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3 (1863) Khorda-Avesta : mit einem Register über das vollständige Werk
Entstehung
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II
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II Einleitung.

i'iir passend eracblete. Wieder andere, aber die Minderzahl, findetsich zwar in den uns bekannten Büchern nicht vor, es mögen diesaber Fragmente aus andern ähnlichen Religionsbüchern sein die imLaufe der Zeit verloren gegangen sind. Den Ilaupttheil des Khorda-Avesta aber bilden die sogenannten Yasls oder Yests, d. h. Anrufun-gen. Sie sind sämmtlich in allbaktrischer Sprache abgefasst und wer-den darum von den Laien wenig gelesen, die gewöhnlichen Kliorda-Avestas der Parsen enthalten daher meistens nur einige wenige kür-zere derselben. Für uns dagegen ist gerade diese Classe von Schrif-ten vom höchsten Werlhe, denn da diese Anrufungen dazu bestimmtsind den Preis jedes Einzelnen unter den Genien auszusprechen, sogehen sie uns auch eine viel deutlichere Einsicht in das Wesen der-selben als die kurzen und meist nur gelegentlichen Aeusserungen derübrigen heiligen Schriften. Für die llerlehre der Parsen sind siedaher die Hauptquelle. Wie wir aber eine Einsicht in die Vorstel-lungen der Parsen von der irdischen und überirdischen Welt haupt-sächlich ihnen verdanken , so wird es auch wiederum , zum bessernVerständnisse derselben , nölhig sein , die leitenden Grundgedankendieser Anschauungen hier kurz zusammenzustellen. Eine erschö-pfende Darstellung des Religionssystems wäre hier natürlich nichtam Platze und soll auch nicht gegeben werden.

ERSTES CAPITEL.

Die alteränische Religion ist sich des Gegensatzes zwischen derdiesseitigen und der jenseitigen, der irdischen und überirdischen Weltvollkommen bewusst und hat ihn auf das Klarste ausgesprochen. Inden Keilinschriften (cf. 0, 2. 3. NR. a, 1. 2. D. 1. 2. u. s. f.) wieim Avesta (z. B. Yt. 13, 2) wird jener Himmel dieser Erde ent-gegengesetzt, im Avesta auch die himmlische Schöpfung der irdischen(cf. Vsp. II, 5. 7). Die neuern Uebersetzer verstärken den Gegen-satz noch dadurch dass sie mainyava, himmlisch, durch unsichtbarübersetzen. Bei dieser mehr localen Anschauung wird der sonstständige Gegensatz zwischen gut und böse nicht geltend gemacht,die ganze Welt zerfällt in zweiTheile, eine geistige, unsichtbare undeine materielle, bekörperte (daher agtvat aghus, die bekörperte Weil).