst die Luft die in der Höhe wirkt, als dieses genehmigte der Schöpfer Ahura-mazda. Wir wollen etc. 8 . 30. Ich preise die Gewässer etc. 31. Ihm opferte Aurvagara der Herr der Gegenden an dem weisslichen Gebüsche, am weisslichen Walde, an den Gränzen am Walde 2 ) auf einem goldenen Throne, einem goldenen Schemel, einer goldenen Decke, mit zusammengebundenen Bare^ma, bei überströmender Fülle. 32. Ihn bat er um diese Gunst: Gieb mir, o Luft, die du in den Höhen wirkst, dass uns nicht schlagen möge der männliche Vereiniger der arischen Gegenden zu einem Reiche: Haotjrava# dass ich entrinnen möge vor den Kavi Haotjrava, dann möge Kava Hao- tjrava schlagen alle unarischen im Walde. 33. Es gewährte ihm diese Gunst die Luft die in der Höhe 1) Obwohl uns die Parsen mehrere Mythen von Kereyaypa aufbewahrt haben, welche sonst nicht bekannt sind, so ist doch der Zug, auf welchen hier angespielt wird, nicht vorhanden. Ich erkläre den Namen flitäfpa als ein Deter- minativcompositum, d.h. gebundenes Pferd, mit Rücksicht auf die Mythe, dass er — ähnlich wie Ahriman — als Pferd an einen Wagen gebuuden werden sollte. Die letzten Worte sind etwas dunkel, aus Yt. 19, 41 gehl aber jedenfalls hervor, dass dieser Hitäfpa kein Anderer ist als Gandarewa, von welchem oben Yt. 5, 38 bereits die Rede gewesen ist. 2) Cf. zu Yt. 5, 50. 156 Khorda-Avesta. wirkt, als dieses genehmigte der Schöpfer Ahura-mazda. Wir wollen etc. 9. 34. Ich preise etc. 35. Ihm opferte Hulaotja die mit vielen Brüdern verseheue für den Clan der Naotaras, auf einem goldenen Throne, auf einem goldenen Schemel, einer goldenen Decke, mit zusammengebundenen Baretjma, bei überströmender Fülle. 36. Ihn bat sie um diese Gunst: Gieb mir, o Luft, die du in den Höhen wirkst, dass ich geliebt sein möge, mit Liebe angenommen in der Wohnung des Kavi Vislätjpa. 37. Ihr gewährte diese Gunst die Luft die in der Höhe wirkt, als das genehmigte der Schöpfer Ahura-mazda. Wir wollen etc. 10 . 38. Ich preise etc. 39. Ihm opferten die Mädchen, die noch nicht besucht waren von Menschen, auf goldenem Throne, auf goldenem Schemel, auf goldener Decke, mit zusammengebundenen Bare^ma , bei iiberslrö- mender Fülle. 40. Dann baten sie ihn um diese Gunst: Gieb uns, o Luft, die du in der Höhe wirkst, dass wir einen Hausherrn erlangen mögen, einen Jüngling mit ausgezeichnetem Körper, der uns wohl ernähren möge so lange wir leben und uns Nachkommenschaft verschaffe, mit weisem Zahne, mit der Zunge redend *). 41. Es gewährte ihnen diese Gunst die Luft die in der Höhe wirkt, als dieses genehmigte der Schöpfer Ahura-mazda. Wir wollen etc. 11 . 42. Ich preise etc. — Den Angehörigen des Qpenta- mainyu, den glänzenden, majestätischen preisen wir. 43. Ich führe den Namen Luft (Vayu) o heiliger Zarathustra, deswegen führe ich den Namen der Lull, weil ich die Geschöpfe hinwegwehe (vayemi) beide, welche geschaffen hat Qpeuta-mainyu und welche geschaffen bat Agra-mainyu 1 2 ). Ich führe den Namen der Wegführer, o heiliger Zarathustra, deswegen führe ich den Namen 1) d. li. weise sprechend. 2) Hiernach scheint die Luft ein Mittelwesen zu sein, welches ähnlich wie Mithra seine Wirksamkeit sowul auf Gute wie auf Böse ausdehnt. Doch sprechen andere Parsenbücher auch von einem guten und bösen Winde. Khorda-Avesta. 157 der Wegführer, weil ich die Geschöpfe hinwegführe, welche beide geschallen haben Qpenta -mainyus und Agra-mainvus. 44. Ich führe den Namen: ,,Alle schlagend“, o heiliger Zarathustra , deswegen führe ich den Namen Alle schlagend , weil ich beiderlei Geschöpfe schlage, welche Qpcnta-mainyus geschaffen hat und welche Agra-mainyus geschaffen hat. Ich führe den Namen „der Gutes Thuende,“ o heiliger Zarathustra, deswegen führe ich den Namen der Gutes Thuende, weil Ich Gutes tliue für den Schöpfer Ahura-mazda und die Amesha-fpentas. 45. Ich heisse der Vorangeher, ich heisse der Nachfolger, ich heisse der Verfolger, ich heisse der Hiuwegkehrcr, ich heisse der Niederkehrer, ich heisse der ßeissende, ich heisse der Hinwegnehmer, ich heisse der Erlanger, ich heisse der Glanzerlangende. 46. Ich heisse der Schnelle, ich heisse der Schnellste, ich heisse der Starke, ich heisse der Stärkste, ich heisse der Feste, ich heisse der Festeste, ich heisse der Kräftige, ich heisse der Kräftigste, ich heisse der Wohlgeflügelte, ich heisse der wohl ringsum Kehrende, ich heisse der Hierschlagende, ich heisse der Herbeiführer, ich heisse der Vertreiber der Daevas, ich heisse der Zerreisser (?). 47. Ich heisse der von Leiden befreite, ich heisse der von Leiden befreiende, ich heisse der Hierkräftige, ich heisse der zum Schulz starke, ich heisse der zum Niederschlagen kräftige, ich heisse der Brennende, ich heisse der Reine (?), ich heisse die Reinheit, ich heisse die Vollkommenheit, ich heisse der Heulende, ich heisse der heulend sprechende, der heulend speiende. 48. Ich heisse mit scharfer Lanze versehen, ich heisse die scharfe Lanze, ich heisse mit breiter Lanze versehen, ich heisse die breite Lanze, ich heisse mit glänzender Lanze versehen, ich heisse die glänzende Lanze, icli heisse der Majestätische , ich heisse der überaus Majestätische. 49. Diese meine Namen sollst du anrulen, o Zarathustra, dann wenn du in den Bedrängnissen der Heere hist, dann wenn du beim Zusammentreffen der Schlachtreihen, in der Kämpfen der Gegenden bist. 50. Diese meine Namen sollst du aurufen, o Zarathustra, dann wenn der Befehlshaber in einer Gegend, Allherrscher, fallend, sich krümmend, verwundet, auf dem Wagen getroffen, bittet uni Nahrung, bittet um Heilmittel. ' v 51. Diese meine Namen sollst duanrufcn, o reiner Zarathustra. 158 Kliorda-Avesta. als gegen einen bösen, unreinen, fallenden , sich krümmenden , verwundeten, auf dem Wagen getroffenen, bittenden um Stärke, bittenden um Nahrung, bittenden um Heilmittel. 52. Diese meine Namen sollst du anrufen, o Zarathustra, dann, wenn ein Gefesselter dasiebt, ein Gefesselter befördert, ein Gefesselter geführt wird, um vorwärts gebracht zu werden zu dem Ge- fängnisswärter, um hinweggebracht zu werden zum Kerkermeister. 53. 0 Luft, du bist bei Pferden, bei Menschen, bei Allen ein Vertreiber von Zweifeln, unter allen ein Verlreiber der Daevas, in den untersten Orten, in tausendfachen Finsternissen, kommt sic zu dem der sie verlangt. 54. Mit welchem Opfer soll ich dich preisen? mit welchem Opfer dich loben, mit welchem Opfer kommt dir eine Einladung zu? — Die Luft ist schneller, aufgeschürzter, heftiger, streitbarer, mit höheren Füssen, breiterer Brust, breiteren Hüften, schärferen Gesicht als die andern über ein Reich herrschenden, mit Allherrschaft herrschenden. 55. Suche du BareQma, o reiner Zarathustra , Auswahl, Auslese für die Fortschreitenden zu der lichten, hohen, die Hinübergehenden zur Morgenröthe 1 ). 56. Wenn du mir opferst, so will ich dich mit von Mazda geschaffener Rede preisen, mit glänzender, heilsamer, damit dich nicht beschädige Agra-mainyus der voll Tod ist, nicht die Zauberer, nicht der Zaubernde, kein Daeva, kein Mensch. 57. Luft, du schnelle, (dich) preisen wir. Luft, du starke, ^dich) preisen wir. Die Luft, die schnelle der Schnellen, preisen wir. Die Luft, die stärkste der Starken, preisen wir. Die Luft mit goldenem Helme preisen wir. Die Luft, mit goldenem Busche preisen wir. Die Luft mit goldenem Halsbande preisen wir. Die Luft mit goldenem Wagen preisen wir. Die Luft mit goldenem Rade preisen wir. Die Luft mit goldener Rüstung preisen wir. Die Luft mit goldenem Kleide preisen wir. Die Luft mit goldenen Schuhen preisen wir. Die Luft mit goldenem Gürtel preisen wir. Die reine Luft preisen wir. 58. Yathä abii vairyo. — Opfer, Preis, Stärke, Kraft weihe ich dem Räma-qftQtra, der Luft die in der Höhe wirkt, die gesetzt ist 1) Der Schluss dieses Paragraphen ist etwas dunkel. Es sind wol die Winde za verstehen. i Khorda-Avesta. 159 über die anderen Geschöpfe, das von dir, o Luft, das dem Qpenla- mainyus angehört. XXXII. (16) Dtn-yast. Im Namen Gottes, Ormazds des Herrn, des Vermehrers. Es möge zunehmen an grosser Majestät das gute mazdayagni- sche Gesetz, es möge kommen. — Alle Sünden etc. Zufriedenstellung für Ahura-mazda. Ashem-vöhu. — Ich bekenne (mich) etc. Zufriedenstellung für die richtigste Weisheit die von Mazda geschaffene, reine, das gute mazdaya^nische Gesetz zum Preis, Anbetung, Zufriedenstellung und Lob. —Yathä ahu vairyo. 1 . 1. Die richtigste Weisheit die von Mazda geschaffene, reine, preisen wir (das gute mazdaya^uische Gesetz preisen wir), die gute Wegzehrung 1 ), die schnell herbeieilende, sehr verzeihende, Gaben darbringende, reine, tugendbegabte, berühmte, schnell wirkende, bald wirkende, selbst abwehrende, von selbst reine: das gute mazda- yaijnische Gesetz. 2. Welchem opferte Zarathustra (sprechend): „Erhebe dich vom Throne, gehe hervor aus (deiner) Wohnung: richtigste Weisheit, von Mazda geschaffene, reine. Wenn du vorne bist, so warte auf mich, wenn du hinten bist, so komme zu mir. 3. Dann soll Friede sein, damit seien von selbst geschützt die Wege, von selbst zu begehen die Berge, von selbst zu durchlaufen die Wälder, leicht zu überschreiten das fliessende Wasser wegen dieses Nutzens: zum Verkünden der Rede, der ferner zu bedenkenden. 4. Wegen ihres Glanzes, wegen ihrer Majestät will ich sie preisen mit hörbarem Preise: die richtigste Weisheit, die von Mazda geschaffene, reine, mit Darbringungen. Wir preisen die richtigste Weisheit, die von Mazda geschaffene, reine. MiL Haoma etc. 2 . 5. Die richtigste Weisheit die von Mazda geschaffene etc. 6. Welcher opferte Zarathustra um gute Gedanken für den 1) Wegzehrung heisst das mazdaya^nische Gesetz, weil es am meisten geeignet ist den Menschen auf seinem Wege zum Paradiese zu starken. T \ 0Q Khorda-A vesta. Geist, um gute Worte für die Rede, um gute Werke für das Handeln, um diese Gunst: 7. Dass ihm geben möge die richtigste Weisheit, die von Mazda geschaffene, reine: Kraft für die Küsse, Gehör für die Ohren, Stärke für die Arme, Gesundheit für den ganzen Körper, Gedeihen für den ganzen Körper und die Sehkraft wie sie besilzt Karo-ma§yo _ der unter dem Wasser ist, der in der Ragha, der fern zu überschreitenden, tiefen, an 1000 Männer (tiefen) einen (jeden) Wasserstreif von Grösse eines Haares beständig im Gedächtnisse hat 1 ). Wegen ihres Glanzes etc. 3. 8. Die richtigste Weisheit etc. 9. Welcher opferte Zarathustra um gute Gedanken für den GeisL, um gute Worte für das Reden, um gute Werke für das Handeln, um diese Gunst: 10. Damit ihm geben möge die richtigste Weisheit, die von Mazda geschaffene, reine: Kraft für die Fiisse, Gehör für die Ohren, Stärke für die Arme , Gesundheit für den ganzen Körper , Gedeihen für den ganzen Körper und die Sehkraft wie sie besitzt, das männliche Pferd, welches in einer dunklen Nacht einer regnerischen, schneeigen, eisigen, hagelnden, neunfach (entfernt) vom Reiche ein auf der Erde liegendes Pferdehaar sieht, ob es ein Kopfhaar oder Schwanzhaar 2 ) ist. Wegen seines Glanzes etc. 4. 11. Die richtigste Weisheit etc. 12. Welcher opferte Zarathustra um gute Gedanken für den Geist, um gute Worte für die Rede, um gute Werke für das Handeln um die Gunst. 13. Dass ihm geben möge die richtigste Weisheit, die von Mazda geschaffene, reine: Kraft für die Füsse, Gehör für die Ohren, Stärke für die Arme, Gesundheit für den ganzen Körper, Gedeihen für den ganzen Körper und die Sehkraft wie sie hat der goldfarbene Geier, welcher neunfach von der Gegend entfernt etwas Graunvolles wie von der Grösse einer Faust erblickt, so viel wie den Glanz einer glänzenden Nadel, so viel wie eine Nadelspitze 3 ). Wegen ihres Glanzes etc. 1) Cf. oben zu Yt. 14, 29. 2) CC Yt. 14, 31. 3) Cf. Yt. 14, 33. Khorda-Avesta. 161 5. 14. Die richtigste Weisheit etc. 15. Welcher opferte Hvovi, die reine, weise, ein gutes Theil wünschend: nämlich den reinen Zarathustra, um zu bedenken das Gesetz,'zu sprechen nach dem Gesetze, zu handeln nach dem Gesetze. Wegen, ihres Glanzes etc. 6 . 16. Die richtigste Weisheit etc. 17. Welcher opferte der Priester der in der Ferne geschaffene, wünschend Gedächtniss für das Gesetz, Stärke wünschend für den Körper. Wegen ihres Glanzes etc. 7. 18. Die richtigste Weisheit etc. 19. Welcher opferte der Befehlshaber der Gegend, der Herr der Gegend, Frieden wünschend für die Gegend, Stärke wünschend für den Körper. Wegen ihres Glanzes etc. 20. Yathä ahü vairyo. — Opfer, Preis, Stärke, Kraft weihe ich für die richtigste Weisheit, die von Mazda geschaffene, reine etc. XXXIII. (17) Ashi-yast. Zufriedenstellung für Ahura-mazda. Ashem-vohü. — Ich bekenne (mich) etc. Zufriedenstellung für die gute Ashi, die gute Weisheit, die gute Rechtlichkeit, die gute Geradheit, für die Majestät, den Nutzen, den von Ahura geschaffenen, zum Preis, Anbetung, Zufriedenstellung und Lob. — Yathä ahü vairyü. 1. 1. Die Ashis-vaguhi preisen wir, die glänzende, grosse, wohl- gewachsene, sehr verehrungsw.ürdige, mit ihrem glänzenden Rade, die starke, die Verleiherin von nützlichen Gaben, die heilsame, mit vielen Männern versehene, tapfere. 2. Die Tochter des Ahura-mazda, die Schwester der Amesha- $pentas, welche alle Nützenden mit vorwärts gehenden Verstände festigt und den himmlischen Verstand als Gabe verleiht. Sie kommt dem in der Nähe wie in der Ferne Anrnfenden zu Hülfe, welcher der Ashi opfert mit Gaben. 3. Wegen ihres Glanzes, wegen ihrer Majestät will ich sie preisen mit hörbarem Preise, ich will ihr opfern mit wohlgeopferlen Ilt. 11 162 Khorda-Avesta. Opfer, der Ashis-vaguhi mit Darbringungen. Wir preisen die Ashis- vaguhi. Mit Haoma etc. ■„ 2 . 4. Die Ashi-vaguhi preisen wir, die glänzende etc. 5. Preis dem Haoma, dem Marithra, dem reinen Zarathustra. Darum sei Preis dem Haoma, weil alle übrigen Wissenschaften mit dem Aeshma mit schrecklicher Waffe Zusammenhängen, aber die Wissenschaft des Haoma hängt mit der Reinheit zusammen, durch ihre eigene gute Reinheit 1 ). 6. Ashi du bist schön, Ashi du bist strahlenreich, mit Vergnügen kommst du herhei aus den Strahlen. Ashi du bist die Geberin von vielen Glanze für die Männer denen du folgst, die wohlriechende. Es duftet das Haus, in wessen Hause die starke Ashis-vaguhi die Füsse niedersetzt, mit freundlicher Gesinnung, zu langer Freundschaft. 7. Diese Männer beherrschen Reiche, die Vieles kochenden, grosse Theile verleihenden, mit schnaubenden Pferden versehenen 2 ), mit leuchtendem Rade, mit geschmeidigem Dolche versehenen, vieles tragenden, Nahrung verleihenden (?), Wohlriechende, wo da ist das Haus zubereitet und andere glänzende Güter. — An die du dich an- schliessest, Ashis-vaguhi — Heil sei ihm an den du dich anschlies- sest, schliesse dich au mich, du vielarlige, starke. 8. Deren Wohnungen sind wohlbegründel, stark gerüstet stehen sie, reich an Reinheit, langen Reisland besitzend. Welchen du dich anschliessest, Ashis-vaguhi — Heil sei ihm, dem du dich an- schliessest, schliesse dich an mich an, vielartige, starke! 9. Ihre Throne sind wohl ausgebreitet, wohlgekleidet (?) gut mit Decken versehen, gleich und mit goldenem Ueberzuge die Füsse. — Welchen du dich anschliessest Ashis-vaguhi — Heil dem welchem du dich anschliessest, schliesse dich an mich an, vielartige, starke! 10. Deren geliebte Frauen 3 ) d,ie im Hause befindlichen, sitzen auf Thronen.mit Hacken gebunden, herabhängen Ohren- 1) Cf. Yf. X, 18. 19 und die Note dazu. 2) Da Ashis-vaguhi die Verleiherin des häuslichen Wohlstandes ist, so werden diese scheinbar unzusammeuhängenden Beiwörter hegreiflieh. 3) Dass es die Frauen sein müssen von welchen in diesem Paragraphen die Rede ist, geht aus dem ganzen Zusammenhänge des Stückes deutlich genug hervor, der Text ist aber an einigen Stellen theils dunkel, theils verdorben, weswegen es mir nicht möglich gewesen ist eine vollständige Ueberselzung zu geben. Kborda-Avesta. 163 ringe, viereckige und ^in goldgeformtes Halsgehänge. (Sie sprechen) Wann wird herzukommen der Hausherr, was sollen wir mit Freude ihm wünschen, die Geliebten, für seinen Körper? Welchen du dich anschliessest, Ashis-vaguhi — Heil dem , welchem du dich anschlies- sest, schliesse dich an mich an, vielartige, starke! 11. Deren Mädchen sitzen da mit Fussgeschmeide versehen (?) schlanker (?) Mitte 1 ) mit berühmten Körpern, langen Zehen, von Körper so schön wie es der Wunsch derer ist denen sie gegeben werden. Welchen du dich anschliessest, Ashis-vaguhi — Heil dem, dem du dich anschliessest, schliesse dich an mich an, vielartige, starke! 12. Ihre Pferde sind schnell, weit dahin schnaubend, mit Stärke^?) fahren sie den Wagen, an den auf das Wort gehenden schirren sie sich an, den starken Lobpreisenden fahren sie dahin, den mit schnellen Pferden, mit starkem Wagen versehenen, den mit spitziger Lanze, mit langem Schafte versehenen, den mit geschmeidigem Pfeile, den umsichtigen, hinter den Feinden hergehenden, den Schläger vor dein Feinde. Welchen du dich anschliessest Ashis-vaguhi — Heil dem, welchem du dich anschliessest, schliesse dich an mich an, vielartige, starke! 13. Ihre Kamele sind starkhöckerig, die sich lenken lassen mit reinem Geiste, von der Erde aufspringend 2 ), lenksam. Welchen du dich anschliessest Ashis - vaguhi — Heil dem, welchem du dich anschliessest, schliesse dich an mich an, vielartige, starke! 14. Ihnen bringt sie Silber und Gold herbei aus anderen Gegenden und Kleider, glänzende Gürtel. Welchen du dich anschliessest Ashis-vaguhi — Heil dem, welchem du dich anschliessest, schliesse dich an mich an, vielarlige, starke 3 ). 15. Sieh mich an, komm zu mir mit Mildthätigkeit 4 ) Ashis, 1) Auch in diesen Paragraphen finden sich einige ana§ Ify., welche es nicht möglich ist mit Sicherheit zu übertragen. 2) Sie springen nämlich leicht wieder auf sobald sie beladen sind. 3) Die Beschreibung, welche hier in § 8—14 von den häuslichen Glücksgütern der Mszdayaijnas gemacht wird, ist äusserst merkwürdig und zeigt uns den geriogen Umfang ihrer Bedürfnisse. Eine Wohnung sammt ihrer Einrichtung, Frauen und Kinder, dann Pferde und Kamele bilden den Hauptreichtbum. Dass auch noch Gold und Silber als aus andern Ländern kommend beigefügt werden beweist, dass der Handel begonnen hat. Hierzu lassen sich nur noch Waffen und von Luxusgegenständen Schmuck für die Frauen hinzufügen. 4) Die ersten Worte sind nicht ganz sicher und der Sinn dunkel. Es soll wol damit gesagt werden, dass Ashis-vaguhi dem Besitzer der Iteiehlhümer auch 11 * 164 Khorda-Avesla. Hohe ! Wohlgeschaffen hist du, von guter Abstammung, freien Willens, mächtig bist du, die Majestät bist du, geschaffen für den Körper. 16. Dein Vater ist Ahura-mazda , der grösste der Yazatas, der beste der Yazatas. Deine Mutter ist Qpenta-ärmaiti. Dein Bruder der gute Qraosha, der heilige, und Rashnus der hohe, starke, und Mithra der weite Triften besitzt, der mit 10000 (Augen) bewacht und 1000 Ohren hat. Deine Schwester ist das mazdaya■ 9. 55. Die starke königliche Majestät etc. 56. Welche verlangte der verderbliche turänische FVagratje') vom See Vouru-kasha. Nackt legte er die Kleider hinweg nach der Majestät verlangend, welche den arischen Gegenden gehört, den geborenen und ungeborenen, dem reinen Zarathustra. Da floss hinweg diese Majestät, hinweg eilte diese Majestät, abseits setzte sieh diese Majestät, dann entstand jener Abfluss des Sees Vouru-kasha: der Canal der den Namen Hutjraväo * 2 ) führt. 57. Dann lief Fragra^e der Turänier heraus aus dem See Vouru- kasha, der sehr glänzende, o heiliger Zarathustra, das böse Auge anredend: Hierher, hierher, nach dieser (Seite); ich habe nicht ge- 2) Auch Fra grafe oder Afräsiab ist eine Zeitlang Eroberer Eräns und strebt daher nach der Majestät, lieber die hier und |in den folgenden Paragraphen enthaltenen Vorgänge sind uns leider ausführliche Nachrichten nicht bekannt. 2) Nach ßundehesch C.XXII (cf. p. 56, 6. ed. W.) ist dieser See nicht weit von dem See Caecafta entfernt, liegt demnach in Aderbaidjän. j 12 * #' :r}> ■& m 180 Klionla-Avesta.' funden die Majestät die gehört den arischen Gegenden, den Geborenen und (jiigebornen, dem reinen Zarathustra. 58. Ich will mich mit beiden vermischen: allem Geschallenen und allem Saamen (der da ist) mit Grösse, Güte und Schönheit. Es wird zu dir kommen Ahura-mazda, sich freuend, Geschöpfe schaffend. Dana lief hinweg Fragrage der Turänier, der sehr glänzende, o heiliger Zarathustra, hin zum See Vouru-kasha. 59. Dann warf er zum zweiten Male nackt seine Kleider weg, nach der Majestät verlangend, welche den arischen Gegenden gehört, den Geborenen und Ungeborenen und dem reinen Zarathustra. Da floss hinweg diese Majestät, hinweg lief diese Majestät, abseits setzte sich diese Majestät. Da entstand der Abfluss des Sees Vouru- kasha, der Canal der den Namen Vaghazdäo 1 ) führt. 60. Da lief Fragrage der Turänier heraus aus dem See Vouru- kasha, der sehr glänzende, o heiliger Zarathustra , das böse Auge anredend: „Hieher, hicher, nämlich nach dieser (Seite), so auch liieher nämlich nach irgend einer (Seite). Ich habe nicht die Majestät gefunden die den arischen Gegenden gehört, den Geborenen, den Ungeborenen und dem reinen Zarathustra. 61. Ich will mich mit beiden vermischen: mit allem Geschaffenen und allem Saamen der da ist mit Grösse, Güte und Reinheit. Es wird kommen zu dir Ahura-mazda, sich freuend, Geschöpfe schaffend. Darauf lief hinweg der Turänier Fragrage der sehr glanzende, o heiliger Zaralhust r a, zum See Vouru-kasha. 62. Zum drill m Male warf er die Kleider weg, nach der Majestät begehrend die den arischen Gegenden gehört, den Geborenen und den Ungeboreneu und dem reinen Zaralhustra. Da floss diese Majestät hinweg, da enteilte diese Majestät, abseits setzte sich diese Majestät, dann entstand der Abfluss des Sees Vouru-kasha: das Wasser welches den Namen Awzdänva 2 ) führt. 63. Da lief der Turänier Fragrage heraus aus dem See Vouru- kasha, der sehr glänzende, o heiliger Zarathustra, das böse Auge anredend: Hieher, hieher, nämlich nach dieser (Seite) so auch hieher nach dieser, wehe dir, hieher nämlich nach dieser. Nicht welche gehört den arischen Gehabe ich diese Majestät gefunden, J) Der See Vaghazdäo erscheint sonst nirgends wieder. Merkwürdiger Weise hat der Name eine grosse Aehnlichkeit mit dem eines Empörers gegen den Darius: Vabyazdäta. 2) Auch dieser See ist mir nicht bekannt. \ Khorda-Avesta. 18 t genden, den Geborenen, den Ungeborenen und dem reinen Zarathustra. 64. Nicht fand er diese Majestät, die gehört den arischen Gegenden , den Geborenen, den Ungeborenen und dem reinen Zarathustra. Wegen ihres Glanzes etc. 10 . 65. Die starke königliche Majestät etc. 66. Welche sich einte mit dem der dort mächtig ist, nämlich an dem SeeKatitju, der mit Haelumat') in Verbindung steht, wie der Berg Ushidhao, um den die vielen Wasser, die mit den Bergen verbundenen, herum gehen. 67. Zu ihm eilt, zu ihm fährt, Speise, Reichthum an Pferden, glänzende Förderung, die schöne, glückliche, die starke, wachsende, mit vieler Weide, die richtige, goldene. Zu ihm eilt, zu ihm fährt der glänzende, majestätische, die weissen Felle (?) verwischend und austrocknend die vielen Hindernisse. 68. Es einigt sich ihm die Stärke des Pferdes, es eint sieh ihm die Stärke des Kamels, es eint sich ihm die Stärke des Mannes, es eint sich ihm die königliche Majestät, es ist auf ihm so viel (mehr) königliche Majestät, o reiner Zarathustra, als hier die unarischen Gegenden auf einmal vernichten könnte. 69. (Ihre Bewohner) würden hier Vernichtung inne werden, Hunger und Durst inne weiden, Kälte und ...... , 1 2 ) Da ist die königliche Majestät die Retterin der arischen Gegenden, der Kuh, die für den Weg angespannt wird, zum Schutze für die reinen Männer und das mazdaya^nische Gesetz. Wegen ihres Glanzes etc. 11 . 70. Die starke königliche Majestät etc. 71. Die sich einte mit dem Kavi Kaväta, dem Kavi Aipi-vohu, dem Kavi U^adhan, dem Kavi Arshna, dem Kavi Pishina, dem Kavi Byarshäna, dem Kavi Qyävarshäna 3 ). 1) Die Lage, des Sees Kanfu ist nach dem Bundehesch in Segestän, in unserer Stelle wird er unverkennbar als der See Zareh bestimmt, in..welchen der Haetumat oder Hilmand fliesst. Aus ihm wird der künftige Retter Qaoskyanf hervorgellen. Cf. die Note zu Vd. XIX, 18. 2) Die §§ 67—69 sind sehr dunkel. Es scheint eine Beschreibung der Genüsse zu sein, welche auf dem Berge Ushidhao zu finden sind , doch ist dies nicht ganz gewiss. 3) Cf. zu Yt. 13, 132. 182 Kborda-Avesta. 72. Damit sic alle schnell, alle stark, alle heilsam , alle glänzend , alle mit Kräften begabt, alle grosse Thaten vollführende Könige sein mögen. Wegen ihres Glanzes etc. 12 . 73. Die starke königliche Majestät etc. 74. Welche sich einte mit dem Kava Hu^rava fiir Stärke die wohlgeschaffene, fiir den Sieg den von Ahura geschaffenen, für das Schlagen das aus der Höhe stammt, für die Lehre die wohl gelehrte, für die Lehre die nicht verriickbare, für die Lehre die nicht geschlagen werden kann, für das hier Schlagen der Feinde. 75. Fiir rüstige Stärke, für die von Mazda geschaffene Majestät, für die Gesundheit des Körpers, für himmlische, gute Nachkommenschaft , weise, versammelnde, glänzende, weissäugige, aus Nöthen helfende, männliche, für Weisheit zum künftigen Gelangen zum Paradiese. 76. Für glänzendes Reich, für langes Leben, für alle Gunst, für alle Heilmittel. 77. Dafür, dass wir, o Kava Hu§rava, dass wir. und nicht ahschneiden. den Wald 1 ), als der Verderbliche in den Pferden (den Verstand) verdrehte. Alle möge niederschlagen der Herr Kava Hucjrava, den verderblichen turänisehen Fragratjviina möge er binden, den von Füllen gefahrenen, der Sohn des Mädchens des Qyävarshäna, des mit Gewalt erschlagenen Mannes und des Aghrae- ratha des Abkömmlings des Naru. Wegen ihres Glanzes etc. 13. 78. Die starke königliche Majestät etc. 79. Welche sich hieng an den reinen Zarathustra zum Bedenken des Gesetzes, zum Besprechen des Gesetzes, zum Vollführen des Gesetzes, weil er war von der ganzen mit Körper begabten Welt an Reinheit der reinste, an Herrschaft der bestregierende, an Glanz der glänzendste, an Majestät der majestätischste, an Sieg der siegreichste. 80. Sichlbarlich flogen vor ihm die Daevas, siehlbarlich förderte er die Wissenschaften , sicherlich jagten diese dann die Jaiuis von den Menschen hinweg, dann thaten ihnen, den thränenden, weinenden, Gewalt an die Daevas. 81. Dann machte der einzige Ahuna - vairva, den der reine 1) Ueber diese schwierige Stelle vergt. man oben zu Yt. 5,'50. Khorda-Avesta. 183 Zarathustra hersagte, der sich verbreitende, viermalige, nachher das andere (Gebet) mit kräftiger Stimme, dass sich in die Erde verbargen alle Daevas, die nicht zu verehrenden, nicht zu preisenden. 82. Wessen Majestät begehrte der verderbliche turänische Fragratje in allen Kareshvares. Lieber die sieben Kareshvares lief der verderbliche Fragrase begehrend nach der Majestät des Zarathustra. Da glitt diese Majestät hinweg hin zur Luft ohne Wasser 1 ), schnell eilten sie fort zu meinem Versteck (?) sie kamen in das Versteck wie es mein Wille war , des Ahura-mazda und des mazdaya^nischen Gesetzes. Wegen ihres Glanzes etc. 14. 83. Die starke königliche Majestät etc. 84. Welche sich hieng an den Kavi Vistaspa zum Bedenken des Gesetzes, zum Besprechen des Gesetzes, zum Vollführen des Gesetzes, als er dieses Gesetz pries, vertreibend den Sehlechtgeistigen, die Daevas, die unreinen. 85 Der mit in Viele eindringender Walle der Reinheit einen weiten Weg bahnte, der mit in Viele eindringender Wulfe der Reinheit einen weiten Weg verkündigte, der sich unterwarf als Arm und Beistand dieses Gesetzes, des ahurisehen , mazdava^nischen. 86. Der dasselbe herausbraehle das festgestellte, gefesselte von den Hunus, lehrend , der es machte in der Mitte sitzend, hoch erhaben, rein, Fülle von Fleisch und Futter, die Geliebte von Fleisch und Futter. 87. Als da schlug der starke Kava Vistaspa den der Finsterniss angehörenden, mit schlechtem Gesetze versehenen, und den Peshana den Verehrer der Daevas und der schlechten Arejat-aspa und die anderen schlechten 2 ) Freunde, die Qyaonas. Wegen ihres Glanzes etc. 15. 88. Die starke königliche Majestät etc. 89. Welche sich hieng an den siegreichen (jaoshyahs und an die anderen Freunde, damit er mache die Welt vorwärtsgehend, nicht alternd, unsterblich, nicht stinkend, nicht faul, immer lebend, 1) Nur zweifelhaft übersetze ich diese Worte, sie könnten auch ein Eigeu- name sein. Aus dem was weiter gesagt wird möchte ich schliessen, dass hier von zwei Personen die Rede sei. 2) Cf. oben Yr. 13, 99. immer nützend, ein Reich nach Wunsch, damit die Todten aufersleben mögen, damit komme Unsterblichkeit für das Lebendige und die Welt nach Wunsch siel) fördert. 90. Es werden die Welten etc. (wie oben § 12.) 16. 91. Die starke königliche Majestät etc. 92. Wenn Aylvat-erclö sich erhebt aus dem Wasser Iiaii^uya, ein Gesandter Ahura-mazdas, Sohn der Vicpa-taurvi *), der da reinigt das Wissen das siegreiche. Welche trug (besass) der starke Thraetaono als Azhis-dahäka getödlet wurde. 93. Welche trug Fragratjä der Turänier als der Schlechte ge- tödtet wurde, die Kuh getödlet wurde, welche trug Kava Hu^rava, als der Turänier Fragende getödlet wurde, welche trug Kava Vi- slä^pa, als er Reines den bösen Heersehaaren vortrug, diese entfernte, hin zu der Druja aus den Wellen des Reinen. 94. Dieser (Atjlvat-ercto) w'ird sehen mit den Augen des Verstandes, er wird erblicken alle Geschöpfe, die Gebilde des schlechten Saamens. Er wird die ganze mit Körper begabte Welt sehen mit den Augen der Fülle, sehend wird er unsterblich machen die ganze be- körperte Welt. 95 Die Genossen dieses Acjtval-erelo gehen vorwärts: siegreich, Gutes denkend , Gutes sprechend , gute Thalen vollbringend, dem guten Gesetze auhangend , keine Lügen sprechend. Sie haben ihre eigene Zunge, vor ihnen beugt sich Aeshma mit schrecklicher Waffe, mit schlechtem Glanze. Er (A^tvat-ereto) wird schlagen die sehr schlechte Drukhs, die aus schlechten Saamen aus der Finsterniss stammt. 96. Vohu-mano wird den Akö-mano schlagen, es schlägt die Lüge die Wahrheit, es bekämpfen Haurvatät und Ameretät den Hunger und den Durst 1 2 ), es beugt sich der Uebelthäter Agra-mainyu der Herrschaft beraubt 3 ). Yathä ahü vairyö. Opfer und Preis, Stärke und Kraft weilte 1) Es ist schon gesagt, dass Aftvat-ereto der Name des künftigen Helfers ist. Ueber ihn und seine Mutter vergl. man oben zu Yt. 13, 112. 2) Die Handschriften fügen noch bei: es schlägt Haurvatät und Ameretät den schlechten Hunger und Durst. Ich halte die Worte'für eine Glosse. 3) Man vergl. diese ganze Beschreibung mit der des Bundehesch C. XXXIt. in meiner Einleitung in die trad. Schriften II. p. 117 flg. Durch diese Stelle wird der vorliegende Yast ein wichtigerßeweis für das Alter der Auferstehungs- Kliorda-Avesla. 185 ich dem Berge Ushi-darena , dem von Mazda geschaffenen mit reinem Glanze, der königlichen Majestät der von Mazda geschaffenen, der unvergänglichen Majestät der von Mazda geschaffenen. Ashem- vohu elc. XXXVI. (20) Vanant-yasl. * 1 Zufriedenstellung sei fiir Ahura-mazda. Ashem-vohu. Ich bekenne elc. Khshnaolhra zum Preis, Anbetung, Zufriedenstellung und Lob des Sternes Vanant des von Mazda geschaffenen. — Yalhä ahu vairyo. 1. Den Stern Vanant, den vonMazda geschaffenen, reinen, Herrn des Reinen preisen wir. Ich preise den Vanant, den starken, dessen Name genannt ist, den heilsamen, um zu widerstellen den sündhaften sehr hässlichen Khrafiglras des verwerflichen') Agra-mainyu. 2. Yathä ahu vairyo. Opfer, Preis, Stärke, Kraft weiheich dem Sterne Vanant, dem von Mazda geschaffenen. Ashem-vohu. Ihm gehört der Glanz etc. XXXVII. (21) Fragment. 1. Es fragte Zarathustra den Ahura-mazda: Ahura-mazda, Himmlischer, Heiligster, Schöpfer der mit Körper begabten Welten, Reiner! Worin allein (ist enthalten) dein Wort, welches alles Gute, alles was von der Reinheit stammt aussagt? 2. Ihm antwortete Ahura-mazda: das Gebet Asliern, o Zarathustra. 3. Wer das Gebet Ashem ausspricht, mit gläubigen Sinne, aus dem Gedächtnisse, der preist mich, den Ahura-mazda, er preist das Wasser, er preist die Erde, er preist die Kuh, er preist die Bäume, er preist alle Güter die von Mazda geschaffenen, die einen reinen Ursprung haben. 4. Denn diese Rede die rechlgesprochene, o Zarathustra, wenn sie ausgesprochen wird, (reicht hin) bis an das Gebet Ahuna-vairya, das ausgesprochene, man fördert (!) Stärke und Sieghafligkeit für die reine Seele und das Gesetz. lehre bei den Parsen, welche sich demnach schon in der alleren Periode bezeugt findet. 1) Ueber den Stern Vanant und die Rolle , welche er zu spielen hat vergl. man oben zu Yt. 8, init. 186 Khorda-Avesta. 5. Denn es gilt, o heiliger Zarathustra, das blose Gehet Asheni für ein Khshnaolhra des Reinen, fiir hundert Schlaf(gebele), für tausend Fleischspeisen, zehntausend Stück Kleinvieh, für Alles was von Körpern zur Körperlosigkeit gekommen ist 1 ). — 6. Welches ist das eine Gebet Ashem-vohü das an Grösse, Güte und Schönheit soviel als zehn andere Gebete Ashem-vohü gilt 2 )? 7. Ihm entgegnele Ahura-mazda: dieses, o reiner Zarathustra, welches ein essender Mann mit Reinheit für Ilaurvat und Amereläl betet 3 ), preisend die guten Gedanken, Worte und Werke, entfernend alle schlechten Gedanken, Worte und Werke. 8. Welches ist das eine Gebet Ashem-vohü, welches an Grösse, Güte und Schönheit soviel als hundert andere Gebete Ashem-vohü gilt ? 9. Ihm entgegnele Ahura-mazda: das, o reiner Zarathustra, welches ein Mann nachdem er vom zubereiteten Haoma gegessen, mit Reinheit betet, preisend die guten Gedanken, Worte und Werke, entfernend die schlechten Gedanken, Worte und Werke. 10. Welches ist das eine Gebet Ashem-vohü, welche an Grösse, Güte und Schönheit soviel gilt als lausend andere Gebete Ashem-vohü? 11. Ihm entgegnele Ahura-mazda: dasjenige, o reiner Zarathustra, welches ein Mann zum Schlaf hingestreckt, wachend mit Reinheit ausspricht, preisend die guten Gedanken, Worte und Werke, entfernend die bösen Gedanken, Worte und Werke. 12. Welches ist das eine Gebet Ashem-vohü, welches an Grösse, Güte und Schönheit gleich gilt zehntausend anderen Gebeten Ashem-vohü? 13. Ihm enlgcgncte Ahura-mazda : Dasjenige, o reiner Zarathustra, welches ein Mann vom Schlafe erwachend, sich erhebend mit Reinheit betet, preisend die guten Gedanken, Worte und Werke, entfernend die schlechten Gedanken, Worte und Werke. 14. Welches ist das eine Gebet Ashem-vohu, welches an Grösse, Güte und Schönheit, soviel gilt als dieses ganze Kareshvare Qaniratha, mit Vieh, mit Wagen, mit Menschen? 1) Ueber den Werlb des Gebetes Ashein-voliü ist das Nähere bereits gesagt Bd. II. p. LXXXII. Vergl. auch Yt. I, 37. 2) „Offenbar Nachahmung von Yc. XIX, ö flg. 3) Cf. unten. Khorda-Avesta. 187 15. Ihm entgegnete Ahura-mazda: Dasjenige, o reiner Zarathustra, welches ein'Mann am äussersten Ende des Lebens mit Reinheit betet, preisend alle gute Gedanken, Worte und Werke, entfernend alle bösen Gedanken, Worte und Werke. 16. Welches ist das eine Gebet Ashem-vobü, welches an Grösse, Güte und Schönheit soviel gilt als alles dies, was zwischen Himmel und Erde ist und wie diese Erde, jene Lichter, wie alle von Mazda geschaffenen Güter die einen reinen Ursprung haben ? 17. Ihm entgegnele Ahura-mazda : Dasjenige, o reiner Zarathustra, wenn man entsagt allen bösen Gedanken, Worten und Werken. XXXVIII. (22) Fragment. 1. Es fragte Zarathustra den Ahura-mazda i 2 ): Ahura-mazda, Himmlischer, Heiligster, Schöpfer der mit Körper begabten Welten, Reiner! Wenn ein Reiner stirbt, wo wohnt während dieser Nacht seine Seele? 2. Darauf entgegnele Ahura-mazda: in der Nähe des Kopfes setzt sie sich nieder, die Gathä Ustavaiti hersagend, Heil für sich erbittend : „Heil sei dem Manne, der zum Heile gereicht für Jeden. Nach Wunsch herrschend möge Ahura-mazda schaffen“*). In dieser Nacht sieht diese Seele soviel Fröhlichkeit als die ganze lebendige Welt besitzt 3 ). 3. Wo wohnt seine Seele die zweite Nacht hindurch? 4. Darauf entgegnete Ahura-mazda: In die Nähe des Kopfes setzt sie sich etc. 4 ). 5. Wo weilt seine Seele die dritte Nacht hindurch? 6. Darauf entgegnete Ahura-mazda: In die Nähe des Kopfes setzt sie sich 5 ) etc. Auch-in dieser Nacht sieht diese Seele soviel Fröhlichkeit als die ganze lebendige Welt (besitzt). 1) Dieses merkwürdige Fragment, welches das Schicksal der Seelen unmittelbar nach dem Tode beschreibt, findet sich in einer spätem und an manchen Stellen lichtvoller Fassung mitgetheilt in meiner Einleitung in die traditionellen Schritten der Parsen Bd. II. p. 138 flg. 2) Cf. Yf. XLII, 1. 3) Nur so kann ich die Worte mit Rücksicht auf § 20 übersetzen. Die Seele blickt in diesen Nächten auf ihr vergangenes Leben zurück nnd dieses flössl ihr fröhliche Hoffnung ein. Die neuere Bearbeitung enthält diesen Zug nicht. 4) Wie in § 2. 5) Wie in § 2. 188 Kborda-Avesta. 7. Wenn der Verlauf der drillen Nacht sich zum Lichte wendet, da geht die Seele des reinen Mannes, an die Gerüche in den Pflanzen sich erinnernd, vorwärts. Ein Wind kommt ihr entgegen geweht, aus der mittägigen Gegend, aus den mittägigen Gegenden, ein wohlriechender, wohlriechender als die anderen Winde. 8. Dann geht sie vorwärts, den Wind mit der Nase aufnehmend, die Seele des frommen Mannes (sprechend:) Woher weht dieser Wind, der wohlriechendste, den ich je mit der Nase gerochen habe? 9. In jenem Winde 1 ) (?) kommt ihm entgegen sein eigenes Gesetz, in Gestalt eines Mädchens, eines schönen, glänzenden, mit glänzenden Armen , eines kräftigen , wohlgewachsenen, schlanken, mit grossen Brüsten, preiswürdigem Körper, eines edlen, mit glänzendem Gesichte, eines fünfzehnjährigen, an Körperwuchs so schön als die schönsten Geschöpfe. 10. Dann spricht zu ihm (dem Mädchen) fragend die Seele des reinen Mannes: Was für ein Mädchen bist du, welches ich als das schönste der Mädchen dem Körper nach hier gesehen habe?' 11. Dann entgegnet ihm sein eigenes Gesetz: Ich bin, o Jüngling, dein gutes Denken, Sprechen und Handeln, dein gutes Gesetz, das eigne Gesetz deines eigenen Körpers. Wer wäre in Bezug auf dich (gleich) an Grösse, Güte und Schönheit, wohlriechender, siegreicher, leidloser wie du mir vorkommst. 12. Du bist mir gleich o wohlsprechender, wohldenkender, wohlhandelnder, dem guten Gesetze zugethaner Jüngling, so an Grösse, Güte und Schönheit, so wie ich dir erscheine. 13. Wenn du einen dortigen gesehen hast, Zauberei treiben, Ungerechtigkeit und Bestechung treiben, Bäume fällen, da setztest du dicli nieder indem du die Guthäs hersaglest, den guten Gewässern opfertest und dem Feuer des Ahura-mazda, indem du den reinen Mann zu befriedigen suchtest der von nahe und von fernher kam. 14. Du hast mich die Angenehme noch angenehmer (gemacht), die Schöne noch schöner, die ßegehrenswürdige noch Begehrens- 1) Das Wort, welches ich mit Wind übersetze, ist in den Handschriften nicht mehr deutlich. Mach der Hnzväresch-Uebers. sollte man übersetzen wie ich gelhan habe, diese Uebersetzung habe ich in Ermangelung* von etwas Bessern festgehalten, obgleich ich sie mit dem Texte nicht in Einklang zu bringen vermag. Khonla-Avesta. 189 würdiger, die in einem hohen Platze Sitzende in einen noch höheren Platz gesetzt: in diesen (Paradiesen) Humala, Hukhta, Hvarsta. Es preisen mich nachher die Menschen und den Ahura-mazda den schon lange gepriesenen, befragten. 15. Die Seele des reinen Mannes geht den ersten Schritt und gelangt in (das Paradies) Humata, die Seele des reinen Mannes geht den zweiten Schritt und gelangt (in das Paradies) Hukhta, sie geht den dritten Schritt und kommt in (das Paradies) Hvarsta, die Seele des reinen Mannes geht den vierten Schritt und gelangt zu dem unendlichen Lichte. 16. Zu ihr spricht ein früher verstorbener Reiner, sie befragend: Wie bist du, o reiner Verstorbene, hinweg gekommen von den mit Fleisch versehenen Wohnungen, von den irdischen Besitztümern (?), von der bekörperlen Welt her zur unsichtbaren, von der vergänglichen Welt her zur unvergänglichen, ist es dir— dem Heil (sei) — lange geworden? 17. Darauf spricht Ahura-mazda : Frage den nicht, den du befragst, (denn) er ist gekommen auf dem fürchterlichen, schrecklichen, erschütternden Wege: der Scheidung des Leibes und Seele. 18. Bringet ihm von den Speisen her, dem vollem Fette, das ist die Speise für einen Jüngling der Gutes denkt, spricht nnd thut, der dem guten Gesetze ergeben ist nach dem Tode, das ist die Speise für die Frau, die besonders gut denkt, gut spricht, gut handelt, die folgsame, gehorchende, reine 1 ), nach dem Sterben. 19. Es fragte Zarathustra den Ahura-mazda: Ahura-mazda, Himmlischer, Heiligster, Schöpfer der mit Körper begabten Welten, Reiner! Wenn ein Schlechter stirbt, wo wohnt diese Nacht hindurch seine Seele? *20. Darauf entgegnele Ahura-mazda: dort, o reiner Zarathustra, in der Nähe des Kopfes läuft sie herum indem sie das Gebet Ke marim 2 ) etc. ausspricht. Welches Land soll ich preisen, wohin soll ich betend gehen, o Ahura-mazda. In dieser Nacht sieht die Seele soviel Unerfreuliches als die ganze lebende Welt 3 ). 1) Cf. Vs[>. 111, 20. 2) Dies ist wot der Name des Gebetes, die Parsen haben die Gewohnheit die einzelnen Capitel der Galbas nach den Aufangsworten zu bezeichnen , wie man sich aus der Huzvaresch - Uebersetzung und aus Neriosengh überzeugen kann. Das Gebet, auf welches hier angesp’.elt wird, ist Yj. XLV. 3) So auch die neuere Bearbeitung (1. c. p. 140). ,,Alle Sünde und Uebel- 190 Khorda-Avesta. 21. Wo hält sich die zweite Nacht hindurch seine Seele auf? 22. Die zweite Nacht hindurch läuft sie in der Nähe des Kopfes herum etc. * 1 ). 23. Wo hält sich die dritte Nacht hindurch seine Seele auf? 24. Die dritte Nacht hindurch läuft sie etc. 2 ). 25. Wenn der Verlauf der driften Nacht sich zum Lichte neigt o reiner Zarathustra da geht die Seele des schlechten Mannes an unreine Orte, an Gestank sich erinnernd fort. Zu ihr kommt ein Wind geweht, aus der nördlichen Gegend, aus den nördlichen Gegenden, ein übelriechender, übelriechender als andere Winde. 26. Indem die Seele des schlechten Mannes diesen Wind mit der Nase aufnimmt geht sie (sprechend): woher kommt dieser Wind den ich als den übelriechendsten Wind mit. der Nase rieche? 27 — 32. in jenem Winden etc. 3 ). 33. Den vierten Schritt thut die Seele des schlechten Mannes und sie gelangt in die anlängslosen Finsternisse. 34. Zu ihr spricht ein früher verstorbener Schlechter sie befragend : Wie o verstorbener Schlechter, wie bist du von der Drukhs weggekommen, von den mit Fleisch versehenen Wohnungen, von den irdischen Besitzthiimern, von der bekörperten Well zu der geistigen, von der vergänglichen Welt zu der unvergänglichen, wie lange — wehe dir! — wurde er dir? 35. Darauf spricht Agra-inainvu 4 ): Frage den Nichts, den du fragst, welcher den fürchterlichen, schrecklichen, erschütternden Weg gewandelt ist, die Scheidung des Körpers und der Seele. 36. Bringt Speisen herbei, Gift und mit Gift vermischte,, denn das ist die Speise für einen Jüngling der schlecht denkt, spricht, handelt, dem schlechten Gesetze anhängt, nach seinem Tode. Dies ist die Speise für eine Buhlerin, die meist schlecht denkt, spricht, handelt, unfolgsam und ungehorsam ist, die schlechte, nach ihrem Tode. tbat die er (der Sclileclile) in der Welt verübt bat, wird er in jenen drei Tagen und drei Nächten vor Augen sehen.“ 1) Wie § 20. 2) Wie § 20. 3) Es ist klar, dass diese Paragraphen einen Gegensatz zu §§ 9—15 enthalten müssen. Unsere Handschriften geben leider nur die obige abgekürzte Form. 4) Agra-mainyus fügt zu der Pein und den Leiden auch noch den Spott hinzu, wie dieser öfter als eine Eigenschaft der höllischen Wesen hervorgeho- Khorda-Avesla. 191 37. Wir preisen den Fravashi dieses reinen Mannes der den Namen A) Dem Feuer, dem Sohne Ahura-mazdas; dem Könige Haotjravagha; dem Vara des Haotjravagha; dem Rerge Atjna- vanta, dem von Mazda geschaffenen; dem Vara Caecagta, dem von Mazda geschaffenen; der königlichen Majestät, der von Mazda geschaffenen.— (c) Dem Feuer, dem Sohne Ahura-mazdas; dem Berge Raevaiita , dem von Mazda geschaffenen; der königlichen Majestät, der von Mazda geschaffenen. — (d) Dem Feuer, dem Sohne Ahura- mazdas; o Feuer heiliges, kriegerisches; Yazata voll Majestät; Ya- zata mit vielen Heilmitteln! — (e) Dem Feuer dem Sohne Ahura- mazdas mit allen Feuern; dem Nabel der Könige, dem Nairyo-cagba, dem verehrungswürdigen. 10. Abän 3 ). Den guten Gewässern, den von Mazda geschallenen. Dem Was- 1) Der achte Tag ist wieder dem Ormazd heilig. Ebenso der 15. und 23. Die Einlheilung ist also eine ziemlich ähnliche wie unsere Monalseiulbeilung. 2) Hier werdeu verschiedene Feuer angerufen. Unter a) ist nach den Glossen zu d. St. das Feuer Adar-frä oder Berezipavagha verstanden , welches auf dem Berge Känkare s S-* K) seinen Sitz hat und den Deplürs und Priestern Majestät und Kraft verleiht. — Unter b) wird das Feuer Ädar-gusapp gemeint, der Beschützer Eräns und der Krieger, das sich auf dem Berge Apnavant befindet. Der Vara des Huprava oder Iiai-chosru befindet sich angeblich in Aderbaijän. Der Var Cicapt ist nach dem Bundehesch c. XXII auch in Aderbaijän. — c) Das dritte Feuer Adar burzin ist Beschülzer der Ackerbauer und befindet sich auf dem Berge Kaevant. Cf. unten p. 236. — d) soll das Feuer im Nabel der Könige sein, aus ihm soll der Saamen der mächtigeren und talentvolleren Könige stammen. Darum habe ich auch die Textesworte als: Nabel der Könige übersetzt, nicht Nabel der Frauen, was sie auch besagen könnten und vielleicht ursprünglich wirklich besagten. Cf. zu Yp. II, 21. 3) Ardvi-püra die Vorsteherin der Gewässer, so wie die Helferin und Beschützerin der weiblichen Geburten. Cf. Yp. LXIV, 1 flg. Vd. VII, 37 flg. ■■/St kjt WMJPJJA VIWJIIIHIJI 200 Kborda-Avesla. ser Ardvi, dem fleckenlosen reinen; allen von Mazda geschaffenen Wassern; allen von Mazda geschaffenen Bäumen. 11. Qarshet. Der Sonne, der unsterblichen, glänzenden, mit schnellen Rossen versehenen. 12. Mäh. Dem Monde der denSaamen des Viehs enthält 1 ); dem eingebor- nen Stiere; dem Stiere von vielen Gattungen. 13. Tistar. Dem Stern Tistar, dem glänzenden, majestätischen; dem Qa- tavae^a, dem Vorsteher des Wassers, dem starken, von Mazda geschaffenen ; den Gestirnen, welche den Saamen des Wassers enthalten, den Saamen der Erde, der Bäume enthalten, den von Mazda geschallenen; demSterne Vanant, dem von Mazda geschaffenen; den Gestirnen, welche Haptoiringa heissen, die von Mazda stammen und die glänzend und heilbringend sind. 14- Gosh 2 ). Dem Leibe des Stieres; der Seele des Stieres; der Drvä<;pa, der starken, von Mazda geschaßenen, reinen, 15. Dai-pa-Mihr. Dem Schöpfer Ahura-mazda, dem glänzenden, majestätischen; den Amesha-tjpentas. 16. Mihr. Dem Mithra, der weile Triften besitzt, 1000 Ohren, 10000 Augen, eineu genannten Namen hat, dem verehrungswürdigen; dem Rama - qä^tra. 17. Qrosh. Dem (Jraosha dem heiligen, starken, der den Maiithra.als Leib hat, mit starker Waffe, dem almrischen. * 18. Rashn. Dem Rashnu, dem gerechtesten; und der ArslAl, welche die Welt fördert, die Welt vermehrt; dem wahrgesprochenen Worte, welches die Welt fördert. 1) Der den Saamen des Viehs enthält. Cf. Bd. I. p. 158. — Der einge- borne Stier ist der Ursticr, den Agra-mainyus vernichtete, der Stier von vielen Gattungen befasst die verschiedenen jetzt lebenden Stiergeschlechter die man im Bund. c. XIV. aufgezeichnet findet. 2) Gosh ist wol abgekürzt für Geus-urva, Gosurun, Stierseele. Khordn Avesta. 201 19. Farvardin. Den Fravashis der Reinen, den tapferen, angreifenden ; den Fravashis derer die zuerst dem Herkommen anhiengen ; den Fravashis der nächsten Anverwandten. 20. Behräm. Der Stärke der wohlgebiideten, wohlgewachsenen; dem Vere- thraghna , dem von Ahura geschaffenen ; dem Schlagen das aus der Höhe stammt. 21. Räm 1 }. Dem Rama-qä?tra, der Luft die in den Höhen wirkt, welche gesetzt ist über die anderen Geschöpfe, das von dir, o Luft, was dem Qpenla-mainyus angehört; dem Himmelsraume, der seinem eignen Gesetze folgt; der unbegränzten Zeit; der Zeit, der Herrscherin der langen Periode. 22. Vat. Dem Winde, dem wohlgeschaffenen, der unten und oben, vorn und hinten ist; der männlichen Wehrhaftigkeit. 23. Dai-pa-din. Dem Schöpfer Ahura-mazda, dem glänzenden, majestätischen; den Amesha-gpentas. 24. Din. Der richtigsten Weisheit, der von Mazda geschaffenen, reinen; dem guten mazdayatjnischen Gesetze. 25. Asheshing 2 ). Der Ashis-vaguhi; der guten Weisheit; der guten Rechtschaffen- 1) Die Glosse zu der Stelle beschreibt den Räma-qäftra nicht blos als den Genius der den Speisen Geschmack verleibt, sondern führt auch Gesundheit und Schätze auf ihn zurück. Die unendliche Zeit kommt auch sonst noch in Anrufungen vor, z. B. in Vd. XIX, 33. 44. 55. aber die Zeit, die Herrscherin der langen Periode: Zamän-i-direng-qadhai wird meines Wissens nur hier angerufen. Ihre Dauer ist die Dauer der irdischen Welt und sie wird von Einigen auf 12000 von Andern auf 9000 Jahren angegeben, je nachdem man die 3000 ersten Jahre, in denen keine Vermischung statt fand, mit einrechnet. Eine neupersische Glosse zu unserer Stelle spricht auch hier wieder bestimmt aus , dass Ormazd die ganze Welt, den Himmelsraum, die unbegränzte Zeit und die lange Periode geschaffen habe. Cf. den Text in sprachlicher Beziehung. Den Himmelsraum der seine eigenen Gesetze folgt, d. h. der ein Qadbäta ist. Ueber meine Auffassung von Qadhäta cf. Bd. II. p. 218. 2) Ashis-vaguhi ist wo! eigentlich der gute Segen. Cf. zu Vsp. X, 4. Ueber Päreudi cf. zu Yf. XIV, 2. Mit leichten Wagen, d. h. nach der Tradition von einem Orte zum andern gehend. 202 Kborda-Avesta. heit; der guten Geradheit; dem Glanze; dem Nutzen, dem von Mazda geschaffenen ; der Pärendi mit leichtem Wagen, dem Glanze der Ehrwürdigen , dem von Mazda geschaffenen; dem königlichen Glanze, dem von Mazda geschaffenen; der unverwüstlichen Majestät, der von Mazda geschaffenen; dem Glanze Zarathustras dem von Mazda geschaffenen. 26. A$tat. Der Arstät (Wahrhaftigkeit) welche die Welt fördert; dem Berge Ushi-darena 1 ), dem von Mazda geschaffenen, mit reinem Glanze. 27. A§män. Dem Himmel, dem grossen, starken; dem besten Orte für die Reinen, dem leuchtenden, ganz glänzenden. 28. Zemyät. Der Erde dem wohlgeschaffenen Yazata; diesen Orten und Plätzen; dem Berge Ushi-darena, dem von Mazda geschaffenen, mit reinem Glanze versehenen, und allen Bergen, den mit reinem Glanze versehenen, mit vielem Glanze versehenen , von Mazda geschaffenen; dem königlichen Glanze dem von Mazda geschaffenen; dem unverwüstlichen Glanze, dem von Mazda geschaffenen. 29. Manier-cpant. Dem Marilhra-tjpenta, dem reinen, wirkenden; dem Gesetze das gegen dieDaevas gegeben ist; dem zarathustrischenGesetze; der langen Lehre des guten mazdaya^nischen Gesetzes 2 ); dem Behalten des Manthra-tjpenta; dem im Geiste Behalten des guten mazdaya^ni- schen Gesetzes; der Wissenschaft des Manthra-^peuta; dem himmlischen Verstände, dem von Mazda geschaffenen; dem mit Ohren gehörten Verstände, dem von Mazda geschaffenen. 30. Anerän. Den anfangslosen Lichtern , die ihrem eigenen Gesetze folgen; dem glänzenden Garo-nemäna; dem immer nützenden Hause 3 ), das seinem eigenen Gesetze folgt; der Brücke Cinvat, der von Mazda geschaffenen. Dem grossen Herrn, dem Nabel der Gewässer und dem Wasser dem von Mazda geschaffenen. Dem Haoma der einen reinen Ursprung hat; dem frommen guten Segenswunsche ; dem star- t) Ushi-darena. Cf. zu Yf. I, 41. 2) Cf. zu Yf. I, 40. 3) Das immer nützende Haus. Cf. Vd. XIX, 122. und besonders meine Abhandlung der 19 Farg. des Vendidäd zu d. St. Khorda-Avesla. 203 ken in Weisheit höchsten; allen Yazatas, den reinen, himmlischen wie irdischen; den Fravashis der Reinen, den tapfern, ankämpfenden, den Fravashis der Paoirvo-tkaeshas, den Fravashis der nächsten Anverwandten; dem Yazata mit berühmten Namen. II. 1. Ormazd. Den Ahura-mazda, den glänzenden, majestätischen preisen wir. Die Amesha-Qpenta, die guten Herrscher, die weisen preisen wir. 2. Bahman. Den Vohu-mano, den Amesha-gpenta preisen wir. Den Frieden, den siegreichen preisen wir, der gesetzt ist über die.anderen Geschöpfe. Den himmlischen Verstand, den von Mazda geschaffenen preisen wir; den mit Ohren gehörten Verstand, den von Mazda geschaffenen preisen wir. 3. Ardibehesht. Den Asha-vahista, den schönsten Amesha-§penta preisen wir; den Airyama-ishya preisen wir; den Starken, von Mazda geschaffenen preisen wir; die (jaoka, die gute mit weitsehenden Augen, die von Mazda geschaffene, reine preisen wir. 4. Shahrevar. Den Khshathra - vairya , den Amesha-spenta preisen wir. Die Metalle preisen wir. Die Barmherzigkeit, die den Bettler nährt, preisen wir. 5. Qpendärmat. Die gute (Ipenta-ärmaili preisen wir; die Freigebigkeit die gute, mit weitsehenden Augen begabte , von Mazda geschaffene, reine, preisen wir. 6. Chordät. Den Haurvatät, den Amesha-^penta preisen wir; das jährliche gute Wohnen preisen wir; die Jahre die reinen, Herrn des Reinen, preisen wir. 7. Amerdät. Den Ameretät, den Amesha-spenta preisen wir; die Fülle, welche das Vieh betrifft, preisen wir; die Getreidefrüchte, welche lür die Pferde gehören, preisen w'ir; den Gaokerena, den starken, von Mazda geschaffenen, preisen wir. (Zur Zeit Havani:) den Mi. thra , der weite Triften besitzt, preisen wir; den Räma-qäftra preisen wir. (Zur Zeit Rapitan:) den Asha-vahista und das Feuer, den 204 Khorda-Avesta. Sohn Ahura - mazdas preisen wir. (Zur Zeit Uziren :) den grossen Herrn, den mit Frauen versehenen, glänzenden'), den Nabel der Gewässer, den mit schnellen Pferden begabten, preisen wir; und das Wasser, das von Mazda geschallene, preisen wir. 8. Dai-pa-Adar. Den Schöpfer Ahura-mazda, den glänzenden, majestätischen, preisen wir. Die Amesba - ^penta, die guten Könige, die weisen preisen wir. 9. Adar. (a) Das Feuer, den Sohn Ahura-mazdas, preisen wir; die Majestät, die von Mazda geschaffene, preisen wir ; den Nutzen , den von Mazda geschaffenen, preisen wir; den arischen Glanz, den von Mazda geschaffenen, preisen wir; die mächtige königliche Majestät die von Mazda geschaffene preisen wir. — (b) Das Feuer, den Sohn Ahura- mazdas, preisen wir; den König Haocjravagha preisen wir; denVara des Hao^ravagha preisen wir; den Berg A^navanta, den von Mazda geschaffenen, preisen wir; den Vara Caccafta, den von Mazda geschaffenen, preisen wir; die mächtige königliche Majestät, die von Mazda geschaffene, preisen wir. — (c) Das Feuer, den Sohn des Ahura-mazda, preisen wir; den Berg Raevanta, den vonMazda geschaffenen, preisen wir; die mächtige königliche Majestät, die von Mazda geschaffene, preisen wir. — (d) Das Feuer, den Sohn Ahura-mazdas, preisen wir; das heilige kriegerische Feuer preisen wir; (dich) o Yazata, mit vieler Majestät versehener, preisen wir; (dich) o Yazata, du mit vielen Heilmitteln versehener, preisen wir. — (e) Das Feuer, den Sohn Ahura-mazdas, preisen wir; alle Feuer preisen wir; den Nabel der Könige, Nairyo-^agha, den Yazata preisen wir. 10. Abän. Die guten Gewässer, die von Mazda geschaffenen, reinen, preisen wir; die Ardvi-^ura , die fleckenlose , reine, preisen wir. Alle Gewässer, die vonMazda geschaffenen, reinen, preisen wir; alle Bäume, die von Mazda geschaffenen , reinen, preisen wir. f 1. Qarshet. Die Sonne, die unsterbliche, glänzende, mit schnellen Pferden begabte, preisen wir. 12. Mäh. Den Mond, der den Viehsaamen enthält preisen wir. Den Fra- 1) Cf. Y f . II, 21. Khorda-Aves'a. 205 vashi der Seele des eingebornen Stiers preisen wir. Den Fravashi der Seele des Stiers von vielen Arten preisen wir. ' 13. Tistar. Den Stern Tistrya, den glänzenden, majestätischen, preisen wir; den Qatavae^a, der dem Wasser vorsieht, den starken, von Maz<& geschaffenen, preisen wir. Alle die Sterne, welche den Was- sersaamen enthalten, preisen wir. Alle die Sterne, welche den Saa- men der Erde enthalten, preisen wir. Alle die Sterne, welche den Baumsaamen enthalten, preisen wir. Den Stern Vanant, den von Mazda geschaffenen, preisen wir. Jene Sterne preisen wir, welche Haptöiringa (heissen) die von Mazda geschaffenen, majestätischen, heilbringenden, zum Widerstande gegen die Yätus und Pairikas. 14. Gosh. Die Seele der wohlgeschaffenen Kuh preisen wir; die Drvä^pa, die starke, von Mazda geschaffene, reine, preisen wir. 15. Dai-pa-Mihr. Den Schöpfer Ahura-mazda, den glänzenden, majestätischen, preisen wir. Die Amesha- £penta, die guten Könige, die weisen, preisen wir. 16 . Mihr. Den Mithra, der weite Triften besitzt, 1000 Ohren, 10000 Augen hat, den mit einem genannten Namen versehenen Yazata, preisen wir. — Den Räma-qäctra preisen wir. 17. (Jrosh. Den Qraosha, den heiligen, wohlgewachsenen, siegreichen, die Welt fördernden, reinen, Herrn des Reinen, preisen wir. 18. Rashn. Den Rashnu, den gerechtesten, preisen wir. Die Arstat, welche die Welt fördert, die Welt vermehrt, preisen wir. Die wahr gesprochene Rede, welche die Welt fördert, preisen wir. 19. Farvardin. Die guten, starken, heiligen Fravashis der Reinen preisen wir. 20. Bahräm. Die Stärke, die wohlgebildete, wohlgewachsene; denVerethra- ghna, den von Ahura geschaffenen preisen wir; das Schlagen, das aus der Höhe stammt preisen wir. 21. Ram. Den Räma-qa^tra preisen wir; die reine Luft preisen wir; die Luft, die in der Höhe wirkt, preisen wir, die gesetzt ist über die f 1 •r* 206 Khorda-Avesla. anderen Geschöpfe, das von dir, oLuft, preisen wir, was dem Qpenta- mainyus angehört. Den Himmelsraum, der seinem eigenen Gesetze folgt, preisen wir; die unendliche Zeit preisen wir; die Zeit, die Herrscherin der langen Periode, preisen wir. 22. Vat. 9 Den heiligen, wohlgeschaffenen Wind preisen wir, (den Wind) unten preisen wir; (den Wind) oben preisen wir; (den Wind) vorne preisen wir; (den Wind) hinten preisen wir; die männliche Wehrhaftigkeit preisen wir. 23. Dai-pa-din. Den Schöpfer Ahura-mazda, den glänzenden, majestätischen preisen wir. Die Amesha-fpenta, die guten Könige, die weisen preisen wir. 24. Din. Die richtigste Weisheit, die von Mazda geschaffene, reine, preisen wir. Das gute mazdayacjnische Gesetz preisen wir. 25. Asheshing. Die Ashi-vaguhi preisen wir, die glänzende, grosse, kraftvolle, wohlgewachsene, ausdauernde; die von Mazda geschaffene Majestät preisen wir; den Nutzen, den von Mazda geschaffenen preisen wir; die Pärendi mit leichtem Wagen preisen wir; die arische Majestät, die von Mazda geschaffene, preisen wir; die mächtige, königliche Majestät, die von Mazda geschaffene, preisen wir; die mächtige, unverwüstliche Majestät, die von Mazda geschaffene, preisen wir. Den Glanz Zarathustras, den von Mazda geschaffenen, preisen wir. 26. Aftdt. Die Arstät (Wahrhaftigkeit), welche die Welt fördert, preisen wir. Den Berg Ushi-darena, den von Mazda geschaffenen, mit reinem Glanze versehenen, verehrungswürdigen preisen wir. 27. Atjmän. Den Himmel, den glänzenden, preisen wir. Den besten Ort der Reinen preisen wir, den leuchtenden, ganz glänzenden. 28. Zemyät. Die Erde, den wohlgeschaffenen Yazata, preisen wir. Diese Orte, diese Plätze preisen wir. Den Berg Ushidarena, den von Mazda geschaffenen, mit reinem Glanze versehenen, verehrungswürdigen preisen wir. Alle Berge die mit reinem Glanze, mit vielem Glanze versehenen, die von Mazda geschaffenen, reinen, Herrn des Reinen preisen wir. Die mächtige königliche Majestät, die von Mazda ge- Khorda-Avesta. 207 schaffene, preisen wir. Die mächtige, unverwüstliche Majestät, die von Mazda geschaffene, preisen wir. 29. Man$er<;pant. Den Manthra-tjpenta, den mit vielem Glanze versehenen, preisen wir. Das Gesetz das gegen die Daevas gegeben ist preisen wir. Das zarathustrische Gesetz preisen wir. Die lange Lehre preiseu wir. Das gute mazdaya§nische Gesetz preisen wir. Das im Herzen Behalten des Manthra-^penta preisen wir; das im Gedächtnisse Behalten des mazdayacjnischen Gesetzes'^preisen wir. Die Wissenschaft die den Marithra-^penta betrifft preisen wir. Den himmlischen Verstand preisen wir, den von Mazda geschaffenen; den mit Ohren gehörten Verstand, den von Mazda geschaffenen, preisen wir. 30. Anerän. Die anfangslosen Lichter, die ihrem eigenen Gesetze folgen, preisen wir. Den glänzenden Garö-nemana preisen wir. Das immer nützende Haus, das seinem eigenen Gesetze folgt, preisen wir. Die Brücke Cinvat, die von Mazda geschaffene, preisen wir. Den grossen Herrn, den königlichen, glänzenden, den Nabel der Gewässer, den mit schnellen Pferden versehenen, preisen wir. Das Wasser, das von Mazda geschaffene, reine, preisen wir. Den Haoma, den goldenen, grossen, preisen wir. Den Haoma den Förderer, der die Welt fördert, preisen wir. Den Haoma, der ferne vom Tode ist, preisen wir. Den frommen guten Segenswunsch preisen wir. Den mächtigen, starken, in Weisheit höchsten Yazata, preisen wir. Alle reinen himmlischen Yazatas preisen wir. Alle reinen irdischen Yazatas preisen wir; die guten, starken, heiligen Fravashis der Reinen preisen wir. XLV. Patet Aderbät 1 ). Yathä ahü vairyö (5). ■—- Alle Sünden bereue ich. — Alle bösen Gedanken , Worte und Werke, die ich in der Weit gedacht habe — Gedanken, Worte und Werke , körperliche , geistige, irdische und himmlische bereue ich in eurer Gegenwart, ihr Gläubigen, — o Herr verzeihe — durch die drei Worte 2 ). Yathä ahü vairyö (5). Ashem-vohü (3). Ich bekenne als ein 1) Patets sind Beichtformeln. Vergl. oben Bd, II. p. L.VIII flg. 2) it. h. mit Gedanken, Worten und Werken. 208 Khorda-Avesla. Mazdaya^na, eine zarathustrischer, Gegner der Daeva, dem Glauben an Ahura zugelhaner zum Preis, Anbetung, Zufriedenstellung und Lob'). Dem Qraosha dem heiligen, starken, dessen Leib der Man- thra ist, dem mit starker Waffe versehenen, ahürischen: Khshnao- thra zum Preis, Anbetung, Zufriedenstellung und Lob. Wie es des Herrn Wille ist sage mir es-derZaola, also verkündet der Herr, der Reine aus Heiligkeit. Der Wissende spreche: (Yatha ahü vairyo). 1. Ich preise alle guten Gedanken, IVorte und Werke durch Denken, Sprechen und Handeln. Ich verfluche alle schlechten Gedanken, Worte und Handlungen hinweg vom Denken, Sprechen und Handeln. Ich ergreife alle gute Gedanken , Worte und Werke mit Gedanken, Worten und Werken, d. h. ich vollbringe gute That.en. Ich entlasse alle schlechten Gedanken, Worte utid Werke aus den Gedanken , Worten und Werken, d. h. ich thue keine Sünde. 2. Ich gebe euch, die ihr Amshaspands seid, Opfer und Preis mit Gedanken, Worten und Werken, mit dem Herzen, mit dem Leibe, mit meiner eigenen Lebenskraft, Körper und Lebenskraft, was den Namen Ravann führt. Das ganze Hermögen, das ich besitze, besitze, ich in Abhängigkeit von den Yazatas. In Abhängigkeit von den Yazatas besitzen heisst (soviel als) dies: ivenn sich'etwas derart ereignet, wo es sich geziemt den Leib der Seele wegen hinzugeben, so gebe ich ihn 1 2 ). 3. Ich preise die beste Reinheit, ich verjage die Devs, für das Gute des Schöpfers Ormazd bin ich dankbar, mit der Opposition und Ungerechtigkeit die von Ganä-mainyo hergekommen ist bin ich, in Hoffnung auf die Auferstehung, zufrieden und einverstanden. Das Gesetz, das von Ormazd geschaffene, zara- thusfrische, die Geradheit und Rechtschaffenheit, das Thun der Pairyd-tkaeshas nehme ich zur Richtschnur. Dieses Weges ive- gen 3 J bereue ich die Sünde. 4. Ich bereue die Sünde, icelche den Charakter der Men- 1) Hier wird der Name des Gähs eingeschaltet, in welchem der Patet ge- sprechen wird. 2) Diese Worte von § 1 an finden sich in allen drei Patets und sind eigentlich Y$. Xlf. nach der Huzvaresch-Uebersetz. Die Worte: „d. h. ich vollbringe gute Thaten“ und ,,d. h. ich thue keine Sünde“, können auch übersetzt werden : „damit ich gute Thaten vollbringe“ und „damit ich keine Sünde thue“. 3) d. h. wenn ich von diesem eben genannten Wege abgewichen bin. Kborda-Avesta. 209 sehen angreifen könnte, oder meinen Charakter angegriffen haC), kleine und. grosse (?) 2 ), welche unter den Menschen begangen werden von 3 (ffraosho - carananm gimdh, der niedrigsten Sünde 3 ), bis tausend mal tausend Margerzän 4 ), soviel als es noch mehr ist {und) sein kann, namentlich: alle schlechten Gedanken, Worte und Werke; was ich wegen Anderer, oder was Andere meinetwegen (begangen), oder wenn einem Uebelthäter meinetwegen die schicere (?) Sünde den Charakter angegriffen hat —'solche Sünden — Gedanken , Worte und Werke, körperliche, geistige 6 ), irdische, himmlische bereue ich mit den drei Worten, o Herr verzeihe, ich bereue die Sünde mit Patet. 5 . Diese Sünden, welche des Gewissen beschweren, wie-. Handrakhtha, Maidhyopäfta, Andarj-framann, Baoidhyözat, Kdidhyozat, die Sünde Agereft, die Sünde Avoirist, die Sünde Aredus, die Sünde Qor, die Sünde Bäzd, die Sünde Ydtu, die Tanavalgdn, die Sünde Margerzän 9 ). Die Sünde des Spottes, 1) So müssen die Worte nach meiner Ansicht übersetzt werden. Mach der Guzeratiübersetzung aber sollen sie bedeuten: „ich bereue die Sünde die möglicherweise von meiner Gehurt an in mir ist und die welche wirklich in mir ist.“ Dies wäre also eine Art von Erbsünde. 2) Die Worte sind nicht ganz klar. Die Guzeratiübersetznng: „welche vom Anfang an klein nachher mehr (werden)“, doch hat sie einen von den übrigen Hdschr. erwas verschiedenen Text. 3) d. i. die Sünde, welche nur mit drei (jraosbö-caranas gestraft wird, (jraoshö-carana ist nach der Guzeratiübersetung eine Peitsche, vergl. jedoch meine Bemerkung Bd. I. p. 293. 294. , 4) Margerzän bedeutet Todsünde, doch ist diese Sünde immerhin noch auf andere Art abzubüssen. 5) Körperliche Sünden sind solche deren Folgen den Körper, geistige aber solche deren Folgen den Geist treffen. 6) Anquetil giebt uns folgende Erklärung zu dieser Stelle : 1) Voir le mal et ne pas avertir celui qui le fait, c’est VH en der e k ht e. 2) Enseigner le mal, le mensonge, faire clouter du bien, c’est le Meedios chds t. 3) Faire du mal ä qaelq’un , c'est VAn drej-f e rin an , qui est egal ä vingt-huit tanks. 4) Prendre quelque cbose, en trompant, c’est le Boed'io'zad. 5) Ne pas donner l’aumone au pauvre , c’est le Rae dioz ad. 6) Avoir dessein de blesser quelq'un avee un sabre c’est l’Agerefte de 48 tanks. 7) Frapper et blesser c’est VEoitvereschle; de soixante tanks. 8) Blesser de moniere que la plaie ne soit pas guerie qu'au baut de deux Jours c’est l’A re dos c h; de cent vingt tanks. 9) Blesser de moniere que la plaie ne soit guerie qu’au bout de trois Jours, c’est le Khor; de deux Cents quarante tanks. 10) Si la plaie ne peut elre guerie qu’au bout de quatre jours , c’est le Bäsde de trois 111 . 14 210 Khorda-A vesta. der Buhlerei, des Umganges mit menstruirenden Frauen, der Päderastie, unnatürlicher Umgang mit Frauen, Onanie, Umgang mit. Frauen anderer Religion, Betrug'), die Sünde Jür die Brücke' * 1 2 ), die allmählig wachsende Sünde 3 ), die Sünde die aus (einer anderen) Sünde (folgt), sowie die übrigen Gewissens-Sün- den 4 5 ), welche den Charakter der Menschen angreifon können, welche der verfluchte, schlechte Ganä-maimjo als Opposition gegen die Geschöpfe Ormazds hervorgebracht, der Herrscher Or- mazd im Gesetze als Sünde erklärt hat, welche die guten Paoiryo- tkaeshas für Sünde gehalten haben. Vor dem, Schöpfer Ormazd, dem grössten der Himmlischen und Irdischen, vor den Amscha- spands, vor Mihr, (/ros und Rasn s ), vor dem Feuer, dem Barecma lind Haoma, vor dem Gesetze, vor der eignen Seele, vor dem Herrn und Deptur des Gesetzes, vor jenem Gläubigen der gekorn- cens soixante tanks. 11) Si la plaie ne peut elre guerie qu’au bout de cinq Jours, c'est l'ldlo; de sept eens vingt tanks (eomrne pour le crime de Magie). 12) Si la blessure est de cinq ou de dix doigts , c’est le Tanvargan; de douze eens tanks. 13) Faire le mal, dire qiiil y a plus dun Dieu, ne pas reconnoifre Zoroastre*pour le vraiProphete, desobeir a sonpere ou a son maitre, adorer les Oews, seiner la discorde entre les hommes , conlredire le toi, soui/ler les Hl ein ans, enterrer /es morls , afßiger V komme pur, ne pas guerir le malade, detourner de la penitence, faire le mal avec les femmes, c’est le Margerzan, on fait mourir le pecheur. Cf. Vd. IV, 54 flg. und meine Bemerkungen dazu (Bd. I. p. 95) und meine Einleitung in die traditionellen Schriften der Parsen Bd. 11. p. 87 flg. 1) Anquelil fasst den Begriff dieser Sünde etwas weiter: Mentir, tromper,- se moequer , soutenir celui qui fait de mal, c'est VHamemalan. Cf. Bd. II. p. LV. Die Huzvaresch-Uebersetzung zu der Stelle giebt eine detaillirle Beschreibung, die aber im Wesentlichen sich unter die Begriffe Lug und Trug zusammenfassen lässt. 2) Sünde für die Brücke sind Unterlassungssünden, wenn Jemand eine gute That die er zu einer bestimmten Zeit verrichten und dem Ahriman dadurch Schaden zufugen konnte, unterlassen bat. Namentlich wird darunter gezählt, wenn man unterlässt die Nyäyis und Gahanbärgebete zu beten , so wie die Fravardiäns (cf. oben Bd. II. p. CI) anzustellen. 3) Die wachsende Sünde ist die Wiederholung einer Sünde, ohne dass man die frühere noch gebeichtet hat. In einem solchen Falle ist nämlich das zweite Vergehen strafwürdiger als das erste. 4) Ich übersetze den Ausdruck Akhogunäh mit Gewissenssünde, weil Akho auch sonst in der Bedeutung Gewissen vorkommt. Die Uebersetzungen geben jedoch das Wort akho mit böse wieder. 5) Mihr, fros, Rasn werden hier genannt, weil sie die drei Richter sind, welche jede Seele an der Brücke Cinvat richten müssen. Kborda-Avesta. 211 men ist 1 2 ), bereue ich im Geiste diese Sünden mit Gedanken, Worten und Werken, körperliche, geistige, irdische wie himmlische, mit den drei Worten, o Herr verzeihe! bereue ich die Sünde. 6. Die Sünde gegen Vater, Mutter, Schwester, Bruder, Weib, Kind, gegen den Gatten, den Vorgesetzten, gegen die eigene Verwandtschaft, gegen die Mitlebenden, gegen die welche gleiches Vermögen besitzen, gegen die Nachbarn, gegen die Bewohner derselben Stadt, gegen die Diener; jede Ungerechtigkeit durch die ich unter die Sünder gekommen bin, diese Sünden bereue ich mit Gedanken, Worten und Werken, körperliche ivie geistige, irdische wie himmlische, mit den drei Worten. Verzeihe o Herr, ich bereue die Sünde. 7. Das Essen von Unrath und Leichnamen' 1 ), die Besudelung mit Unrath und Leichnamen, das Bringen von Unrath und Leichnamen zum. Wasser und Feuer oder das Bringen vom Wasser und Feuer zu Unrath und Leichnamen, die Unterlassung des Hersagens des Avesta im Geiste, (und doch ) Haar, Nägel und Zahnstocher umherstreuen 3 4 ) (oder) die Hände nicht waschen i ), alles Uebrige, was in die Categorie von Unrath und Leichnam gehört, wenn ich dadurch unter die Sünder gekommen bin, so bereue ich jene Sünde mit Gedanken, Worten und Werken, körperliche toie geistige, irdische wie himmlische, mit den drei Worten. Verzeihe o Herr, ich bereue die Sünde. 8. Was der Wunsch des Schöpfers Ormazd war und ich hätte denken sollen und nicht gedacht habe, was ich hätte sprechen sollen und nicht gesprochen habe, ivas ich hätte thun sollen und. nicht gethan habe — diese Sünden bereue ich mit Gedanken, Worten und Werken, körperliche wie geistige, irdische wie himmlische, mit den drei. Worten. Verzeihe o Herr, ich bereue die Sünde. 9. Was der Wunsch Ahrimans war und ich nicht hätte den- 1) Man kann nämlich die Sünden nicht blos den Priestern, sondern nölhi- genfalls jedem Gläubigen beichten. Cf. Bd. II. p. LX. 2) Die Leichname (Nejä) werden als etwas besonders Unreines, für das besondere Ceremonien nöthig sind, von dem übrigen Unrath geschieden. Cf. die Nachträge zu Bd. II. 3) Cf. Vd. XVII, 1 flg. 4) Wörtlich: nächtliche Hände, nämlich wenn man, nachdem man vom Schlafe aufgestanden ist; etwas mit den Händen anfasst, ohne die gesetzlichen Waschungen verrichtet zu haben. 14 * 212 Kliorda-A vesta. kcn sollen und doch gedacht habe, was ich nicht hätte sprechen sollen und doch gesprochen habe, was ich nicht hätte tkun sollen und doch gethan habe, diese Sünden bereue ich mit Gedanken, Worten und Werken, körperliche wie geistige , irdische wie himmlische, mit den drei Worten. Verzeihe o Herr, ich bereue die Sünde. 10 . Alle und jede Art von Sünde, alle Art todeswürdiger Verbrechen, alle Art noch flicht gehasster Handlungen, alle Art von Wiederholungssünden' 1 2 3 * * * ), alle Sünden die über Sünde sind z ), die ich gegen Ormazd, die Menschen und die Gattungen der Menschen begangen habe, bereue ich. 11 . Alle und jede Aid von Sünde etc. (wie oben), die ich gegen Bahrnan, die Rinder, das Vieh und die Arten von Vieh begangen habe bereue ich. 12 . Alte und jede Art von Sünde etc., die ich gegen Ardibi- hist, das Feuer und die Arten des Feuers begangen habe, bereue ich. 13 . Alle und jede Art von Sünde etc., die ich gegen Schah- revar , die Metalle und die Arten, der Metalle begangen habe , bereue ich. 14 . Alle und jede Art von Sünde etc., die ich gegen (jpendär- mat, die Erde und die Arten der Erde begangen habe, bereue ich. 15 . Alle und jede Art von Sünde etc., die ich gegen den Chorddt, das Wasser und die Arien des Wassers begangen habe, bereue, ich. 16 . Alle und jede Art von Sünde etc., die ich gegen Amer- ddt, die Bäume und, die Arten der Bäume begangen habe, bereue ich. 17 . Alte und jede Art von Sünde etc., die ich gegen die Geschöpfe Ormazds begangen habe: wie Sterne, Mond, Sonne und das rothe brennende Feuer, den Hund, die Vögel, die fünf Gattungen des Viehs 9 ), und die anderen guten Geschöpfe, die Eigen ■ thum Ormazds sind, zwischen Erde und Himmel, wenn ich gegen irgend eines zum Sünder geworden bin, so bereue ich es mit Ge- 1) Eigen Mich : Gebliebenes, also das was von Sünde mir geblieben ist, so dass ich sie öfters tliue. Dies ist wenigstens die traditionelle Erklärung des Wortes. 2) Sünden die grösser sind als andere Sünden. 3) Anquelil bemerkt: La premiere espece comprend les animaux qui ont le pied fendu; la seconde , ceux qui n'ont pas le pied J’endu ; la troisieme, ceux qui ont cinq griffes; la quatrieme, les oiseaux ; la cinquieme, les pois- sons. Cf. Bundeliesch c. XIV'. Iihorda-Avesta. 213 danken, Worten und Werken, körperliche wie geistige, irdische wie himmlische, mit den drei Worten o Herr verzeihe, ich bereue die Sünde. 18 . Erbschleicherei 1 2 3 * * 6 ), Störung der Heirathen unter den Ver- wandlen, Störung in den Familien Rechtgläubiger, wenn sich gebührt hätte Gahanbdr, Fravardiän, Horn, Drän, Geweihtes das für die Yazatas festgesetzt und (von mir) angenommen war: am ersten llapithwina, am Tage der Verstorbenen zu opfern und ich nicht geopfert habe, so bereue ich diese Sünden mit Gedanke?), etc. 19 . Hochmuth , Auf geblas e?iheil, Begierde, Lästerung Tod- ter, Zoimmüthigkeit, Neid, böses Auge, Unverschämtheit, das Anblicken mit böser Absicht' 1 ), das A?iblicken mit böser Begierde*), Hart?iäckigkeit /l ), Unzufriedenheit mit den göttlichen Anordnungen*), Eigenwilligkeil, Faulheit, Missachtimg Anderer, Einmischung in fremde Angelegenheiten, Unglauben, Auflehnung gegen die göttlichen Mächte*), falsches Zeugniss, falsches Urtheil, Götzendienst, Laufen ohne Kosti, nackt Laufen, Laufen mit einem Schuhe, die Unterbi'echung des leisen (Mittags)gebeles, die Unterlassung des (Mittags)gebetes, Diebstahl, Raub, Hurerei, Zauberei, Verchi'ung der Zauberer, Unzucht, Unzucht mit Knaben, die Unzucht mit sich selbst erlauben, Ausraufen der Haare 7 j, so wie alle übrigen Arten vom Sünde?), die in diesem Patet auf gezählt oder auch nicht auf gezählt, die mir bewusst oder auch ?>icht bewusst sind, die festgestellt oder auch nie fit festgestellt sind, die 1) So habe ich dieses Wort iiberselzt das bedeuten soll: wenn man den Verwandten eines kinderlosen Maunes das ihnen zukommende Vermögen wegnimmt ohne ihm einen Adoptivsohn zu geben. Cf. Bd. II. p. XXVIII. Anquetil hat diese Stelle etwas missverstanden. 2) Mit der Absicht Jemanden ein Leid zuzufügen. 3) Das Gelüsten nach der Frau und dein Eigenthume eines Andern. -1) Wenn man aus Rechthaberei fortwährend die Wahrheit von Etwas behauptet, dessen Nichtigkeit man eingeselien hat. öj Genauer: das Murren über seine eigenen Verhältnisse bei Vergleichung derselben mit denen anderer Menschen. 6) Diese Sünde — ein Original Asmoi genannt — besteht darin , dass man Uebles von Orinazd und seinen Genien spricht, Streit unter den Menschen anrichtet und wissentlich den Sinn des Avesta verdreht und ins Schlechte wendet. Es begreift sich daher, wenn es an andern Orten heisst, dass dies namentlich eine Sünde der Priester sei. 7) Nämlich bei Gelegenheit von Todesfällen , bei denen jede laute Trauer untersagt ist. Cf. Bd. I. p. 80. 81. 214 Khorda-Avesta. ich mit Gehorsam vor dem Herrn und dem Hegtür des Gesetzes hätte bgklagen sollen und nicht beklagt habe — diese Sünden bereue ich mit Gedanken , Worten und JVerken , körperliche wie geistige, irdische wie himmlische, o Herr verzeihe, ich bei'eue mit den drei kVorten mit Patel. 20 . Wenn ich für Jemand den Patet übernommen und ihn nicht gemacht habe , und seiner Seele oder seinen Nachkommen Unglück dadurch gekommen ist , so bereue ich die Sünde Jur jeden einzeln mit Gedanken etc. 21 . Ich bleibe fest sichen auf den Satzungen jenes Gesetzes, welches Ormazd dem Zarathustra übergeben hat, Zarathustra dem Gustasp, das im Geschlechte (dieser beiden ) dann an Ader- bät, Sohn des Mahrcspandkam, der es (wieder) zurechtrichtete und reinigte. Ich begehre sehr nach Reinheit, aus Liebe zu meiner Seele. So lange das Leben meiner Lebenskraft währt bleibe ich fest bestehen: auf guten Gedanken in meinem Geiste, auf guten Worten in meinen Reden, auf guten Thaten in meinen Handlungen; ich bleibe bestehen in dem guten mazdayagnischen Gesetze. 22 . Mit allen guten Thaten bin ich in Uebereinstimmung, mit allen Sünden bin ich nicht, in Uebereinstimmung , für das Gute bin ich dankbar, mit der Ungerechtigkeit bin ich zufrieden i 2 ). Mit der Strafe an der Rrticke, mit den Randen und Peinigungen und Züchtigungen der Mächtigen des Gesetzes , mit der Strafe der 3 Nächte (nach) den 57 Jahren 3 4 ) , bin ich zufrieden und einverstanden. 23 . Diesen Palet habe ich in meinem Geiste gemacht aus grosser Hoffnung auf die reine That 1 ), aus heftiger Furcht vor der Hölle , aus Liebe zur Reinheit der Seele. Die guten Werke, 1) Man kann auch Andere die Beichlformel für sich sprechen lassen. Cf. Bd. II: p. LXII. 2) Weil nämlich die Leiden einmal in der Weltordnung nölhig sind, damit zuletzt die Auferstehung eintreten kann. Man vergl. den Eingang dieses Patets. 3) Es ist Glaube der Parsen, dass zur Zeit des jüngsten Gerichtes diejenigen Seelen, welche ihre Schuld noch nicht vollkommen abgebiisst haben, wieder in die Hülle zurückgestossen werden und dort während der 3 Tage und Nächte noch grossem Qualen erdulden müssen als man selbst sonst in der Hölle erduldet hat. Cf. meine Einl. in die traditionellen Schriften der Parsen Bd. II. p. 11". 4) d. i. in der Hoffnung, dass meine guten Werke mich zum Paradiese führen werden. ' UJ ., , Khorda-Avesta. 215 die ich bis jetzt gethan habe , die ich fernerhin thun werde (sind gethan) f ür das immerwährende Bestehen der guten IVerke,für das Voriibergehen der Sünde, für die Reinigung der Seele. Wcmt noch etwas übrig geblieben ist, so dass meine Sünde noch nicht gesühnt ist, so bin ich mit der Sti'afe der drei Nächte dafür zufrieden und einverstanden. 24. Ich befehle Ashcm-vohü (zu sprechen) bei (meinem ) Sterben, den Patel nach (meinem) Sterben, nach meinem Tode sollen -meine Söhne wegen meiner Sünde Patet machen. Ich wünsche zu verordnen, dass man die Verehrung des (Jrosh (während dreier Nächte) und den Geti-khirid anordne. Ich bin Eigenthum des Or- mazd und lebe in der Frömmigkeit Ormazds, ich preise die Reinheit, ich habe gute Gedanken, Worte und Werke ergriffen mit Gedanken, Worteti und Werken, schlechte Gedanken, Worte und Werke habe ich entlassen aus Gedanken, Worten und Werken. Ich habe den Weg des Rechtes, den rechtschaffenen, ergriffen, ich habe den Weg des Unrechts des gottlosen, verlassen. Ahriman sei gebrochen, Ormazd möge zunehmen. Ich preise : Ashem vohü. — Ich preise die guten Gedanken etc. — Ich preise: Ashem-vohü. — Yathä ahu vairvo (21). Ashem-vohü (12). Opfer und Preis, Stärke und Kraft weihe ich dem Craosha etc. Ihm gehört der Preis etc. XLVI. Patet Qod'). 1. Ich preise die guten Gedanken , Worte und Handlungen mit Gedanken, Worten und Werken. Ich verfluche die schlechten Gedanken, Worte und Handlungen hinweg aus den Gedan- qen , Worten und Werken. Ich ergreife alle guten Gedanken, Worte und Handlungen, ich entlasse alle schlechten Gedanken, Worte und Handlungen. Ich gebe euch, ihr Amschaspands, Opfer und Preis , mit Gedanken , Worten und Werken, mit meinem Leibe und meiner Lebenskraft. Mein Vermögen besitze ich in Abhängigkeit von den Yazatas, wenn eine von den Sachen kommt, dass ich diesen Leib der Seele ivcgen geben muss, so gebe ich ihn % ). Ich preise die beste Reinheit, ich verjage die Devs, ich bekenne mich zum Mazdayagnathum , als ein Anhänger des Zarathustra, ein Gegner der Devs, dem Glauben an Ormazd, zugethan.—Alle 1) Diesen Patet habe ich schon früher (Parsigrannnatik p. 173 flg.) übersetzt. Voran gehen die Formeln, welche oben in nr. XLV. mitgetheilt worden sind. 2) Cf. oben XLV (p. 208). 216 Khorda-Avesla. Arten von Sünde , altes schlechte Denken , alles schlechte Sprechen, alles schlechte Handeln, alle Margerzäns, namentlich alles böse Zurückbleiben 1 ), welches der schlechte Ahriman in Opposition gegen die Geschöpfe Or/nasds hervorgebracht, Ormazd als Sünde erklärt hat, wodurch die Menschen zu Sündern werden und in die Hölle kommen können — wenn ich dadurch Sünder geworden bin, auf toelche Art ich auch gesündigt habe, gegen wen ich auch gesündigt habe, wie immer ich gesündigt habe, so bereue ich es mit Gedanken, Worten und Werken, verzeihe! 2. Vor dem, Schöpfer Ormazd und den Amschaspands, Angesichts der rechtgläubigen Mazdayapnas , vor Mihr, (Jros und. Rasn 2 ), vor deti himmlischen Yazatas, vor den irdischen Yazatas, vor dem Herrn und Deptiir des Gesetzes, vor dem Frohar der unvergänglichen Seele Zartuschts, vor meiner eigenen gläubigen Seele, vor den Gläubigen bin ich hergekommen und bereue mit Gedanken, Wörtern und Werken, verzeihe! 3. Meine Sünden , welche dem Grade Agereft angehören, die welche dem Grade Avöirist, dem Grade Ardus, dem Grade Qor, dem Grade Bdzä, dem Grade Ydtu angehören, von Sünden von drei (!raosho-cur anas bis zu einem Margerzdn und von einem Margerzdn bis zu zehn Margerzäns, von zehn Margerzäns bis zu hundert Margerzäns, von hundert Margerzäns bis zu tausend Margerzäns, von tausend Margerzäns bis zu 10000 Margerzäns, von 10000 Margerzäns bis zur Zahl die ich nicht mehr kenne _ bereue ich mit Gedanken, Worten und Werken. 4. Meine Sünden, die ich gegen den Herrscher Ormazd, gegen die Menschen und die verschiedenen Arten von Menschen begangen habe bereue ich, verzeihe! 5. Meine Sünden, die ich gegen B ahm an , gegen das Vieh und die verschiedenen Arten von Vieh etc. 6. Meine Sünden, die ich gegen Ardibihist, das Feuer und die verschiedenen Arten von Feuer etc. 7. Meine Sünden, die ich gegen Schahrevar, die Metalle und die verschiedenen Arten von Metallen etc. 8. Meine Sünden, die ich gegen (/pendärmal, die Erde und die verschiedenen Arten der Erde etc?) J) d. b. das Zurückbleiben von Schuld, wenn sie nicht völlig gesühnt wird. 2) Cf. oben XLV (p. 210 Anm. 5). Khorda-Avesta. 217 9. Meine Sünden, die ich gegen Chordät, das Wasser und die verschiedenen Arten des IVassers etc. 10. Meine Sünden , die ich gegen Amerdät, die Bäume und, die verschiedenen Arten von Bäumen etc. 11. Meine Sündeti, die ich gegen die Äderän und Äteshun') (Feuer) die in Tempeln ihren Platz haben, namentlich gegen Adar-frä, Adar-Gesckasp, Adar-burzin begangen habe etc. 12. Wenn ich Leichname gegessen, mit Leichnamen mich besudelt, Leichname begraben, Leichname zu Wasser und Feuer oder Wasser und Feuer zu Leichnamen gebracht habe etc. 13. We?in ich Unreinigkeit gegessen ,• mit Unreinigkeit mich besudelt, Unreinigkeit begraben, Unreinigkeit zu Wasser und Feuer oder Wasser und Feuer zu Unreinigkeit gebracht habe etc. 14. Alle Arten Sünde durch die vermittelst Unreinigkeit und Leichname der Tod im Menschen Wurzel fassen konnte, oder in mir Wurzel gefasst hat, wenn ich ihn aber der grossen Tödlichkeit wegen als Tod nicht erkenne, verzeihe, ich bereue mit Gedanken, Worteti und Werken. 15. Wenn ich der Sonne, dem Monde, dem Feuer, dem Ra- pithan nicht geopfert, die Gahanbars und Fravardidns nicht geopfert habe verzeihe etc. 16. Meine Sünden, die ich gegen die Vorgesetzten, die Herrn, die Deptürs und Mobeds begangen habe etc. 17. Meine Sünden, die ich gegen Vater, Mutter, Schwester, Bruder, Weib, Kind, Verwandle, Stammgenossen, Hausgenossen, Freunde und andere nahe Anverwandte begangen habe etc. 18. Wenn ich das leise Gebet unterbrochen, ohne leises Gebet gegessett habe etc. 19a. Wenn ich ohne Kosti gegangen bin so bereue ich es. 19b. Wftnn ich meine Füsse besudelt habe, so bereue ich es. 20. Betrug, Missachtung, Götzenverehrung, Lüge bereueich. 21. Ich bereue Päderastie, Umgang mit menstruirenden Frauen, Hurerei, widernatürlichen Umgang mit Thieren. 22. Alle schlechten Thaten bereue ich. 5) Äderän und Älesbän sind beides die Feuer. Unter Äderän sind, wie ich glaube die gleich nachher aufgezählten Feuerstellen, wie Ader fra etc. verstanden, unter Atesbän die gewöhnlichen Feuer. Cf. auch Bd. II. p. LXX (lg. 218 Kborda-Avesta. 23 . Hochmut,h, Verachtung, Spott., Rachsucht und Begierde bereue ich. 24 . Altes was ich hätte denken sollen und, nicht gedacht habe, was ich hätte sprechen sollen und nicht gesprochen habe, was ich hätte thun sollen und nicht gethan habe, verzeihe, ich bereue es mit Ratet. 25 . Alles was ich nicht hätte denken sollen und doch gedacht habe, ivas ich nicht hätte sprechen sollen und doch gesprochen habe, ivas ich nicht hätte thun sollen und doch gethan habe, verzeihe, ich bereue es mit Patet. 26 . Alle und jede Art Sünde, die meinetwegen unter den Menschen begangen wurde, oder die ich der Menschen wegen begangen habe, verzeihe, ich. etc. 27 . Alle Arten von Sünde, welche der schlechte Ahriman in Opposition unter den Geschöpfen Ormazds hervor gebracht, Ormazd für Sünde erklärt hat, durch die die Menschen zu Sün- derti werden und in die Hölle kommen können, wenn sie etwa meinen Charakter angegriffen haben, so bereue ich sie. 28 . Ich glaube an das Dasein, die Reinheit mul die Un- zweifelhaf’tigkeit des guten mazdayapnisehen Glaubens, und an den Schöpfer Ormazd und die Amschaspands, die Fordenmg der Rechenschaft und an. die Auferstehung und den neuen Leib. In diesem Glauben bleibe ich und bekenne die Zwdifellosigkeit desselben, so wie ihn Ormazd dem Zer tuscht mitgetlieilt hat, Zer- tuscht den Fraschaostra und Jdmäpp, wie ihn Aderbdt, der Sohn Mahreppands zurechtmachte und reinigte, wie Um die gerechten Paoiryo-tkaeshas mul die Deplürs in der Geschlechtsfolge bis-zu uns gebracht haben und, ich daher weiss. Alle Arten von Sünde von denen im Gesetz die Rede ist und die ich gethan habe, von der kleinsten an bis zu drei Qraosho-caranas, bis zu unzählbm'cn Sünden, welche von mir gedacht, gesprochen, gethan worden sind, bereue ich mit IVorten und Werken. 29 . Ich habe diesen Patet gemacht zur Sühne Jür die Sünde, tim Theil zu haben am Lohne für die guten Thaten, zur Freude für die Seele, um den Weg zur Hölle mir zu Verschlüssen, den zum Paradiese mir zu öffnen. Vielleicht (?) dass ich von nun an keine Sünde mehr thue. Gute Werke vollbringe ich: soviel als nöthig ist um die Sünden zu sühnen, zur Sühne ( meiner ) Sünde, das Uebrige wegen Freude an der Reinheit. Mit der Sünde bin Kborda-Avesta. 219 ich nicht einverstanden, mit der guten Thal bin ich einverstanden. Für das Gute bin ich dankbar, mit der Opposition und Ungebühr bin ich zufrieden. Im Bezug auf das Sühnen jener Sünde für die mir in . . . keine Busse gekommen ist bin ich einverstanden, in den drei Nächten zu sühnen jenes Nutzes ( wegen). Wenn bei mir der Fall eintrelen sollte, dass ich ohne Patet aus der Weit ginge und einer von meinen Anverwandten oder Nächsten für mich den Patet verrichtet, so bin ich einverstanden. Alle Sünden, welche den Charakter der Menschen angreifen können, meinen Charakter angegriffen haben, wenn ich des vielen Todes wegen den Tod nicht erkannte, verzeihe, ich bereue mit Gedanken, Worten, und Werken mit Patet. XLVII. Patet Eränl. 1 . Ich preise alle guten Gedanken, Worte und Werke mit Gedanken, Worten und Werken. Ich verfluche alle schlechten Gedanken, Worte und Werke hinweg von Gedanken, Worten und Werken. Ich ergreife alle guten Gedanken, Worte und Werke, d. h. ich thue gute Werke. Ich entlasse alle schlechten Gedanken, Worte und Werke, d. h. ich begehe keine Sünde. Ich beharre in der Rechtschaffenheit und reinem Wan- del, ich verbleibe im reinen mazdayoptischen Gesetze, in jenem Gesetze verbleibe ich, welches der Herrscher Ormazd und die Amschaspands dem Zertuscht mit gepriesenen Frohar, dem Nachkommen fjpilamas') gelehrt haben, Zertuscht aber dem König Vistopp a gelehrt hat , der König Vistappa dem Fraschaostar und Jdmäpp und Asfcndiyär, diese aber allen Gläubigen der Welt gelehrt haben,- welches in der Geschlechtsfolge zu Aderbat, dem Sohne Mahreppands, dem Zurechtrichter der Reinheit, kam, der es zurechtrichtete und, reinigte und, ihm Vorstand (?). Ich beharre in diesem Glauben und wende mich nicht von ihm. ab, iveder eines guten Lebens willen, oder eines längeren Lebens willen, noch um Herrschaft, noch um Reichthum, aus Liebe zur Rein- 1) Die Parsen übersetzen das Wort fpitama gewöhnlich als Eigennamen, und erklären den Zoroaster für den Nachkommen fpitamas. Es ist allerdings nicht zu übersehen, dass bei Ktesias der Eigenname Znnd/triS vorkommt. 220 ' Khorda-Avesta. heit. Wenn ich etwa meinen Leib der Seele wegen dahin geben muss, so gebe ich ihn mit Zufriedenheit. Ich wende mich nicht ab von diesem Gesetze und habe ergriffen alle guten Gedanken, Worte und Handlungen, das gute Gesetz und alle Rechtschaffenheit K Ich entlasse alle schlechten Gedanken, Worte und Handlungen, das schleckte Gesetz und alte Schlechtigkeit d. i. ich bin mit Wisset), gläubig an das Gesetz Ormazds und an Zertuscht, den Neuem 1 ). Ich bhPganz ohne Zweifel an die Existenz des guten mazdayapnischen Glaubens, an das Eintreten der Auferstehung und den späteren Körper, an das Ueher sehr eiten der Brücke Cin- vat, an eine beständige Vergeltung der guten Thaten und ihren Lohn und der bösen Thaten und ihre Strafe, sowie an das Bleiben des Paradieses, an die Vernichtung der Hölle und Ahrimans und der Deos, dass der Gott Ormazd zuletzt siegreich sein und Ahriman vergehen wird nebst den Devs und den Abkömmlingen der Finsterniss. 2 . Alles was ich hätte denken sollen und. nicht, gedacht, was ich hätte sagen sollen und nicht gesagt, toas ich hätte thuti sollen und nicht gethan habe, Alles was ich hätte befehlen sollen und nicht befohlen habe, ( ferner) Alles was ich nicht hätte denken sollefi und doch gedacht, was ich nicht hätte sprechen sollen und doch gesprochen, was ich nicht hätte thun sollen und doch gethan, was ich nicht hätte befehlen sollen und doch befohlen habe — für Gedanken, Worte und Werke, leibliche und. geistige, irdische und himmlische bitte ich um Vergebung uud bereue es mit Patet. 3. Alle Arten von Sünde, die ich in Bezug auf den Himmel gegen den Schöpfer Ormazd, in Bezug auf die Welt gegen die Menschen und die Artet) von Menschen begangen habe: wenn ich Menschen geschlagen, beleidigt, sie mit Worten verletzt habe, wenn ich die Reinen verletzt, die Herren, die Mobads, die Dap- türs und Herbads verletzt und ihnen die Gaben vorenthalten habe, die mir zu geben gebührten ; wenn ich einem Fremden der 2) Zarlust na»lar übersetzt Anquetil l’excellent Zartust, was die Worte nicht heissen können. Nimmt man naotar für das neupersische wie man eigenIlieh muss, so kann es nur heissen Zertuscht der neuere. Ich vermuthe aber, dass naotar so viel bedeuten soll wie altb. naotairya d. i. Nachkomme des Naodar. Es ist bekannt, dass der Stamm Zarathustras auf den der eräni- schen Könige zurüekgefiihrt wird. Khorda-Avesta. 221 gleicher beleidigt wurden und, nicht in eine Stadt kam, keinen Platz eingeräumt habe,, wenn ich die Menschen vor dem Feuer, der Kälte und der Hitze nicht in Acht genommen, den Menschen Bösen gethan habe, wenn ich den Menschen, die unter meiner Botmiissigkeit standen, mit Bösen vergolten, ihnen nicht Liebe mul Güte bewiesen habe, so dass zu Zeit die Guten und der Schöpfer Ortnazd durch mich ufrieden mit mir waren, bereue ich : Gedanken , IVorten und IVerke etc. 4 . Alle Arten von Sünde, die ich in Bezug auf den Himmel gegen den Amschaspand Bahman, in Bezug auf die IVeit gegen das Vieh und die verschiedenen Arten von Vieh begangen habe, wenn ich es geschlagen, gequält, mit Unrecht getödet habe, wenn ich ihm Futter ’) und kVasser nicht zur rechten Zeit gegeben habe, wenn ich cs verschnitten, vor dem Räuber, dem Wolfe und JVeglagcrcr nicht behütet, wenn ich es vor übermässiger IVärme und Kälte nicht beschützt, wenn ich Rinder von jugendlicher Kraft getödet, arbeitende Rinder , kriegstüchtige Pferde, Widder, Ziegen, Hähne und Hühner' 1 2 3 ) getödet habe, so dass zugleich die Guten und der Amschaspand Bahman von mir beleidigt worden sind und nicht zufrieden mit mir waren, bereue ich etc. 5 . Alle Arten von Sünde , die ich in Bezug auf den Himmel gegen den Amschaspand Ardabihist, in Bezug auf die Welt gegen die Aderäns und Ateshd?is s ), begangen habe, wenn ich das Feuer nicht gut und rein erhalten, wenn ich das Feuer ausgelöscht habe, wenn ich den letzten Weihrauch 4 ) nicht auf gestreut habe, wenn ich Wasser über das Feuer gegossen, wenn ich 1) Vacjtarg scheint mir hier nicht Kleid zu heissen, wie sonst, sondern Futter und würde mithin dem altb. väflra entsprechen. 2) Murgh. käskinah im Original, Anquelil: la poulte qui mange le grain. Nach Richardson heisst und »JALmF : bread made of barley, mittet, beans and tentils. Wheat maccraled in sour milk and dried in the sun. Mit ^ j/i wird also wol ein Vogel gemeint sein, der diese Dinge verzehrt. Im Bundehesch (p. 47, 10 ed. Westerg.) heisst es, dass der Vogel Käskina den Marak tödte, dieses Wort wird von Anquelil mit Heuschrecke erklärt (Marak vielleicht = neup. AxL», doch kaum richtig). 3) CI', oben p. 217. 4) Anquetil: sije n’y aipasmis d'odeurs ä la derniere (priere,ä minuil). Es scheint hiernach geboten zu sein vor Schlafengehen Weihrauch aufs Feuer zu streuen. 222 Khorda-Avesla. Leichname darin verbrannt und gekocht habe, wenn ich die ungewaschenen Hände ') an das Feuer brachte , wenn ich mit dem Munde das Feuer angeblasen, wenn ich Holz das weniger als ein Jahr alt war noch grün an das Feuer legte, icenn ich Holz und Weihrauch auf das Feuer legte, den ich nicht dreimal angesehen hatte , trenn ich keine Gaben für Ader ans und Ateshüns gegeben habe 1 2 ), wenn ich Jemand, in dessen Obhut das Feuer war, Böses gethan und ihm nicht Gutes und Liebes erzeigt habe, wenn ich das Hausfeuer zu übermässigen Geschäften verwandt habe 3 ), so dass zugleich die Guten und der Amschaspand Ardabihist von mit beleidigt worden sind, und nicht zufrieden mit mir iraren, bereue ich etc. 6. Alle Arten von Sünde, die ich in Bezug auf den Himmel gegen den Amschaspand Schahrevar, in Bezug auf die Welt gegen die Metalle und die verschiedenen Arten von Metallen begangen habe: wenn ich das Metall nicht rein und gefegt erhalten, wetm ich es an einen feuchten Ort gelegt habe, so dass der Bost es angegriffen hat, wenn ich es aus der Obhut der Gute?i genommen habe, wenn ich Metall, aus welchem eine Frau wählend der Menstruation etwas gegessen hat, nicht auf gesetzliche Art gereinigt habe, wenti ich Gold, Silber, Erz, Hupfer, Eisen, Messing und Bronze den Sündern gegeben habe, so dass sie Sünde damit begehen und ihnen grossen Nutzen daraus entstehen konnte, wodurch ich aber selbst ein Uebelthäter geworden bin, so dass zugleich die Guten und der Amsehaspand Schahrevar dadurch gekränkt und unzufrieden geworden sind bereue ich etc. 7. Alle Arten von Sünde in Bezug auf den Himmel die ich gegen den Amschaspand Aspanddrmat begangen habe und in Bezug auf die Welt gegen die Erde und die verschiedenen Arten von Erde, wenn ich die Erde nicht rein und, bebaut erhalten habe, wenn ich die Höhlen der Kharfesters nicht entfernt, wenn ich fruchtbares Latid öde gemacht oder ödes Land nicht fruchtbar gemacht habe, wenn ich nur mit einem Schuh am Fasse auf der Erde gegangen bin, wenn ich Leichen in der Erde begraben habe, wenn ich Begrabenes nicht ausgegraben habe, wenn ich als 1) Cf. oben p. 211 Anni. 4. 2) Die Parsen in Indien pflegen milde Stiftungen zu machen, zur Unterhaltung der Feuertempel. 3) Cf. Vd. VIII, 254 flg. Iiborda-A vesta. 223 menstruirende Frau ohne Schuhe auf der Erde gegangen bin, wenn ich Säumen auf die Erde geworfen habe, wenn ich das Land, das unter meiner Obhut ivar, übel behandelt habe, so dass zugleich alle Guten und, Aspenddrmat von mir gekränkt worden sind und nicht zufrieden waren etc. 8 . Alle Arten von Sünde in Bezug auf den Himmel die ich gegen den Amschaspand Chorddt, in Bezug auf die Welt gegen das Wasser und die verschiedenen Arten von Wasser begangen habe: wenn ich Wasser über einen Leichnam gegossen, wenn ich die noch ungewaschene Hand ehe sie vom feuchtesten Wasser (Urin) rein war 1 ) mit fliessendem Wasser gewaschen habe, wenn ich Wasser über eine menstruirende Frau gegossen, wenn ich etwas mit Schmutz oder Leichenunreinigkeit Behaftetes in fliessendes Wasser geworfen habe, ivenn ich Kopf, Hände und, Gesicht bloss mit fliessendem \Wasser gewaschen habe, so dass zugleich alle Guten und der Amschaspand Chorddt etc. 9 . Alle Arten von Sünde in Bezug auf den Himmel die ich gegen den Amschaspand Amerdät, in Bezug auf die Welt gegen die Bäume und die Arten der Bäume ,begangen habe , wenn ich junge Bäume um geschnitten , wenn, ich unreife Früchte eingesammelt habe , wenn ich Arznei, und Heilmittel von Würdigen zurückgehalten und Unwürdigen gegeben habe, wenn ich Speisen zum Essen den Sündern gegeben und den Keinen genommen habe, so dass zugleich alle Guten und der Amschaspand Amerdät etc. 10 . Alle Arten von Sünden, wie : Ba-Ferman, Agercft, Avoirist, Ardus, Qor, Bäzd, Ydtu, Tandfur bis zum Grade Margerzdn , 2 3 ), von jenen Sünden an, ivelche den Namen der drei (fraosha-carana führen 9 ), von jenen Hauplsünden an, wie Tandfur Margarzän — wenn sie mir in den Sinn gekommen sind, ivenn ich sie mit der Zunge ausgesprochen habe, wenn ich sie mit meiner Hand gethan habe, bereue ich mit. Gedanken, Worten und Werken etc. 11 . Alle Arten von Sünde: die Sünden gegen Städte, Länder, Seelen , die Sünde Raidhyozat, Raidhyolivarest, 1) Nachdem der Parse des Morgens das Kostigebet gesprochen hat, muss er etwas Kuhurin berühren und dazu das Gehet nr. III. sprechen. " 2 ) Cf. oben p. 209. A. 4. 3) Das sind die kleinsten. K« I • »y-ji Vaidhyozat, VaidhyöhvarestMdgh, Bdgh, Aßlars, Agvar- tuann, Sünden die hohe Strafe nach sich ziehen 1 2 3 ), das Aussprechen von Zauberformeln, das Einjagen von Schrecken, die Begierde Wunde mit Wunde su vergelten, das häufige Sündigen 9 ); die Absonderung von den Reinen, Navid-nasagt, Adüt ag-aosma 4 5 6 ), die Sünden, welche den Namen der drei (jraoshd-carana führen, überhaupt alle Arten von Sünde bereue ich mit Gedanken, Worten und IVerken etc. 12 . Unrichtiges Denken*), unrichtiges Sprechen, unrichtiges Handeln, unrichtiges Fragen , Voraus- oder Nachsprechen ohne Grund 9 ), Diebstahl, Lüge, falsches Zeugniss 7 ), gewaltsames Richten, Unverschämtheit, Stolz-, Undankbarkeit, Spott, Unersättlichkeit, Selbstüberhebung, Ungehorsam gegen das Gesetz, Streitsucht, Hartherzigkeit, Zornmüthigkeit , Rachsucht, Neid, übermässige Trauer 8 ), Billigung der Sünde, Missbilligung einer guten That, Freundschaft mit Sündern, Feindschaft mit den Guten, Eigensinn, Zauberei, Verehrung von Zauberern, 1) Die Sünden Kaidhyohvarest, Vaidhyohvarest stehen nicht in allen Handschriften. Nach Anquetil sind es die nämlichen Sünden wie Khaidhyozat und Vaidhyozat wenn sie öfter begangen werden. Ueher diese.Sündeu vergl. oben. 2) Anquetil: On ignore queis sont ces qua (re peches. II y a des Parses qui traduisent aiusi: reciter (dans les operations magiques) le Mdg, le Bag, l'Astreschdsch et le grand Yesht de Serosch , retovan Sreosehie: ils prenneAt ces quatre mots pour les noms de quatre Nosks de l’Avesta qni sont le Bagh, de Douzdah-Hamast , l'Asparom et le Hadokht. Die letzte Erklärung der dunklen Worte: q-w N », die in den verschiedenen Handschriften nicht wesentlich verschieden lauten, ist gewiss falsch. Aber auch meine Erklärung ist nicht viel besser als gerathen. Ichvermuthe, dass diese schwierigen Worte aus irgend einem Huzväreschtexte mangelhaft umschrieben worden sind. . 3) So auch Anquetil: commeltre beaucoup de peches. Im Texte steht Kehenn, was ich sonst nicht kenne. 4) Ich habe diese Worte, die ich nicht verstehe, gelassen wie sie siud. Die Handschriften geben keine bemerkenswerthe Variante, sie beruhen w ahrscheinlich w’ieder auf falscher Umschreibung. Anquetil: enfin des peches nom- mes, was nicht angoht. 5) Eigentlich : Denken ohne Weg, ohne Regeln. 6) Anquetil: questionnev et repondre sans raison. 7) Eigentlich: Gewalt-Zeugniss, womit wol ein Zeugniss gemeint ist, das sich durch Macht und Ansehen der Person bestimmen lässt. 8) Cf. zu Vd. 111, 37. Kliorda-A vesta. 225 Lehren der Zauberei, Feindschaft gegen die Yazatas , Feindschaft gegen das Gesetz, Feindschaft gegen die Deptürs, das' Nennen der Namen der Yazatas zusammen mit denen der Dees, oder der Namen der Deos mit denen der Yazatas, widernatürliche Sünden mit Frauen, Knaben oder Vieh, Unzucht, Päderastie, Umgang mit menstruirenden Frauen, Ehebruch, mit den Frauen Anderer, Gehen mit einem Schuh, Gehen ohne Kosti 1 ), Unterbrechung des leisen Gebetes {beim Essen), dass Unterlassen des leisen Gebetes beim Essen, das Befriedigen natürlicher Bedürfnisse ohne Gebet, wenn ich aufrecht stehend Urin gelassen 2 ), wenn ich die Deos verehrt, an sie gedacht, ihnen Opfer gebracht habe, die Adoption gebrochen habe bereue ich etc. 13. Alle Arten von Sünde, die ich gegen die Yazatas und Amschaspands, gegen die Könige, die Herren, die Biobads, die Deplürs, die Herbeds, die Lehrer, die Schüler, gegen Väter, Müller, Brüder, Schwestern, Freunde, Nachbarn, Gleichgestellte, Frauen, Söhne, Verwandte, Fremde, Einwohner derselben oder einer andern Stadt, sowie gegen Vorgesetzte begangen habe bereue ich mit Gedanken etc. 14. Jedes Opfer und Darunsfeier, jeden Tag der Verstorbenen 3 ) und Geli-khirid 4 ), das ich hätte ausrichten sollen und ich nicht ausgerichtel habe oder das ich ausgerichtet habe, aber nicht so ausgerichtet wie es sich gehörte: für die Seele der Ahnen, der Väter, der Mütter, der Brüder, der Schwestern, der Verwandten, der Fremden, der Angehörigen, f ür die welche unter meiner Aufsicht standen, das ich nicht ausgerichtet habe und das, wenn ich es ausgerichtet hätte, meine Sünden vernichtet haben würde bereue ich etc. 1 5. IVenn ich den Armen nicht geholfen, die Art und Sitte der Paoiryo - tküeshas: das Fest der Guten, den Nauroz, den Mihirjän nicht beobachtet habe, wenn ich den Menschen nicht Freundschaft erwiesen habe, so bereue ich mit Gedanken etc. 1) Cf. Vd. XVIII, 113 flg. 2) Cf. Vd. XVIII, 89 flg. 3) Cf. oben die Einleitung zu Bd. II. p. XXXVIII flg. 4) Getikbirid (worüber Bd. II. p. XXIV zu vergleichen ist) steht hier nur auf Anquetil’s Autorität, meine Handschriften lesen alle ajtaparit, ein Wort das sonst nicht weiter vorkommt. Ich vermuthe, dass es das altbaktrische uje- frita, geweiht, ersetzen soll, also wäre zu übersetzen ; dem Tage der Verstorbenen geweiht. III. 15 226 Khorda-Avesta. 16. Wenn ich an den Gahanhars nicht gefeiert, nicht geopfert, nicht xubereitet 1 2 3 4 ), nich t gegessen , wenn ich nicht jedes Jahr sechsmal gespendet, jeden Tag dreimal den Qarsed-rnjdyis gebetet, wenn ich nicht dreimal des Tages den Mihr-nyayis gebetet habe, wenn ich nicht bei jedem Neumond dreimal den Muh- nyäyis gebetet und jedes Jahr dreimal den Rapithwind geopfert habe, und die Fravardiäns nickt ausrichtete, so bereue ich etc. 17. Alle Arten Fleisch von Menschen, Hunden, Khrafplras sowol todten als lebendigen, das ich ans W'isser oder Feuer brachte , kochte, ass, deren Körper ich allein fortbrachte^), die ich an einem fruchtbaren Orte {fand und) nicht entfernte und an den gehörigen Ort brachte, wenn ich Barthaare und andere Unreinigkeit ins Wasser oder Feuer brachte*), kochte, ass, wenn ich sie an einem fruchtbaren Orte {fand und) nicht entfernte, und an den gehörigen Ort brachte, bereue ich etc. 18. Jedes Avcsta, dass ich nicht gesprochen, gelesen, gelernthabe, das Avestd-i-jamas' 1 ), das Khorda-Avesta, wenn ich das Avesta nicht richtig gelernt oder recitirt habe, oder wenn ich das Gelernte wieder vergass, so bereue ich es mit Gedanken etc. 19. Alle Arten von Sünde, die ich im Zustande der Menstruation begangen habe, wenn ich mich, von reinen Männern, vom Behrämsjeuer, von Sonne und Mond und Barepma und dem was mit Pddidb gewaschen ist, von 40 Schritten an bis zum Umkreis von 3 Schritten nicht fern gehalten habe, so bereue ich es mit Gedanken etc. 20. Wegen eines todeswürdigen Verbrechens —wenn etwa böse. Ahriman und die Devs über mich kommen sollten — bin ich zufrieden, wenn es sich geziemt durch den Tod es zu büssen. {Ich bin damit zufrieden) dass der Deptür das was auf mir liegt 1) Nämlich wenn ich die Festmahle nicht zubereitet habe die man zu diesen Zeiten feiert. Cf. Bd. II, p. C und nr. XLI. LI. Statt zubere'ilet setzt. Anquetil: enseigne, was der Wortbedeutung nach angienge aber nicht in den Sinn der Stelle passt. 2) Cf. Vd. 111, 44 flg. 3) Cf. Vd. XVII, 1 flg. 4) Der Ausdruck ist nicht ganz verständlich, es ist aber klar, dass darunter die im Vendidäd-säde enthaltenen Worte gemeint sind, im Gegensätze zum Khorda-Avesta. Khorda-Avesla. 227 von mir nehme und mich von Sünde befreie,' nämlich von den Margerzäns von t bis 10, von 10 bis 100,-von 100 bis 1000, von 1000 bis 10000, von 10000 bis zu unzähligen (?) Margerzans. Alle bösen Gedanken, Worte und Werke , durch welche die Menschen zu Sündern locrdcn können, durch welche ich zum Sünder geworden bin, bereue ich mit Gedanken etc. 21. Alle Arten von Sünde , welche der Schöpfer Ormazd im guten mazdayapnischen Gesetze für Sünde erklärt hat, über welche — wenn man sie begeht — die Yazatas Leid, die Deos Freude empfinden, das was ich gedacht , begangen , gesprochen, getlian habe, wodurch ich zum Sünder wurde, was von mir auf- gezählt und nicht auf gezählt wurde, was mir namentlich bewusst und was mir nicht bewusst war, ivas ich noch nicht ivciss, was ich wegen Anderer begangen, was Andere meinetwegen begangen, alles weswegen ich Sünder bin, in Bezug auf jeden wegen dessen ich Sünder geworden bin , wegen jeder Sünde, wegen eines jeden Zurückgebliebenen bereue ich tausend Mal und zehntausend Mal vor dem Herrscher Ormazd dem Vollbringer guter Thaten, dem glänz enden , majestätischen, den Obersten der himmlischen und irdischen (Genien), vor den Amschaspands und vor jedem andern himmlischen guten IVesen, vor Mihr, (jros und Rasn - rapt, vor Adar-qara, Adar-Gusasp, Adar-burzin-mihir, vor dem Frohar Zarluschts des Nachkommen des Cpilama., vor dem Gesetze, und der eigenen Seele, vor jedem Guten vor den ich komme mit Gedanken etc. 22. Mit drei Worten, mit hundert Worten, mit lausend Worten, mit zehntausend Worten f ) bin ich ein rechtgläubiger guter Mazdayasna, ich befinde mich in jenem Glauben, welchen der Herr Ormazd und die Amschaspands dem Zartuscht mit heiligen Frohar, dem Sohne (jpitamas, gegeben haben, Zartuscht dem Könige Vis tapp, Vistupp dem Frashaoplra und Jämäpp und Appen- dydr, diese aber den Guten in der Weit gelehrt haben, bis er in der Geschlechts folge a?i den Zurechtrichter der Reinheit 2 ) Aderbät 1) Am Anfänge dieser Abtheilung findet sich in den Handschriften die Anweisung: „in diesem Abschnitte ist dreimal zu sprechen“ ohne dass irgendwie näher bestimmt würde, wie weit dreimal gesprochen werden soll. Au()uetil übersetzt: El dans ce Cardeje dis troisfois. Ich glaube nicht, dass der ganze Abschnitt dreimal gesprochen werden soll, sondern nur die Anfangsworte. 2) Nach diesem und den ziemlich gleichlautenden Berichten der andern 15* den Sohn Mahregpands kam, der ihn zurechtmachte und reinigte. Ich bestehe im Glauben und werde nicht ungläubig, nicht für gutes Leben noch für längeres Leben , nicht für Herrschaft noch Vermögen. Aus Liebe zur Reinheit weiche ich nicht ab, und wenn dadurch mein Haupt abgeschlagen wird * 1 2 ), so lueiche ich doch von diesem Glauben nicht ab, denn ich fürchte mich vor dem Schrecken der Strafe' 1 ) und der Vergeltung der Hölle. Ich. bin voll Hoffnung auf jenes Gelangen zum Paradies und. dem glänzenden Garotho- man, der alle Majestät besitzt. Ich vollbringe diesen Palet in dem Gedanken, dass wie ich fernerhin eifriger werde gute Thaten zu vollbringen, ich mich auch mehr der Sünde enthalte und dass meine guten Thaten, bis die Auferstehung und der letzte Körper zu mir kommt, zur Verminderung der Sünde, zur Vermehrung der guten IVerlce dienen 3 ). Ich hege Hoffnung auf das Kommen des letzten Körpers um den Ormazd und die Amschaspands zu schauen. Ich habe gewirkt und wirke noch deswegen, damit wenn jene Zeit eingetreten und mein Mund durch das Schlagen des schlechten Ganä-mainyo, Agto-vahat und des bösen Vogels in Banden ist, ihr meine Gedanken angebl und, wenn ich mit meiner Zunge den Patet nicht mehr sprechen kann, die Amschaspands diesen Patct in Freundschaf t zu meiner Seele gelangen lassen und ihn meiner Seele übergeben, damit meine Seele an den lichten Ort gelange und nicht an den finstern Ort gelange und der böse Ahriman und die Verkleinerer meine Seele nicht peinigen und ihr nicht Schmerzen verursachen. — IVcgen jeder Sünde, die in derIVelt ohne Sühne geblieben ist, bin ich zufrieden und einverstanden, Patets scheint es, dass mau unter Äderbät einen Destür zu verstehen habe, der in der Zeit der Säsäniden eine Art Reformation der eraniseben Glaubenslehre bewirkte, natürlich unter dem Vorgeben, die Religion nur von fremden Zusätzen zu reinigen und in ihre frühere Reinheit zurückzuführen. 1) Wörtlich : ,,wenn mir dadurch der Kopf fortgeht“. 2) Das Wort für Strafe (pazdoh, nach andern Handschr. ^jj ) ist nicht ganz sicher und kommt sonst nicht mehr vor, es scheint mir das Aussprechen der Strafe an der Brücke Cinvat zu sein, 3) Der Sprecher dieses Patets betrachtet seine guten Thaten und seine Sünden nicht blos vom persönlichen Gesichtspunkt aus, er hofft und wünscht, dass seine guten Werke überhaupt zu dem Resultate helfen sollen , dass es im Ganzen der guten Werke mehr giebt als Sünden, w'as gleichbedeutend ist mit dem Gebeigewichte Ormazds über Ahriman. Khonia-Avesta. 229 mit dreimaligen Kopf abschneiden um die Vergeltung und Sühne zu geben , blos (?) bitte ich von dem höchsten Schöpfer Orrnazd, dem Erhalter, Vergeber und, Verzeiher , dass uns die Yazalas eine Rüstung zuwerfen und geben 1 2 ). Wenn irgend Jemand, nach meinem Ableben aus Liebe zu meiner Seele vor einem Vorgesetzten der zur Stelle ist oder wenn mein Sohn den Palet verrichtet 1 ) , so bin ich damit einverstanden. Ormazd und. die Amschas- pands und, die anderen Himmlischen mögen zur guten Hülfe und Genossenschaft meiner Seele herbeikommen und sie vor Angst und Furcht und Betrübniss, vor Ahriman und, den Devs und vor dem Kommen zu den Schrecken der Hölle erlösen. In diesen Gedanken habe ich alle guten Gedanken , IVorte und IVerke in Gedanken , JVorten und JVerken ergriffen; in diesem Sinne habe ich alle schlechten Gedanken , IVorte und IVerke entlassen aus Gedanken, IVorten und Werken. {Die folgende Stelle ist leise zu sprechen.) 23. Dieser himmlische Patet soll eine feste eherne Mauer sein so wie die Erde breit, die Berge hoch, der Himmel stark ist , damit er das Thor der Hölle sehr fest in Banden und den Weg zürn Paradies offen erhalte , den Weg zu jenem besten Orte: dem glänzenden Garothmän der alle Majestät besitzt , damit unsere Seele und die Seelen der Reinen an der Brücke Cinvat , der grossen, mühelos und leicht hinüberschreiten und der reine C/ros, der siegreiche, Freund , Beschützer , Aufseher, Erhör er, der Schutz und der Wächter meiner Seele sein möge. Yatliä ahü vairyö. Opfer und Preis etc. für Qraosha etc. Ihm gehört der Glanz etc. 1) Es braucht wol kaum gesagt zu werden, dass hier von Zuständen nach dem Tode die Uede ist. Der Parse erklärt sieh hier ausdrücklich damit einverstanden, dass seiner Seele eine kurze aber exemplarische Strafe zugelugt werde, etwa eine dreimalige Hinrichtung, wenn sieh findet, dass nicht alle Sünden richtig abgehüsst wurden. Es ist natürlich immernoch besser eine solche Strafe zu erleiden als in die Hände der Devs zu fallen. 2) Ueber diese Stellvertretung cf. Bd. II. p. LXII. Indem sich hier der Parse überhaupt' damit einverstanden erklärt, dass Andere den Patet für ihn sprechen, unterwirft er sich selbstverständlich auch allen den Strafen die nach diesem Patet über ihn verhängt werdeu. 230 Hhorda-Avesta XLVIII. Gebet nach den Afergans 1 ). 1. Möge dieser Nirang 2 3 4 5 ) siegreich sein. Der Glans des guten mazdayapuischen Gesetzes möge ausgebreiiet sein in den sieben Keshvars, was der Name (des Landes) sein möge nach Wunsch sich befinden. Es giebl eine Stadt, in dieser Stadt N. N. möge Fälle, Sieghaft/'gkeit, Fröhlichkeit und Freude sich aus- breiten. , glückbringende Majestät sich vermehren und nach mehr vermehren. Die Majestät möge glückbringend sein 2 ’)! Dieses Rhosnumen {für N. N.) & ) möge su Ormasd den Herrscher und den starken Fravashis gelangen. % Ich habe das Opfer verrichtet , ich habe die Darvns geopfert, ich bringe nun den Myazda dar. Möge er ganz und gar in den Schutz Ormazds des glänzenden, majestätischen und. der Amschaspands gelangen 2 ’). Stärke, Kraft, Macht, Festigkeit, Rüstigkeit, Sieghaft!'gkeit möge ans diesem Khsuumaine zu den starken Fravashis gelangen! Mögen sie es von uns annehmen, uns beschützen, Gutes zuwenden , Ungerechtigkeit und, Opposition fern zurückhallen, Gaben {für uns) erflehen! Für die Anderen habe ich, den Myazda wie den Myasda von 1000 Männern gemacht — soviel ich es vermag 6 ). Ich habe dieses gethan ohne 1) Dieses Gebet bat grosse Aehnlicbkeit mit dem Räucherungsgebele (Dhup-nereng), welches von Auquetil übersetzt wurde und trägt auch iri der Thal diesen Titel in einer pariser Handschrift. In einer andern (mir gehörigen) Handschrift jedoch wird es als ein Gebet bezeichnet das nach den Afergans zu lesen ist und dieser Titel scheint mir nach dem Inhalle des Ganzen angemessener. 2) Nirang, Zauberformel, daun Gebet überhaupt. 3) Unter Majeslät versteht hier die (ziemlich neue) Huzvärcschglosse Schätze und Glücksgüter aller Art. 4) Nach einer in den Handschriften enthaltenen neuen Anweisung hat hier jeder der dieses Gebet liest die Anrufung (Khsbuaothra u. s. w.) der Tageszeit und des Tages an dem es gelesen wird so wie die des Königs unter dessen Obhut es gelesen wird, einzuschalten. Die Worte: möge — gelangen, sind aufAn- quetil’s Autorität hin eingeschaltet, da sonst der Satz unvollständig ist. ln meinen Handschriften fehlen sie. 5) Nämlich in den Schatz der guten Werke der Hamesa-füt heisst und von dem öfter in diesen Büchern die Rede ist. 6) Auch durch die Uebersetzungeu wird nicht recht klar, was mit diesem Satze gesagt werden soll, es scheint, dass der Darbringer des Myazda seine Kborda-Avesla." 231 Mühe und mit Vergnügen-, mögen das eine von uns tausend (Menschen) annehmen. 3 . Die seligen Seelen N. N. mögen namentlich hier erwähnt sein * 1 ), Zartuscht der Nachkomme Qpitamas mit reinem Frohar und seliger Seele möge hier erwähnt sein 2 ). Alle Fravashis der Reinen mit einander am vierten, zehnten, dreissigsten Tage, am Jahrestage von Gayomart bis (Josios mögen hier erwähnt sein 2 ) ! — Die existir enden, gewesenen, sein werdenden, die Gehörnen, die Ungcbornen, die der Gegend Angehörigen, die andern Gegenden Angehörigen , die frommen Männer und Frauen, Unmündige, Mündige, alle welche auf dieser Erde im guten Glauben gestorben' sind., alle Fravashis der\ Reinen mit einander von Gayomart bis {Josios mögen hier erwähnt sein. — Die in dieser IVohnung, diesem Clan, dieser Genossenschaft, dieser Gegend gestorben sind, alle Fravashis der Reinen voti Gayomart bis (Josios mögen hier erwähnt sein. — Die Fravashis der Reinen, die Fravashis der Töpfern, die Fravashis der Angreifenden, die Fravashis der der Siegreichen die Fravashis der Paoiryö-tkaeshas, die Fravashis der nächsten Anverwandten alle Fravashis der Reinen zusammen von Gayomart bis auf (Josios mögen hier erwähnt sein — Die Seelen der Väter, Mütter, Nachkommen, Vorfahren, Söhne, Verwandte, Diener, Angehörigen, alle Fravashis der Reinen zusammen von Gaysmart bis (Josios mögen hier erwähnt sein. — Alle Priester, alle Krieger, alle Ackerbauer, alle Handwerker, alle Fravashis der Reinen zusammengenommen von Gayomart bis (Josios sollen hier erwähnt sein — Alle Fravashis der Reinen in den sieben Keshvars der Erde : in Arzahe , (Javahc, Fradadhafs, Vidadhafs, Vourubarest, Vourujarcst, Qanirag-bämi und Kang- dezlt, die Renten im Var den Yima gemacht hat, die welche Man- thras als Schätze haben; alle Fravashis der Reinen zusammen von Gayomart bis (Josios mögen hier erwähnt sein. OpCerfreudigkeit belbeuert; er hat soviel Speisen hergeriehtet als ihm seine Verhältnisse erlauben, mögen nur recht Viele daran theilnehmen können. 1) Der Betende nennt die Seelen derer, welche ihm besonders tbeuer sind und wünscht, dass sie an seinem bcrgerichtelen Mahle theilnehmen. 2) Die Erwähnung Zaralhustra’s an dieser Stelle findet sich nicht in allen Handschriften. 'S) Dies sind die Tage, an welchen man Todtenopl'er zu bringen hat. Vgl. Bd. 11. p. XLI. 232 Kborda-Avesta. XLIX. Nikah oder lloclizeilsgebet. Im Namen Gottes. Yalhä ahü vairyo (1). — Es gebe, euch der Schöpfer Orrnasd viele Nachkommen, mit Männern als Enkel , viele Nahrung, Freunde mit herzraubendem Körper vom Gesichte an, wandelnd durch ein langes Leben., bis zur Dauer von 150 Jahren. 2. Am Tage NN, im Monate NN, im Jahre 1067 seit dem König der Könige, den Herrscher Yesdegerl aus dem Stamme Susans ist in dem Umkreise der glücklichen Stadt NN eine Versammlung zusammen gekommen nach dem Gesetz und Herkommen des guten masdayaQuischen. Gesetzes um einem. Hausherrn dieses Mädchen zu geben: dieses Mädchen, dieses Frauenzimmer NN mit Namen, nach dem Vertrage auf 2000 nisäpvrischc Golddinare *). 3. Schliesst ihr mit eurer Virwandtschaft, im Eino erst Und - t/iss wegen dieser Ehe, mit ehrlichen Sinne, mit den drei fVor- ten um die eigne gute That zu fördern für den Gläubigen NN diesen Vertrag auf Lebensseil ? 1 2 ) 4. Nehmet ihr Beide den Vertrag auf Lebenszeit mit ehrlichem Geiste an, damit euch allen beiden das Vergnügen zunehme ? 3 ). 1) Diese Angabe weicht von der gewöhnlichen ab, nach der nur zweitausend Silberiuüuzen zu geben sind. Cf. Bd. II. p. XXX. Aum. 1. Die Handschriften fügen an dieser Stelle die Weisung liiuzu: „es ist anzunehmeu“, d h. das Geld muss bei dieser Stelle erlegt weiden. Nach Anquelil sind die letzten Worte dieses Paragraphen au den Mann zn richten , welcher das Mädchen hei dieser Handlung vertritt. Er fügt auch noch bei: Le repondanl de lafille dit: j’y consens, je le veux._ In Kinnän lautet der Schluss dieses Paragraphen anders, nämlich folgendermaassen nach Anquetil’s Uebersctzung: Fons la dünnes pour la terre, et pour le eiet .... pour etre un eorps et nne ame, mailresse de maison, cliej' da Ueu. Vous la donnes, eile qui es! de !a loi; qui aidwa son mari, qui est bien reg/ce. — Le pere repond: je la donne. 1) Nach Anquelil wird § 3 an den Verlobten gerichtet der dann antwortet: Je le promets. Es scheint mir aber, dass die Worte zunächst an die Verwandten des Bräutigams gehen. 3) Hier hat Anquetil blos : Le mobed ajoute. Diese Worte in § 4 sebeinen- mir an die beiden Verlobten gerichtet. Nach Anquetil sind §§ 1—4 dreimal zu wiederholen. Ich glaube auch , dass hier die Stelle sein dürfte bei welcher die Verlobten sich die Iläude reichen. Was nun weiter folgt sind thcils Segcus- sprüche, theils Ermahnungen. Kliorda-Avesta; 233 5. Im Namen und Freundschaft Ormazds'). Seid immer glänzend, seid sehr ausgebreitel! Seid zunehmend! Seid siegreich ! Lernet das Beine ! Seid guten Lobes würdig ! Der Geist möge gute Gedanken denken , die Worte Gutes aussprechen , die PFerke Gutes thun! rille schlechten Gedanken mögen hinwegeilen , alle schlechten Reden abnehmen, alle schlechten PVcrkc verbrennen. Man preise das Reine und stosse ab die Zauberei. (Man lese:) Sei ein Masdayagna, vollbringe PVerke nach deinem Sinne 1 2 ). Erwerbe dir Vermögen aus Rechtschaffenheit. Bei den Herrschern sprich die Wahrheit und sei gehorsam. Bei dem Freunden sei bescheiden, klug und wohlwollend. Sei nicht grausam. Sei nicht zornmülhig. Begehe aus Scham keine Sünde. Sei nicht gierig. Peinige nicht. Hege nicht schlechten Neid, sei nicht über- mülhig , begegne Niemanden verächtlich , liege keine Begierde. Raube nicht das Verwögen Anderer , enthalte dich von den Frauen Anderer. Thuc gute Werke mit guter Thätigkeit. Theile den Ya- zatas und den Gläubigem (von dem Deinen) mit. Lasse dich in keinen Streit mit einem rachsüchtigem Mann ein. Einem Gierigen sei kein Genosse. Mit einem Grausamen gehe nicht auf demselben Wege. Mit einem Ucbelberufcnen gehe keine Verbindung ein. Mit einem Unklugen lasse dich nicht auf gemeinschaftliches Handeln, ein. Mit den Gegnern kämpfe mit dem Rechte. Mit den Freunden gehe um wie es Freunden angenehm ist. Mit Verwirrten lasse dich, in keinen Streit ein. Vor einer Versammlung sprich nur reine PVorte. Vor den Königen sprich mit Maass. Von den Voreltern erbe den (guten) Namen fort. Deine Mutter beleidige auf keine fVeise. Deinen eigenen Körper erhalte rein in Gerechtigkeit. 6. Seid misterblichen Leibes , wie Kai-khosni. Seid verständig wie Kdus. Seid glänzend wie die Sonne. Seid rein wie der Mond. Seid berühmt wie Zartuscht. Seid kraftvoll wie Ruptarn. Seid fruchtbar wie die Erde (Qpcndärmat). Haltet gute Freundschaft mit Freunden , Brüdern , Frau und Kindern wie Leib und 1) Bei den folgenden Ermahnungen ist hie und da auch der Minokhired beuulzt worden, ein Beweis welch’ einer jungen Zeit das vorliegende Stück angehört. 2) Die Worte sind nicht ganz deutlich. Auquetil übersetzt: Etant Mas- deiesnan, pensez el failes le bien. 234 Iihorda-Avesla. Seele {Zusammenhalten). Behaltet immer den rechten Glauben und guten Charakter. Erkennt Ormazd als Herrscher, Zartuscht als Herrn an. Verlüget Ahriman und die Devs. I. Es schenke euch Ormazd Gaben 1 ), Bahman das Denken mit den Geiste, Ardibihist gutes Sprechen, Schahrevar gutes Handeln , Weisheit (schenke) Qpendärmal, ChorddtSüsses und Fettes, Amerddt Fruchtbarkeit! — 8. Möge euch Ormazd Gaben schenken. Glanz das Feuer, Reinheit Ardvi-p'ura, erhabene Herrschaft die Sonne, Wachsthum der Mond der den Stiersaamcn enthält, Tir die Freigebigkeit. Gosh gute Enthaltsamkeit (?). 9. Möge euch Ormazd Gaben geben, Mithra Glück, (Jros Gehorsam, Bush den rechten Wandel, JVachsthum der Kraft Farvardin, Behräm ist der Gewähret' des Sieges, grosse Macht gewährt Bat. . 10. Mögen euch Ormazd Gaben schenken! Din Aufleuchten des Wissens, Erwerbung von Majestät Arschasvangh , Ansammlung von Tugend Asiat, grosse Rührigkeit Apmdn, Festigkeit auf dem Platze Zamyäd, gutes Aufmerken Mahreppant, Auszeichnung des Leibes Anerän. II. Gut bist du 2 ), mögest du das erhalten, was noch besser ist als das Gute für dich, weil du dieli zum Zaola würdig eignest. Mögest du den Lohn erhalten der von Zaota verdient wird als einer der viel Gutes denkt, spricht und thut. 12. Möge euch das zukomnien welches besser ist als das Gute, möge euch das nicht zukommen, was schlechter ist als das Schlechte, möge mir das nicht zukommen was schlechter ist als das Schlechte. Also geschehe es wie ich bete. L. Aferin der sieben Amschaspands. 1. Möge ganz kraftvoll sein: Ormazd der Herrscher von. grosser Majestät , möge er zunehmen mit den dreissig Fippac- 1) Der Verfasser dieses Stückes gellt die einzelnen Monatstage durch und lässt jeden derselben dem neuen Ehepaare eine Gabe schenken. Ormazd erscheint viermal, einmal als Genius des ersten Monatstages, dann als Genius der Tage: S. I)ai pä Adar, i5. (I)ai pä milir), 23. Dai pä Din. Man vergi. hierüber den Siroza so wie auch über die von jeden Genius vertheilleu Gaben. 2) Aus Yf. LVIII, 8—12. K horda-Avcsta. 235 shanm 1 ), -welche vereint mit ihm wirken, vereint mit ihm arbeiten, vereint mit ihm schlagen denverfluchten Gand- maini/ö dm schlechten summt allen Deos und Drujas die er hervorgebracht hat um die Geschöpfe Ormazds zu schlagen. 2. Möge ganz kraftvoll sein: Behrten der Amschaspand, von grosser Majestät, möge er wachsen sammt Mäh, Gos , Rdm, die vereint mit ihm wirken , vereint mit ihm arbeiten, vereint mit ihm schlagen Asmog mit schrecklicher Waffe, die Druja Ako- man, die Druja Taromata. 3. Möge ganz kraftvoll sein: Ardibihist der Amschaspand von grosser Majestät, möge er zunehmen sammt den Aderdns, fjros und Behrdrn , die vereint mit ihm wirken , vereint mit ihm arbeiten, vereint mit ihn schlagen die Druja des Winters mit seinen dreissig Arten von Unfruchtbarkeit, dreissig Arten von Hinfälligkeit % ). 4 Möge ganz kraftvoll sein : Schahrevar der Amschaspand von grosser Majestät , er möge wachsen summt Qor, Mihr, Apmdn , Anerän, die vereint mit ihn wirken , vereint mit ihm arbeiten, vereint mit schlagen die Druja Buspapp, (jaraosuok. die Druja der Faulheit, die Druja der Trägheit (?) 3 ). 5. Möge alle Kraft besitzen C/penddrmal der Amschaspand von grosser Majestät. Er möge zunehmen sammt Aväu , Din , Arda-Mahreppant, welche vereint mit ihm wirken, vereint mit ihm arbeiten , vereint mit ihm schlagen den Apta-vahdl mit schlechten Charakter. -1—i-T , . * 1) Avä qe dih vifpaesanm lauten die schwierigen Warle, welche auch An- quelil uicht mit Sicherheit zu erklären wusste. Ich denke an die llatavo viqpe mazista, die im Yacuu angerufen werden , aber ich bezweifle ob $e dih dreimal zehn heissen kann. Auf alle Fälle sind hier Mächte gemeint, welche vereint mit Ormazd wirken. 2) Ich bin ebenso wie Anquetil in Zweifel wie zad im Texte zu übersetzen sei. Ich halte es für das Huzv. rv'U, pärsi jat und übersetze demgemäss : je dreissig besondere Arten. 3) Anquetil sagt: Les Parses ne sgavent pas positivement quels sont ces Dees. Was den ersten betrifft so ist er der öfter genannte Bushyanqta, der Dämon des Schlafes; io faraosaok ist meiner vollkommenen Ueberzcugung nach eine falsche Umschreibung der Huzväreschform des Wortes dareghö-gava, mit langen Händen, eines Beiwortes des Bushyan’fta, die zweite Druja ist; sicher als der Dämon der Trägheit zu fassen, nur über die dritte, äfaiinis, die gleichfalls durch eine Abstraktum bezeichnet wird, weiss ich nichts Näheres beizubringen. 236 Khorda-A vesta. 6. Möge alle Kraft, besitzen ChordAt der Amschaspand, von grosser Majestät. Er möge sunehmen s ammt Tistar, GAt and den Arda-fravas, welche vereint mit ihm wirken, vereint mit ihm arbeiten, vereint mit ihm schlagen den As {Begierde) den von den J)evs geschaffenen, den Dev TArik und ZArik. 7. Möge alle Kraft besitzen: AmerdAt der Amschaspand, von grosser Majestät. Er möge zunehmen stimmt Rasn, Asiat, Zamyat, die vereint mit ihm wirken , vereint mit ihm arbeiten, vereint mit ihm schlagen den Tusus, die zuerst geschaffene Opposition die Ahriman hervor brachte 1 2 3 4 5 * ). 8. Es möge die Schöpfung Ormazds zunehmen, es möge die Schö/fang Ahrimans abnehmen. Alle KraJ’t mögen besitzen die Höhen und Berge mit, reinem Glanze, mit vielem Glanze, die von Ormazd geschaffenen samnit den Hölzern, den Speise tragenden Bäumen, den goldfarbenen Bäumen. Möge alle Kraft besitzen der Berg Arvantf), möge alle Kraft besitzen der Berg Rae- vantf), möge alle Kraft besitzen der Berg Arparpin' 1 ), möge alle Kraft besitzen der Berg DemAivcnd in dein der schlechte Baeva- rApp'gefesselt ist. Möge alle Kraft besitzen der Berg Hos-dAstdi fi ), der reinen Glanz besitzt, vielen Glanz besitzt, der von Ormazd geschaffen ist. 9. Mögen alle Kraft besitzen die Quellen, die Fundgruben des fGassers , die Flüsse. Möge alte Kraft besitzen der Fluss Urvantf), möge alle Kraft besitzen der Fluss Geh 7 ), möge alle Kraft besitzen der Fluss Fr Alt. Möge alle Kraft besitzen der See 1) So sind die Worte zu übersetzen, aber es ist mir nichtmöglicb zu sagen, wer unter dem im Texte genannte Tusus oder Tosius (nach Anquetil) zu verstehen sei. 2) Der Berg Arvant vod dem liier die Rede ist, scheint in der Thal der Alvend zu sein, wie Anquetil vermuthete. Er liegt einige Stunden von Hamadan entfernt und ist bekannt durch einige Inschriften des Darius und Xerxes, die an ihm gefunden wurden. Cf. die Beschreibung bei Ritter, Asien IX. p. 87. 3) Raevant, der Sitz des Feuers Burzin mihr (cf. oben zu XXVII), liegt nach dem Bundehesch in Kbaräsan cf. meine Einleitung II. p. 108. 4) Cf. oben p. 172. Anm. 6. und zu Yf. I, 41. 5) Soll bekanntlich in Segestän liegen cf. oben. 0) Unter Urvant-rut versteht Anquetil wol mit Recht den Arg-rut des Bundehesch, der wol mit dem Jaxarles identisch ist. 7) Veh-rul ist nach einstimmigen Zeugnisse der Parsen der Indus. Khorda-Avesta. 237 Rakhsahe ’), möge alle Kraft besitzen der See Ferahkant, möge alle Kraft besitzen der See Püitik*), möge alle Kraft besitzen der See Kjaugis 1 2 3 ). 10. Mögen alle Kraft besitzen die preiswürdigen Seelen, die, gläubig, bis zuletzt in Gerechtigkeit und. Wohllhun, Gesetz mul Recht verbreitet haben. 11. Möge alle Kraft besitzen-, der Herr, der König der Könige. Möge alle Kraft besitzen der grosse Befehlshaber. 12. Mögen alle Kraft besitzen die sieben Keshvars der Erde: Arzahe, Qavahe, Fradadhafs, Vidadhafs, Vourubarest, Vouru- jurest, Qanirap-bdmi, das in der Mitte Hegt (und) der glückseligste der Gebornen , der reinste, beste, der gepriesene von den Ya- zatas: Zartuscht der Nachkomme Cpitamas, mit reinem Frohar. 13. Möge alle Kraft besitzen-, der Heerführer der Priester der siegreiche Herr der Feuer Adar-frd, der fest geschaffene. Möge alle Kraft besitzen der Heerführer der Krieger, der fest geschaffene, erwünschte Adar-Gusasp. Möge alle Kraft besitzen der siegreiche Herr der Ackerbauer, der Herrscher der gute Thaten verrichtet, der siegreiche Adar burzin 4 5 ). 14. Selig mögen sein die Seelen der Herren, Deghlrs , Mo- beds, Herbeds, Gläubigen, Glaubensver breiter , der Schüler, welche auf dieser bekörperten Erde gestorben sind. Selig sei. die Seele Gayomars, und, Hoschangs, und Tahmur’s und Jam- scheds, und Fred uns, und Minocihr-bumi, und Zav des Sohnes von Tahmasb , und Kai-Kobdd's, und Kai-Kdus , undliai-Qya- vakhs, Rai-Khosrö, Kai-Lohr (fps und Kai-Gustdpps, Bahmans und Appendyurs. 15. Selig möge sein die Seele Zartuschts, des Abkömmlings des f/pitama mit reinem Frohar samml allen Priestern, Kriegern, 1) Anquetil übersetzt: St/yez tonjours fort (par) le zare (Fa) rekaseh. Allein Vare-kash i. e. Vouru-kasba ist mit dem sofort genannten See Feralikant identisch, Rakhsahe müsste also ein anderer uns unbekannter See sein, wenn nicht der Salz ganz zu streichen ist, was nicht unmöglich wäre. 2) Cf. Bd. I. p. 108. 3) Cf. Vd.XlX, 18. Der See soll nach dem Bundehesch in Segestän liegen. 4) Cf. oben XLIV, 9. 5) Ueher die Art und Weise wie Zertuscht mit den Ständen der Parsen in Verbindung gesetzt wird, rergl. man oben Bd. II. p. XI. 238 Khorda-Avesla. Ackerbauern, Handwerkern*), Frommen , die in Reinheit opfern und der Güte würdig sind. Freude , Fröhlichkeit, Glück, Gutes möge aus der mittägigen Gegend, herbei komm en ; Leid, Krankheit, Glanzlosigkeit, Unrecht, Hartnäckigkeit und alle Oppositionen von der nördlichen Seite sich entfernen. Die Guten sollen Herrscher sein, die Schlechten sollen nicht Herrscher sein, sie sollen wegen ihrer schlechten Handlungen Verzeihung erbitten und reuig sein. Und es möge unser Denken , Sprechen und. Handeln in der Rechtschaffenheit bleiben . 16 . Jeder aus (unserer) Milte möge von der Verrichtung der Götzenverchrung Schaden erleiden, sei. es am. Leibe, oder am Vermögen, oder an der Seele. Wer mehr haben muss (als er hat) möge mehr haben, wer Güte haben muss möge Güte haben, wer ein IVcib haben muss möge ein IVeib haben, wer einen Sohn haben muss möge einen Sohn haben. Das Irdische möge so sein wie der Leib in Rechtschaffenheit es begehrt, das Himmlische möge sein wie die Seele es begehrt in Reinheit. 17. Dieser Aferin möge gelangen zu euren Leib, ihr Guten, Mitglieder der Gemeine, Gläubige, zum grösseren fVachs- thum nach Wunsch. Ich wünsche Gutes für jedes Lebendige, welches der Schöpfer Ormazd geschaffen hat, und dass der schlechte Ahriman von Leben und Handeln entfernt bleiben (?) und von den nächsten Anverwandten jeder einzelne hundertfach zunehmen möge. Ich wünsche, dass der Weise glücklich sein, der Wahrhaftige gesegnet, der Weise ein Herrscher, der Unweise kein Herrscher sein möge. Das gute mazdayapnische Gesetz möge in den. sieben Keshvars der Erde sich verbreiten und lebendig sein. Das Wasser sollßiessen, die Räume wachsen, die Getreidearten reifen (?) *). Unser Denken, Sprechen, Handeln möge recht und rechtschaffen sein, damit jener Theil zuletzt den Menschen vergelte, und dass er auch uns viele Vergeltung bringe wie in der Welt so im Himmel. Selig sei nun die Seele Zartuschts sammt allen Priestern, Kriegern, Ackerbauern, Handwerkern, Frommen, die wegen dieses Myazdas herbeigekommen sind, möge, weil ihnen an diesen Myazda ein Theil geworden ist, weil sie einen Theil desselben genommen haben, — bei jedem Schritte der 12000 Schrille zum Paradiese 1) Das letzte Wort ist nicht ganz sicher übersetzt. Kliorrta-A vesta. 239 dem leuchtenden — ein Bewohner des Garothmän (mir) entgegen kommen. 18. Die guten Thüten mögen zunehmen durch Gebete und Worte, die Sünde möge von Grund, aus zu Nichte werden. Die Weit möge gut sein, der Himmel möge gut sein , zuletzt möge die gute Reinheit zunehmen, die Seele in den Garothmän kommen. — Seid rein, lebt lange! Also möge es kommen wie icli wünsche. Die guten Gedanken etc., Yatliä aliü vairyö (21). Ihm gehört der Glanz etc. LI. Äferin-Gahaubär. 1. Seid, ganz Kraft, seid ganz rein. Alle Kraft, alle Güte möge vorhanden sein! Möge alle Kraft.besitzen der Schöpfer Ormazd, der glänzende Ormazd, dei^ majestätische Ormazd, und die Arnschaspands. Mögen alle Kraft besitzen die Aderäns und Ateshäns, mögen alle Kraft besitzen die Fravashis der Reinen; möge alle Kraft besitzen das gute mazdayupnisch.c Gesetz. Mögen alle Kraft besitzen die Guten in den sieben Keshvars der Erde, die nach dem Gesetze gläubig sind, nach Art der Paoiryö- ikaeshas, und die welche in dem reinen guten mazdayapnischen Gesetze beharren , mit uns jene, jene mit uns 1 ). 2. Mögen alle Kraft besitzen und immer hilfreich sein: die ylrdä-Frohars, die siegreichen, für die ich das Opfer vollbracht, die Darum dar gebracht habe, den Myazda darbringe. Möge dies 1) Der Verfasser dieses Stückes versteht unter den sieben Iieshvars die oft genannten sieben Theile, von denen jedes eigentlich eine Welt für sich bildet, die von den übrigen getrennt ist. Alles uns bekannte Land gehört zu Qani- raf und bildet nur den siebenten Theil der gesummten bewohnbaren Erde. Da Zartuscht mit seinem Gesetze nur nach Qaniraf geseudet wmrden ist, so können alle diejenigen, welche in den übrigen Theilen der Welt gläubig sind, dies nicht als Anhänger Zartuschts sein, sondern nur mittelbar oder nach Weise der Paoirya-tkaeshas, d. h. sie sind von Ormazd rein geschaffen und haben diese lteinheit bewahrt, sie leben also dem Gesetze gemäss ohne dieses selbst zu kennen. Darum werden die, welche in den übrigeil Keshvars nach Art der Paniryo- tkaeshas gläubig sind, hier neben die Gläubigen von Zartuscht gesetzt, sie bilden mit ihnen gleichsam eine unsichtbare Gemeine. Auf diese Art können sich die Parsen die Frage beantworten , woher es denn komme, dass es in der Welt auch an solchen Orten gute und rechtschaffene Menschen giebt, an welchen das Gesetz Zartuschts nie gelehrt worden war. Doch ist auch ein Sohn Zarlusts mit dem Gesetze in andre Keshvars gewandelt cf. die Einl. 240 Iihorda-Avesta. Alles zusammen in den Schatz des Schöpfers Ormazd, des glänzenden Ormazd, des majestätischen Ormazd und des Amschas- pands gelangen. Stärke, Kraft, Macht, Festigkeit, Rüstigkeit, Sieghaftigkeit möge allen Frohars der Reinen zukommen. Alle Fravashis der Reinen mögen hier erwähnt sein. 3 . Ich bitte um die Gunst, dass die guten Werke, das Opfer des Daruns und des Myazda, die reine Gabe 1 ), die Freigebigkeit und. das Darbringen von Gaben die zur Erfreuung der Reinem gegeben werden und jede andere gute Thal die ich unter den Geschöpfen vollbringe, welches auch immer ihr Name sein möge, hier gemacht und vollbracht sein möge, um Thcil an den guten Werken der Gläubigen zu haben und dass sie, durch das Annehmen der Frohars der Reinen als ihr Eigenthum und ihre Zufriedenheit, in den Schatz des Schöpfers Ormazd, des glänzenden Ormazd , des majestätischcn*Ormazd, gelangen möge. Der Glanz, das Wachsthum, das Bestehen möge der Lohn der Darbringer sein (so lange als) das Wasser ( bleibt ) (?) 2 ). 4 . Die himmlischen Yazatas, die irdischen Yazatas, die himmlische Zeit, die Frohars der Reineti von Gayomart bis (josios den siegreichen , sehr majestätischen, die seienden, gewesenen, seien werdenden, Geborenen, Ungeborenen, der Gegend Angehörigem, andern Gegenden Angehörigen,, die frommen Männer und Frauen, Unmündige und Mündige, die auf dieser Erde im Glauben gestorben sind — alle Frohars und Seelen der- selben mögen hier erwähnt sein. Die Frohars und Seelen derselben die es werth sind mögen hier erwähnt sein. Derjenigen von ihnen die ihre Hoffnung auf uns setzen habe ich hier gedacht. Ihre guten. Thaten, ihre gläubigen Opfer, ihr Darbringen des Myazda seien hier in Erinnerung gebracht. — 1) Im Texte asodät , woraus Anquetil einen terminus technicus gemacht hat: Faire VAsehodad, c'est donner, cormne une espece d'offrande faxte ä Dieu, des habits eie. aux Mobeds, l’aumöne ä un pauvre, ä un saint komme. Asodat heisst weiter Nichts als die Gabe an einen Reinen, einen Gläubigen und ist sowol Almosen als irgend ein anderes Geschenk. 2) Der Text dieser Schlussworte ist nicht ganz klar iu allen Theilen, wahrscheinlich wegen mangelhafter Umschreibung eines frühem Huzväreschtextes. Die ziemlich junge Huzväreschübersetzung, welche ich vor mir habe und die erst wieder nach dem Pärsitexte gemacht ist, löst die Zweifel nicht völlig. Die in Klammern eingeschlosscneu.Worte sind auf ihre Autorität bin zugesetzt. I ,vr» »vf, t&Om/ ^W'-'qi’^sr; Khorda-A vesta. 241 14. Pancaea elc. In 45 Tugen habe ich, Ormazd, sammt den Amschaspands geivirkt: nämlich ich habe den Himmel-geschaffen und den Gahanbär gefeiert und ihm den Namen Gdh Maidhyo- zaremaya gegeben: im Monate Ardibihist, am Tage Daepamihr. Ende sein. Maidhyozaremaya war die Zeit in der ich die Schöpfung des Himmels vollbracht und sammt den Amschaspands Myazda dargebracht habe und die Menschen müssen es im Einverständnisse gleichfalls thvn. Alle also, welche den Gahanbär feiern , oder ausrichten, oder essen, oder geben, haben dadurch soviel Verdienst, wie wenn jemand in der bekörperten Well tausend weibliche Schafe sammt Lämmern aus Liebe zur Reinheit der reinen Seelen als reine Schenkung reinen Menschen gegeben hätte. Wiederum , tuegen der Reinheit aus Liebe der gläubigen Seelen {denn diese sind besser als die lebenden unter den Menschen 1 2 ) giebt das Avesta im Hddokht Zeugniss, wie aus dieser Stelle hervorgeht. „Tausend weibliche Schale mit Jungen gebe man in Güte den reinen Männern für die Seelen, für den Hausgenossen der lebenden Wesen, den Asha-vahista 3 4 ). Alle aber die nicht opfern, flicht zurecht richten, nicht essen , nicht geben, die sind nicht würdig zu opfern unter den Mazdayapnas, d. h. die Yaza- tas nehmen ihr Opfer flicht an und es ist auch nicht passend (dass er es darbringt') und er hat von jenem Gahanbär an jeden Tag 180 Qter Sünde 'j. 15. Khshvas Maidhyoshemahe etc. In 60 Tagen habe ich, Or- 1) d. h. dieser Gahanbär ist im Monate Ardibihiscbt vom 11—15. Tage zu feiern. 2) Eine sehr schwierige Stelle, von der ich nicht gewiss weiss, ob ich sie richtig verstanden habe. Es scheint mir der Sinn zu sein, dass die Menschen, von denen die nachfolgende Aveslastelle redet, besser seien als die jetzt lebenden. Anquelils Uebersetzung ist nach meiner Ueberzeugnng nicht haltbar, sie lautet: Cet homme , en recompense de ce qtt’il avra Jäit plaisir ä des ames saintes et pures, sera dans le Beheseht. 3) Die letzteren Worte sind wieder im Texte nicht ganz klar nnd ihre Con- struction verwirrt. Es scheint mir, dass in der angeblichen Stelle das Hadokht (d. i. eines verlorenen Theiles des Avesta) den Gläubigen die Wahl gelassen wird, oh sie Gaben an fromme Männer geben wollen oder an Feuertempel, für deren Unterhaltung es bekanntlich bei den Parsen fromme Stiftungen giebt. 4) Nämlich bis zum Eintritte des nächsten Gahanbär, an dem man ejst seine Sünde wieder gut machen kann. Nehmet die Zeit vom Tage liihor'), am Tage Daepamihr soll das III. 1.6 242 Khorda-Avesta. m.azd, sammt den Amschaspands , gewirkt, d. h. ick habe das ff^assep geschaffen, den Gahanbär gefeiert und ihm den Namen Gäh Maidhyoshema gegeben, im Monate Tir am Tage Daepamihr. Nehmet die Zeit vom Tage Khor, der Tag Daepamihr soll der letzte sein*) Im Maidhyoshema war es, dass ich das trübe Was- ser hell gemacht und sammt den Amschaspands den Myazda dargebracht habe, die Menschen sollen es im Einverständnisse ebenso machen. Alle deswegen die den Gahanbär opfern, zurichten, essen oder geben, haben davon soviel Ferdienst als wenn in der bekörperten Weit man 1000 weibliche Kühe sammt jährigen Kälbern als reines Geschenk aus Liebe zur Reinheit der gläubigen Seelen gegeben hätte. Wiegen der Liebe zur Reinheit der gläubigen Seelen, die besser als die Wesen unter den Menschen sind, giebt das Avesia Zeugniss im Iladokht, wie aus dieser Stelle erhellt': Tausend Kühe mit Kälbern gebe man in Reinheit und Güte für die Seelen den reinen Männern und dem Hausgenossen der Wesen, dem Asha-vahista. Alle aber die nicht opfern, nicht zurecht richten, nicht essen, nicht geben, deren Reden schenkt man unter den Mazdayagnas keine Beachtung : man halte seine Reden für Lügen und höre nicht auf das was er sagt. Von einem Gahanbar bis zum andern hat er jeden Tag 180 (Jler Sünde. 16. Pancäca - haptäilim etc. In 75 Tagen habe ich der ich Ormazd bin, sammt den Amschaspands gewirkt: ich habe die Erde geschaffen und, den Gahanbär gefeiert und ihm den Namen Gäh Paitishahya gegeben, im Monat Schahrevar, ani Tage Anerän. Nehmet die Zeit am Tage Agtät, Anerän soll der letzte sein 2 ). Der Paitishahya war die Zeit in der ich das Feststehen der Erde und, des Wassers offenbar gemacht und sammt den Amschaspands den Myazda dargebracht habe, auch die Menschen sollen im Einverständnisse dasselbe thun. Alle deswegen, welche diesen Ga- hanbär opfern, zurechtrichten, essen und geben, die habe?i davon soviel Verdienst, wie wenn man in der bekörperten Welt tausend Stuten sammt den Füllen aus Liebe zur Reinheit der gläubigen Seelen als reines Geschenk den reinen Männern gegeben hätte. Wiederum , wegen der Reinheit aus Liebe zu den gläubigen Seelen, welche besser als die lebenden Menschen sind, giebt das Avesta im ^ 8) Das Fest fällt also im Monate Tir, vom 11—15. Tage. 9) d. i. im Monate Schahrevar, vom 26—30. Tage. Khorda-Avestn. 243 Hädokht Zeugniss, wie aus dieser Stelle erhellt: Tausend Stuten sammt Füllen gebe er in Reinheit und Güte für die Seelen der reinen Männer, für den Hausgenossen der Wesen, den Asha-vahista. Alle aber, welche diesen Gahanbär nicht opfern, nicht ausrichten, ?iicht essen, nicht geben, die gelten für Schwätzer unter den Mazdayagnas, d. h. unter den Mazdayagnas haltet sie eine Zeitlang für unzuverlässig und nehmet nicht an was sie geben, sie haben von diesem Gahanbär bis zum Gahanbär jeden Tag 180 (fter Sünde. 17. Thri^atem eie. ln 30 Tagen habe ich , der ich Ormazd bin, mit den Amschaspands gewirkt, ich habe die Bäume geschaffen und habe den Gahanbär gefeiert und ihm den Namen Gäh Ayä- thrcma gegeben im Monate Milhra, am Tage Anerän. Nehmet die Zeit am Tage Aglät, Anerän soll das Ende sein 1 ). Ayä- threma war es, wo ich den Geschmack und, die Farbe und nach ihren verschiedenen Arten die Bäume hervorgebracht und mit den Amschaspands den Myazda dargeb rächt habe, die Menschen sollen im Einverständnisse dasselbe thun. Alle deswegen, welche diesen Gahanbär opfern, zurechtrichten, essen und geben , haben davon so viel Ver dienst, wie wenn man in der bekörperten IVeit lausend weibliche Kamele sammt ihren Jungen aus Liebe zur Reinheit der gläubigen Seelen als reines Geschenk gegeben hätte. Wiederum, ivegen der Reinheit aus Liebe zu. den gläubigen Seelen, welche besser sind als die lebenden Menschen, giebt das Avesta im Hädhokht Zeugniss, wie aus dieser Stelle erhellt: Tausend weibliche Kamele mit ihren Jungen gebe er mit Reinheit für die Seelen der reinen Männer, für den Hausgenossen der Wesen, den Asha- vahista. Alle aber, welche diesen Gahanbär nicht opfern, nicht zurechtrichten, nicht essen, nicht geben, die füllen ein freies Thier (mit Lasten) über Gebühr an unter den Mazdayagnas, d. h. unter den Mazdayagnas setzt (ihn) nicht auf ein Thier, er darf sich nicht darauf setzen 2 ), er hat von diesen Gahanbär bis zum (nächsten) Gahanbär jeden Tag 180 (Iler Sünde. 1) d. i. im Monate Milhra, vom 26—30. Tage. 2) An dieser so wie an den früheren Stellen giebt der Text erst die Strafe in altbaktrischer Sprache an, übereinstimmend mit dem Texte im Afergän Ga- hanhär, dann aber eine glossirende Uebersetzung in Parsi. Nur die letztere ist hier in der Uebersetzung berücksichtigt worden. 16 * 244 Kborda-Avesta. 18. Asläitim etc. In 80 Tagen habe ich, der ich Ormazd bin, mit den Amschaspands gewirkt: ich habe das Vieh geschaffen und den Gahaiibdr gefeiert und ihm den Namen Gdh Maidhydirya gegeben im Monate Dai, am Tage Bahram. Nehmet die Zeit vom Tage Mihr, der Tag Bahram sei der letzte'). Der Gahanbdr Maidhydirya war es an dem ich das Vieh von fünf Gattungen hervorgebracht und mit den Amschaspands den Myazda dargebracht habe, die Menschen sollen im Einverständnisse dasselbe thun- Alle deswegen, welche diesen Gahanbdr opfern, zurechtrichten , essen und geben, die haben davon soviel Verdienst, wie wenn man in der bekörperten JVelt tausend Heerden aller Art aus Liebe zur Reinheit der gläubigen Seelen als reine Gabe gegeben hätte. Wiederum , wegen der Liebe zur Beinheil der gläubigen Seelen, welche besser als die lebenden Wesen sind, giebt das Avesta im Hddhokht Zeugtiiss, ivie aus dieser Stelle erhellt: Tausend Heerden jeder Art übergebe er in Reinheit und Güte für die Seelen der reinen Männer. Alle aber, welche diesen Gahanbdr nicht opfern, nicht zurechtrichten, nicht essen, nicht geben, die verwirken die Glücksgüter der Welt unter den Mas- dayapnas, d. h. alle irdische Habe die sie besitzen gebührt ihnen nicht und sie haben von diesem Gahanbdr bis zum nächsten Gahah- bar jeden Tag 180 (jter Sünde. 19. Pancacähaptäitim etc. In Tb Tagen, habe ich ich, der ich Ormazd bin, gewirkt sainml den Amschaspands: ich habe den Menscheti geschaffen und den Gahalbdr gefeiert und ihm den Namen Gdh Hamappathmaedhaya gegeben im Monate Appenddrmat am {Tage) Vahistdist-Gah. Nehmet die Zeit am {Tage) Ahuna- val-Gdh, der {Tag) Vahistdist- Gdh soll der letzte sein * 2 ) Der Gahanbdr Hamacpathmaedhaya war es, wo ich den Menschen geschaffen, die ganze Schöpfung geschaffen 3 ) und mit den Amschaspands den Myazda dargebracht •habe, die Menschen sollen im Einverständnisse dasselbe thun. Alle deswegen, welche diesen Gahanbdr opfern, zurechtrichten, essen, geben, haben davon soviel Verdienst, wie wenn man in der bekörperten Welt allen Be- J) d. i. im Monate Dai, vom 16—20. Tage. 2) d. b. die fünf letzten zugesetzten Tage des letzten Monats. 3) d. h. wie Anquetil richtig bemerkt, wo die ganze Schöpfung beendigt . worden ist. Kliorda-Avesta. 245 wohnen, derselben cm Jahr lang warmes Brod und dann im Weine Süssigheitcn aus Freude an einem _ (?)') als reine Gabe aus Liebe zur Reinheit der gläubigen Seeleti darbringen würde. Wiederum , wegen der Reinheit aus Liebe zu den gläubigen Seelen , welche besser als die lebenden Menschen sind, giebt das Avcsta im Hädokht Zeugniss, wie aus dieser Stelle erhellt: Alle Arten von Saamen nach ihrer Grösse, Güte und Schönheit übergebe man in Reinheit und Güte den reinen Männern aus Liebe zur Seele. Alle aber , welche diesen Gahahbar nicht opfern, nicht zurichten, nicht essen, nicht geben, die verwirken das ahu- rische Herkommen unter den Mazdayapnas , d. h. sie machen die Beichte nicht und geben zuletzt keine Rechenschaft. Von diesem Gahanbär bis zum nächsten Gahanbär haben sie jeden Tag 180 (jter Sünde. — 20. Der Sündlose rufe ihm darauf zu, er verjage ihn, der Siind- lose lege ihm Werke der Busse auf, der Herr dem Untergebenen, die Untergebenen dem Herrn 1 2 ). — Die den Gahahbar nicht feiern, die begehen die verschiedenen Sünden Tanafür und, Margerzan hundertfach , tausendfach, zehntausendfach, von der Breite der Erde, der Länge eines Flusses, der Höhe der Sonne. 21. Dieser Aferin möge zu den Seelen der Herrn und der Gerechten kommen durch die Freundschaft und Sieghaftigkcit, des himmlischen Herrn, des grossen Gdh Gahahbar NN 3 ). Möge er kommen zur Seele des seligen Zertuscht, Nachkommen des (jpi- lama mit reinem Frohar, welcher dieses gute mazdayapnische Gesetz auf die rechte Art von Ormazd empfangen hat und nach Art der Paoiryd-tkaeshas herbrachte. Die Frommen, welche wegen“' dieses Myazda hergekommen sind , mögen, weil sie dieses Myazda theilhaftig geworden sind, von ihm empfangen haben, für jeden Schritt der 1200 zum, leuchtenden Paradiese, eine Seele aus dem Garothmdn entgegen kommen. Durch das Herbeikommen (der Seelen der Gläubigen ) möge, das Verdienst zunehmen durch ihr Weggehen die Sünde entfliehen. Die Welt 1) Die Construction dieser Stelle ist nicht ganz klar, doch ist der Sinn im Ganzen nicht zweifelhaft. 2) Aus den ATergan Gahanbär. Cf. oben p. 194. 3) Hier ist der Name des Gahanbär einzusetzen, welcher gerade gefeiert wird. 246 Kborda-Avesta. > 4 # möge gut , der Himmel gut sein, zuletzt möge die Reinheit zunehmen, die Seele möge in den Garothmdn kommen. Seid rein, lebet lange. Also möge es kommen wie ich erbitte. — Die guten Gedanken etc. LIT. Gebet beim Essen. Im Namen Gottes des vergebenden , verzeihenden, liebenden, des Herrschers Ahura-mazda. Hier preise ich nun den Ahura- mazda, der das Vieh geschaffen hat, die Reinheit geschaffen hat, das Wasser und die guten Räume, der den Lichtglanz schuf, die Erde und alles Gute 1 ). — Ashem-vohü (3) {liier auf wird gegessen , nach dem Essen wieder die folgenden Gebete gebetet) Ashem-vohü (4). — Yathä ahü vairyö (2). — Ashem-vohü (1). — Ihm gehört der Glanz etc. — Tausend etc. — Komme 2 ) etc. — Des Lohnes etc. — Ashem-vohü (1). — LIII. Väj-Peshüb. (Drei Schritte vom Orte des Peshdb entfernt bleibt man stehen und. recitirt.) Die Sünde möge tausendmal geschlagen sein! Yathä ahü vairyö (1). (Nachdem man sein Bedürfniss befriedigt, sich mit trockner Erde gereinigt und die Bänder des Kleides ergriffen hat, geht man drei Schritte weiter und spricht:) Ashem- vohü (3). Der guten Gedanken, Worte und Werke 3 ) etc. (2). Dem besten Herrscher gehöre das Reich 4 ) etc. (3). Yathä ahü vairyö (4). Den Ahura preisen wir. Den Asha-vahista, den schönsten Amesha- (jpenta preisen wir. Yeghö hätailm.—Ashem-vohü (1). {Der Parse wäscht sich darauf Gesicht und Hände und legt den Kosti an). LIV. Gebet beim 1200 maligen Recitiren des Ashem - vöhü. Im Namen des Gottes Orrnazd , des Herrschers, des Her- 1) Cf. Yj. V, ]—3. Vergl. übrigens oben XXXVII, G (p. 186), nach jenem Texte scheint es, dass Ashem-vobu den eigentlichen Kern dieses Gebetes bildet und alles Uebrige nur Beigabe ist. 2) Cf. oben p ; 6. 3) Y 5 . XXXV, 4-6. 4) Y ? . XXXV, 13—15. Khorda-Ave'stu. 247 mekrers. An grosser Majestät mögen zunehmen •• die Ardd-fro- hars, sie mögen kommen. Alle meine Sünden bereue ich mit Patet. Alle bösen Gedanken , Worte und Werke') etc. Zufriedenstellung für Ahura-mazda. Verachtung für Agra-mainyus (wie es) den Willen der Wohlthuenden nach am besten ist. Ich preise Ashem- vohü. Ich bekenne als Mazdaya^na, Anhänger des Zarathustra, dem Glauben an Ahura zugethan zum Lob des NN. z ). Khshnaothra für Ahura-mazda, den glänzenden, majestätischen, für die Amesha-qten- tas, für die Fravashis der Reinen die starken, andrängenden, für die Fravashis der Paoiryo-tkaeshas, für die Fravashis der nächsten Verwandten zum Preis, Anbetung, Zufriedenstellung und Lob. Wie es des Herren Wille ist, so sage es mir der Zaola (der Zaota spricht) Aisoverkündet der Herr aus Heiligkeit, der reine Wissende spreche: Den Ahura-mazda, den glänzenden, majestätischen preisen wir. Die Amesha-?penta, die guten Könige, die weisen, preisen wir. Die guten, starken, heiligen Fravashis der Reinen preisen wir. (Hier betet man die 1200 Ashcm-vohu und spricht dann noch in leiser Rede:) Ormazd, Herr, Vermehrer 1 2 3 ) etc. Yathä ahü vairvo (2) — Opfer, Preis , Kraft, Stärke erbitte ich für Ahura-mazda den glänzenden, majestätischen, für die Amesha-^pentas, für die Fravashis der Reinen, die starken, andrängenden, für die Fravashis der Paoirya- (kaeshas, die Fravashis der nächsten Anverwandten. Ashem-vohu (1). — Ihm gehört der Glanz etc. — Tausend etc. — Komme etc. — Des Lohnes etc. — Ashem-vohü etc. LV. Gebet beim 1200 maligen Rechnen des Yathä ahu vairyö. Im Namen Gottes, Ormasds des Heri'schers , des Vermehrers. An grosser Majestät mögen sunehmcn die Gdthds. Der Gdllid Ahunavat , die Gdilhd Ustvaili, die Gdthd Cpcnta-mainyu , die Gdthd Vohu-khshathrem, die Gdthd Vahistdisti, die Gdthd Gdlhdbya, die Arda-frohars mögen kommen. — Alle meine Sünden bereue ich mit Patet. Alle bösen Gedanken etc. ■ — Zulrie- 1) Cf. oben in nr. IV. 2) Man nennt den Gah, in welchem das Gebet gelesen wird. 3) Cf. oben p. 10. 248 Khorda-Avesta. denstellung für Ahura - mazda , Verachtung des Agra-mainvu (wie es) dem Willen des Wohlthuenden nach am besten ist. Ich preise Ashem-vohü (3). Ich bekenne (mich) als Mazdayatjna, Anhänger des Zarathustra , dem Glauben an Ahura zugethan zum Lob des NN. Khshnaothra für Ahura-mazda, den glänzenden, majestätischen, für die Amesha-§pentas, für die heiligen Gäthäs, die Herren der Zeiten die reinen: die Gäthä Ahunavaiti, die Gäthä Ustvaiti, die Gäthä Qpentä-maiuyu, die Gäthä Vohü-Khshalhrem, die Gäthä Vahisloisti, für die Fravashis der Reinen, die starken, andrängenden, die Fra- vashis des Paoiryo-fkaeshas, die Fravashis der nächsten Anverwandten zum Preis, Anbetung, Zufriedenstellung und Lob. Wie es des Herrn Wille ist etc. spreche: Den Ahura-mazda. den glänzenden, majestätischen preisen wir. Die Amesha-spenta, die guten Könige, die weisen, preisen wir. Die heiligen Gäthäs, die Herrn der Zeiten, reinen, preisen wir. Die Gäthä Ahunavaiti, die reine Herrin des Reinen, preisen wir. Die Gäthä Ustvaiti, die reine Herrin des Reinen, preisen wir. Die Gäthä (Jlpenta-mainyü, die reine Herrin des Reinen, preisen wir. Die Gäthä Vohü-Khshathrem , die s reine Herrin des Reinen , preisen wir. Die Gäthä-Vahisloisti, die reine Herrin des Reinen , preisen wir. Die guten, starken, heiligen Fravashis der Reinen preisen wir, den Ahuna-vairya (der) den Körper schützt. (Hierauf wird der Ahutin-vairya 1200 mal gesprochen und dann im, leisen Gebete noch beige fügt:) Ormasd, Herrseher, Vermehrer der Menschen etc. Yalhä ahü vairyö (2). Opfer, Preis, Kraft, Stärke, erbitte ich für Ahura- mazda den glänzenden, majestätischen, für die Amesha-cpentas, für die heiligen Gäthäs, die Herren der Zeiten, die reinen, für die Gäthä Ahunavaiti, für die Gäthä Ustvaiti, für die Gäthä Qpentä-mainvü, für die Gäthä Vohü-Khshathrem, für die Gäthä Vahisloisti, für die Fravashis der Reinen, die starken, anstürmenden, für die Fravashis , der Paoiryo - tkaeshas, für die nächsten Anverwandten. Ashem-’ vohü (1). Ihm gehört, der Glanz etc. — Tausend etc. — Komme etc. — Des Lohnes etc. — Ashem-vohü (1). 1) Diese Gäthä wird sonst nirgends erwähnt. A Klmrba-Avesfa. 249 LVI. Gebet um das Spiel des Satan zu verhindern 1 ). Alle meine Sünden bereue ich mit Patct. — Alle bösen Gedanken etc. Zufriedenstellung für Ahura etc. ( wie oben). Ich bekenne (mich) als Mazdaya^na, Anhänger des Zarathustra, dem Glauben an Ahura zugethan zum Lob für NN. 2 ) Khshnaothra für Qpenta-ärmaiti, der guten Freigebigkeit mit weiten Augen, von Mazda geschaffenen, reinen zum Preis, Anbetung, Zufriedenstellung und Lob. Wie es des Herrn Wille ist etc. spreche: Die gute Qpenta-ärmaili preisen wir. Die gute Freigebigkeit, die mit weiten Augen begabte, von Mazda geschaffene, reine, preisen wir. — Darauf soll man sprechen zur Qpenta-ärmaili: 0 Qpenta- ärmaili! diesen Mann übergebe ich dir, diesen Mann gieb mir wieder zurück bei der hehren Auferstehung, kundig der Gäthäs, kundig des Ya$na, der die Fragen gelesen hat, weise, tugendhaft ist, den Mari- thra als Leib besitzend. Dann gieb ihm einen Namen: ,,vom Feuer gegeben“, ,,vom Feuer stammend“, „Genosse des Feuers“, „Gegend des Feuers“ oder irgend einen Namen der vom Feuer gegebenen. Ashem-vohü (1). —Yathä ahü vairyo (2). — Opfer, Preis, Stärke, Kraft, weihe ich der guten (Jlpenta-ärmaili, der guten Freigebigkeit, der mit weiten Augen begabten, von Mazda geschaffenen, reinen. Ashem-vohü (1). — Ihm gehört der Glanz etc. — Tausend etc. — Komme etc. — Des Lohnes wegen etc -Ashem-vohü (1). LVII. Lampengebet 3 ). Im Namen des Gottes Ormasd, des Herrschers, des Vermehrers. An grosser Majestät möge wachsen das Feuer des Dädgdh Aderfrd. Alle, meine Sünden bereue ich mit Palet. — Alle schlechten Gedanken etc. — Khshnaothra für Ahura-mazda. Preis sei dir o 1) Cf. Vd. XVIII, 103 flg. 2) Hier wird der Name des Gahs eingesetzt in welchem dieses Gebet gesprochen Avird. 3) Die vorhergehenden Gebete von nr. LII—LVI erhalten den Namen Väj, womit gesagt wird, dass sie leise zu sprechen seien. Dagegen werden die folgenden (nr. LVII—LXI) Namaskar, Anrufungen, betitelt. 250 Khorda-A vesta. Feuer des Ahuramazda (Sohn), weiser, grösster Yazata. Ashein- vohü (3). — Ihm gehört der Glanz etc. — Tausend etc. — Komme etc. — Des Lohnes wegen etc. — Ashem-vohu (1). LYIII. Dakhmagebet. Alle meine Sünden bereue ich mit Patet. Preis euch: die Seelen der Verstorbenen preisen wir, welches die Fravashis der Reinen sind 1 ). Ashem-vohu (3). •— Ihm gehört der Glanz etc. — Tausend etc. — Komme etc. — Des Lohnes loegcn etc. — Ashem- vohu (1). — LIX. Berggebet. Alte meine Sünden bereue ich mit Patet. — Alle Berge preisen wir die mit reinem Glanze, mit vielem Glanze versehenen, von Mazda geschaffenen, reinen, Herrn des Reinen 2 ). Ashem- vohu (3) etc. 3 ). LX. Gebet beim Erblicken des Wassers. Alle meine Sünden bereue ich mit Patet. — Preis sei dir nützlichste Ardvi-