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3 (1863) Khorda-Avesta : mit einem Register über das vollständige Werk
Entstehung
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Einleitung.

die Genien der sinnlichen Genüsse, des Essens und Trinkens bezeich-nen kann, wie sie auch nach Yt. 19, 96 Hunger und Durst besiegen.Allein ausser allgemeinen Anrufungen findet man Weniges was unsgenauer über das Wesen dieser Genien Aufschluss geben könnte. InYl. 2, 3. Siroza I, 6. 7 wird HaurvatAt, mit dem guten Wohnen, Ame-retat mit den Futterkräutern in Verbindung gesetzt und dies erklärtsich auch genügend aus ihren Eigenschaften. Wasser ist überall einHauplbedingniss einer guten Wohnung und in den wasserarmen ErAnnoch willkommner als anderswo, der Genius der Pflanzen abermusste für ein Ackerbau und Viehzucht treibendes Volk besonders' durch seinen Schutz der Saaten und Weiden einen Werth haben.

Hiermit hätten wir die Amesha-tjpentas alle betrachtet, sovielderselben gewöhnlich genannt werden. Es sind deren sechs odersieben, je nachdem man Ahura-Mazda dazu zählt oder davon ab-trennt. Es muss indess bemerkt werden, dass in späteren Stückenauch von drei und dreissig Amesha-tjpentas die Rede ist, es magsein dass sich diese späte Erwähnung vielleicht auf einen alten Textstützt der uns verloren gegangen ist. Ich denke dass' der Nameamesha-gpenta vielleicht auch in weiterer Beziehung gebraucht wor-den sei für die Genien des Himmels überhaupt die natürlich alle alsunsterblich gedacht worden sind.

Neben den sieben Amesha-^pentas nennt das Avesla noch einebeträchtliche Anzahl anderer Genien unter dem Namen Yazatas.Dieses Wort heisst eigentlich ,,verehrungswürdig, opferwürdigund muss auch öfters im Avesla noch in seiner ursprünglichen Be-deutung genommen werden. Der Ausdruck bagha, Gott, dürfte damitziemlich identisch sein. Eine sehr bestimmte Abgränzung zwischenAmesha-epentas und Yazatas scheint es nicht zu geben, wie dennauch Ahura-Mazda selbst an einzelnen Stellen als Yazata genanntwird. Ehe wir nun zur Aufzählung der einzelnen Yazatas fortgehenfragt es sich in welcher Ordnung wir sie aufzählen sollen. Im Avesta(cf. Vsp. II, 47) wird ein Unterschied gemacht zwischen himmli-

1) P. Bötticher (Zeitschr. DMG. IV, 368) hat es versucht den Haurvatätund Ameretät mit den beiden im Qoran genannten Engeln Härüt und Märüt zu-sammen zu stellen. Es lässt sich nicht leugnen dass der Anklang sehr verführe-risch ist, auch ich möchte eine frühere Verwandtschaft nicht in Abrede stellen.Nur scheint mir dass sowol die im Qorän erwähnte Sage als auch der eränischeHaurvatat und Ameretät auf eine frühere gemeinschaftliche Quelle zurückge-führt werden müssen , denn in ihrer gegenwärtigen Gestalt sind Haurvatat undAmeretät viel zu lärhlos um einer Sage als Grundlage zu dienen.