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3 (1863) Khorda-Avesta : mit einem Register über das vollständige Werk
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Einleitung.

zu rechnen, die Bösen welche Zank und Verwirrung unter den Men-schen anzurichten suchen, die Qätars oder Qäthras, d. i. Tyrannen,dann dieKavis und Karapas, nach der Tradition die welche in Sachendes Gesetzes blind und taub sind, eine Erklärung welche nicht blosich allein sondern auch Burnouf (Etudes p. 242 flg.) angenommenhat, Westergaard aber (Ind. Studien III, 408) die feindlichen Wesendie Blindheit und Taubheit bringen darunter versteht. Diese Masseder Gläubigen und Ungläubigen bilden die beiden grossen Heere mitdenen sich Ahura-Mazda und Agro-mainyus hier in dieser Welt ge-genwärtig bekämpfen. Der Lohn für gute und die Strafe für böseThaten kann in dieser Welt der Vermischung des Guten und Bösennicht immer gleich erfolgen, er folgt aber ganz bestimmt in derjenseitigen Welt. Dorthin ist die Vermischung noch nicht gedrungen,bös und gut ist, wie Licht und Finsterniss, strenge geschieden. Werals gut in die jenseitige Welt kommt der einigt sich mit dem Lichte,wer als böse hinkommt mit der Finsterniss. Zur Entscheidung derAnsprüche beider Mächte werden förmliche Gerichte gehalten vondenen schon Vd. XIX, 89 flg. die Rede ist. Die Seelen der Frommengehen über die Brücke Cinvat (schon in den Gäthäs erwähnt Y<;.XLV, 10; L, 13). Am ausführlichsten schildert das Fragment vonYt. 22 diesen Zustand nach dem Tode. Nach der Ansicht diesesStückes verweilt die Seele des Frommen wie des Unfrommen nochdrei Nächte nach dem Tode in der Nähe des Leibes, dann geht sievorwärts, ihre guten Werke geleiten sie in Gestalt eines schönenMädchens, ein wohlriechender Wind weht ihr entgegen, sie kommthin zu den Paradiesen, wo sie von den Reinen und den Yazatas so-wie von Ahura-Mazda selbst mit Liebe aufgenommen wird undwo man darauf bedacht ist sie die Schrecken des Todes vergessenzu machen. Ganz das Entgegengesetzte begegnet der Seele des Un-frommen: ein hässliches Mädchen empfängt sie, ein schlechter Windweht ihr entgegen, die Daevas und die Unfrommen empfangen siemit Spott und Hohn und behandeln sie auf das Schlechteste. Beidieser Gelegenheit werden drei und mit Garo-nemäna vier Paradieseunterschieden, welche den guten Gedanken, Worten und Werkenentsprechen. Sonst wird im Avesta das Paradies (vahisto aghus) derHölle (acisto aghus) entgegensetzt und nur summarisch genannt. Na-türlich giebt es auch drei Höllen die den schlechten Gedanken, Wortenund Werken entsprechen, ausser der anfangslosen Finslerniss, derWohnung des Agro-mainyus.