Erstes Capitel.
v
das von ihn Geschaffene stets noch mehr macht, denn das Wortcpeiila, obwol meistens heilig, ehrwürdig bedeutend, heisst doch ur-sprünglich vermehrend (man vergl. das lat. augustus) und diese Be-deutung ist bis in die späte Zeit herab dem Bewustsein der Parsenlebendig geblieben.
Es ist kein Zweifel, dass Ahura-Mazda ursprünglich bekörpertgedacht wurde. Dies beweisen die Denkmale der Aehämeniden, aufdenen wir den Auramazda bildlich dargeslelll sehen. Hier könnteman freilich einwenden, dass möglicher Weise diese Kunstwerkevon fremden Künstlern gemacht worden seien, die gewiss unter denEinflüssen der westlich von Erän geltenden Ideen standen und sowäre es denn möglich, dass man den höchsten Gott der Eränier ebendargeslelll hätte wie man die oberste Gottheit in Assyrien und Baby-lon auch darzustellen pflegte,. ohne dass dies gerade auch die Ansichtder Eränier gewesen zu sein brauchte. • Indess auch das Avesta stelltden Ahura-Mazda nicht blos als ein geistiges sondern auch als einkörperliches Wesen dar, an mehrern Stellen heisst er „mit dem bestenKörper versahen“ (cf. Y<y I,- 1. 2. Yt. 13, 80. 81), an manchenStellen ist von seiner Seele, von seinem Fravashi die Rede (Yt. 13,81. Vd. XIX, 46. 47. Yf. XXVI, 3 flg.). Für eine menschenähn-liche Fassung spricht auch, dass von einem Sohne des Ahura-Mazdagesprochen wird (so wird nämlich das Feuer im Avesta unzähligeMale genannt) und von Frauen des Ahura-Mazda (Vsp. III, 21. Y$.XXXVIII, 2). Für die Auffassung, dass Ahura wirklich Frauen ge-habt habe, spricht zunächst Yt. 17, 16, wo Ashis-vaguhi eine Toch-ter des Ahura und der Qpenta-ärmaiti genannt wird. Dagegen nen-nen andere Stellen, wie Yt. 17, 2 u. 16. Y$. XLIV, 4 u. Vd. XIX,45 die Qpenta-ärmaiti eine Tochter des Ahura und dies wird manauch für die gewöhnlichere Fassung der Parsen ansehen dürfen. Da-hin deutet auch das Beiwort ahuräni (Y§. LXV, 2. LXVII, 1) wel-ches „von Ahura abstammend“ bedeuten muss. Obwol nun ohneFrage diese mehr menschähnliche Auffassung des Ahura-Mazda inden Hintergrund tritt und die oben genannten Wesen zunächst darumseine Söhne und Töchter genannt werden weil sie eben seine Ge-schöpfe sind, so scheint cs mir eben doch nicht zweifelhaft sein zukönnen dass wir hier die Reste einer alten mythologischen Ansichtvor uns haben.
Ahura-Mazda ist in der mazdaya^nischen Religion nicht blos deroberste Herr, sondern auch namentlich der Schöpfer des Alls und in