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3 (1863) Khorda-Avesta : mit einem Register über das vollständige Werk
Entstehung
Seite
XI
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Erstes Capitel.

XI

vaguhi. Ihr Name ist ein weibliches Substantiv: das Beiwort gpenta,heilig, kennen wir schon, ärmaiti wird gewöhnlich mitvollkom-mene Weisheit übersetzt. In materieller Beziehung ist sie die Mut-ter Erde ,,die uns trägt (Yg. XXXVIII, 2), weswegen sie auch ba-rethri, d. i. Trägerin oder Mutter genannt wird. Auch in den Gätliäsist sie schon eine wirkliche Person, denn Yg.XLIV, 4 heisst sie eine

A

Tochter des Ahura und Yg. XLVI, 2 wird von den Händen der Ar-maiti gesprochen. In ethischer Beziehung ist sie der Genius derWeisheit 1 ) und Plutarch hat darum ganz recht sie als &sov aoq>iagzu bezeichnen. Aber auch über sie sind weiter gehende Nachrichtenaus demAvesta nicht zu erhalten. Als Mutter Erde gedacht erscheintsie Vd. II, 32 Hg. wo sie Yima mit dem Pfluge durchbohrt und aus-einander gehen lässt, ebenso auch Vd. XVllI, 108, dagegen stellt sieYg. XIII, 6. Vsp. II, 10 und Yt. 1, 40 bestimmt als Göttin des Weis-heit. Im Yt. 2, 3. Siroza I, 5; II, 5 erscheint sie in Verbindungmit der Freigebigkeit oder Geschicklichkeit (beide Bedeutungen las-sen sich dem Texlesworte unterlegen). In spätem Büchern erscheintQpenta-ärmaili als die Verleiherin der guten Lebensart, der Redefer-tigkeit u. s. w., alles Dinge die von selbst aus ihren oben angegebe-nen Eigenschaften entspringen. Auch kann es nicht auffallen, wennder Name Qpenta-ärmaiti oder auch ärmaiti allein geradezu in derBedeutung Erde (cf. Vd. III, 119; XVIII, 127) oder Weisheit (Vsp.II, 10) gebraucht wird. Auch der Pluralis ärmalayö ßndet sich Yg.XXXVIII, 4.

Noch bleiben uns zwei Amesha-cpentas zu betrachten übrig diegewöhnlich zusammen genannt werden und die wir darum auch zu-sammen betrachten wollen. Sie heissen Haurvalät, und Ameretät undihre Namen sind wieder Abstracta und etwa mit Allheit und Unsterb-lichkeit zu übersetzen. Das erstre Wort habe ich öfter mitFülleübertragen. Die beiden Namen finden sich auch öfter als Abstractacf. Yg. III, 2 und die Anm. Yg. XXXI, 6; XXXII, 5 u. s. w\ Nachden Parsen ist Haurvatät der Herr der Gewässer, Ameretät aberderHerr der Pflanzen, Plutarch nennt den ersten -9-edv tcXovtov, denzweiten aber etcl v.aXolq fjdecov. Ich glaube dass man sie füglich als

1) Da man den Namen bunda-minesne, d. i. vollkommene Weisheit nachAnquetils Vorgänge längere Zeit bende-minesue, Knechtsgesinnung las, so wollteman der fpenta ärmaiti die Eigenschaft der Demulli zutheilen , wofür sich inden Schriften der Parsen keine Bestätigung findet.

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