Druckschrift 
3 (1863) Khorda-Avesta : mit einem Register über das vollständige Werk
Entstehung
Seite
VII
Einzelbild herunterladen
 

Erstes Capitel.

VII

der spätem Parsenbiieher hierüber auch als die Ansicht des Avestaansehen. Nach dem ersten Capitel des Bundehesh schul' Ahura-Mazda zuerst den Himmel, dann den Voliu-mano sammt dem weltli-chen Lichte und dem mazdayatjnischen Gesetze, dann die übrigenAmesha-§peutas der Reihe nach. Von der materiellen Welt erschufAhura-Mazda zuerst den Himmel, dann das Wasser, dann die Erde,die-Bäume, das Vieh und zuletzt den Menschen. Die Richtigkeit die-ser Anordnung wird durch Stellen wie Y§. XIX, 3. 5 bezeugt.Als Wohnung dient dem Ahura-Mazda das Garo-nemäna, der obersteHimmel. Dies wird in einer Stelle (Vd. XIX, 107) ausdrücklich ge-sagt. Ahura-Mazda wird sowol als amesha-^penla (Yt. 1, 36) alsauch als Yazata bezeichnet (Yt. 17, 16).

Als die vollkommensten Wesen der gesammten Schöpfung Ahura-Mazdas erscheinen die Amesha-ijpentas. Auch der Name dieser Gott-heiten ist wieder durchsichtig und klar. Die Parsen übersetzen denNamen mitunsterbliche Heilige und die Philologie muss dieseTradition bestätigen. Amesha, der Gegensatz von mesha, sterblich(cf. Vd. V, 173), kommt noch oft genug als Adjeetivum in der Be-deutung unsterblich vor (z. B. Y§. IX, 4. Yt. 10,13), über $penta istschon oben gesprochen worden. Ehe wir aber von den einzelnenAmesha-^pentas reden, müssen wir Einiges über diese Classe vonWesen im Allgemeinen sagen. Wie bereits erwähnt wurde sind sieGeschöpfe des Ahura-Mazda und darum von diesem durch eine weiteKluft getrennt. Gleichwol bewohnen sie wie dieser den Himmel Garo-nemäna (Vd. XIX, 107. 121) und Ahura-Mazda wird öfter zu ihnen ge-rechnet (Yt. 1, 36; 2,1.6) und mischt sich mit ihren Körpern (Yt. 13,81). Eine zweiteFrage ist nach dem Alter dieser Classe von Genien.Sie sind wohl so alt als das zaralhustrische System überhaupt, doch istim zweiten Theile desYa^na nur selten von ihnen die Rede, doch er-scheinen sie Y?. XXXIX, 8 und zwar mit den gewöhnlichen Beiwör-tern yavaeju, yavae$u, d. i. immer lebend, immer nützend. Sonstführen sie auch die Beinamen hukhshathra hudhäogho, d. i. die gu-ten Könige, die wmhlweisen, oder sie heissen die Amesha-^pentasüber die aus sieben Kareshvares bestehende Erde, d. i. welche dieAufsicht über diese Erde führen (cf. Vd. XIX, 43. Y<j. LVI, 10. 2).Ihre gewöhnliche Stellung ist unmittelbar nach Ahura-Mazda in denAnrufungen, wie sie denn auch demselben bei seinen Schöpfungenhelfend gedacht werden (Vd. XIX, 34). Aus besondern Gründenwerden sie zuw eilen auch mit ()raosha, dann mit Rashnu und Milhra