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3 (1863) Khorda-Avesta : mit einem Register über das vollständige Werk
Entstehung
Seite
LXXIX
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Drittes Capitel

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Weit mehr als durch das Studium der verschiedenen Abtheilun-gen des zaralhustrischen Systems selbst, hat man bis jetzt das Ver-ständniss der eränischen Religion dadurch zu fördern gesucht, dassman für dieselbe Anknüpfungspunkte in den Religionen anderer indo-germanischer Völker, namentlich der Inder, zu finden suchte. Es istunleugbar, dass auf diesem Wege schöne Resultate erzielt wordensind, es ist aber eben so unleugbar dass man mehrfach auf Abwegegerathen ist und darum wird es nicht ohne Nutzen sein wenn wiretwas länger bei diesem Gegenstände verweilen. Man ist sich wederüber den Zweck der Forschung noch über die Tragweite der gewon-nenen Resultate immer hinreichend klar gewesen. Was wir zuerstverlangen ist eine reinliche Sonderung der eränischen Mythologievon der vergleichenden Mythologie. Gar häufig kommt es vor, dassman glaubt indem man vergleichende Mythologie treibt zugleich erä-nische Mythologie zu lehren. Die vergleichende Mythologie ist eben-sowenig eränische Mythologie als sie griechische oder deutsche My-thologie ist. Die vergleichende Mythologie hat als besondere Wis-senschaft ihre besondern Zwecke und diese fallen keineswegs immermit denen der Philologie zusammen. Wohl wissen wir dass die ein-zelnen Mythologien auch wieder die vergleichende Mythologie alsHülfswissenschaft gebrauchen können, allein dies setzt immer schoneinen vorgerückten Stand der Einzelforschung voraus, zur Begrün-dung derselben kann die vergleichende Mythologie ihrer Methodenach nicht dienen, denn die vergleichende Mythologie hat ihren Na-men vom Vergleichen, zum Vergleichen braucht man aber immerzum wenigsten zwei Dinge. Wenn wir die mustergültigen Arbeitenauf dem Gebiete der vergleichenden Mythologie betrachten (z. B.Kuhns Arbeiten) so finden wir immer, dass sie zuerst die Ansichtender zu vergleichenden Einzelmythologien in möglichster Genauig-keit und Vollständigkeit aufzählen und dann aus denselben Schlüsseziehen.

Wenden wir uns nun zu denjenigen Arbeiten der vergleichen-den Mythologie durch welche namentlich die nahe Verwandtschaftder eränischen und indischen Mythologie bewiesen worden ist, sofinden wir leicht, dass man dieselbe Methode befolgt hat. Nehmenwir z. B. die treffliche Arbeit Windischmanns über Soma und Haorna,so sehen wir dass er eben so bemüht ist zu sammeln was die Erä-nier über Haorna als was die Inder über Soma sagen und dann dasGleichartige verknüpft. In seiner Abhandlung über die Ursagen der