LXXII
Einleitung.
der erste Ackerbauer (Yt. 13, 88. 89). Er hat mithin einen Anhalts?nunkt in den Grundtexten, wenn die drei Söhne des Zarathustra* alsdie Begründer der drei Stände gelten. Wie die wirklichen Söhne Za-rathustras in vergangener Zeit, so haben auch die welche künftighinnoch geboren werden ihre Begründung in den Texten, denn Yt. 13,98 ist von den Drillingen die Rede, die Namen Ukhshyat-ereto undUkhshyat-nemo (Yt. .13, 128) hat neuerlich Oppert als die neuenOshedar-hami und Oshedar-mäh nachgewiesen. Der Name des drit-ten Sohnes, Qaoshyarig, ist schon länger bekannt. Die Mutter des(Jaoshvarig, Eredhat-fedhri, erscheint YY. 13, 142. Alles dies weistuns daraufhin, dass die Zarathustrasage soweit hinaufgeht als unsereältesten Texte und es ist eine reine Willkühr, die Gäthäs von denübrigen Stücken loszulösen und dort als geschichtlich zu betrachtenwas anderwärts der Sage angehört.
Dass der Verkünder der mazdavagnischeu Religion gerade unterVistacpa erscheinen musste, ist nicht ein Werk des Zufalls, sonderngöttlicher Fürsorge. Ahura-Mazda hat den Zarathustra in der Zeiterscheinen lassen welche die passende war. Ich verweise über diesenPunkt wieder auf Windischmanns Forschungen, (1er nach meiner An-sicht unwiderleglich nachgewiesen hat, dass Zarathustras Erschei-nung in der heiligen Chronologie der Parsen fest bestimmt ist. Ahura-Mazda hat es auch gefügt, dass zu dieser Zeit der rechte Mann re-gierte der Zarathustras Religion fördern konnte und wollte. Die hoheBedeutung Vistägpas für die zarathustrisehe Religion wird an meh-rern Stellen des Avesta hervorgehoben (Yt. 5,105; 13,99; 19,84),dasselbe thun die Gäthäs, cf. Yg. XXVIII, 7; XLV, 14; L, 16; UI,2. Auch die Frau des Vistäcpa, die Hutaoga heisst, wirkt mit zurVerbreitung des Glaubens (cf. Yt. 9, 26; 13, 139; 15, 35). NebenVistägpa und seiner Familie ist es das Geschlecht der Ilvogva (nachden Gäthäs) oder llvovas welche für Verbreitung der Religion thäligsind (Yt. 5, 98; 13, 103. 104), namentlich Jämägpa der Ministerdes Königs Vistäcpa (cf. Yg. XLV, 17; L, 18; XIII, 24. Y r t. 13,127) und sein Bruder Frashaostra (Yg. XLV, 16; L, 17; XIII, 24;LXX, 1). Die erste Frau des Zarathustra ist die Tochter diesesGlaubenshelden Frashaostra (cf. Yg. L, 17) und führt daher den Na-men Ilvovi, d. i. dem Geschlechte der Hvövas angehörig.
Zarathustra erscheint im Avesta öfter ohne alle Beiwörter ge-nannt (Vd. IV, 128; IX, 32. 41; X, 36. Vsp. XXIV, 5 u. s. f.),oft auch ashäum Zarathustra, o reiner Zarathustra (Vd. II, 4; VII,