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IV Einleitung.
Gewöhnlich gehen in den verschiedenen Sprachen die Götterna-men und die Eigennamen überhaupt in eine ziemlich ferne Zeit zu-rück, sie haben keinen Sinn für sich ausser zur Bezeichnung desbestimmten Individuums und ihre Etymologie ist meist dunkel. An-ders ist dies im Parsismus, wir werden finden dass die meisten Göt-ternamen ihrer Etymologie nach vollkommen durchsichtig sind unddass sie meistens noch als nomina appellativa in der Sprache ge-braucht werden. So ist es denn auch mit dem Namen Ahura-Mazda.Ahura heisst nach der Tradition der Parsen Herr und kommt in die-ser Bedeutung noch oft genug im Avesta vor, z. B. Yq. I, 15; XXVIII, 8.XXIX, 2. Yt. 5,72; 10,25implural ahuraogho wie Yt. 5, 85; 14,39.Die Richtigkeit der Bedeutung, welche die Parsen dem Worte geben,hat schon Burnouf anerkannt, sie wird durch die Texte bewiesen.Im Sanskrit ist in den Vedas das identische Asura in ziemlich ähn-licher Bedeutung noch vorhanden. Auch über den Namen Mazdäokann kein Zweifel bestehen, Burnouf hat ihn bereits erklärt undnachgewiesen dass die Parseniradition ihn vollkommen richtig be-stimmt hat. Das Wort ist nämlich aus ma<;, maz, gross und däo,Wissen, zusammengesetzt 1 ), mazdäo bedeutet also grosses Wissenbesitzend. Ahura-Mazda heisst mithin der sehr weise Herr. Nichtminder durchsichtig ist ein anderer Name desselben Gottes. Er heisstoft genug im Avesta Qpento-mainyus (z.B. Yt). LVI, 7. 6) und dieserName ist der eigentliche Gegensatz gegen das böse Princip. Qpenlo-mainvus heisst eigentlich der vermehrende Geist, d. i. der welcher
geschaffen , strenge geschieden und das eine wie das andere Beiwort wird vonbestimmten Wesen gebraucht. Ahuradhäta kommt nur wenigen Wesen zu: demVerethraghna (cf. Yf. I, 19. II, 25. XVII, 31 etc.) und der Erde (cf. Vd. XIII,165. XIX, 71. 116 u. s. w.). Häufiger ist niazdadhäta. So heissen alle reinenGüter die von Mazda herrühren (cf. Yf. XIX, 3. 5. XXII, 23. Vsp. XII, 17.Vd. XI, 3 etc.), dann das Wasser (Yf. 1,39. III, 10 etc.), die Bäume (Yf. I, 39.Vd. XIX, 62), die Wege (Vd. XXI, 22), Haom'a (Yf. X, 52), der Wind (Vsp.VIII, 19), der Schlaf (Vsp. VIII, 16), Majestät und Glanz (Yf. I, 42. Vd. XIX,125). Ferner die Berge im Allgemeinen (Yf. 1, 41. Vsp. I, 20; II, 22 u. s. w.),dann der Berg Ushidarena insbesondere (Yf. I, 41 ; II, 54 und oft.), die BrückeCinvat (Vd. XIX, 96), der Genius faoka (Vd. XXII, 11. 15 u. s. f.), die Frauen(Vsp. I, 15), die Geschöpfe (Yf. LXX, 21). Ein Unterschied scheint also jeden-falls stattzulinden, wenn man auch nicht sagen kann welcher.
1) Es mag sein, dass mazdä = skr. medhas ist, doch ist diese VergleicbuDgmehr für das Sanskrit als für das Alteränische von Belang. Die Form mazdäoist an und Für sich klar, auch ohne Vergleichung mit andern Sprachen.