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3 (1863) Khorda-Avesta : mit einem Register über das vollständige Werk
Entstehung
Seite
LXXVIII
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Einleitung.

so ist es auch noch mehr mit den Amesha-?pentas der Fall und ebenso mit den meisten Yazatas. Daneben treten aber doch einige Genienin mehr körperlicher Form heraus und diese sind es welche, wie ichglaube, den Volksvorstellungen entnommen worden sind und an diesich das Volk auch zumeist gehalten haben mag. Hieher rechne ichvor Allem Ardvi-tjüra. Sie wird in Mädchengestalt gedacht und bisauf den Anzug genau beschrieben, so wie sie beschrieben wird hatman sie später auch abgebildet. Auch Tistrya scheint mir Züge ansich zu tragen die auf eine lebhafte Vorstellung schliessen lassen.Ardvi-$üra und Tistrya als Gottheiten des Wassers und der Befruch-tung mussten namentlich dem eränischen Landbauer nahe am Herzenliegen. Das Gleiche gilt von Mithra, dem Beschützer der Heerden,dem Helfer in der Schlacht, er war wichtig für die Nomaden und dieKrieger. Wie mir scheint hat sich dieser Gott noch immer am we-nigsten in das System des Avesta schicken können, er wird uns alsein angreifender zorniger Gott geschildert, der an denen die ihn be-leidigen Bache nimmt. Dies ist ein Zug der sonst gar nicht im zara-thustrischen Systeme liegt. Den Siegesgott, Verethraghna, wird manbei einem so kriegerischen Volke wie dieEränier waren gewiss nichtfür ganz jung halten dürfen. Am wichtigsten war, wie mir scheint,der Cultus der Fravashis, der dem Cultus der Manen bei andernVölkern entspricht. Hier mag wohl von jeher wenig Uebereinstim-mung in der Verehrung stallgefunden haben, indem jeder Stamm, jajeder Clan und jede Familie die Abgeschiedenen seiner Angehörigenbesonders verehrt haben wird. Die TtctTQqjoi d-eoi, welche die Grie-chen den Eräniern zuschreiben, werden wir unter die Fravashis stel-len müssen. Der ganze Heroencult wird sich natürlich auch an dieFravashis angeschlossen haben. Neben diesen sinnlich hervortreten-den. Göttern finden wir nun eine ganze Reihe abstracter Wesen diezum Theil nicht viel Anderes sind als verkörperte Begriffe, das eineoder andere unter diesen Wesen mag alt und nur nach und nach ver-blasst sein, dass aber alle diese Gottheiten aus ursprünglich lebens-vollen Gestalten abgeblasst seien, kann ich nicht glauben. Die mei-sten scheinen mir nie mehr Körper gehabt zu haben als sie jetzt ha-ben und überhaupt nicht derselben Zeit anzugehören wie die obigen.Und so glaube ich denn auch im Avesta die beiden Arten von Götternnachweisen zu können die sich auch in andern Mythologien vorfin-den. Die einen sind der Ausdruck der Vdlksansichten, die andern dieersten Bildungen der beginnenden Speculation.