Zarathustra und die Lehren des Avesla.
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Hierdurch wird denn nun auch klar, warum derVendidad (1.68)sagen kann, Raglia sei thrizaiilu, d. i. ein Aggregat aus drei Stäm-men. Jeder der Stamme war unabhängig, sie erkannten kein Ober-haupt an, wahrscheinlich war die höchste Macht in die Volksver-sammlung gelegt, wie dies bei den wildern Stämmen der Kurdennoch jetzt der Fall ist. Dass dort Zweifel an dem Höheren ge-waltet habe,' wie Ilaug will, kann ich nicht glauben, uparö kommtmeines Wissens nie als Subst. vor, daun aber haben wir ja auchgesehen, dass nicht an dem Höheren dort gezweifelt wurde. Es wirdalso bei meiner frühem Uebersetzung bleiben müssen, dass dort sehrgrosser Unglaube gewaltet habe. Nur das wird noch zu erörternsein, ob nicht dieser Unglaube in Raglia gegen unsere obige Annahmespreche, dass von da die Religion Zarathustras ausgegangen sei. Ichglaube nicht, dass dies der Fall sei, gerade dadurch, dass man sichin Raglia viel mit Religion beschäftigte, war der Anlass zu Spaltun-gen gegeben. Auch mag die Nähe des Westens viel dazu beigelragenhaben, fremde Lehren nach Ragha einzuführen und vielleicht war esgerade die Annahme solcher vom Westen kommender Lehren , vondenen wir später noch reden werden, welche der Verfasser des Ven-didad dort zu rügen findet.
Es stellt somit der Ansicht nichts im Wege, dass das Aveslaauch noch in ziemlich später Zeit in Osterän verfasst? sein könne.Gegen die Abfassung des Ruches in seiner jetzigen Gestalt.von Zara_thustra spricht aber die Textgeschichte des .Avesla seihst. Ich habean einem andern Orte ‘) gezeigt, dass die Tradition der Parsen un-serem geschriebenen Avestatexle ein solches Alter nicht giebt, dassvielmehr derselbe erst nach Alexander aufgezeichnet sein soll.- Ichhabe nachgewiesen, wie die Texte selbst diese Tradition insofernbestätigen , als sie immer nur vom Sprechen, Recitiren der heiligenSchriften sprechen, aber so gut wie gar nicht von aufgeschriebenenBüchern. Es ist dort auch gesagt worden, dass diese Erscheinunggar nicht auffallend sei und man anderwärts, z. B. bei den Bud-dhisten dieselben Umstände linde, dass die heiligen Schriften erstaufgezeichnet wurden, als sie schon Jahrhunderte lang nach deinGedächtnisse recitirt worden, waren. Nach diesen Allem dürfte un-sere Bd. I p. 14 ausgesprochene Ansicht, dass die Redaction desAvesta zur Zeit des Artaxerxes III. stattgefuuden habe, wol eher zu
I) Zeitschrift der I)MG. IX. p. 174 flg.
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