EINLEITUNG
Das vorliegende Werk würde seinen Zweck nur theilweisc er-füllen, wollten wir uns darauf beschränken, blos die Texte zu über-setzen, aus denen es besteht. Diese Texte sind blose Fragmente,die ursprünglich unter sich in gar keinem oder doch nur in einemsehr losen Zusammenhänge stehen. Das Band, welches sie vereinigthat und zusammenhält, ist die liturgische Handlung, welche dieseTexte begleitet. Nur wer diese kennt, wird die Anordnung derTextebegreifen und das Buch mit Nutzen lesen können.
Die Wichtigkeit der liturgischen Gebräuche der Parsen hatschon Auquelil begriffen und darum seiner Ueberselzung eine längereAbhandlung über das Ceremoniel der Parsen beigefügt. Je wenigerich seiner Uebersetzungin den meisten Fällen beistimmen kann, destomehr fühle ich mich gedrungen, die Vorlreffiichkeit dieser Arbeit an-zuerkennen. Hier arbeitete Anquetil grösstentheils mit Quellen,'diein neupersischer Sprache geschrieben waren, diese Sprache war ihmvollkommen geläufig, er hat seine Quellen mit grossem Fleisse be-nutzt und mit Geschmack verarbeitet. Seine Arbeit bildet darumauch die Grundlage der vorliegenden Abhandlung, über dieselbe hin -auszugehen, warjedoch in vielen Fällen durch den heutigen Standpunktder alteränischen Studien geboten. Wir können uns beut zu Tagenicht darauf beschränken, das Ceremoniel so darzustellen'', wie wires bei den jetzt lebenden Parsen linden. Ist auch manche dieser Ce-remonien bestimmt sehr alt, so sind darum andere ebenso unzwei-felhaft ziemlich neu. Es ist daher nöthig, auf die Quellen zurückzu-gehen und aus ihnen zu entscheiden , welches Aller den einzelnenCeremonien zukomml. Diese Entscheidung aber ist für uns weil leich-ter zu finden als für Anquetil, weil unsere Quellen weit umfangreichersind als die seinigen. Die Nachrichten der Alten über (iranische Zu-ll.
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